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Diskutiere im Thema Ehe vor dem aus im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 5

    Ehe vor dem aus

    Hallo ihr Lieben,

    ich weiß gar nicht wo und wie ich anfangen soll... ich lese hier schon seit gut einer Woche ganz viel mit und ehrlich gesagt waren es Informationen im Netz und vor allem Beiträge in diesem Unterforum, die mich davon abgehalten haben meine Koffer zu packen und einfach zu gehen.

    Jetzt fange ich irgendwie von hinten an, egal.

    Unsere Lage ist die, dass wir seit gut 4 Jahren zusammen sind und eine fast 3-jährige Tochter haben. Wegen meines Jobs sind wir nach Berlin gezogen, ich war ein gutes Jahr lang die alleinige Verdienerin. Mein Mann hat vorher in unserer alten Stadt an der Kasse einer Tanke gearbeitet.

    Nachdem wir hier angekommen waren und ich mich eingearbeitet hatte und unsere Maus in einer KiTa untergebracht war (um den KiTa Platz musste trotz anderer Absprache ich mich kümmern) ging der "Tanz" los, ob sich mein Mann nicht auch etwas zu tun suchen möchte. Ein Studium? Ein Job? Eine Fortbildung? Er hat nicht studiert und wollte und will in seinem gelernten Beruf nicht arbeiten. Er wusste nicht so recht und all meine Vorschläge waren ihm irgendwie nicht recht. Naja ich dachte, gib ihm Zeit.

    Von ADS oder ADHS wusste ich bis vor ganz kurzem überhaupt nichts, auch nicht, dass er es evtl hat oder haben könnte.

    Das zog sich dann ein Jahr hin, ich wurde immer genervter und das Geld immer knapper. Aus meiner Sicht tat er schlicht überhaupt nichts als vor dem PC zu hocken und zu zocken und den Haushalt mehr schlecht als recht zu führen. Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam durfte ich mich über nicht erledigte Dinge ärgern, selbst noch mit anfassen.... Die Hauptverantwortung für die kleine lag immer bei mir sowie für Verhandlungen mit dem Vermieter, Reparatur von Dingen usw.

    Das ganze schlug sich immer mehr auf unsere Beziehung nieder. Wir sprachen immer weniger, stritten immer mehr und es wurde lauter und aggressiver. Schon sehr früh in der Beziehung waren mir seine Wutausbrüche aufgefallen. Gekennzeichnet durch sehr vulgäre Ausfälle, sehr laute und aggressive Auftritte, Gesprächsverweigerung, weglaufen. Er hat dann gerne Dinge gesagt, die man eigentlich niemanden sagen sollte. Sehr verletzende und gemeine Sachen. Der Partner weiß ja immer, wo man den anderen am besten trifft.

    Das ganze spitzte sich immer weiter zu. Einmal hat er sogar einen Bierkrug so lange auf seinen Kopf geschlagen bis er geblutet hat. Im Zorn. Ich begann in ständiger Angst vor seinen "Ausbrüchen" zu leben die für mich meist unvorhersehbar waren und aus meiner Sicht unbegründet. Normale Gespräche waren kaum möglich da er alles als persönlichen Angriff wertete und aggressiv wurde und dann meist mit der Aussage "Mit Dir muss ich nicht reden" den Raum verliess. Ich war verzweifelt, hilflos, wütend.

    Geblieben bin ich wegen dem Kind, obwohl ich gleichzeitig immer Angst hatte wieviel sie von diesen Aggressionen mitbekommt. Ich wollte sie schützen aber ihr doch den Vater nicht nehmen. Widersprüchlich, ich weiß.

    Über die Feiertage hatte ich mich dann entschlossen ihn zu verlassen. Ich konnte nicht mehr. Seite Reaktion darauf war wieder aggressiv.Ich bin einige Tage zu einer Freundin mit dem Kind. Kurz zuvor hatte ich erfahren, dass seine Tochter aus einer früheren Beziehung die Diagnose ADS bekommen hatte. Ich hatte darüber nicht wirklich nachgedacht bzw wusste darüber nichts.

