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Diskutiere im Thema Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    Frage Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    Hallo zusammen,
    mein Mann hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ADS, sagt der Psychologe.Und ich muss zugeben, beim Einlesen in die Thematik, habe ich doch deutliche Parallelen zu dem Verhalten meines Mannes festgestellt.
    Er ist überhaupt zum Psychologen gegangen (der zufällig auf ADHS spezialisiert ist), weil er im Grunde schon stark depressiv ist.
    Jetzt steht die Diagnose ADS im Raum und wir wissen beide nicht so recht was damit anzufangen ist. Ich frage mich, ob es durch Medikamente und Theraphie wirklich besser wird.

    Zur Zeit ist das Leben mit ihm einfach nur schrecklich. Ich bin seit 7 Jahren mit ihm zusammen. Wir waren 16, als wir uns kennenlernten. Seit 2010 sind wir verheiratet und haben eine kleine Tochter. Ich liebe ihn und wünsche mir nichts sehnlicher, als mit ihm alt zu werden, aber er macht mich kaputt. Und so wie es jetzt ist, kann ich es nicht mehr aushalten. Seit ca. zwei Jahren häufen sich einige Symptome immer mehr...

    Ich habe nicht das Gefühl mit einem erwachsenen Mann zusammen zu sein, eher als hätte ich ein zweites Kind. Er kann nichts alleine! Wahnsinn! Vom Einkaufen bis zu banalen Dingen wie sich Entscheiden. Immer wenn man ihn etwas fragt, kommt die Antwort :"Weiß ich nicht!"
    Ich habe das Gefühl, er hat überhaupt kein Körpergefühl mehr. Man muss ihn sogar ans Essen erinnern. In Sachen Beziehung ist er auch ne Niete. Gefühle zeigen etc. kann/will er nicht. Mit mir in's Kino gehen (kommt 2x im Jahr vor) findet er lästig und verdirbt dann meist den Abend.
    Er kann absolut nicht verlieren, danach ist er mind. zwei langTage sauer. Generell ist er schnell gereizt und dann reagiert er so, dass ich ihn garnicht mehr wieder erkenne.
    Ständig lügt er mich an, auch wenn es nur dämliche Notlügen sind und nichts Schlimmes. Wie ein Junge seine Mutter belügt.
    Ich habe zwei Jahre jetzt schon auf alle erdenkliche Art und Weisen versucht mit ihm zu reden- Erst schaltet er total auf Trotz und am nächsten Tag ist alles wie weggeblasen, als hätte ich nie etwas gesagt. Generell vergisst er gerne alles...
    Ich habe das Gefühl, dass er alles nur verdrängt und auf irgendeine Fee wartet, die alles besser macht. Wenn nicht irgendetwas passiert, weiß ich, dass ich das nicht mehr aushalte...

    Was ihn auch sehr belastet und dadurch auch mich ist, dass er sich nicht konzentrieren kann, er nicht weiß, wie man lernt. Er hat in seinem letzten Studium 3 Semester damit verbracht, Klausuren nachzuschreiben, für die er sich nicht vorbereitet hat. Letztenendes hat er jetzt gewechselt. Ich glaube das hat schon in Sachen Selbstwertgefühl viel gebracht. Aber lernen kann/tut er immer noch nicht...


    Ich wollte mich bei euch erkundigen, ob es Einige von euch gibt, denen es genauso geht. Und könnt ihr mir sagen, ob es wirklich eine Besserung geben kann?

    Tut mir leid, das war jetzt viel, aber ich weiß nicht, mit wem ich sonst darüber reden könnte.
    Ich hoffe mir kann jemand helfen..

