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Diskutiere im Thema Mein Sorgenkind im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Mein Sorgenkind

    Hm....ich weiß nicht, ob ich das immer so könnte, aber im Fall meines Sohnes kann ich dann trotzdem immer wieder nach vorn schauen.
    Klar denke ich: Was hätten wir ihm alles ersparen können, wenn wir eher was gemerkt hätten - nein, nicht gemerkt hätten, ich hatte schon so lange das Gefühl, dass was nicht stimmt und hab's immer verdrängt oder nicht ernst genommen. Allerdings gebe ich mir aber nicht allein die Schuld, denn sämtliche Lehrer/Lehrerinnen, ein Arzt und ein Schulpsychologe haben nichts gemerkt. Einzig die Erzieherin im Kindergarten hat mich mal darauf hingewiesen. Wir sind dann auch zum Arzt, der meinte, er könne sich das nicht vorstellen und mein Sohn wäre eher hochbegabt. Wir als Eltern haben natürlich auf die Aussage vertraut und erst mal abgewartet. In der ersten oder zweiten Klasse wurde er dann auf Anregung der Lehrerin beim Schulpsychologen getestet, weil er ständig mit irgendwas spielt und aus dem Fenster schaut, aber trotzdem mitarbeiten kann. Der zweiteilige Test wieß einen großen Unterschied zwischen den beiden Teilen auf. Die Motorik war eher schlecht. Der Schulpsychologe wußte auch nicht so recht wie er das deuten sollte, sowas hatte er noch nicht gesehen. Ingesamt sprachen auch die Zeugnisse eine klare Sprache, nur habe ich das damals nicht richtig gelesen/verstanden. Jetzt, wo ich mich mit dem Thema beschäftige, passt alles wie ein Puzzle zusammen und mir geht es jetzt eigentlich besser als früher, weil ich jetzt irgendwie einen Sinn dahinter sehe (hört sich das jetzt blöd an?). Und jetzt wird ein Schritt nach dem anderen gemacht.

    Eigentlich sind wir als Eltern immer auf die Aussage von dritten angewiesen (Ärtze, Lehrer...) und wenn da keinem was komisch vorkommt vertraut man darauf und denkt, dass sich das Kind wohl doch normal entwickelt. Daher sage ich mir: Ich/wir sind nicht allein "schuld" daran, dass wir nicht gehandelt haben. Auch die Lehrer und vor allem der Psych hätten was merken müssen.
    Geändert von daspony (25.07.2011 um 14:08 Uhr)

  2. #32
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Mein Sorgenkind

    mammeli schreibt:
    Hallo daspony


    wie gehst denn Du mit diesen Vorwürfen an Dich selber um???

    Ich grüble dann immer Tag und Nacht , obwohl mir mein Verstand sagt, dass ich n ichts dafür kann!!!

    Hast Du da einen " Trick" dass es Einem nicht so fertig macht?

    Libe Grüsse Mammeli
    hey, macht euch nicht fertig!
    nach meiner diagnose hatte ich auch solche gedanken, wie ich was besser geschafft hätte, wenn man gewusst hätte..... was alles anders gelaufen wäre -
    doch wäre es wirklich besser gelaufen?! --- es bringt nichts, in der vergangenheit stehen zu bleiben, es bringt mir nichts.... was war, war.
    die vergangenheit ist wie sie ist.
    bin froh heute ein paar antworten bekommen zu haben.... jetzt kann ich aufbauen, mit der erkenntnis und mit besserem selbstvertrauen.

    ich lebe jetzt.... und was kommt ist die zukunft.... die vergangenheit war.

    eigentlich ist der trick der.... das man im heute und jetzt lebt und mit der erkenntnis daran arbeiten kann... (beistehen kann)

    liebe mamis - vieles ist wie es ist.... und mit dem ist kann man weiterschauen. euer kinder sind nicht anders als vor der diagnose - ihr versteht sie jetzt ev. besser -
    und das ist doch gut.
    gruss

  3. #33
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Mein Sorgenkind

    @smile

    Ja, genauso sehe ich es auch. Auf alten Dingen rumreiten bringt nichts, was passiert ist kann man nicht ändern. Trotzdem denke ich natürlich immer mal daran, warum man nicht eher was getan hat. Aber letztlich bringt bloß das Vorwärtsdenken was.
    Geändert von daspony (25.07.2011 um 14:09 Uhr)

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Mein Sorgenkind

    Hallo!

