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Diskutiere im Thema ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #81
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Hallo zusammen,

    nun melde ich mich mal wieder, ist ziemlich viel passiert seit meinem ersten Beitrag "Wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?" Ich hoffe, ich kann einigermaßen verständlich schreiben, was seither passiert ist:

    Mit der Trennung von seiner Freundin kam er überhaupt nicht zurecht und äußerte Selbstmordgedanken. Er hatte über Facebook gelesen, daß sie sich wohl mit einem anderen trifft, diese Vorstellung war so schlimm für ihn, daß er endlich einwilligte, nochmal in die Notarztpraxis zu gehen. Es wurde dann beschlossen, daß er in die Klinik eingewiesen wird, geschlossene Abteilung. Er selbst war damit einverstanden.

    Als erstes haben die dort das Medikament "Medinet adult" abgesetzt und zu ihm gesagt, sie würden dieses Medikament nie verschreiben, man könnte abhängig werden und daß wäre nicht gut und wäre wie Drogen ?????????. Sie haben ihm dann Antidepressiva gegeben.

    Er blieb 3 Tage dort und wurde dann wieder entlassen. Er war kaum 1 Stunde daheim, fing er wieder damit an, daß er mit der Trennung nicht klarkommt und nur mit ihr mal reden will.
    Er hat sie dann angeschrieben, daß er wieder aus dem Krankenhaus daheim ist. Ihre Tante (die auch seine Tante ist) hat ihm dann geschrieben, daß sie nie wieder etwas mit ihm zu tun haben will. Daß hat ihm erneut den Boden unter den Füßen genommen.

    Durch Vermittlung eines Verwandten von uns kam dann doch ein Telefongespräch zustande, zwar nicht zwischen den beiden aber sie hat mit dem Verwandten geredet bzw. nur geheult, daß sie nicht mehr will. Er saß bei diesem Gespräch daneben. Und von diesem Moment an hatte er es verstanden. Er hat sie gelöscht von Facebook und nicht mehr über sie geredet. Er hatte am nächsten Tag den Urlaub mit seinen Freunden gebucht. Das alles passierte noch Ende März/Anfang April.

    Er hat dann seine Lehre mit 2,8 abgeschlossen und im September nochmal eine Ausbildung im kauffmännischen Bereich angefangen. Er hat alle Tabletten abgesetzt und nimmt keine mehr. Leider hat er aber auch keine Verhaltenstherapie angefangen.

    Er hat wieder angefangen Fußball zu spielen und ist am Wochenende viel mit Freunden unterwegs. Leider, leider wird da für meinen Geschmack viel zu viel Alkohol getrunken.

    Sein Zimmer sieht meistens furchtbar aus, manchmal räumt er ein bißchen auf. Seit Wochen sagt er zu mir, ich soll sein Bett überziehen - und seit Wochen sag ich zu ihm, zieh das Bettzeug ab, brings in die Waschküche und ich helfe dir, das Bett frisch zu überziehen. Und daß zieh ich durch, auch wenn sein Vater sagt, mach ihm doch das Bett. Ich will nicht mehr für einen 20 jährigen die Bedienung sein.

    Was manchmal immer noch furchtbar ist, und womit ich nicht klarkomme, sind seine Ausraster. Wenn er es Morgens eilig hat, weil man immer auf die letzte Minute aufsteht und nichts hergerichtet hat. Dann sucht er was, findets nicht und tobt am frühen Morgen wie ein Wilder. Wenn er es dann gefunden hat, ist er innerhalb von Sekunden wieder normal.

    Ich finde es manchmal furchtbar anstrengend, weil ich immer noch oft für ihn mitdenke! Dann frag ich, hast du das gemacht, hast du das erledigt, hast du deine Sachen u.s.w. Und wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, setzt er alles daran, daß er es sofort und gleich erreicht.