    LG Wuschelchen

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    hi wuschelchen,

    ich lese gerade deinen beitrag und denke "so hätte es mir auch gehen können", also wenn es so weitergegangen wäre..
    ich kann dir keinen verbindlichen tipp geben, aber wenn ihr beide wollt, wirklich wollt, dann wäre es einen versuch wert..
    immerhin hängt ja doch ein wenig mehr dran an eurer beziehung..
    wenn er es bewußt weiß und gewillt ist, eine änderung/besserung zu "versuchen", dann ist das doch ein großer schritt in die richtige richtung..

    eine trennung tut bekanntlich sehr weh und bei euch ist auch eure tochter, die er vermutlich doch auch liebt..
    auch wenn ich dir sicherlich eine entscheidung nicht abnehmen kann, versucht es.. und erlebt bewußt auch noch so kleine erfolge, die hoffentlich eintreten.. falls es danebengeht, kannst du dann immer noch neu planen, was ich dir sicherlich nicht wünsche..
    aber viel viel erfolg und einen klaren kopf, lg alima

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 1

    AW: Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    Hallo Wuschelchen,

    ich kann deine Sorgen nur allzu gut verstehen. Auch mein Partner hat die (Verdachts-) Diagnose AD(H)S und befindet sich seit letztem November in einer Verhaltenstherapie. Er selbst kann nicht ausmachen, ob die Therapie greift oder nicht. Im Sinne unserer 3 Kinder habe ich meine Wünsche und Anforderungen an unseren Familienalltag stark zurückgeschraubt. Weniger Erwartungen, weniger Druck und damit weniger Enttäuschungen. Eine gewisse Gelassenheit hat sich da bei mir einstellen können, die uns in einigen Situationen gut hilft. In anderen wiederum kann ich diese Einstellung nicht durchziehen; da wäre ich mir selbst gegenüber nicht ehrlich.

    In puncto Lügen und "Weiß ich nicht" versuche ich durch Rückfragen, Wahrheiten und Meinungen herauszukristallisieren oder notfalls für mich wohlwollend zu entscheiden. Das ging sogar soweit, dass ich mir seine Kontoauszüge zeigen lassen wollte. Leider hat sich mein Verdacht bestätigt und sein Antrag auf Berufsunfähigkeitsgeld war noch nicht einmal gestellt! In solchen existentiellen Punkten benötigen wir professionelle Hilfe.

    Medikenet Adult hat bei meinem Mann leider nicht angeschlagen.

    Hab Verständnis für seine Ängste und Bedenken und Beschwerden, schau jedoch immer ganz besonders auch auf dich und dein Kind!

    Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld!

    LG Rotata

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    Hallo Rotata,

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich bei diesem Forum angemeldet, weil ich seit geraumer Zeit mit einem Mann ausgehe, der ADHS hat. Ich habe mich wirklich sehr in ihn verliebt und deshalb möchte ich mehr über die Erkrankung erfahren um die frische Beziehung nicht zu gefährden.

    Manches Mal reagiert er für meine Erfahrungen recht ungewöhnlich und ich fühle mich leicht überfordert. Weiß nicht was richtig oder falsch ist. Verlieren möchte ich ihn aber nicht. Eher verstehen!

    Ist es nicht aber "falsch" immer nur Kompromisse für ihn einzugehen, also dich selbst zurückzuschrauben? Kenne das so nicht und in "normalen" Beziehungen ist es auch nicht ratsam immer nur nach der Nase des einen (meist des Mannes) zu leben. Ist das bei Erkrankten anders? Ich meine, er hat mir mal erzählt, dass er sein Leben lang keine Kompromisse eingehen musste, und wenn nur kurzweilig, weil sein Umfeld (meist die Partnerinnen) aufgrund seines "schwierigen Charakters" lieber ihm alles zu Füßen gelegt haben. Sowas will er aber im Grunde nicht mehr, meint er. Das führe dazu, dass ihn Menschen schnell nicht mehr interessieren und er sich langweilt. Tja, was soll ich denn da machen? Ich will ihm ja gar nicht alles vor die Füße legen, bestehe in gewissen Dingen auch auf meine Ansicht und will meinen Kopf durchsetzen. Kompromisse gehören dazu, aber nicht nur. Will ja auch keinen Mann, der immer nur sagt "Ja Schatz, wie du willst Schatz.."! Nur habe ich auch gelesen, dass Erkrankte häufig schlecht darauf reagieren, wenn man ihnen nicht die volle Aufmerksamkeit schenkt, die sie erwarten. Wie funktioniert dieser Spagat??

