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Diskutiere im Thema Starkes Gerechtigkeitsempfinden und verzögerte emotionale Entwicklung im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 2

    Starkes Gerechtigkeitsempfinden und verzögerte emotionale Entwicklung

    Finde nirgends ne Antwort, die mir einleuchtet...vielleicht kann mir jemand helfen? Interessiere mich für Hinweise, Lesetipps, Links, was auch immer:-)

    Warum Nr. 1: Warum haben Adsler ein starkes Gerechtigkeitsempfinden? Was ist der Grund dafür fürs schnelle Ausrasten bei ungerechter Behandlung? Wie hängt das mit Ads zusammen?

    Warum Nr 2: Warum ist die emotionale Entwicklung bei Adslern verzögert? Ist es, weil Ads-bedingt weniger soziale Erfahrungen gemacht werden oder umgekehrt, werden weniger soziale Erfahrungen gemacht wegen der verzögerten emotionalen Entwicklung oder beides?


  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Warum & Warum

    Zu Punkt 1): Das würde mich auch mal interessieren. Wusste garnicht das sowas typisch ADS ist.

    Zu Punkt 2): Eigentlich eine ziemlich interessante Frage.Rein subjektiv würde ich mal behaupten, dass dies eher vom Umfeld geprägt wird. Quasi, man merkt man passt irgendwie nicht dazu -> weniger soziale Kontakte zu Gleichaltrigen -> verzögerte emotionale Entwicklung durch mangelnde gesellschaftliche Interaktion?!

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Warum & Warum

    Hallo marcm!

    Ich habe bislang nirgends eine Begründung für Punkt 1 gefunden, aber es trifft definitiv auf alle AD(H)Sler zu,
    die ich kenne inkl. mir selber.

    Fühlte ich mich früher in der Schule falsch verstanden und bekam deshalb einen "Tadel", wäre ich am liebsten in Tränen
    ausgebrochen, nach Hause gefahren und nie wieder dort hin gegangen.
    Da wir AD(H)Sler jedoch nicht sonderlich nachtragend sind (zumindest alle aus meinem Umfeld), ging es dann
    kurze Zeit später wieder.

    Ich entwickel diese Gefühle aber nicht nur auf mich selbst bezogen, sondern auch wenn ich sehe das Andere ungerecht
    behandelt werden oder auch vor allem bei Tieren.
    Das ist wirklich seltsam.

    Zu Punkt 2 würde ich auf mich selbst behaupten, dass die emotionale Entwicklung bei mir verzögert ist und ich deshalb
    Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten hatte. Da bin ich mir relativ sicher. Ob das so die Regel ist, weiß ich nicht.
    Wäre tatsächlich interessant darüber einen Artikel zu finden. Vielleicht kommen ja noch ein paar gute Links etc.

    Liebe Grüße,

    Hilti86

  4. #4
    ...ist dusselig

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 391

    AW: Warum & Warum

    Hmmm

    Also zu punkt 1): Ich glaube weil wir selber so viele ungerechtigkeiten erlebt haben können wir es einfach nicht ertragen wenn jemanden unrecht angetan wird,ich glaube das läuft auch sehr unbewusst ab.

    Zu punkt 2): man wird öfter verletzt,oder fühlt sich zumindest so an,zieht sich zurück
    dadurch das man sich zurückgezogen hat,nimmt man sich selber die möglichkeit positive kontakte zu knüpfen die einem zeigen das es auch anders geht
    oder
    man macht genau die falschen kontakte und zieht sich dann komplett zurück und versagt sich der sozialen welt


    Da bei vielen von uns "schauspielerisches talent"gegeben ist,merkt man das auch nicht unbedingt direkt an unserem verhalten in der öffentlichkeit,eine vordergründige offene und freundliche art kann auch nur selbstschutz sein,was nicht heisstd as wir unfreundlich und falsch sind,sondern das wir uns damit schützen wollen....netter smalltalk im supermarkt ja,mit nach hause nehmen und kaffe trinken nein...