    Ich weiß nicht, was ich von dem Absetzten von Medinet adult halten soll. Er hat es ja nur ca. 2 Wochen genommen, ich hatte aber das Gefühl, daß er ruhiger ist. So eine Verhaltenstherapie würde ich gut finden, aber er will nicht. Es geht ihm jetzt gut und er braucht das nicht - meint er -. Aber was ist, wenn er wieder in eine Extreme Sitiuation kommt?

    So, daß wärs erst mal von mir.

    Danke für alle Beiträge.

    Gruß von Osterhase

  2. #82
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Also, eins kann man auf jeden Fall sagen: Die psychatrische Abteilung hat KEINE Ahnung von ADS. Ich nehme an du meinst Medikinet adult, was er genommen hat, oder? Das ist bei ADS im Regelfall das Medikament der ersten Wahl und wenn eine Klinik sagt, sie würden das nie verschreiben und dann auch noch von Drogen fastelt, gehören die gevierteilt. Und von wegen Abhängigkeit: Die Wahrscheinlichkeit ist minimal. Du würdest ja auch nicht auf Aspirin verzichten, weil es ein paar wenige Menschen gibt, die abhängig von Schmerzmitteln sind.

    Davon abgesehen kann evtl das Antidepressiva durchaus eine gute Idee sein. Ich habe selber mal Depressionen erlebt und man kann sich das nicht vorstellen, wie wenig man da ohne Antidepressiva wieder raus kommt.

    Ich denke, von dem was du so beschreibst, dass dein Sohn sich auf Dauer ohne Medikamente irgendeiner Art schwer tun wird. Und sollte es tatsächlich so sein, dass er mit Medikinet nicht klar kommt - so Menschen gibt es - gibt es noch jede Menge anderer gute Medikamente. Natürlich kannst du da nichts tun, das ist die Aufgabe deines Sohnes. Aber ein guter, erfahrener ADS-Arzt wäre sicher eine gute Hilfe. Solltet ihr in Ba-Wü wohnen, wäre Thomas W. aus Ludwigsburg sicher richtig, der gibt einem als Patienten ein unglaublich gutes Gefühl, angenommen und verstanden zu werden.

  3. #83
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 65

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Hallo Osterhase,
    Danke zurück - für die gute Überschrift !

    Schade, dass die Klinik deinem Sohn diesen Floh ins Ohr gesetzt hat.

    Wie die Medikamente wirken kann ja eigentlich nur einer beurteilen, der sie selbst nimmt. Ich meine hier schon einiges gelesen zu haben, wo sich die Medikamente als sehr hilfreich darstellen.

    Von meinem Sohn weiß ich, dass er Medikinet, dass er als Kind bekam, total ablehnt. Es hätte ihn "irre" gemacht im Kopf. - Er nimmt jetzt Elontril, das nimmt er freiwillig, eigenständig und regelmäßig. Er sagt, es tut ihm gut.

    Ich weiß von einer Bekannten, die manisch-depressiv ist, dass sie manchmal dachte sie käme ohne Medikamente aus - und dann fand sie sich plötzlich im Nachthemd auf der Strasse wieder.

    Nach meinem Verständnis kann ein Diabetiker auch nicht wirklich auf sein Insulin verzichten. Ist der dann eigentlich süchtig? ....

    Unverständnis auf der ganzen Ebene.

    Alles Gute
    Bride

  4. #84
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Hallo Bride,

    was Du schreibst, kenne ich gut. Ich meine dieses Gefühl von Gratwanderung, wann ist man zu sehr besorgt, wann muss man loslassen, wieviel "auf-die-Schnauze-fallen-lassen" ist noch OK?

    Aus allem, was ich hier bisher gelesen habe, erkenne ich vor allen Dingen, dass es AD(H)S in unglaublich vielen Variationen und Ausprägungen gibt. Und es gibt wenige Ärzte und Psychologen, die wirklich helfen können, Bescheid wissen und die einem das Gefühl vermitteln können, dass man bei ihnen gut aufgehoben ist. Man muss sich damit sehr individuell, mit viel Bauchgefühl, gepaart mit Hintergrundwissen, auseinandersetzen.