    Liebste Grüße aus Niedersachsen

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    Wuschelchen schreibt:
    Ich habe nicht das Gefühl mit einem erwachsenen Mann zusammen zu sein, eher als hätte ich ein zweites Kind. Er kann nichts alleine! Wahnsinn! Vom Einkaufen bis zu banalen Dingen wie sich Entscheiden. Immer wenn man ihn etwas fragt, kommt die Antwort :"Weiß ich nicht!"
    Und jetzt versetz Dich mal in die Lage von dem, der das weiß! Der weiß dass er wie ein Kind ist.
    Ich sag mal: Bestimmung! Denn sowas wirds sein wenn so einer wie ich doch noch eine Frau gefunden hat,
    alles andre spricht eigentlich dagegen.

    In Sachen Beziehung ist er auch ne Niete. Gefühle zeigen etc. kann/will er nicht.
    Hat nicht unbedingt direkt was mit ADS zu tun, kann aber auch sein.
    Gefühle zeigen kann ich auch nicht, wie denn auch? Es sind keine da, und wie man etwas zeigen kann das nicht existiert ist etwas für Betrüger.

    Und darüber nachzudenken ist ganz schlimm.
    Weil man dann weiß, ja weiß, dass man kein richtiger Mensch ist, oder gar kein Mensch sondern irgendein Geschöpf, ein Etwas, ein Ding.
    Das wären so Momente für ...

    Deshalb nicht darüber nachdenken, ändert sich sowieso nicht, ganz schlimm.
    Schlimm auch wenn der oder die Andere sagt er/sie liebe dich, und du kannsts nicht.
    Kann auch sein dass der ganze Platz wo Gefühle sind, besetzt ist vom Müll der woanders nicht mehr reinging weil dort schon alles voll ist.
    Dort wo Liebe sein sollte ist etwas das einem dann Bauchweh macht oder die Denkbremse zieht, Gedankenleere, Mauer.
    Meistens aber Trauer.

    Wenn man aber sagt "ich liebe..." ists nicht gelogen, weil es eine logische Folgerung ist, eine Erklärung für das was bei Anderen
    aus Liebe geschieht wenn sie es tun und tut man sowas auch wirds wohl Liebe sein...
    Stellenwert: 0.

    @HonkyTonk
    Viel Geduld solltest Du haben, Geduld lernen ist immer gut, Aufmerksamkeit?
    gelesen, dass Erkrankte häufig schlecht darauf reagieren, wenn man ihnen nicht die volle Aufmerksamkeit
    Kann auch gerade andersrum sein, egal, Ehrlichkeit ists aber das zählt, wenns geht auch nichts verschweigen.
    Und auch bereit sein Erklärungen zu hören die zwar so gedacht waren sich aber irgendwo verzweigen und verlaufen,
    man muss nochmal von vorn anfangen und dann ists nicht mehr so wichtig, oder Du kannst nicht folgen weil er
    einiges überspringt das Du gebraucht hättest um zu verstehn, für ihn ists selbstverständlich, "weiß doch jeder...".
    Ist noch viel mehr...


    Gruß,
    Gerald
    Geändert von Grld.Ciseaau ( 2.08.2012 um 15:38 Uhr)

  6. #6
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    Hallo zusammen,

    also als selber ADSler mit ADSler-Mann kann ich vielleicht ein bisschen dazu sagen, was geht und was nicht.

    Zuerst mal was - zumindest ohne Medis - nicht geht: All die Dinge, bei denen ihr sagt: Aber das ist doch nur eine Kleinigkeit, du müsstest doch nur jeden Abend ein bisschen... Also zB einen Haushalt in Ordnung halten. Aufräumen können ADSler unter Umständen noch, Ordnung halten nicht. Aufraffen zu lästigem ist ein Problem. Ich weiß vielleicht, dass ich dringend auf die Klausur lernen müsste, aber ES GEHT NICHT! Stellt euch das vor wie einen Menschen mit Höhenangst, der über eine Klippe gucken soll. Für Euch ist vielleicht nicht zu verstehen, das das so schwer sein soll, aber derjenige KANN NICHT! Auch nicht Euch zuliebe! Dazu gehören auch Dinge wie ein vergessener Jahrestag, Geburtstag etc. Das bedeutet nicht, das das entsprechende demjenigen nicht wichtig ist.

