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Diskutiere im Thema Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    Liebe Angehörige,

    meine Frage richtet sich an Angehörige ohne ADHS und ohne Verdacht auf ADHS!

    Was hat euch bewegt:

    a) AD(H)S nicht/nicht mehr als Modediagnose oder Scheindiagnose zu betrachten?
    b) Warum setzt ihr euch mit der Diagnose auseinander?
    c) Welche Einstellung vertretet ihr gegenüber der Diagnose?

    Es geht darum herauszufinden, ob oder wie man einen Menschen (sich selber oder andere) mit negativen Vorurteilen zum Thema ADHS für eine Auseinandersetzung über den eigenen Tellerrand öffnen könnte.

    Herzlichen Dank und viele Grüße,
    habit

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.871

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    Also bei mir war das so:

    a) Da mein Cousin bereits vor rund 30 Jahren als "hyperaktiv" diagnostiziert wurde, ist ADHS für mich natürlich keine Modeerscheinung. Leider wurde von meinem Onkel und meiner Tante alles was mit diesem "Makel" zusammenhing tot geschwiegen, so dass ich null Vorwissen hatte, als ich meinen Freund kennen gelernt habe.

    b) Mein Freund hat mir quasi bei den ersten Anzeichen, dass aus uns ein Paar werden könnte, gesagt, dass er ADS hat "damit ich weiß, worauf ich mich einlasse". Ich habe das ganze zu dem Zeitpunkt zugegebenermaßen mit einem Schulterzucken abgetan. Na und? Hat er halt ADS.
    Irgendwann hab ich dann aber beim Surfen im Internet mal aus Neugier nach ADS gesucht und bin dabei unter anderem auf dieses tolle Forum gestoßen. Habe nicht schlecht gestaunt, was ich da so alles an Erkenntnissen sammeln konnte. Ach, das kommt vom ADS? Ist ja prima, dann brauch ich das ja gar nicht persönlich nehmen.
    Mittlerweile habe ich, glaube ich, einen ganz guten Überblick welche Auswirkungen sein ADS auf unsere Beziehung hat und wie wir beide damit umgehen können.

    c) Ich bin total froh, dass mein Freund die Diagnose längst hatte als wir uns kennen gelernt haben. Wenn ich die Ursache für sein Verhalten nicht kennen würde, würde ich doch einiges persönlich nehmen. Dann wäre man ruckzuck zutiefst beleidigt und da Gefühle im Spiel sind, könnte ein Streit schnell eskalieren. Wer weiß, ob wir noch zusammen wären... So nehme ich die Dinge locker und entspannt. Wo ich ihn unterstützen kann, mache ich das. Wir haben zum Glück ein gutes Gespür füreinander, so dass er sich bisher noch nicht von mir bevormundet gefühlt hat.

    Wie man andere - mit negativen Vorurteilen - davon überzeugen kann, sich mit dem Thema ADHS auseinander zu setzen, weiß ich allerdings auch nicht. Manche würden vielleicht aufmerksam durch einen persönlichen Erfahrungsbericht von jemanden ohne ADHS über sein Zusammenleben mit einem ADHSler, manche wiederum brauchen vielleicht hochwissenschaftliches Infomaterial von irgendeinem Prof. Dr. Dr., um daran zu glauben, dass es keine Modeerscheinung ist.