    Ich habe einen 17-jährigen Bruder, der in den letzten drei Jahren meinen Eltern (besonders meiner Mutter, da sie ein sehr ängstlicher Mensch ist) das Leben zur Hölle gemacht hat.
    Er war immer ein netter, freundlicher und unproblematischer Junge (bis auf seine extreme Hyperaktivität seit dem Kleinkindalter). Mit 14 Jahren ist er mit einem Mädchen aus seiner Klasse zusammen gekommen, ab diesem Tag hat sich alles verändert, die Probleme fingen an. Klar, Pubertät haben alle gedacht. Aber Pubertät alleine bewirkt nicht solche Totalausfälle. Im Dezember letzten Jahres hat das Mädchen mit ihm schluß gemacht. Danach ging es erst richtig los.

    Ich zähle auf:

    - Abrutsch von der Realschule (immer guter Schüler gewesen) auf die Hauptschule
    - 2 geschmissene Ausbildungen (1 als er noch mit ihr zusammen war)
    - 2 Selbstmordversuche (1 als er für eine Woche mit ihr auseinder war, sind dann aber noch mal für über ein Jahr zusammen gekommen)

    Nach dem 2. Suizidversuch diesen Februar haben meine Eltern den Schritt getan und ihn in die Kinder- und Jugendpsychiatrie gebracht. Da war er eine Woche. Für ihn ein Glücksgriff, denn diese Woche hat ihn wach gerüttelt. Als er Zuhause wieder war, ging es ihm Tag für Tag besser. Anfangs hat er noch viel von seiner Exfreundin geredet, aber das stellte sich immer mehr ein und er unternahm wieder viel mehr mit Freunden.
    Mittlerweile geht es ihm wieder richtig gut und er geht ab nächstem Monat wieder zur Schule um seinen Realschulabschluss nach zu holen.

    Fakt ist, dass meine Eltern ihn in seiner depressiven Phase total eingeengt und kontrolliert haben, aus Angst, dass er sich was antun könnte, haben aber keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Das war ein großer Fehler, denn er tat das, was sie eigentlich verhindern wollten. In der Klinik haben meine Eltern gelernt mit ihm umzugehen. Vertrauen heißt die Devise. Auch wenn man Angst hat und am liebsten jeden Schritt von seinem Kind überwachen möchte, ist es besser dem Kind vertrauen zu schenken und wirklich schwerwiegende psychische Probleme in die Hände von Ärzten zu legen. Denn man selber kann ab einem gewissen Punkt nicht mehr helfen und durch diese ständige Kontrolle und das Einmischen in alles verliert das Kind komplett das Vertrauen und wird, wenn es an dem Punkt angekommen ist, an dem mein Bruder war, sicher nicht mit den Problemen zu den Eltern gehen.

    Also, besser dem Kind vertrauen und ein tolles Verhältnis bewahren bzw. aufbauen und an einen Speziallisten wenden, wenn die Probleme alleine unüberwindbar sind.

    LG, Hilti86

  5. #35
    Gesperrt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 259

    AW: Mein Sorgenkind

    Oh ja, das stimmt was du sagst Hilti86. Ich bin damals auch von der Realschule auf die Hauptschule gewandert, und auf der Hauptschule hab ich nochmal nen Jahr wiederholt.

    Dann folgte eine Depression + Sozialphobie.

    Es hätte verhindert werden können, wenn wie du schon gesagt hast, richtig mit mir umgegangen wäre.