    Das ist natürlich auch nur eine these,nicht auf alle und jeden übertragbar....auch wenns auf mich selber schon zutrifft^^

    Mfg
    Dusselköpfchen

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Warum & Warum

    Hi marcum

    ach, diese warum's....
    aus adhsler sicht: warum haben andere nicht so ein starkes gerechtigkeitseimpfinden?

    diese warums, haben mich darauf gebracht, dass ich anders die dinge sehe/wahrnehme --- ticke?!?

    sorry, hab dir keine antwort.

    gruss

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Warum & Warum

    Hallo,

    Dusselkopp schreibt:
    Also zu punkt 1): Ich glaube weil wir selber so viele ungerechtigkeiten erlebt haben können wir es einfach nicht ertragen wenn jemanden unrecht angetan wird,ich glaube das läuft auch sehr unbewusst ab.
    Was ist aber, wenn der Gerechtigkeitssinn schon sehr früh vorhanden ist, möglicherweise sogar bevor wir selber ungerecht behandelt werden? Oder wenn er gar angeboren ist?
    Was ich durchaus nicht ausschließen möchte.
    Schaut man in die allgemeine Literatur, so findet man schon recht viele Informationen darüber, wo im Gehrin der Gerechtigkeitssinn angesiedelt ist, nämlich im präfrontalen Cortex.
    Dort befindet sich auch das Areal, welches für die Selbsteinschätzung zuständig ist.
    Nimmt man nun einen ADS'ler, so liest man ja immer wieder, dass bei uns gerade dieser Bereich von der Stoffwechselstörung besonders betroffen zu sein scheint (ich krame das alles gerade aus meinem Gedächtnis und bitte daher um kritischste Betrachtung des Geschreibsels und ggf. Korrektur und Richtigstellung, sofern ich hier Schmarrn schreibe)
    Gerechtigkeit scheint den Menschen angeboren zu sein (ist aber nicht von vornherein vorhanden, bzw. ausgeprägt, sondern von Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung abhängig, gaaaanz grob umrissen) und bei uns aufgrund der dortigen Stoffwechselstörung ist der etwas ausgeprägter als bei den Normalos.
    Was vordergründig als eigentlich sehr positive Eigenschaft bewertet werden könnte, kann aber auch zu Problemen bei den Betroffenen führen, weil wir selbst kleinste und eigentlich mehr oder weniger "normale" Ungerechtigkeiten wahrnehmen und darauf reagieren.

    Ich kann nicht behaupten, dass ich das Ganze auch nur ansatzweise selber verstanden habe, dazu ist mein Wissensstand viel zu oberflächlich.
    Aber vielleicht trifft es es weitgehend zu und hilft eine allgemeine erklärung zu finden und zu verstehen oder ist zumindest eine brauchbare Diskussionsgrundlage.
    Das würde ich mich jedenfalls freuen.

    Auf die Schnelle habe ich zwei Artikel dazu rauskramen können:

    Focus Online: Der Ursprung der Gerechtigkeit

    Werner Stangl's Arbeitsblätter: Die sozial-kognitive Entwicklung

    Aber mich würde es auch sehr interessieren, darüber mehr zu erfahren.

    Zu Punkt 2 würde ich eher vermuten, dass es daran liegt, dass ADS auch eine Form von Wahrnehmungsstörung ist.
    Wir nehmen unsere Umwelt anders wahr und verarbeiten die Informationen anders.
    Die Reizüberflutung und dieses komplette Gleichbewerten von eingehenden Informationen erschwert es uns, zu sortieren und Muster zu erkennen und die daraus resultierenden Schlüsse zu ziehen und Verhaltensweisen anzueignen.
    (Das sind Vorgänge, die wir nicht bewusst mitbekommen, die laufen komplett im Hintergrund ab)
    Das würde erklären, weshalb viele Kinder, wenn sie mit MPH behandelt werden, anfangs ja auch sehr irritiert und verunsichert sind, weil sie plötzlich all das wahrnehmen, ihre Umwelt "scharf sehen", wie es oft beschrieben wird.

    Viele Grüße
    Fliegerlein

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Starkes Gerechtigkeitsempfinden und verzögerte emotionale Entwicklung

    Hey All,

    habe auf diese Fragen keine Antworten aber mal zwei Anstöße zum Qerdenken.

    zu 1.: Haben wir wirklich ein höheres Gerechtigkeitsempfinden als andere oder sind wir einfach nicht dazu bereit diese Empfindungen zu verdrängen und Unterdrückung zu akzeptieren?

    zu 2.: Ist die Emotionale Entwicklung wirklich verzögert gegenüber "normalen" Menschen oder erforschen wir unsere Emotionen viel tiefer wodurch im Vergleich der Anschein einer Verzögerung entsteht?


    Grüße

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Starkes Gerechtigkeitsempfinden und verzögerte emotionale Entwicklung

    Danke, Leute.