    Bei meiner Freundin habe ich dann angefangen über Erwachsenen AD(H)S zu lesen und bei einigen Beiträge hier im Forum sind mir die Tränen gekommen. Ich habe ihn bzw unsere Ehe wieder erkannt. Die Mutter seiner ersten Tochter (seine Cousine) hat diese Diagnose ebenfalls bekommen... Ich bin natürlich keine Psychologin, aber ich war mir ziemlich sicher, dass das möglich wäre.

    Ich habe überlegt was zu tun wäre. Dann habe ich mich entschieden ihn vor die Wahl zu stellen. Wenn er es rundrum ablehnen sollte sich beraten und untersuchen zu lassen würde ich gehen. Sofort. Wenn er bereit ist das abklären zu lassen und ggf eine Behandlung zu starten wäre ich bereit mich damit auseinander zu setzen was das alles für mich und unser Kind bedeuten würde. Wenn ich das richtig verstehe müssen die Partner ja auch ordentlich was leisten und mitarbeiten.

    Ich hatte allerdings Angst vor dem Gespräch mit ihm, ich fürchtete wieder seine Wutausbrüche. Seine Cousine hat sich bereit erklärt dabei zu sein und im gemeinsamen Gespräch ist es dann doch gelungen ihn dazu zu bewegen darüber nachzudenken und es nicht rundherum abzulehnen. Er hat sich bereit erklärt sich beraten und untersuchen zu lassen. Seit dem Gespräch ist alles viel entspannter, ich glaube, er ist auch erleichtert eventuell eine "Erklärung" für sein "anders-sein" gefunden zu haben.

    Mehr will ich an dieser Stelle erstmal nicht sagen, das war ja schon eine ganze Menge. Ich lese hier weiter mit und hoffe, dass es bald weiter geht. Noch ist mir nicht ganz klar wo und wie man ansetzen muss um eine Diagnose zu bekommen, aber das steht hier ja sicher auch irgendwo.

    Zwei Bücher habe ich auch schon bestellt und bin gespannt.

    Danke an alle hier die mir durch ihre Beiträge, wenn auch unwissentlich, Mut gemacht haben!

  2. #2
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 902

    AW: Ehe vor dem aus

    welche Bücher hast denn bestellt ?

    Für die Diagnose braucht man einen Psychiater mit ADHS-Kenntnissen ..die Suche ist oft nicht einfach und es dauert meist ca a halbes Jahr bis zum ersten Termin.Also am besten schnell auf die Suche machen.

    Hat sich durch Dein vorübergehendes Ausziehen denn was geändert ?? ....und es hörte sich an als wolltest Du Dich dafür entschuldigen ..das mußt Du wirklich nicht ..manche "wachen" dadurch auf ,weil sie müssen jetzt um die Beziehung kämpfen und bekommen plötzlich ungeahnte Kräfte ...natürlich gibts auch welche die einfach nur in ein tiefes Loch fallen
    Jedenfalls finde ich es nie schlecht ...denn man zeigt :so gehts nicht weiter .....und manche brauchen es um die Gefühle zum Partner wieder zu finden ..bzw das man sieht was man am Partner hat.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 1

    Unglücklich AW: Ehe vor dem aus

    Bis zu meiner Trennung gab es nur ein Thema mit meinem Mann – unterschiedliche Erziehungsvorstellungen. Erst nach der Trennung waren wir in der Lage, hier sachlich diskutieren zu können, es erfolgte nie eine Auseinandersetzung vor dem Kind, wir lassen uns auch nicht vom Kind ( meistens..Papa lässt sich doch ab und zu mal um den Finger wickeln..) gegeneinander ausspielen. Was den Umgang betrifft, wäre ich auch für den Umgang am jeden Wochenende gewesen, aber die jetzige Regelung, die den Alltag mit einbezieht, ist für das Kind das beste d.H. jedes 2. Wochenende – aber dafür jeden Mittwoch Abend bis Donnerstag Schulbeginn. Jedoch haben wir bereits im Laufe der Trennung und auch danach eine starke Zunahme der Konzentrationsstörung und Aufmerksamkeits Defizite vernehmen können....

    Ich hoffe bei euch war es nicht so schlimm

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