    Aber das wissen die Betroffenen also wir, und die Angehörigen leider selber nichtmals richtig.

    Schön das es deinem Bruder wieder besser geht.

    lg

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Mein Sorgenkind

    Hallo Daspony,
    es hört sich gar nicht komisch an, das die unterschiedlichen Ergebnisse einen Sinn ergeben macht gerade das ADHS aus. Auf Lehrer und nicht spezialisierte Arzte würde ich nicht so viel Hoffnung setzen. Viele glauben noch immer ADHS sei eine Modediagnose. Wir teilen nicht jedem Lehrer etwas mit. Trotzdem ohne dass sie es wissen höre ich mit gezielten Fragen in Gesprächen mit Lehrern wie es meinem Kind geht. Ganz toll und wichtig ist hinter dem Kind zu stehen. Dafür muss es auch mal extra Lob für Mami geben.

    LG CaLo

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Mein Sorgenkind

    Hallo!
    Hab mal was Positives zu berichten. Sandro hat auf Anhieb seine Führerscheinprüfung geschafft. Er hat nur beim Lernen Ritalin genommen.
    Seine anderen Medikamente ( Strattera, Trittico) hat er abgesetzt u. nimmt nichts mehr.
    Ok...derzeit ist er recht gut drauf, da sein Selbstbewusstsein durch die ganzen Erfolge gestärkt wurde. Auch in seiner Firma wird er nämlich
    gelobt.
    Aber... ich befürchte, dass er, wenn er mal wieder schlecht drauf ist, wieder zu kiffen anfängt.
    Ich weiss, gerade wenn man ANGST hat zieht man an, wovor man Angst hat. Also werd ich meine Angst in Liebe auflösen...
    Gleichzeitig muss ich ihn aber davon überzeugen, wieder zu seiner Ärztin zu gehen um
    weitere Therapien in Angriff zu nehmen.

    Wichtig.. ok.

    glg. karin

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Mein Sorgenkind

    Das ist doch schön!!! Ich freu mich für euch :-)

  9. #39
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Mein Sorgenkind

    Hallo ihr,

    ja das Kiffen ist auch so ne Sache, die ganz schön Probleme aufwerfen kann. Ich selbst bin der hypoaktive Typ ADSler und, man wills nicht glauben, trotzdem männlich (vielleicht spielt noch eine Dyspraxie ne Rolle, aber einerlei!!). Entscheidend ist, dass ich zwar nie zu Drogen gegriffen habe, immer gefolgt habe, immer getan habe, was man mir sagt und dauernd mit dem Strom geschwommen bin, weil es sich so gehörte. Ich gehe sehr bewusst durchs Leben, daher denke ich oft darüber nach, was mein Gegenüber - oder was ihr - über mich denken könnte(t). Aber weil ich bewusst durchs Leben gehe, ist mein Selbstbewusstsein nicht besser geworden.

    Ich bin irgendwie darauf getrimmt, anderen zu gefallen, und heute sehe ich das ebenso problematisch, wie die Erlebnisse mit euren Kindern, von denen ihr erzählt. Klar, es heißt ja, man soll den "goldenen Mittelweg" gehen, aber das ist auch für Menschen ohne ADHS sicher nicht immer so leicht.

    Ein großes Hindernis für die Kinder heutzutage stellt aus meiner Sicht möglicherweise die große Vielfalt an Möglichkeiten dar in einer Gesellschaft, die häufig nur eine mehr oder weniger enge Spur als Norm akzeptiert. Alles, was von dieser Norm abweicht, wird in Frage gestellt.

    Ich möchte euch eigentlich nur mit auf den Weg geben, dass ihr nicht so streng mit euch selbst sein solltet. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und blicke zurück auf eine Kindheit, die ganz gewiss nicht leicht war. Meine Mutter hat sich auch dauernd gefragt, warum ihr Schocker nicht so ist wie andere Kinder (ich habe zum Beispiel selten Spielzeug in die Hand genommen, wirkte man total konzentriert bei der Sache, dann wieder abwesend wie der Hans-Guck-in-die-Luft etc...).

