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Diskutiere im Thema Warum reagieren ADHSler so? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Warum reagieren ADHSler so?

    ChaosKater schreibt:
    ja sicherlich ist das zusammenleben recht anstrengend mit mir da ich oftmals eben überreagiere und wenn dann mein gegenüber sich dadurch auch wieder angegriffen
    fühlt und sozusagen nachschlägt dann kommt es eben zum großen knall und aus der sogenannten kleinen mücke entsteht ein riesen elefant.

    Das kann ich auch sehr gut. Mich regt es z.B. irgendwie auf, dass meine Mutter alle Fragen negativ forliert (d.h. mit einem nicht versieht". "Willst du die Banane nicht einfrieren?" "Wilslt du du das nicht essen?" "willst du das nicht wegräumen?".Mich stört einfach, dass sie es mit dem Hintergrund fragt, als ob ich mich schon dagegen entschieden hätte, es zu tun, obwohl ich einfach nicht darüber nachdenke, dass da eine Banane liegt, die nicht gegessen wird oder dass da essen 'rumsteht.
    Ich frage sie dann, warum sie nicht einfach fragen kann "Willst/Kannst du die Banane einfrieren?" "willst du das essen?" und "willst du das wegräumen?". UMGEHEND ernte ich nichts als eine Trotzreaktion ala "so bin ich nunmal und ich lass mich von dir nicht verbiegen!".

    Ich kenne keinen anderen Menschen, der Fragen satzbautechnisch grundsätzlich immer negativ formuliert, mit dem vorwurfsvollen Hintergrund, dass ich das ja alles bemerke, was auch sie bemerkt und mich einfach nur dagegen entscheide, etwas zu tun, anstatt, dass sie mal auf die Idee kommt, dass mir solche Kleinigkeiten egal sind und ich sie NICHT bemerke, weil ich schon genug mit anderem Krams zu tun hab. Ich erkläre es jedes Mal, aber sie will es nicht akzeptieren. sie meint weiterhin, ich bin zu faul und will ihr das Leben schwer machen.
    Dinge, die für sie offensichtlich und selbstverständlich sind, sind es füru ns ADHSler nicht. Ich habe lange vermutet, meine Mutter wäre einfach nur narzisstisch, da sie nicht erkennt, dass andere nicht so denken wie sie und sie in ihrer eigenen Gedankenwelt gefangen ist und ein bissel mag das auch stimmen, aber es ist einfach so, dass sie aufgrund der eigenen Erzirehung und Erfahrung nicht wissen, dass wir anders funktionieren. D.h. die die meisten nicht-AD(H)Sler als eine Einheit gesehen ist eigentlich narzisstisch

    Jedenfalls habe ich selber schon keine Ordnung und bin total unruhig/beschäftigt (wirke aber imemr ruhig, weil hypoaktiv) und wenn meine Mutter dann ankommt und nach außen hin total hektisch (hyperaktiv) ist und beleidigt und wütend wird, wenn man nicht SOFORT antwortet, dann komm ich einfach nicht mehr klar. Ich hab keine Lust das zu handlen. Ich will einfach nur meine Ruhe
    Aber ich bin dann natürlich einfach nur faul, ungerecht, egoistisch, an all ihren Problemen schuld und will ihr das Leben bewusst schwer machen...Sie selber ist nicht für ihr Verhalten verantwortlich - Da heißt ers nur "Ich bin nur wie ich bin und die anderen haben das zu akzeptieren. Ich lass mich nicht verbiegen" > typische Trotz-Reaktion/oppositionelles Verhalten.

    Man darf also kein bisschen Kritik anbringen; BESTENFALLS kommt dann die Reaktion "Ja, ich bin nunmal auch ein Mensch und hab Fehler" - THEMA beendet. ^^


    Man sieht glaube ich, woher die Reaktionen kommen. Es ist einerseits das Missverständnis und andererseits die ganzen persönlichen Probleme, die jeder mit sich trägt und bei sozialem Kontakt einfach mit an Board sind. Im Endeffekt geht es immer um Ängste und da ADHSler sensibler sind (und damit anfälliger), wird aus ner Mücke 'nen Elefant gemacht...

    Gruß,
    Rager

  2. #22
    Mistvieh

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 575

    AW: Warum reagieren ADHSler so?

    Hallo Rager,

    ich sage immer "der Ton macht die Musik" - wenn mich jemand anschnauzt, angiftelt oder anschreit braucht sich jener über eine nicht genehme Reaktion meinerseits nicht zu wundern - sollte also so weit verständlich sein, möchte man meinen.

    NUR, dann kommt der Hammer; Menschen welche sich doch recht arg im Tob vergriffen, fühlen sich im Recht und verharmlosen es auch noch damit daß man ja nur mal seiner Meinung Ausdruck verlieh, welche an der höchsten Zeit war sie kund zu tun.

    So etwas läßt den Stachel des Zornes doch etwas tiefer sitzen, und man erlangt diesbezüglich erstaunliche Gedächdnisleistungen, welche da zu führt sich bei jeglicher Gelegenheit da für zu revanchieren.

    Betroffener Ottonormalo versteht dann nicht warum man denn so gereizt sei und in offene Bunden wohre.


    Natürlich ist keiner da vor gefeit sich im Zorne mal im Ton zu vergreifen - nur ist es ein Unterschied ob man es einzuschätzen weiß daß seine Reaktonen überzogen waren, oder ob man wie viele Normalos sich im absolutem Recht gedenkt.

    Viele Grüße

    Lumpi

  3. #23
    Burningdevil

    Gast

    AW: Warum reagieren ADHSler so?

