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Diskutiere im Thema Bitte Tipps für eine Angehörige einer ADS Betroffenen im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    Bitte Tipps für eine Angehörige einer ADS Betroffenen

    Hallo,

    ich freue mich sehr, dass ich auf dieses Forum gestoßen bin. Ich selbst bin nicht von ADS betroffen, aber meine Schwester.

    Kurz zu ihr:
    Sie ist 32 Jahre alt und wohnt in Leipzig. Sie war schon immer "anders" und da niemand bemerkt hat, warum sie so ist, wurde
    sie oft belächelt, schikaniert, ausgenutzt etc. Ihr kennt das sicher. Leider habe auch ich mich in der Vergangenheit oft falsch
    verhalten, da ich nicht wusste was sie hat. Dass sie unter ADS leiden könnte, habe ich erst vor 4 Monaten herausgefunden.
    Auslöser für meine Recherche war ihre völlig verwahrloste Wohnung, die ich nach einem Jahr mal wieder zu Gesicht bekam
    (wir wohnen in verschiedenen Städten und sie hatte sich sozial sehr zurückgezogen, deswegen war ich so lange nicht bei ihr
    zu Besuch).
    Zu den Schwierigkeiten ihre Wohnung in Ordnung zu halten kommen Probleme in der Arbeit (Verträumtheit, Dinge anders oder
    falsch erledigen), chronische Unpünktlichkeit, Schwierigkeiten im Umgang mit Geld (sie sieht oft nicht mehr durch), Unterbrechen
    von Gesprächen, stundenlanges vor sich Hinstarren, Verwahrlosung des eigenen Körpers etc.
    Das Ganze gepaart mit hoher Intelligenz und Kreativität - meine Schwester ist der kreativste Mensch, den ich kenne!

    Leider weiß sie nicht, unter was sie leidet. ADS ist für sie ein Stigmata und eine Kinderkrankheit. Sie will es nicht wahrhaben.
    Wie kann ich ihr nur helfen???? Eine Therapie bei einer "normalen" Therapeutin, die sie sich selbst gesucht hat, hat sie gerade
    wieder abgebrochen, weil die Therapie ihr zu wenig praktisch war. Ich denke, sie weiß dass irgendwas mit ihr los ist, aber sie
    weiß nicht was ...
    Gibt es vielleicht andere ADSler in Leipzig, die sich ihrer ein bisschen annehmen könnten?

    Liebe Grüße,
    Stereo

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Hallo, bin Angehörige einer ADS Betroffenen ...

    Hallo,

    sie hat sich natürlich noch nicht testen lassen, da sie ja von der ganzen Sache nix wissen will.
    Ich denke aber, dass es bei ihr keine Lebenskrise etc. ist, da sich ihre Symptome wie ein roter
    Faden durch ihr Leben ziehen ... Auch andere Mitglieder unserer Familie, u.a. meine Mutter
    oder mein ältester Bruder, weisen ähnliche Symptome auf. Ich war bei einer Therapeutin, die
    auf ADS spezialisiert ist, die mich nicht mit ADS in Verbindung bringt, meine Schwester durch
    meine Erzählungen allerdings umso mehr.
    Ich glaube auch nicht, dass ADS wirklich ein Problem im Leben darstellt, wenn man Strategien
    hat, damit umzugehen. Oder??
    Aber wie bringe ich jemanden dazu, sich zumindest mal testen zu lassen? Das wäre mir wichtig.

    LG
    Stereo

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Hallo, bin Angehörige einer ADS Betroffenen ...

    stereo schreibt:
    Meine Schwester (32 Jahre) leidet augenscheinlich an ADS, leider will sie
    es nicht wahrhaben und sich somit auch nicht helfen lassen.
    Hat deine Schwester eine ADHS Diagnose?
    Macht sie eine Therapie? Nimmt sie Medikamente?

    Ihre Symptome sind Verwahrlosung der Wohnung, Verwahrlosung des eigenen
    Körpers, Schwierigkeiten in der Arbeit und im Umgang mit anderen Menschen,
    Unfähigkeit mit Geld umzugehen etc.
    Diese Symptome können auch bei anderen psychischen Erkankungen vorkommen. Das muss nicht zwangsläufig auf das Vorliegen einer ADHS hinweisen.

    Ich würde ihr soooo gerne helfen und deshalb bin ich hier. Wichtig ist mir vor
    allem zu wissen, WIE ich ihr helfen kann.
    Du hast weiter oben geschrieben, dass sich deine Schwester nicht helfen lassen will. Daher kannst du ihr nicht helfen. Sie muss das wollen, anders funktioniert das nicht.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Hallo, bin Angehörige einer ADS Betroffenen ...