    Bei all diesen Dingen können Medis helfen, aber Wunder dürft ihr nicht erwarten, manche Dinge brauchen auch Zeit, zT sogar viel Zeit.

    Was nur dank Medis nicht verändert werden kann, weil es oft nur sekundär mit ADS zutun hat sind: Ständiges im Mittelpunkt stehen müssen, die ganze ZEit positive Bestätigung brauchen, ausrasten, wenn etwas nicht funktioniert wie man will (wobei das durch Medis zumindest gemildert wird), keine Gefühle zeigen können. Denn das sind keine direkten Resultate aus dem ADS sondern aus Problemen, die aufgrund des ADS entstanden ist. Stellt Euch vor, Ihr merkt als Kind immer, dass Ihr schlechter seid als alle anderen. Dann braucht Ihr permanent jemanden, der zurückspiegelt, dass Ihr eigentlich toll seid. Nur weil man Medis nimmt und plötzlihc Dinge kann, die man vorher nicht konnte, ist deswegen nicht automatisch das kaputte Selbstbewusstsein repariert und alle alte Wunden geheilt. So was braucht unter Umständen auch therapeutische Hilfe.

    Und ja, es ist falsch, immer wieder Kompromisse zu machen. Natürlich gehören Kompromisse zu jeder Beziehung, aber überlegt immer genau, ob ihr einen Kompromiss eingehen wollt oder nicht! Denn tendenziell testet ein ADSler - zumindest kenn ich das von mir wie meinem Mann - die Grenze aus, was der andere mit sich machen lässt. Aber ich bin nicht glücklich, wenn ich mit etwas durchkomme, von dem ich eigentlich weiß, das ich zu weit gegangen bin! Ich verliere nur den Respekt vor dem Anderen. Ist ein bisschen wie bei einem kleinen Kind, das testet seine Grenzen ja auch aus.

    Fazit: Medis und Verhaltenstherapie (wobei ich letzteres ohne ersteres für schwierig halte) können viel bewirken. Sehr viel sogar! Aber auf der anderen Seite braucht es viel Verständnis (ja, der ADSler kann an dem vor die Tür gestellten Müllbeutel vorbeigerannt sein, ohne ihn gesehen zu haben! Das heißt nicht, dass er sich prinzipiell für den Müll nicht zuständig fühlt. Oder er hat den Müll auf dem Weg in den Keller mit rausgenommen, aber dann die Wäsche aus der Waschmaschine auf dem Rückweg total vergessen. Das meint der nicht böse!). Wenn man das Verständnis hat, kann ein ADSler aber auch ein ganz toller Partner sein.

    Übrigens: mein Mann, der schon Medis nahm, als ich ihn kennen gelernt habe, sagt ganz klar, dass er denkt, dass ich den Menschen, der er früher war, nicht lieben würde. Denn die Medis geben einem die Chance, Dinge, die einen an einem selber stören, zumindest zum Teil zu ändern!

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    Hallo Cam,
    vielleicht sollte ich mal meine Frau zu Dir schicken, dann könntest Du ihr Einiges erklären.
    Dieser Zirkus wegen Kleinigkeiten, ... jeden Abend ein bisschen... Haushalt in Ordnung ..
    Aufräumen unter Umständen (Aufräumen? Bräucht ´ ´nen Bagger dazu...) Ordnung
    ... Aufraffen .. ES GEHT NICHT!.. GEHT NICHT!..GEHT NICHT!

    ..ein vergessener Jahrestag, Geburtstag etc. Einer? Einen vielleicht nicht, meinen.
    KANN NICHT!.. KANN NICHT!..KANN NICHT! Auch nicht Euch zuliebe!