    Ich hoffe, ich konnte Deine Frage zumindest ein wenig beantworten. Wenn Du noch was wissen magst, einfach nachhaken.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    hallo,
    gerne berichte ich von meinen erfahrungen, bzw. empfindungen bzgl. dieses umstandes..
    meiner ansicht nach ist es eine art evolutionserscheinung (im weitesten sinne "mode~"),
    weil ich selbst im it-bereich tätig bin und jeder dürfte inzwischen wissen, wie dieses gebiet unsere wahrnehmung verändert hat..
    mag es früher vereinzelt (dann mit zappelphillip o.ä. betitelt) vorgekommen sein -
    inzwischen ist das tatsächlich sehr verbreitet und selbst ich als nicht betroffene zweifle manchmal an meinem verstand ;-) und zweifle an jeder äußerung anderer..
    es müssen/sollen viel zu viele dinge auf einmal gecheckt werden (der pc macht das möglich), die anforderungen der wirtschaft werden immer höher..
    ich meine, wie soll das das menschliche gehirn bewerkstelligen? bedingt ist das sicherlich möglich, eine zeit lang und dann - burn-out, kompletter rückzug (dann hört man auch meist nichts mehr von diesen personen)..
    was man nicht weiß, wird gegoogelt und falls mans äußert, dann muß man sich anhören "was? das weißt du nicht?" und ein breites grinsen folgt.. wer gibt schon gerne zu etwas nicht zu wissen..
    eine scheindiagnose ist es sicher nicht, es ist ein ernsthaftes thema..
    der mensch ist zu anpassung fähig und je mehr solche umstände fürs überleben zuständig sind, umso mehr wird sich unser dasein danach richten --> entwicklung..

    mich interessiert es bedingt, denn als ich direkt damit konfrontiert war, war ich auf dem weg den verstand zu verlieren.. klingt herb ist aber so - weil ich garnichts darüber wußte (ich hatte schon erwähnt, mein glaube daran bezog sich bis dato auf kinder)
    habe mich an eine selbsthilfegruppe gewendet um das aufzuarbeiten.. an ihn komme ich leider nicht ran..

    als ich darauf stoß wurde mir zwar einiges klar, jedoch werde ich damit nicht umgehen können, weil ich daran kaputt gehen würde, leider..
    da spricht eher das gefühl als der verstand ;-)
    ständiges vergeben und vergessen? ich bin weder jesus noch leide ich an altzheimer ;-) (scherz), aber eine solche ziemliche einseitige partnerschaft verträge ich nicht, so sehr ich mich damals auch bemüht habe, ich habe geliebt!

    kurz: ich verstehe ihn, weiß was ist.. aber kann nicht damit leben.. schön wenn es jemand arrangieren kann und ich wünsche jedem menschen sein persönliches glück, mit dem er zufrieden ist :-)

    auf die letzten worte bzgl. ..heranbringen anderer an dieses thema - darauf weiß ich keine antwort, da bin ich gescheitert

    lg
    Geändert von Alima (27.06.2012 um 19:09 Uhr)

  4. #4
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    Hallo Alina,

    vielen Dank für deine ehrliche und, wie ich finde, trotzdem neutral formulierte Rückmeldung!

    Zwei spontane Gedanken:

    inzwischen ist das tatsächlich sehr verbreitet
    hm - darüber wage ich kein Urteil aus dem einfachen Grund: um eine annähernd sichere Aussage zur tatsächlichen Verbreitung machen zu können, bräuchte man eine sehr umfangreiche statistische Analyse ... ich würde eher sagen: durch unsere Lebensweise treten die syndromtypischen Eigenschaften mehr in den Fokus.

    als ich darauf stoß wurde mir zwar einiges klar, jedoch werde ich damit nicht umgehen können, weil ich daran kaputt gehen würde, leider..
    da spricht eher das gefühl als der verstand ;-)
    ständiges vergeben und vergessen? ich bin weder jesus noch leide ich an altzheimer ;-) (scherz), aber eine solche ziemliche einseitige partnerschaft verträge ich nicht,
    Ich würde eher sagen, dein Verstand schickt dir das richtige Gefühl! Deine Erfahrung ist ja auch gleich doppelbepackt - es geht um ADHS, aber, so wie ich das sehe, um problematische Eigenschaften einer Persönlichkeit ... und das hat mit ADHS nix zu tun ...

    Die einseitige und auslaugende Form einer Partnerschaft kenne ich auch - mich hat es ausgelaugt und der andere hatte - bin ich mir sicher - keine AD(H)S ...

    Ich finde es jedenfalls sehr stark von dir, dass du sogar den Weg zu einer Selbsthilfegruppe genommen hast!

    Wenn jemand eine so große Loyialität nicht durch eignen Einsatz zu schätzen zeigt, nicht darum kämpfen will (egal, ob er/sie ADHS oder grüne Ohren hat oder sonstwie gehandicapt ist), dann muss man in der Tat seine Konsequenzen daraus ziehen!