    Wenn ich das alles so lese bin ich bei mir und meinem Ex- Totsicher das wir beide adhs haben

    ich weiß es bei mir ... aber er denkt es sei normal wie er sich verhält .

    Ich glaube wir ADHSler sind im allgemeinen recht empfindlich gegenüber Kritik und reagieren hochsensibel.
    Davon kann ich mich nicht freisprechen , fühle mich dann zutiefst verletzt aber im grunde nur, weil jemand meinen wunden Punkt getroffen hat.
    Schlimmer wird es wenn der Mensch den man liebt einen derart Kritisiert das tut verdammt weh.

    Ich kenne meine unzulänglichkeiten sehr genau und sie ärgern mich massiv , aber es muß doch auch wirklich nicht sein
    das man noch extremer in Wunden bohrt.
    Ich habe mir Dinge anhören müssen wie du hälst doch eh keine Therapie durch , wirst dein Leben nie auf die reihe kriegen und noch Dinge die
    so sehr verletzten das ich immer noch daran zerbrösel und das von einem Menschen der behauptet mich zu lieben ... pfingsten zumindest behauptete er es noch. Gestern bekam ich dann gesagt ich hätte den Beischlaf als chance sehen sollen das wäre meine einzige positive eigenschaft.

    tut aber tötlich beleidigt wenn ich behaupte er hätte mich verar...t .

    Das es schwer ist mit uns umzugehen ist klar aber es ist nicht unmöglich , nur sollte der partner die augen auf machen und sich mal selbst über seine art mit einem umzugehen gedanken machen denn dann reagieren wir vielleicht auch mal nicht so empfindlich oder agressiv.

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Warum reagieren ADHSler so?

    Ich find es schwer in diesem Themenbereich zwischen anderen Problemen und Ad(h)s zu differenzieren. (hat bestimmt schon wer geschrieben, sorry wenns doppelt kommt)

    In meiner Familie hat niemand die Diagnose Ad(h)s bekommen. Ich selbst gehe inzwischen davon aus, das mein Vater, mein Bruder und ich betroffen sind.
    Wir sind alle drei sehr stressempfindlich und reagieren dann auch schnell mal unangemessen.
    Mein Vater indem er kritisiert. Hatte ich den falschen Gesichtsausdruck, die falsche Lautstärke oder *setzebeliebigeProjektionein*, dann kam Kritik und die immer gleich so eloquent rund, das es keine Möglichkeit gab sie abzuwehren. Als Kind sowieso nicht, Einspruch war verboten.
    Könnte Ad(h)s bedingter Stress gewesen sein. Könnte aber auch an den Eheproblemen meiner Eltern gelegen haben. Oder an beidem. Auch nicht Ad(h)sler suchen ja gelegentlich mal ein Ventil.

    Bei meinem Bruder das gleiche Spiel. Nur war bei ihm der Auslöser dass er selbst sehr introvertiert und ich extrovertiert war. Er kam mit meiner "lebendigen" Art überhaupt nicht klar und meinte das unterbinden zu müssen, auf wirklich fiese Art.

    Ich selbst hab viele Jahre lang den gleichen Fehler gemacht. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie habe ich aber gelernt, meine Gefühle besser zu verstehen und anders mit ihnen umzugehen.
    Unkonzentiert, verpeilt, oft huschig und überreagierend bin ich immernoch. Aber ich brauche keine "Ventilperson" mehr, sondern kann ziemlich schnell erfassen das ich überdrehe und die Sache entschärfen indem ich meine eigenen Gefühle und Gedanken neu/anders bewerte.

    Ich finde zwei Sachen (egal ob nun Ad(h)s oder nicht) dabei sehr wichtig.
    1. Wer verletzend wird, ist bereits selbst verletzt. Man kann der eigenen Verletztheit die Macht nehmen, wenn man sich das bewusst vor Augen hält. Egal ob man die Verletztheit des anderen als gerechtfertigt oder blödsinnig ansieht!
    2. Grenzen setzen. Hab ich selbst sehr spät gelernt, ist aber super wichtig. Wenn man offen und deutlich reagiert und sagt "So nicht" und das auch durchzieht, hat der andere die Chance zu erkennen, dass er mit seinem Verhalten zu weit gegangen ist. Besonders wichtig wenn man es mit einem Menschen zu tun hat, der eben schnell mal überreagiert.

    Hätte früher jemand den Beischlaf-Chancen-Satz zu mir gesagt, hätte ich mich beschissen gefühlt. Verletzt, beschämt, auch ein bisschen schuldig (egal ob logisch oder nicht)
    Würde das heute jemand tun, würde ich mir meine Schlüssel wiedergeben lassen und ihm zeigen wo der Maurer das Loch gelassen hat.

    Wer übers Ziel hinaus schießt muss auf Grenzen stoßen, sonst fliegt er immer weiter und weiter und weiter....

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    AW: Warum reagieren ADHSler so?

    Um auf das Thema "Antworten" zurück zu kommen nur ein kurzer Einwurf meinerseits.

    Wenn ich jemanden was frage, oder etwas sage und ich bekomme keine Antwort, weil derjenige die Formulierung so verstanden hat, dass man nicht unbedingt antworten braucht, da kann ich richtig agressiv werden. Auch wenn es nur ne Email oder SMS ist. Ich fühle mich dann sofort ignoriert, unwichtig, einsam... und das kratzt absolut an meinem Selbstwertgefühl... Die meisten finden das unhöflich an mir, denn sie wissen nicht, was das alles in mir auslöst...

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