    Sie hat (noch) keine Diagnose. Sie hat gerade eine Therapie bei einer nicht auf ADS spezialisierten Therapeutin nach einer Stunde abgebrochen, weil die ihr zu theoretisch war. Meine Schwester wünscht sich laut ihren eigenen Aussagen jemanden, der praktischer orientiert ist. Sie hat aber selbst erkannt, dass sie große Probleme hat.
    Ich habe mich auch umgeschaut, auf welche anderen psychischen Erkrankungen ihre Symptome passen. Aber nur ADS kommt wirklich in Frage, vor allem wenn man sich ihr gesamtes Leben mal ansieht und nicht nur die aktuelle Phase. Sie hatte schon immer Schwierigkeiten mit Ordnung, sich zu konzentrieren, sich zu organisieren, ist aber im Gegenzug sehr intelligent. Beispielsweise hat sie früher immer "komische" Sachen gesagt, wo keiner verstanden hat, wo das jetzt wieder herkommt ... Im Nachhinein betrachtet war das alles einfach schlau.
    Ich glaube, sie leidet sehr darunter, dass sie eigentlich nicht dumm und faul ist, aber von anderen immer wieder so gesehen wird. Als Angehöriger tut das einfach weh und klar möchte ich helfen oder ihr zumindest eine Hilfestellung geben. Ich verstehe aber auch, dass ich sie nicht einfach damit überrumpeln kann ...
    Aber ich würde mich jetzt vielleicht auch mal ins Angehörigen-Forum begeben, weil ich hier glaub ich falsch bin (laut Moderator) ...
    Danke für eure Antworten!

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.770

    AW: Bitte Tipps für eine Angehörige einer ADS Betroffenen

    Hallo Stereo

    ich habe mal einige Antworten aus Deiner Vorstellung hier her verschoben,denn wie DatBär schon schrieb ist der Vorstellungsbereich dafür nicht da,und hier Antworten auch mehr.
    Und bitte als Angehörige nur in den beiden Angehörigen Bereichen schreiben.



    Gruß Matze

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Bitte Tipps für eine Angehörige einer ADS Betroffenen

    Ich kenne beide Seiten: Zum einen die Seite einer Angehörigen von psychisch kranken Familienmitgliedern (auch mit Messi-Wohnung und finanziellem Chaos und verherrenden gesundheitlichen Folgen) und die Seite einer ADHS-Betroffenen.
    Und ich wohne in der gleichen Stadt, in der deine Schwester wohnt.

    Du meinst es sehr gut mit deiner Schwester und möchtest ihr helfen.
    Das Problem ist nur, dass sie sich auch helfen lassen muss. Du kannst sie nicht dazu zwingen. Dir sind da leider die Hände gebunden.
    Wenn es ganz schimm ist und wenn ihre Gesundheit in Gefahr ist, könntest du sie zwangseinweisen lassen. Ich denke aber, dass das für euer Verhältnis nicht gut ist und ich würde das nur machen, wenn es gar nicht mehr anders geht.
    Manchmal müssen Menschen leider erst sehr tief fallen, bevor sie Hilfe annehmen können.

    Als Angehörige ist es sehr schwer tatenlos zusehen zu müssen.
    Es ist aber das Leben deiner Schwester und sie ist für sich und ihr Leben verantwortlich. Nicht du.

    Es kann sehr gut sein, dass sich deine Schwester bei der Psychotherapeuten nicht wohl gefühlt hat. Manchmal muss man einige Therapeuten ausprobieren bis man den richtigen gefunden hat. Vielleicht war auch die Therapieform nicht die richtige. Verhaltenstherapie ist praktischer orientiert als eine Psychoanalyse oder eine Tiefenpsychotherapie.

    Diagnostizieren lassen kann sich deine Schwester hier. Die haben dort aber mittlerweile eine Warteliste. Dort kennt man sich auch mit anderen psychischen Störungen aus und kann deiner Schwester auch weiterhelfen, wenn sie kein ADHS hat.

    Ich würde an deiner Stelle folgendes machen:
    Schreib deiner Schwester die oben genannte Homepage und Telefonnummer der hier ansäßigen ADHS Sprechsstunde auf einen Zettel. Und auch die Adresse dieses Forums.
    Das gibst du dann deiner Schwester und sagst ihr, dass sie dort Hilfe finden kann, wenn sie möchte. Besonders hier im Forum kann sie einfach mal reinlesen und schauen, ob sie sich in den Berichten wieder findet. Und du bietest ihr deine Hilfe an, wenn sie diese möchte. Sie kann sich bei Bedarf bei dir melden.

    Und dann kommt der schwierige Teil: Du lässt sie in Ruhe und fragst nicht mehr nach. Dränge sie zu nichts. Lass sie ihr Ding machen. Wenn sie ADHS hat, dann reagiert sie darauf allergisch, wenn man sie zu sehr drängt und fühlt sich schnell unter Druck gesetzt. Dann reagiert sie mit Trotz und macht es erstrecht nicht und blockt völlig ab. Daher ist es wichtig, wenn du sie machen lässt. Bleibe ruhig und freundlich.