    Liebe Grüße, habit

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    habitbreaker schreibt:
    hm - darüber wage ich kein Urteil..
    du hast recht, das ist nicht als "beurteilung" zu verstehen ;-), es ist lediglich mein(e) empfinden/vermutung, die genau durch die von dir formulierte begründung entstanden ist..

    nein, es geht schon um ADHS, sicherlich um die auswirkungen, also die problematischen eigenschaften..
    es führte bei mir zu dieser von mir gefühlten form ;-).. die weiteren dinge wie intelligenz oder organisationstalent wiegen leider für mich nicht das negative auf..
    habitbreaker schreibt:
    und das hat mit ADHS nix zu tun
    sorry, das verstehe ich jetzt nicht, womit dann? oder wie meinst du das?
    wenn das verhalten eindeutig ist, dann kann ich nicht denken "kein problem, er tut halt nur so als ob"

    dank dir sehr für deine antwort :-)

  6. #6
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    Alima schreibt:
    es ist lediglich mein(e) empfinden/vermutung,
    *schmunzel ... auf die Formulierung " ... ist heute weiter verbreitet als früher ..." springe ich allgemein an ...

    ich bin eine "Sprachtante" ... und formallogikphil *hihi ...


    sorry, das verstehe ich jetzt nicht, womit dann? oder wie meinst du das?
    ahhh - Sprachtante hin oder her ... Schusselfehler kommen immer noch vor (*räusper)

    also - richtig sollte es heißen
    es geht um ADHS, und, so wie ich das sehe, um problematische Eigenschaften einer Persönlichkeit ... und das hat mit ADHS nix zu tun
    hm - warum das für mich nix mit AD(H)S zu tun hat?

    Ich trenne "Syndromtypische Eigenschaften" von "Persönlichkeit/Charakter" ...

    Ein Beispiel zum Umgang mit Nähe, explizit direkte Berührung:

    Syndromtypisch:

    durch die Störung in der sensorischen Informationsverarbeitung ...

    - wirkt plötzliche Nähe negativ irritierend

    - lässt mich plötzlich zu viel Nähe extrem zurückweichen

    Nähe, direkter Kontakt muss für mich vorausschaubar sein und ich muss mich explizit dafür entscheiden, eine ggf extreme Nähe zuzulassen ...

    (beispielsweise habe ich lange in der Pflege gearbeitet - in gewisser Weise muss natürlich jeder Mensch in diesem Beruf in der Lage sein, mit unterschiedlichen Nähebereichen umzugehen ... es gibt in der Psychologie dieses Ding mit den 3 Distanzzonen (die für alle Bereiche gelten, nicht nur für den Pflegeberuf!)

    ... die Einhaltung bzw. der Umgang mit den Distanzzonen läuft aber in der Regel bei den meisten Menschen unbewusst ab ... ich musste mich jeden Tag ganz bewusst bei jeder Person auf's Neue wieder darauf einlassen ...


    Persönlichkeit/Charakter:
    Du hast in deiner Vorstellung geschrieben
    will mich immer mal wieder sehen (worte per sms oder email, taten folgen keine
    da wüsste ich wirklich nicht, was das mit ADHS zu tun hat - du öffnest damit natürlich nur ein klitzekleines Fensterchen ... was ich daraus interpretiere ist:

    - Es gibt auf beiden Seiten ein Grenzziehungsproblem
    - er hält dich hin ... böse gesagt:"Er passt auf, dass er sich mit dem immer wieder Anfachen deiner Gefühle "ein Eisen im Feuer hält" ... und das ist einfach nur schäbig ...

    ich will es nur verstehen können und einen tipp, wie ich damit leben kann (mit oder ohne ihn )
    hm ... vielleicht wäre es besser zu fragen:Welchen Nutzen könntest du daraus ziehen, dieses Verhalten zu verstehen? So oder so macht es dich kaputt, hast du es in keinster Weise nötig, so mit dir umspringen zu lassen ...

    das
    finde ich sehr wichtig zu verstehen: Es gibt einen der ärgert, und einen, der sich ärgern lässt ... und DAS hat NIX mit ADHS zu tun!!

