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Diskutiere im Thema Alkohol... im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Alkohol...

    ich wollt auch nicht erklären das 3 bier täglich völlig in ordnung sind.
    mir ging es nur darum wie man jemand der 3 bier täglich trinkt anspricht.
    wenn du dem mit alkoholabhängig kommst läßt der verständlicherweise erst mal die jalousien runter.
    damit ist dann auch nix ereicht.
    bevor man diese wort verwendet sollte man erstmal erklähren was man selber darunter versteht, damit es nicht als beleidigung empfunden wird.

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 1.323

    AW: Alkohol...

    Hallo Paul,

    irgendwie glaub ich ist dieser Thread in die Irre gelaufen. Sorry. Abhängig ist wohl jeder, der ein ernstes Problem damit hat, auf Alkohol zu verzichten. Wenn Du Dich mit der Suchtfibel (im Fachhandel erhältlich) oder mit Büchern wie "besser schlau als blau" auch im Fachhandel erhältlich, auseinandergesetzt hast, wird Dir wohl so manches klar werden.

    Es besteht immer noch ein Unterschied zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit. Alkoholmissbrauch gibt es vielerorts, der Unterschied zur Abhängigkeit ist gering, und die Schwelle dazu niedrig.

    Alkoholmissbrauch besteht nach meiner Meinung (und das ist MEINE Meinung) sehrwohl, wenn am Tag drei Bier konsumiert werden. Dh. jedwede Form des regelmäßigen Alkoholkonsums sind eigentlich Alkoholmissbrauch. Dh. aber immer noch nicht, dass derjenige ABHÄNGIG ist.

    Abhängigkeit ist an bestimmte Kriterien gebunden, wie z.B. Kontrollverlust, Toleranzentwicklung (immer mehr, um den Effekt zu erzielen), Konsum wider besseren Wissens (man weiss, dass enorme Probleme anstehen und trinkt trotzdem) uvm. Es gibt anerkannt 8 Kriterien, die auf Sucht begründete Rückschlüsse zulassen.

    Nicht jeder Missbräuchler ist abhängig, aber jeder Abhängige ist Missbräuchler. Die wichtigste Frage im Vordergrund ist, ... kann ich den nächsten Monat ohne jeden Tropfen Alkohol auskommen???...

    Zu beurteilen ob man abhängig ist, ist jeder auf sich selbst gestellt, Suchtberatungsstellen helfen dabei, sich zu sortieren und zu finden.

    Jede weitere pauschale Rumrederei ist sinnlos, da diese Fragen nur individuell und u.U.mit Hinzuhiehen von Experten, beantwortet werden können.

    Da ich selbst bekennder Alkoholiker bin und mehrere Therapien hinter mir hab, provozieren mich solche Fragen immer ein wenig. Es besteht soviel Unkenntnis unter den Menschen und sowenig Bereitschaft, sich bei kompetenten Personen Rat zu holen, das macht mich echt traurig. So geistern weiter die Mythen und Geschichten von "weiss Gott wem" durch die Köpfe, leider aber keine wirklichen Fachkenntnisse.

    LG
    Enolem

  3. #13
    Sunshine

    Gast

    AW: Alkohol...

    @Enolem: Ich denke so in die Irre gelaufen ist der Thread gar nicht, denn die Anfangsfrage von maus32 war ja, ob ihr Mann alkoholabhängig sein könnte und es normal ist, wenn man sich morgens um 6.00 Uhr schon ein Bier aufmachen "muss"

    Ich finde die Diskussion sehr interessant, weil es Unterschiede in den Ansichten gibt, und die laut auszusprechen und darüber zu diskutieren, halte ich für enorm wichtig.

    Was ich auch noch sagen wollte ist, dass ich deinem Beitrag überhaupt nichts mehr hinzu zufügen habe, im Gegenteil, Du hast das so super erklärt, das hätte ich nicht so hin bekommen Danke auch für deine Offenheit, nur wie Du schon richtig festgestellt hast, ist so was auch nach wie vor ein Tabuthema. Sich fachlichen Rat zu holen machen die meisten erst dann, wenn es zu spät ist.