    Aber in erster Linie liegt es bei dem AD(H)S-ler selbst, seine Probleme in die Hand zu nehmen. Das kann dem erwachsenen Kind niemand abnehmen und schon gar nicht die Mutter. Meine Strategie ist mittlerweile die, so aus der "nahen Entfernung" zu begleiten, Ratschläge zu geben, wenn sie gewollt sind. Machen lassen und - wenn's schief gegangen ist, Nachbesprechung. Das hat schon öfter mal geholfen, Dinge zu rekapitulieren. Ganz kleine Schritte gehen. Sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

    Mein größtes "Problem" ist, dass mein Sohn akzeptieren muss: "ja, ich habe ADS und ich muss mich unbedingt strukturieren, muss Methoden lernen, wie ich mich organisieren kann, Hilfe suchen..". Er denkt meistens, er schafft das alles alleine.

    Gruß, Kenobi

  5. #85
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Urgs, jetzt sehe ich gerade, dass der Thread ja vieeeeeel länger ist und ich auf Bride's letzten Beitrag von Seite 1 geantwortet habe. Meine Antwort muss ja gerade völlig unzusammenhängend klingen, sorry!

  6. #86
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Hallo Kenobi,

    wo, wenn nicht hier, ist "unzusammenhängend" schon fast ein Qualitätsprädikat

    sei versichert: dein Beitrag funktioniert prima!

    Liebe Grüße, habit

  7. #87
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Ja, auf den Punkt!

  8. #88
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Liebe Mitfühlenden

    vielen Dank für Euer Verständnis . Da kann man mal sehen.........

    Liebe Grüße

    Kenobi

  9. #89
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    So.. jetzt muss ich mir auch mal wieder den Frust von der Seele schreiben. Mein Sohn (25) wollte unbedingt sofort mit seiner neuen Freundin zusammen ziehen. Sie weiß über seine Probleme Bescheid. Nun ist es aber so gekommen, dass sie von ihm "verlangt" sich anders zu verhalten. Nur positiv denken, nicht egoistisch sein... das bekommt er aber auf die Schnelle nicht hin. Dann geht es ihr schlecht, sie geht zu ihren Eltern. Die kommen und sagen zu meinem Sohn: Der Tochter geht es wegen ihm schlecht. ....und da war er wieder, der Teufelskreis...
    Er fühlt sich eh schon immer wegen allem schuldig, will nicht dass es der Freundin schlecht geht, fühlt sich dabei wieder selber schlecht.....
    Das Ende vom Lied - Samstag eingezogen und jetzt holt er seine Sachen wieder ab. Die Eltern der Freundin werfen ihm jetzt vor, dass er es ja nicht mal probieren will.
    Er will schon, will auch anders werden, aber er bekommt das noch noch nicht so schnell hin.

    Vom Medikinet adult bekommt er im Moment so große Stimmungsschwankungen, dass er die Dosis nach Absprache schon reduziert hat. Aber es ist trotzdem schlimm. Und damit kann hat die Freundin wohl doch nicht so umgehen wie gedacht. Und wenn er dann noch seine persönliche "schwarze Wolke" pflegt, ist es ganz aus. Zusätzlich nimmt er zwar noch Venlafaxin (kleine Dosis), aber die reicht scheinbar nicht so lange.

    Eigentlich dachte ich, dass ist jetzt seine Chance, zu lernen, wie man auf eigenen Beinen steht. :-(

  10. #90
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: ADHS, wie helfe ich meinem erwachsenen Sohn?

    Das Interesse war ja da. Ein toller Versuch mit ungünstigen Bedingungen.

    Es wird noch andere Wege geben, "fliegen" will gelernt sein.

    Jetzt nur weiter nach vorn schauen.

    Die Beziehung zur Freundin ist auch wichtig. Die zu ihren Eltern wohl noch nicht so belastbar.

    Helf ihm das zu "verdauen" und zeig ihm, das du trotzdem an ihn glaubst.

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