    Wenn meine Mutter aber damals gewusst hätte, welche Potentiale ich gerade aus dieser "Hans-Guck-in-die-Luft"- Einstellung im Erwachsenenalter gezogen habe, hätte sie sich weit weniger Sorgen zu machen brauchen.
    Ich bin sehr talentiert im Schreiben von Geschichten, Bewerbungsschreiben, Improvisieren und Komponieren von Liedern auf meinem Keyboard, ich sehe nicht nur schwarz oder weiß, sondern auch Grau, und akzeptiere sogar Menschen, die Farben zu sehen scheinen, die "allgemein als nicht vorhanden" angesehen würden. Da man mir oft zu "unrecht" Fehler angedichtet hat, erkenne ich mich wieder, wenn auch ich mal jemanden "zu unrecht" auf einen Fehler hinweise. In der Regel erkenne ich spätestens nach einigem Nachdenken, dass nichts zu unrecht geschieht. Alles hat irgendwie auch einen Sinn, nur sieht man ihn eben nicht. Auch Fehler erfüllen einen Sinn, sie sind nämlich Potentiale zur Entwicklung. Ohne Fehler bleibt vielleicht alles immer gleich, mit Fehlern vermute ich, können wir uns erst weiter entwickeln.

    Das ist auch der Grund, weswegen man mit Problemen häufig zu mir kommt, weil ich selten verurteile. Ich habe damals als Kind durchaus mit Spielzeugen gespielt, aber nicht mit dem "materiellen" Spielzeug, sondern mittels meiner Phantasie. Daher konnte kein Außenstehender erkennen, was ich tat, wenn ich vor einem Spielzeug saß. Man hat mich also aus der Norm ausgeschlossen, weil man etwas nicht erkannt hat, etwas, das in mir drin steckte und nicht durch "Verhalten" sichtbar wurde. Ich halte auch nichts von Aussagen á la: "Ihr Sohn liegt etwa 5 Jahre im Rückstand zu seinen Altersgenossen." Das sind solche Aussagen, die davon ausgehen, der Mensch hat bestimmte vorgefertigte Bahnen zu gehen. Geht er sie zu langsam, ist was nicht in Ordnung. Man sagt ADSlern glaube ich ohnehin nach, dass sie meist erst mit 26 / 27 allmählich erwachsen werden. Naturvölker erklären Kinder dann zum Erwachsenen, wenn sie ein bestimmtes Ritual bestehen. Und als ich mit 18 (nein ich war 19) meinen Führerschein hatte, lebte ich noch immer zu Hause, während meine Eltern bereits mit 16 einer Arbeit nachgegangen sind und mit 26 spätestens Kinder hatten. Gesellschaftliche Normen eben...


    Noch heute versuche ich meiner Mutter klar zu machen, dass sie so wie sie es gemacht hat - so schmerzlich ich es manchmal auch empfand - genau richtig gehandelt hat. Sie hat richtig starke Fehler in der Erziehung gemacht, aber diese Fehler haben mich heute zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Auch Mütter und Väter wie ihr werdet sicher einen Fehler an euren Erziehungsmethoden sehen. Aber diese Fehler sind auch Chancen, sie stellen Potentiale dar. Und das Leben ist - als Nichtvater leicht gesagt - eben nicht lenkbar. Manche Dinge kann man einfach nicht halten. Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch vorwärts geht, niemals "rückwärts".

    Exkurs: selbst bei Menschen mit Demenz wird nicht von einer "Rückwärtsentwicklung" gesprochen, sondern von einer Entwicklung nach vorn, die allerdings Richtungen einschlagen kann, die für Angehörige schwer zu akzeptieren sind. Dennoch ist jeder Weg ein Weg nach vorn.