    Das dich hier einiges provoziert, kann ich verstehen, aber jemand der diese Erfahrungen nicht hat, kann das nicht wissen, was es eigentlich ist und vor allen Dingen wie es sich anfühlt. Alles was man darüber weiß, ist wie es sich anfühlt wenn man betrunken ist und den Kater danach. Ich will jetzt um Gottes Willen nciht sagen, das jeder erst mal Alkoholiker sein soll, um zu verstehen, sondern ich möchte gern Verständnis auf beiden Seiten.

    Für den einen ist es aus der subjektiven Beurteilung heraus schon eine Abhängigkeit, wenn jemand jeden Tag drei Bier trinkt und für den anderen eben Alkoholmissbrauch, wichtig ist doch, das darüber geredet wird. Also nicht traurig sein, es sind immer Menschen, die lediglich ihre Meinung und ihre Sichtweise darlegen und ich bin sicher, das auch Paul deinen Beitrag gelesen hat und darüber nachgedacht hat, was Du geschrieben hast.


    Liebe Grüße
    Sunshine

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Alkohol...

    hallo enolem,

    ich kann deine aussage nur voll untestützen.
    auch ich habe mich bereits intensiev mit diesem thema auseinandergesetzt.
    inhaltlich hast du in allem punkten recht.

    mir ging es nur um die art und weise wie man einen eventuel betroffenen auf dieses thema anspricht.
    damit wollte ich maus32 einen tip geben.

    anscheinend hab ich wieder zu hart formuliert und alles höhrt sich wie eine rechtfertigung an.
    früher wäre ich jetzt einfach beleidigt abgezogen.
    seit meiner diagnose setze ich mich aber mit meinen problemen auseinander und arbeite an meinen kommunikationsdefiziten.

  5. #15
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 1.323

    AW: Alkohol...

    @all:

    Ich wollte jetzt auch wirklich niemandem auf den Schlips treten. Ehrlich!!!

    Ich bin halt auch nur ein gebranntes Kind.

    Fakt ist allerdings, dass ich, auch wegen meiner Offenheit, oft mit Dingen konfrontiert werde, die mir das Blut gefrieren lassen.

    Nach wie vor stehe ich jedem, der meine Hilfe oder meinen Rat will sofort zur Verfügung. Eben weil Alkoholismus ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist, und das wo wesentlich mehr, als statistisch erhoben, betroffen sind.

    Es ist ein gesellschaftliches Problem, und die Grenzen sind sehr verschwommen. Und das macht es eigentlich erst so komplex. Wann bin ich süchtig? Wann betreibe ich Missbrauch? Wie weit ist es noch zur Sucht? Und viele Fragen mehr!!!

    Meine Erfahrung ist leider die, dass die meisten sich erst Hilfe holen, wenn es schon nach zwölf ist oder mindestens die Hütte brennt. Alkoholismus ist ein Tabuthema, und das macht es sowohl Süchtigen, aber um so mehr den Menschen die helfen wollen, verdammt schwer.

    Ich führe mit allen Menschen in meiner Umgebung offene Gespräche. Ich habe in meinen Therapien sehr viel an Wissen mir angeeignet und ich gebe mir Mühe, dies weiter zu geben. Die Resonanz ist sehr erstaunlich, es gehen Menschen, die sich Gedanken machen über ihren Konsum auf mich zu, andere blocken konsequent ab. Es steht mir nicht zu, mir ein Urteil zu bilden, ich gebe nur mein Wissen weiter.

    Ich habe auch gelernt, dass man nur Menschen helfen kann, die Hilfe auch wollen. Leider habe ich auch seeeeeehr viele Menschen kennen gelernt, die Therapie für unnötig und nutzlos halten. Dafür verschwende ich nicht meine Energie.

    Jeder hat seine Chanchen verdient und ich habe viel gelernt, den Menschen mit Wissen und Hilfe zur Verfügung zu stehen. Ich werde niemendem die Tür zuschlagen.

    LG
    Enolem

  6. #16
    Sunshine

    Gast

    AW: Alkohol...

