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Diskutiere im Thema Ich habe Probleme mit meinen Eltern!!! :-( im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 2

    Ich habe Probleme mit meinen Eltern!!! :-(

    Hallo liebe Community,

    dieser Thread ist nun für meine Eltern gedacht, da ich mit denen ein riesen Problem habe dachte ich mir ihr könntet mich ein wenig unterstützen das meine Eltern mich verstehen. Deswegen habe ich den Post auch zu den Angehörigen von Erwachsenen mit ADS/ADHS getan, ich hoffe das ist ok.

    Am besten fange ich mal von Vorne an um meine Situation zu beschreiben:

    Bei mir hat man schon im Kindesalter festgestellt das ich ADHS habe. Meine Mum ist mit mir zu einigen Psychologen gegangen und ich hatte eine Zeit lang auch Ritalin und Medikinet genommen. Als ich dann in die Pubertät gekommen bin ist die Hyperaktivität zurückgegangen, jedoch meine Vergesslichkeit und meine Unkonzentriertheit ist trotzdem noch da. Aber für meine Eltern war die Sache damit gegessen, "da man das ja, wenn man älter wird nicht mehr hat." Ich habe zum Teil Jahre gebraucht um mir die kleinsten Dinge anzueignen.

    Heute ist es nun so das ich meinen Job verloren habe da ich mich mit einem Mitarbeiter nicht verstanden habe und dieser nun leider am längeren Hebel saß, jedoch sind meine Eltern nun der Meinung dass dies nur an meiner Vergesslichkeit und Unkonzentriertheit gelegen hat. Klar ist es so dass einen ADS auch im Berufsleben beeinflusst und das Kollegen sehr wohl mitbekommen haben, aber da habe ich eine wesentlich andere Umgebung wo ich mir selbst Gedankenstützen (post-its, eigene tagesberichte, usw) geben konnte. Somit konnte ich nach ein wenig Eingewöhnungszeit meinen Job nur mit kleinen Makeln ausführen.

    In meinem Privatleben sieht es etwas anders aus. Ich vergesse Dinge die mir gesagt werden und Sachen die ich machen oder mitnehmen sollte. Es gibt Zeiten wo mir das sehr häufig passiert und Zeiten wo alles perfekt läuft. Nun ist aber das Problem das meine Eltern nicht verstehen wie schwer es ist für mich z.B. jedesmal meinen Geldbeutel an einen Platz zu legen um ihn nicht ab und zu suchen zu müssen oder wie es ist Sachen gesagt zu bekommen und diese gleich wieder zu vergessen oder ich weis nicht....ich denke ihr wisst ganz gut was ich meine.

    Sie meinen nun mir zu erzählen dass das wie eine normale Vergesslichkeit ist und das sie das mit dieser oder jener Technik in den Griff bekommen haben und sie meinen mir diese Techniken dann auf zu zwingen und mich dann runter zu machen wenn es dann nicht klappt. z.B. das ich mir immer einen Block mitnehme um mir alles aufzuschreiben, jedoch vergesse ich den auch wieder. Außerdem werfen sie mir vor dass wenn ich sage mir würde das nicht so einfach fallen, dass ich mich dann hinter meinem ADS verstecken würde.

    Inzwischen sind sie schon so weit dass sie das alles auf den Computer und meine Handy schieben, also bitte! Ich bin durchschnittlich 2 Stunden am Tag an meinem Pc gewesen und da ich dann viel mit meinen Freunden übers Handy geschrieben habe und immer gleich auf Nachrichten reagiert habe, wurde ich gleich als Internet und Handy süchtig abgestempelt. Ich habe einen großen Freundeskreis mit denen ich viel Unternehme und das würde ich ja wohl nicht haben wenn ich internet süchtig wäre oder so.

    Inzwischen sieht meine Welt so aus, ich kriege "suuuper" Vorschläge von meinen Eltern wie ich das in den Griff bekommen MUSS, ich darf in der Regel nicht mehr ans Internet oder auch mal Computer spielen, ich darf nicht mal mehr auf eine Computermesse mit Freunden, mein Handy kriege ich nur Abends, darf so gut wie kein Fernsehen mehr schauen und werde dann noch angemault wenn ich am Wochenende um 4 Uhr morgens nach Hause komme. Das alles mit 21 Jahren!

    Meine Eltern sehen immer nur dass ich das vergesse was mich "nicht interessiert" (das ich einen Brief einwerfen sollte oder so) aber das ich auch Sachen vergesse die mich interessieren und mir sehr wichtig sind bekommen sie nur einfach nicht mit. Sie glauben dass ich einfach keinen Bock habe.