    Ihr müsst nicht daran glauben, aber ich glaub daran und wünsche euch allen viel Mut, trotz Tiefschläge, oder gerade aufgrund von Tiefschlägen!

    liebe Grüße

    Schocker

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: Mein Sorgenkind

    Hallo Zusammen!

    Ach, wie schön, dass ich euch gefunden habe!

    Unsere Geschichte in Kürze: Bei meinem Sohn ist die Diagnose mit 10 Jahren, kurz nach dem Übertritt ins Gymnasium gestellt worden. Er hat dann relativ lange Ritalin genommen und bei 2 verschiedenen Therapeuten Verhaltenstherapien gemacht. Aus meiner Sicht ohne nennenswerten Erfolg. Er hat nie die Verantwortung für sein Handeln übernommen. Sicher bin ich daran auch zum großen Teil mit Schuld, da ich ihn zu viel bemuttert habe...Da ich ja sehr früh von der Erkrankung meines Sohnes wusste, habe ich nur noch halbtags gearbeitet, da ich dachte, dass ich mit Zeit und Coaching etwas erreichen kann.
    Letztes Jahr hat er dann mit fast 21 ein sehr schlechtes Abitur gemacht. Dazu kommen unzählige unentschuldigte Fehlstunden, die natürlich auch auf dem Abiturzeugnis stehen... (Nur nebenbei - während die Diagnose gestellt wurde, hat man auch einen IQ-Test gemacht. Das Ergebnis: 127).

    Nach dem Abitur wusste er ausser Party machen nix mit sich anzufangen. Im Januar diesen Jahres hat er dann bei einem Freund von uns eine Lehre als Büro- und Einzelhandelskaufmann angefangen. Da er die Berufsschule nur sporadisch besucht hat und auch im Betrieb oft durch krankheitsbedingte Abwesenheit geglänzt hat, hat er die Ausbildung Mitte des Jahres mehr oder weniger freiwillig beendet.

    Seit dem hängt er zu Hause rum! Seit 10 Wochen! Er schläft lange, geht abends feiern (er hat einen enorm großen Freundes- und Bekanntenkreis) und schläft dann wieder lange. Wir haben alles versucht: lange Gespräche ohne die Moralkeule auszupacken, Vorschläge von Ausbildungs- oder Studienplätzen oder einen Auslandaufenthalt. Keine Reaktion.

    Da er nun kein Einkommen hat, ist sein Konto mittlerweile überzogen und die ein oder andere Handy- oder Tankrechnung kommt zurück. Mittlerweile wird mein Mann stressbedingt krank und wir haben beide das Gefühl unsere Tochter seit Jahren durch die Fokussierung auf unseren Sohn zu vernachlässigen.

    An unserem Sohn prallt das alles irgendwie ab. Seine Freunde haben mittlerweile alle Ausbildungs- oder Studienplätze. Viele haben unsere Heimatstadt verlassen und stehen auf eigenen Füßen.

    Seit gestern spielt er mit dem Gedanken für mindestens ein halbes Jahr nach Australien zu gehen um dort auf einer Farm zu arbeiten. Die Idee finde ich grandios, da er dann endlich mal das Nest verlässt und seinen Horizont erweitert. Leider sind mein Mann und ich sehr skeptisch und haben große Angst davor in diese Projekt zu investieren, da unser Sohn fast alles, was er anfängt hinschmeisst. Ich mag gar nicht daran denken, wieviel Zeit, Mühe und auch Geld wir in Sport, Musik und sonstige Aktivitäten gesteckt haben um ihm dabei zuzusehen, wie er eine kurze Zeit Feuer und Flamme ist um dann wieder aufzugeben.

    Liebe Mütter, eigentlich soll man hier wohl nicht so viel jammern - ich hoffe ihr seht es mir nach, ich bin echt mit den Nerven am Ende!
    Vielen Dank fürs Zuhören und vielleicht hat die ein- oder andere ja einen guten Rat für mich.


    Vielen Dank und LG, das Muttertier

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