    Höhenangst, gut gesagt! Dazu, zur Höhenangst, mein Beitrag: Unser Haus ist recht hoch, vier Stockwerke + Dach.
    Zum Dachfenster konnte ich rausschauen, also Kopf raus und die Hände, mehr ging also mal nicht, keine Angst, Vorsicht...
    Dann habe ich mich in einer Elektrofirma vorgestellt, wegen neuer Arbeit, der Chef fragte mich ob ich schonmal Antennen gebaut habe,
    ich wollte die Arbeit, also "ja" gesagt, und bekam sie auch. Und gleich drei Tage nachdem ich dort angefangen hatte
    musste ich mit dem Kollegen eine Antennenanlage stellen, ich war noch nie auf einem Dach gewesen, Garagendach, ja.
    Dann hab ich so getan als wäre das ganz normal und schon immer so, raus auf die Latten, nirgends hinschauen nur auf die Arbeit,
    und ging gut aus, dabei hatte ich alle belogen und mich selbst auch, ich, der Sprinter auf´m Dach.

    Ab damals, mehr als 20 Jahre her, war mir kein Dach zu hoch, kein Ziegel zu glatt, auch Barfuß, und meistens alleine,
    ich kenne fast alle Städte hier aus der Dachperspektive, und Jeder der das kennt weiß wie schön das ist.
    Nur mal so, wegen Höhenangst, hatte ich oder nicht? War wahrscheinlich nur etwas Feigheit im Spiel.


    Viele Grüße,
    Gerald

  8. #8
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: Könne Medikamente und Verhaltenstherapie wirklich was bringen?

    Hallo Gerald,

    ich kenn das leider auch, mit meiner Mutter bin ich da immer aneinander geraten. Vor allem mit dem Aufräumen und mit Dinge rechtzeitig angehen. GEHT NICHT! Wie viele Seminararbeiten im Studium sind in Kraftaktionen mit 20-Std-Arbeitstagen entstanden, weil es mir einfach nicht möglich war, mit dem Thema rechtzeitig anzufangen... Und Aufräumen. Ogottogottogott. Ich kann aufräumen, sogar gut. Wenn ich etwa eine Woche habe, wo ich wirklich NICHTS tun muss, kann ich zum Ende der Woche in einer großen Aktion unser ganzes Haus auf Vordermann bringen, dann findest du keinen penibleren Haushalt als meinen. Aber diese Ordnung dann zu erhalten? Keine Chance. Seit ich von ADS weiß, habe ich aufgehört, mich deswegen fertig zu machen. Auf der anderen Seite darf man auch ADS nicht als Ausrede dafür verwenden, sich nicht anzustrengen. Viele Dinge kann man über gute Organisation schon schaffen. Ich habe zB ein Handy mit einer tollen Kalenderfunktion, da schreibe ich alle Termine einschließlich Geburtstage und solche Sachen wie "Freundin xy hat heute wichtige Prüfung, SMS mit viel Glück schreiben" und am nächsten Tag "Freundin xy hatte Prüfung, fragen wies war" rein. Dazu dann eine Erinnerungsfunktion, die morgens um 7 startet. Bis ich dann um 8 an der Uni bin und die Leute sehe, hat mir die Funktion also ca 10 mal um die Ohren geknallt, dass jemand Geburtstag hat (oder was auch immer) und die Chance ist relativ groß, dass ich es tatsächlich schaffe, zu gratulieren. Ja, das ist sehr aufwändig, aber bestimmte Dinge kann man schon schaffen, auch als ADSler!

    Liebe Grüße
    Cam

    Ich weiß nicht, wie offen deine Frau ist, aber mir hat Frau Neuhaus Buch "Das hyperaktive Kind und seine Probleme" sehr geholfen. Ist zwar eigentlich über Kinder, erklärt aber vieles fand ich gut. Es gibt auf jeden Fall einige Dinge, die mich bei meinem Mann früher enorm gestört haben und die ich jetzt viel besser wegstecke. Einfach weil ich weiß, woher es kommt.

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