    1) Vielleicht isses ne Kombination aus allem, also "hirnbedingt" stärkerer Gerechtigkeitssinn in Zusammenhang mit schärferer Wahrnehmung wegen erlittener Ungerechtigkeiten. Dass Adsler nicht nachtragend sind, wie Hilti86 sagt, ist mir neu. Haben das Andere auch so erlebt? Die Anmerkungen von Smile bzw. ihre Reaktion, meine Fragen umzudrehen und sie mir zurückzugeben, das ist auch ne Möglichkeit des Umgangs mit ihnen, hilfreich.

    2) Auch hier, was zuerst, das Huhn oder das Ei, also die organisch bedingte Entwicklungsverzögerung oder die Aufmerksamkeitsprobleme und in der Verlängerung davon die langsamere emotionale Entwicklung? Interessante Frage.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Starkes Gerechtigkeitsempfinden und verzögerte emotionale Entwicklung

    marcm schreibt:
    Danke, Leute.

    1) Vielleicht isses ne Kombination aus allem, also "hirnbedingt" stärkerer Gerechtigkeitssinn in Zusammenhang mit schärferer Wahrnehmung wegen erlittener Ungerechtigkeiten. Dass Adsler nicht nachtragend sind, wie Hilti86 sagt, ist mir neu. Haben das Andere auch so erlebt? Die Anmerkungen von Smile bzw. ihre Reaktion, meine Fragen umzudrehen und sie mir zurückzugeben, das ist auch ne Möglichkeit des Umgangs mit ihnen, hilfreich.

    2) Auch hier, was zuerst, das Huhn oder das Ei, also die organisch bedingte Entwicklungsverzögerung oder die Aufmerksamkeitsprobleme und in der Verlängerung davon die langsamere emotionale Entwicklung? Interessante Frage.
    Hi

    hihi.... ja, (ich hoffe, ist nicht frech rübergekommen)
    da es für mich eben so normal ist, muss ich zuerst verstehen, warum es andere eben nicht so
    handhaben. und mit der umkehrung der frage, wollte ich auch aufzeigen, dass es auch für nicht adsler
    schwer ist, herauszufinden, warum sie so sind wie sie sind?

    auf der emotionalen eben - so glaube ich - ist es nicht so, dass wir diese langsamer entwickeln - eher anders. bei mir ist es so
    das ich vieles extremer wahrnehme, anders deute, anders agiere.... im übrigen, ich brauche die momente, in denen ich alleine sein kann,
    ich suche beziehungen - doch nur oberflächliche, enge beziehungen (stressen mich zu sehr, engen mich ein) - ich brauche meine freiheit.
    ich habe ein paar wenige enge beziehungen (partner/kinder/eltern/schwester) - das reicht ;-)

    das sehe ich aus meiner sicht so.... ob es adhs oder charater ist - weiss ich nicht.

    gruss

  10. #10
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.576

    AW: Starkes Gerechtigkeitsempfinden und verzögerte emotionale Entwicklung

    Interessant (aber wahrscheinlich zu langwierig) wäre ja auch, erstmal zu klären, wie jeder Einzelne von "uns" den abstrakten Begriff "Gerechtigkeit" überhaupt definiert.

    Dabei wäre für mich die Klärung DER Frage besonders spannend, inwieweit AD(H)Sler denn überhaupt wirklich "gerechtigkeitsliebender" sind als der "normale" Durchschnittsbürger, soll heißen:

    Um wievieles bereitwilliger wehren "wir" uns denn z.B. gegen "ungerechtfertigte" BEVORZUGUNG der eigenen Person?

    WIE treu stehen wir zum "Ideal" der Gerechtigkeit, auch wenn "uns" dies dauerhaft eindeutige Nachteile einbringt?

    Welche Schlüsse fürs eigene Handeln ziehen "wir" denn, im Gegensatz zu den "Normalos", aus dem Wissen um Tatsachen wie jener, dass z.B. wir, die Bewohner Deutschlands (...und an dieser Stelle möchten wir auch wieder ganz besonders herzlich unsere Freunde aus der Schweiz und Österreich begrüßen...)
    uns den Luxus einer, wie jetzt hier gerade geführten, entspannten Diskussion über das Thema "Gerechtigkeit" nur deshalb leisten können,
    weil es uns, und zwar auf Kosten vieler anderer "unschuldiger" Menschen auf diesem Erdball, ganz einfach "zu" gut geht.


    Haben "wir" also "nur" ein stärker ausgeprägtes GerechtigkeitsEMPFINDEN als der "Rest" - oder HANDELN "wir" auch (dann) dementsprechend
    (wenn gerade mal NICHT WIR die "Opfer" von Ungerechtigkeiten sind) ?!
    Geändert von Spätzünder (11.06.2011 um 14:34 Uhr) Grund: Form- und Inhalts"verbesserung"

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