    Irgendwo fange sie mit der Erziehung jetzt erst an in dieser Sache, aber dass was sie machen ist mich einschränken, nicht verstehen wie schwer mir manche Dinge fallen und mich dann auch noch runter zu machen wenn es mal nicht klappt. Sie verstehen es einfach nicht das ich für viele Sachen viel mehr Zeit brauche um sie zu lernen, sie verstehen nicht was ich immer wieder für ein Chaos im Kopf habe und das ich Unterstützung brauche wie ich es will und nicht wie es mir aufgezwungen wird. Meine Eltern haben sich auch im Gegensatz zu mir recht wenig über ADS informiert.

    Ich würde euch einfach mal bitten hier ihnen mal versucht klar zu machen was es es mit dem ADS überhaut auf sich hat und
    eure ehrlichen Statements zu den Methoden meiner Eltern zu geben. Ich werde dann diesen Thread an meine Eltern weiterleiten.

    Ich bedanke mich schonmal im voraus!

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Ich habe Probleme mit meinen Eltern!!! :-(

    Ich würde den Eltern erstmal empfehlen (wie ich es jedem erstlinig Verwandtem eines ADHSlers empfehlen würde) sich selbst einmal einer ADHS-Diagnose zu unterziehen.

    Vieles wird leichter, in der Diskussion mit Eltern/Verwandten, wenn erst einmal festgestellt wird, woher "es" kommt.

    Wenn Du ADHS hast, wirst Du schon festgestellt haben, dass es Dir nicht gelingt, für Dich verbindliche Strukturen aus Dir selbst heraus zu entwickeln.

    Dass die Strukturen von aussen kommen müssen, ist also der Normalfall der Erkenntnis bei einem ADHSler.

    Dass Deine Eltern versuchen Deine Strukturlosigkeit durch aufgezwungene Strukturen von aussen in den Griff zu bekommen, ist also nur zu logisch.

    Der ganze Schuss kann aber auch nach hinten losgehen, also in Depression usw. enden, wenn der Druck von außen zu hoch wird.

    Ohne einem gewissen Druck von aussen, funktioniert der ADHSler aber nicht. Es müssen aber Strukturen sein, deren Sinn er erkannt hat, denen er sich freiwillig unterwirft.

    Mit Zwang und der Methode "Brechstange" erreicht man meist das Gegenteil, nämlich eine Leistungsverweigerung des ADHSlers.

  3. #3
    Allanon

    Gast

    AW: Ich habe Probleme mit meinen Eltern!!! :-(

    Eiselein schreibt:
    Ohne einem gewissen Druck von aussen, funktioniert der ADHSler aber nicht. Es müssen aber Strukturen sein, deren Sinn er erkannt hat, denen er sich freiwillig unterwirft.
    http://i23.photobucket.com/albums/b3...ns/claps_2.gif

  4. #4
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: Ich habe Probleme mit meinen Eltern!!! :-(

    Hi Blank!

    Wie stehst du denn zu dem Thema Medis? Hattest du damals den Eindruck sie haben dir geholfen? Dann würde doch nichts dagegen sprechen, es damit noch mal zu probieren, oder? Denn ADS geht bei vielen (den meisten?) nicht weg mit dem Erwachsen werden, das hat man nur lange gedacht, weil die auffällige Hyperaktivität verschwindet. Die wandelt sich meist in innere Unruhe, würde also mal darauf tippen, dass du die meiste Zeit mit dem Fuß wackelst, mit den Fingern spielst, mit einem Kuli "klickerst" oder was auch immer.

    Ansonsten kann ich nur immer wieder "Das hyperaktive Kind und seine Probleme" von Cordula Neuhaus empfehlen.

    Und: du bist doch alt genug, langsam selbstständig zu werden, sprich, dir vielleicht eine eigene Wohnung zu suchen. Mit so was muss man als ADSler immer vorsichtig sein, sich das gut überlegen, denn das kann auch schnell in einer Katastrophe enden. Aber mir hat es enorm geholfen, als mal 200 km zwischen meine Eltern und mich gebracht habe. Meine Eltern haben beide selber ADS, aber meine Mutter hat sich über einige schon zwanghafte Verhaltensweisen eine gute Kompensation aufgebaut und mein Vater wurschtelt sich so durch, vor allem dadurch, das meine Mutter die Chefin im Haus ist. Kurzum, Mutter und ich hatten immer Streit "du müsstest doch nur jeden Abend eben 10 Minuten deine Sachen aufräumen, dann sähe es hier nicht so aus" etc etc. Seit wir Abstand voneinander haben, können wir die positiven Seiten des anderen sehen und es geht uns viel besser!

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