    Also hier mein Tipp: schau dich um in der Welt und finde Dinge, die dich unabhängig von der Beziehung zu einem bestimmten Menschen glücklich oder wenigstens zufrieden machen ... alles andere findet sich ... und in Beziehungen: ruhig neutral definiert den "Kosten-Nutzen-Faktor" im Auge haben!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    hi habit,

    Du hast in deiner Vorstellung geschrieben
    meine antwort bezog sich nicht auf meinen vorstellungstext ;-) sicherlich bin ich da nicht auf die expliziten dinge eingegangen.. ich habe den IST-zustand geschildert.. für meine begriffe bei einer vorstellung völlig ausreichend..

    - er hält dich hin ... böse gesagt:"Er passt auf, dass er sich mit dem immer wieder Anfachen deiner Gefühle "ein Eisen im Feuer hält" ... und das ist einfach nur schäbig ...
    danke, das hilft ein wenig bzgl. dem jetzigen zustand und.. dein tipp --> will do my very best
    grüßle

  8. #8
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    meine antwort bezog sich nicht auf meinen vorstellungstext ;-)
    ahhhsssoooo ;-)

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    Hallo Habit,

    ich bin noch nicht so lange bei euch aber habe deine Frage mit Interesse gelesen und dachte ich schreib dir auch noch meine Erfahrung.

    a) also ich habe wo ich meinen Mann kennengelernt habe vor 11 Jahren auch nicht wirklich gewusst was sich hinter ADHS verbirgt,
    Bei meinem Mann wurde es erst im Alter von 14 Jahren festgestellt und von seiner Mutter wird er heute noch so behandelt als wäre er ein rohes Ei und man kann ihm ja, weil er ADHS nix sagen oder anvertrauen.. der Witz ist seine Mutter hat auch ADS als Diagnose lässt sich aber nicht behandeln und will sich aber wiederrum ständig bei meinem Mann einmischen wie er damit umzugehen habe.
    Modediagnose.. find ich interessant das so zu formulieren.
    Aus meinem privaten Umfeld kann ich sagen ist es noch oft so, dass es als Scheindiagnose behandelt wird oder so nach dem Motto: "da wächst er noch raus :-)"

    b) warum ich mich mit der Diagnose auseinander setze und c) welche Einstellung ich vertrete, dass kann ich dir eher mit Beispielen aus meinem Leben mit meinem ADHS´ler erläutern.
    hm..ganz einfach wäre jetzt zu sagen: natürlich weil ich ihn über alles auf der Welt liebe ;-)
    Es ist schwierig als Angehörige ständig seinen Partner zu verteidigen. Also ich meine, er ist aufgedrehter oder manchmal verpeilter als so manch anderer unserer Freunde ist ja klar.. aber naja.. ich kann dir nur sagen das ich mich nach einiger Zeit von den "Freunden" getrennt habe die meinen Mann ständig als Spinner bezeichnet haben.. zum einen war ich es leid, dass ich ihn ständig vor denen verteidigen musste weil er einfach ist wie er ist..und wenn das jemanden nicht passt dann Pech! ich lebe schließlich mit Ihm zusammen und wir sind ein tolles Team..ich komme vom Thema ab ;-) Fakt ist, dass ich mich über Foren und Bücher informiert habe und das ganze eigentlich von Anfang an ernst genommen habe nachdem er mir gesagt hat, dass er ADHS hat.

    In vieler Hinsicht half das auch weiter man hat ja seine AHA-Erlebnisse als Normalo aber letztendlich ist das wichtigste, dass nicht als "Krankheit" anzusehen (wie ein Teil meiner Familie das macht) sondern als das was es ist.. er hat einfach seine Stärken und Schwächen und in den Schwächen springe ich als Partnerin ein.. Mein Mann arbeitet im Aussendienst und ist sehr erfolgreich aber auch nur (sagt er selbst immer wieder) weil ich Ihm Daheim den Rücken frei halte..ich arbeite auch vollzeit und abends wenn ich Heim komme helf ich ihm im Punkto Büro oder bei den lästigen sortierarbeiten.. das hat sich aber bei uns auch in den Jahren eingespielt. genauso fand ich auch immer das man das ganze auch positiv angehen kann.. als ich ihn kennenlernte arbeitete er im Einzelhandel und wäre da noch heute hätte ich nicht mega Überzeugungsarbeit geleistet (Veränderungen sind immer schwierig noch heute) das er doch seine Talente in Richtung Aussendienst versuchen soll. Es ist toll zu sehen wie er in seinem neuen Job aufblüht und gefordert ist.