    Hallo liebe Enolem,

    Du hast keinem auf den Schlips getreten, sondern nur deine Meinung gesagt und Anhaltspunkte geliefert, über die man nachdenken sollte. Und was Du geschrieben hast, war astrein!!! Nur wie Du bemerkt hast, gerät man bei solchen Diskussionen mal ganz schnell in eine Art Verteidigung- und Rechtfertigung-Postition. Deswegen ist es immer gut, das beide Seiten sich austauschen, ich jedenfalls habe heute viel von Dir gelernt und finde es toll, dass Du dein Wissen und deine Erfahrung weiter gibst!

    ganz liebe Grüße
    Sunshine


    P.S: ich liebe diese beiden Postings hier von dir

  7. #17
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 1.323

    AW: Alkohol...

    Liebe Sunshine,

    ich weiss doch wie schwer es ist, sich zu so einem Problem zu outen. Menno! Ich habe einen sehr langen Prozess hinter mir, so dass ich auch die Anfänge dazu noch genau weiss.

    Es beginnt mit negieren (ich doch nicht, nö, ich trink ja nur manchmal wenn ich halt Probleme hab). Es geht weiter in ( ich krieg die Probleme schon noch in den Griff, ich muss nur ...... trinken, dann gehts mir gut, ich schaff doch meinen Alltag noch)

    Es geht meist weiter in ein "ja, nur zum einschlafen" oder "nur zum gelösten Sex" oder ähnliche vorgehaltene Probleme.

    Die Rechtfertigungen mehren sich. Das vor sich selbst verdrängen auch. Plötzlich braucht man das Glas Rotwein zum Einschlafen (ich schreib hier aus eher weiblicher Sicht, kann ich aber aus männlicher auch) man schläft besser, die Sorgen verschieben sich, ja schön......

    Und das ist der Anfang vom Ende.

    Auf Männerseite (sorry, da greif ich auf Gelerntes zurück) ist das oft, "ich geh zu meinen Kumpelns" etc.

    Das Trinkverhalten von Männern und Frauen unterscheidet sich meist grundlegend.

    Männer sind meist Gruppentrinker wohingegen Frauen meist Einzeltrinker sind. Ich wähle die Formulierung "meist" weil es eben keine Grundformel gibt.


    Es gibt nicht genug zu lernen in diesem Gebiet und auch die Forschung hat noch lange keine Algemeinformel zur Sucht. Aber es gibt erstaunliche Versuche auf dem Gebiet, die schon in den 60iger Jahren an Ratten durchgeführt wurden. ZB wo entsteht Sucht im Gehirn? Auf viele Fragen hat die Forschung auch noch keine sichere Antwort darauf, zb. warum werden manche süchtig, andere aber nicht. Es ist eines der spannendsten Gebiete der Hirnforschung in dieser Zeit und es laufen viele Projekte. Ich bleibe am Ball und wenn ich was weiss bin ich gerne bereit, die wiederzugeben.

    LG
    Enolem

  8. #18
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 1.323

    AW: Alkohol...

    Öh, falls ich mich jetzt mal wieder zu sachlich ausgedrückt haben sollte, natürlich weiss ich wie schwer es ist sich überhaupt mal der Diskussion zu stellen, bin ich betroffen oder nicht? Nur jeder der sich diese Frage überhaupt stellt, sollte sich eingehend mit der Literatur befassen. Nur weil es lebensbestimmend sein kann.

    LG
    Enolem

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Alkohol...

    Also Leute, das ist ja richtig interessant was diese eine Frage von maus32
    und mein persönlicher Komentar zu der Aussage 3 Bier nach der Schichtarbeit zum runterkommen ausgelöst haben, lest euch noch einmal meine Beiträge durch
    Denn ich reagiere bei diesem Thema genau wie Enolem empfindlich, ich bin selbst betroffen, mache gerade meine erste Langzeittherapie nach meinem ersten Alkoholentzug.
    Und wenn mir einer erzählt, nee nee, ich doch nicht, ich brauch den Stoff nur weil ich nicht schlafen kann, weil ich dieses nicht und jenes nicht, blablabla,
    Ich kann jederzeit aufhören....
    Aber die Frage war doch, " Ob es normal ist das sich maus32 ihr Mann morgens um 6h weil das Kind geschrien hat ein Bier getrunken hat!!!!"
    Und das ist es nicht, definitiv nicht.
    Ich empfehle mal das Buch " Alk" wenn jemand wirklich wissen will ob er es schon ist, oder gar nicht mehr weit davon entfernt

    Bin mal gespannt was jetzt von euch kommt
    Im uebrigen, ich bin ganz alleine drauf gekommen das ich voll in der Alkoholsucht drin stecke, Unterstuetzung habe ich mir selbst geholt.
    Heikles Thema, aber hier höre ich mal was ausserhalb meiner SH-gruppen, vielleicht gesellen sich noch welche mit dazu
    Lasst uns drueber reden....
    LG Katrin

  10. #20
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 1.323

    AW: Alkohol...