    Es ist das Leben deiner Schwester und nicht deines. Auch wenn das für dich sehr schwer zu akzeptieren ist.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Bitte Tipps für eine Angehörige einer ADS Betroffenen

    Hallo Fliegenpilz,

    vielen Dank für deine Antwort!
    Die Idee mit dem Zettel finde ich sehr gut. Ich glaube, ich werde das machen. Ich habe sie schon einmal auf das Thema ADS angesprochen und sie hat mit Trotz reagiert, so wie du geschrieben hast. Ich meine, ich finde es ja bewundernswert wie sie ihr Leben trotz allem irgendwie gut meistert. Aber ich weiß, dass sie innerlich sehr verletzt ist. Natürlich gebe ich ihr die Zeit, die sie braucht. Ich galube, ich habe einfach Angst, dass mich eines Tages jemand anruft und sagt, dass es gar nicht mehr geht und warum wir sie nicht unterstützt haben etc.

    LG
    Stereo

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: Bitte Tipps für eine Angehörige einer ADS Betroffenen

    Hallo, ich habe für mich jetzt für die Zeit der Therapie eine Betreung übers Vormundschaftsgericht beantragt. Man wird definitiv NICHT entmündigt, falls das jemand denkt!
    Im Gegenteil, man bekommt wirklich gut Hilfe, ich bin soooo erleichtert, dass ich mich jetzt erstmal nicht um so organisatorischen kram kümmern brauch, wie Mietsachen, Verträge kündigen, die macht alles nach MEINEN Wünschen. Sie hat mir sogar von jemand die Tel. nr gegeben, der meinen PC repariert, bin nämlich mitn minilaptop online, jetz wird sie mir auch Hilfe im Haushalt organisieren, so erstmal alle 2 Wochen Grundputz, puuuuuhh mal ne Zeitlang ruhe davor, bin jetz schon erleichtert. Und jetzt hat meine VT in einem Institut für Psychotherapie angefangen, mal sehn, was das wird.
    Also, man muß nur einen Antrag bei Gericht stellen und ne VT beantragen, mit Überweisung vom ADHS- Spezialisten, Neurologen in meinem Fall und schon wird geholfen. Es gibt auch spezielle Messie Therapien, meine Freundin hat auch das Problem, nix wegschmeißen zu können, die verkauft viel über ebay, weil sies anders nicht loslassen kann.

    Liebe Grüße Anni

  9. #9
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Bitte Tipps für eine Angehörige einer ADS Betroffenen

    Hallo stereo,

    Ich kann mich andere anschliessen: Sich abklären lassen, muss sie selber wollen. Bei viele ADSler geht es eine weile bis sie dazu bereit sind.

    Schon dass du darüber mit ihr geredet hast, und auch wenn du ihr eine zetteln gibt, gibt eine gedankenanstoss und dann wird sie sich die zeit nehmen die sie braucht.

    Nahc so viele leiden ist nicht einfach sich zugestehen dass man so etwas hat. Der diagnose selber kann auch emotional einiges aufwühlen. Daher ist noch besser, jemand der zeitpunkt von solche erlebnissen selber zu entscheiden!

    Aber etwas dass du sicher machen kannst: Dich über ADS informieren um deine schwester besser zu verstehen. Du kennst sie gut, aber ihr aus eine andere sicht zu sehen kann eure beziehung verbessern.

    Für ADSler ist oft akkzeptanz, liebe und verständnis sehr wertvoll, weil sie davon oft nicht genug bekommen haben. Es kann auch sein dass wenn du schaffst, ihr eine stück mehr davon zu geben (du bist nun auch ein mensch und wird nie alles perfekt machen können) da es ihr hilft sich zu eine diagnose sich zu wagen...

    Verständnis heisst auch dass du nicht vergiss dich abzugrenzen und deine meinung zu sagen... Vielleicht ist sie auch bereit ein bisschen konkreten hilfe von dich anzunehmen. Aber so etwas ist auch heikel und schwierig. Zuerst weil ADSler sehr verletzbar sind und viel einfühlungsvermögen von helfender brauchen, aber auch weil hinnerhalb die familie, stark emotionale band da ist. Dabei wenn deine verhältnis zu ihr vorwiegend gut ist, kann es auch etwas schön werden da ihr euch auch gegenseitig sehr sehr gut kennt.

    Dabei muss du ihr nur helfen so weit du es spürt dass es für dich ok ist. Mehr bringt niemand etwas. Manchmal reicht ein eregelmässig anruf um dich zu erkündigen wie es ihr geht und was sie am tag vorhat (aber nur im absprache mit ihr!). Solche kleinigkeit können ADSler viel motivieren um zu ihre alltagpflichten zu gehen.

    Oder mal 1-2 tagen bei ihr kommen um ihr bei aufräumen helfen (aber sie muss entscheiden was sie mit jeden gegenstand macht, du hilfst ihr mehr bei struktur und deine anwesenheit kann ihr auch motivieren). Vielleicht mal so was als geburstaggeschenkt?

    Es sind nur ideen und vielleicht ist es für dich zu viel: Im fall, lieber sein lassen!

    lg

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