    Er hat auch über 10 Jahre keine Medikamente genommen.. daher bin ich, ich sag mal so salob "Ausraster" wegen Kleinigkeiten gewöhnt auch die "Gefühlskälte" ist mir nicht unbekannt. Das heißt nicht das ich es immer verstehe aber man lernt einfach bei Diskussionen beispielweise nicht immer weiter zu diskutieren wenn man eh keinen grünen Zweig findet, sonst kann sich das ins unermessliche hineinsteigern (nach ner halben Stunde sieht es evtl wieder anders aus und das Thema wird zu Ende diskutiert :-) ).

    ich kann viele Angehörige verstehen die im Punkto "Gefühle und Nähe" bei ihren Partnern Probleme haben. Bei uns ist das heute noch oft so..man darf das nicht persönlich nehmen aber auch nicht alles durchgehen lassen ein Beispiel: seine Tante ist derzeit sterbenskrank er sagt dann seiner Mutter nachdem er es erfahren hat: "daran ist sie selbst schuld hättest sie sich halt nicht die letzten Jahre ohne sonnenschutz in die Sonne geknallt dann würd sie jetzt auch nicht an Hautkrebs sterben." -natürlich hat er da recht aber das ist natürlich für seine Mutter hart sowas ins Gesicht geknallt zu bekommen- Das ich dann wieder trösten darf ist klar und ihm ist es dann in dem Moment auch total egal (so ist dann immer der Eindruck). Mir gegenüber verhält er sich auch so wenn ich beispielsweise weine, da kann er nicht trösten oder weiß einfach nicht was er tun soll.. ABER als ich vor einem Jahr Burnout hatte (nicht wegen meinem Mann!- extrem stressiger Job habe nun auch die Stelle gewechselt) und ich fertig mit der Welt war, nichts mehr ging... war er derjenige der mich aufgebaut hat und mich in die richtige Richtung gekickt hat. Man darf das nicht unterschätzen was das für ein Akt für ihn auch war..immerhin ist seine ganze Tagesroutine die er sonst durch mich hatte zunichte gewessen und er schwamm quasi auch.

    ich denke meine Einstellung ist einfach positiv und unerschrocken dem Thema gegenüber zustehen..dadurch bin ich auch in meiner eigenen Persönlichkeit gewachsen.

    ich hoffe trotz einiger Ausschweifungen hat dir meine persönliche Erfahrung vielleicht auch geholfen.

    viele Grüße

    sunny_vf

  10. #10
    Lysander

    Gast

    AW: Frage an Angehörige zur Motivation, sich mit AD(H)S auseinander zu setzen

    Hallo sunny,

    Deine Einstellung gefällt mir sehr. Schön beschrieben. Traurig wie manche vermeintliche Freunde in der Vergangenheit reagierten. Dich von Menschen zu trennen, die Deinen Partner als Spinner bezeichneten, finde sehr kraftvoll. Das war bestimmt nicht einfach. Echte Freunde treffen solche verletzenden Aussagen tatsächlich nicht.

    Die Nähe-Distanz-Systeme bei ADSlern sind oft schwer zu durchschauen, glaub ich. Man kann voller Gefühle sein, dass einem der Kopf platzen will. Jede Nähe könnte der Zündfunke sein....Der Buchtitel "Lass mich, aber verlass' mich nicht" von C. Neuhaus trifft es schon ganz gut.

    Eine Bemerkung sei mir gestattet: AD(H)S zu haben, bedeutet nicht, dass man keine Geheimnisse behalten kann @ "man kann ihm ja, weil er ADHS hat, nichts sagen oder anvertrauen". Oder interpretiere ich diesen Satz falsch?

    Ich wünsche Dir und Deinem Partner von Herzen alles Gute.

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