    Hallo,

    gleich mal vorweg, für alle die süchtig sind oder Interesse haben darüber zu lesen, empfiehlt sich hier im Forum der Suchtbereich. Dort ist es vielleicht für den einen oder anderen leichter über seine Probleme zu schreiben, sich zu öffnen. Es ist mir klar, dass es viele Menschen gibt, die sich darüber hier in einem offenen Bereich nicht outen können oder wollen.

    @Paul. Habe ich das so richtig verstanden, dass Du einen Weg suchst, mit evtl. Betroffenen ein Gespräch zu eröffnen? Das finde ich eine sehr gute Frage, da das wirklich nicht einfach ist. Letztlich muss man wirklich ein wenig auf das eigene Gefühl achten, ob ein Suchtgespräch möglich und sinnvoll ist. Ich denke, ich tu mich da etwas leichter, da ich selbst Suchtkrank bin, was sehr viele Leute wissen, und auch sehr offen mit meiner Krankheit umgehe. Ich spreche die Menschen direkt an, wenn mir was auffällt. Jetzt aber nicht im Oberlehrerton (ich finde Du säufst zu viel, das musst du ändern.........) sondern vorsichtig durch viele Fragen. Damit beschuldige ich niemanden und die Leute können selbst entscheiden was und wieviel sie erzählen wollen. Ich baue viel aus meinen Erfahrungen ein und versuche so, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Wenn jemand abblockt und nicht sprechen will ist das auch kein Problem, viele Menschen fangen das Nachdenken an, wenn sie hören, dass ihr Konsum auffällig ist. Auf keinen Fall sollte man die Grenzen, die das Gegenüber zieht, überschreiten. Es ist ja schon einiges erreicht, wenn die Leute nachdenken. In diesem Zusammenhang habe ich ein Motto: ich kann die Welt nicht retten, ich habe genug mit mir zu tun. Katrin hat das schon sehr schön geschrieben, der Weg aus der Sucht wieder heraus ist knallhart und kompromisslos, da oft Kleinigkeiten schon einen Rückfall auslösen können.

    @Katrin: nochmal zu der 6-Uhr-morgens-Bier-Frage. Es ist auch aus meiner Sicht nicht normal. Aber wesentlich wichtiger als die Frage 6-Uhr-Bier ist es doch wie sieht es sonst aus? Wird Alkohol gezielt zur Problembewältigung eingesetzt? Denn es ist aus meiner Sicht unerheblich, um wieviel Uhr der Alkohol konsumiert wird. Der Zweck, warum wann Alkohol eingesetzt wird ist entscheidender. Und in dem Moment, wo ich Alkohol wie ein Medikament einsetze, zur Selbsttherapie, habe ich einen gefährlichen Weg eingeschlagen.

    Ich habe mir auch von mir aus Hilfe geholt und das schon sehr bald. Meine Alkoholkarriere ist vergleichsweise kurz, heisst ich hab ziemlich schnell ziemlich viel getrunken, sodass ich durch die Phase des Alkoholmissbrauchs schnell durch war. Es war mir schon sehr bald klar, dass ich ein ernstes Problem habe und habe mich an die Suchtambulanz der Caritas gewendet. Dort werde ich seit etwa fünf Jahren betreut. Meine Therapeutin hat mir einen Platz in einer Entwöhnungstherapie besorgt, danach habe ich 2 1/2 Jahre eine ambulante Therapie gemacht. Letztes Jahr war ich in einer Auffangtherapie und seitdem mache ich in dieser Richtung nichts mehr. Allerdings weiss ich, dass ich jeder Zeit zu meiner Therapeutin gehen kann, wenn die Lage wieder schlimmer wird.

    LG
    Enolem

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