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Diskutiere im Thema Verurteilung ? im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Verurteilung ?

    ich kann die situation gut nachempfinden bindi,

    mir erging es vor jahren ähnlich, wurde auf offener strasse angepöbelt und massiv provoziert ,
    was zur folge hatte das ich demjenigen heftigst eine geballert habe. natürlich wars nicht richtig aber wir wissen ja wie schnell das fass bei unsereins überlaufen kann, was nicht als freischein für ungehemmte prügeleien dienen sollte.

    ich war zu diesem zeitpunkt schon diagnostiziert und mit methyl eingestellt.

    ICH bekam eine anzeige wegen fahrlässiger körperverletzung und der andere bekam nur eins drauf wegen öffentlicher unruhe stiften und beleidigung.
    mein anwalt versuchte meine reaktion damals mit adhs zu begünden,was aber wenig half,denn mein verstand war ja zu dem zeitpunkt klar nur die emotionale impulssteuerung war ein wenig entgleist..

    ich bekam auch später zu hören,drogenjunky und gestörter,
    man wünschte mich in die ******zeit,da wäre ich vergast worden,das einzig sinnvolle was man machen könnte mit sowas wie mit mir.

    natürlich habe ich innerlich fürchterlich gekocht,war ausser mir mit meiner wut,meiner resignation und meinem frust gegen mich selbst,
    weil ich mich habe provozieren lassen...allerdings reuhe weil ich meinem gegenüber eine aufs maul gehauen habe, hatte ich nie, bis heute nicht.
    (der typ war immerhin 1.90 und ich bin "nur" 1.60).

    ich sah und sehe ihn nicht als opfer sonder ich war das opfer und habe mich nur gewehrt und bin dafür das ich für mich gekämpft habe bestraft worden.

    das aber alleine zeigt schon unser verdrehtes rechtssystem und sehr lückenhafte bis zweifelhafte gerechtigkeitssystem.

    hätte der richter sich etwas mehr zeit genommen beide parteien wirklich genauer zu mustern um den warum,weshalb und wiso richtig auf den grund zu gehen,
    dann hätte der junge hühne damals auch mehr als nur das bisschen strafe abbekommen und nicht alles ich !

    be-und verurteilt wird man schnell zu etwas, ob wahrlich schuldig oder in die schuld nur mit hinein gerutscht ist den menschen die kein adhs haben völlig egal,
    für sie gilt oftmals nur : der hat einen an der waffel !

    life is no picknick !

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Verurteilung ?

    happypill schreibt:
    Das wäre wohl das Sinnvollste gewesen.... hätte ich aber vermutlich auch nicht geschafft.
    Mir fällt es auch immer schwer, aber damit ärgert man die anderen am meisten, weil sie genau DAMIT nicht rechnen

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Verurteilung ?

    Hey, danke für eure schnellen Reaktionen.

    Nein, eine Entschuldigung für sträfliches Verhalten soll AD(H)S nicht sein. Das sehe ich genauso. Es geht nicht darum sich alles leisten zu dürfen und dann billig wegzukommen. Es geht nur darum WIE mit sowas umgegangen wird.
    Wenn mein Partner verbal entgleist ist, hat er sich häufig hinterher bei seinem " Opfer" entschuldigt, was auch meist angenommen wird. Man muß nicht immer gleich zur Anzeige greifen. Ist auch eine Sache der Gelassenheit und Unempfindlichkeit. Wenn mich zB.jemand mit As......... tituliert, weil ich auf der Strasse gepennt habe, antworte ich ihm " selbst As........" und setzte meinen Weg fort. Ich sehe das nicht so eng. Da stehe ich einfach drüber. Auch kann ich sehr wohl unterscheiden, ob so eine " Beleidigung" im Eifer des Gefechts geäußert wird, oder ob da eine grundsätzliche Meinung hintersteht. Im letzteren Fall reagiere ich auch anders, da kann ich dann auch zur Polizei gehen.

    Sicher ist es auch so, dass man die Verantwortung für sein Verhalten tragen muß und an sich arbeitet. Je eher das geschieht, desto besser. Wenn man erst als Erwachsener als ADSler enttarnt wird, hat man es damit ungleich schwerer.

    Schön wäre zu wissen, wie ihr es geschafft habt, eure Wut besser im Griff zu haben.
    Freue mich mehr zu lesen,
    Bindi

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Verurteilung ?

    Hey bindi,

    Tja, also ich muss ganz ehrlich zugeben, seit ich MPH nehme krieg ich das mit den Wutausbrüchen wesentlich besser hin...

    Allerdings gleube ich nicht, dass es nur an der Einnahme besagtem Medikaments liegt...
    Muss dazu sagen, dass ich erst dieses Jahr meine ADHS-Diagnose bekommen hab... Wurd vorher aber zehn Jahre verhaltenstherapeutisch auf ne Borderline-Persönlichkeitsstörung behandelt... Im Zuge der Therapien habe ich gelernt, sogenannte Frühwarnzeichen zu erkennen, also genau hinzuschauen und festzustellen, dass diese plötzliche Ausbrüch sooooo plötzlich gar nicht unbedingt immer sind...
    Zusätzlich hab ich immer und immer und immer wieder trainiert, die Situation zu verlassen, sobald ich mal wieder kurz vorm Ausrasten war und eben auch genau zu schauen, was für typische Situationen das eben sind...
    Darüberhinaus hab ich mir dann auch mehr und mehr angewöhnt, Aggressionen regelmäßig abzubauen, soll heißen, mich über den Tag, wieder und wieder auszupowern auch wenn ich die Aggressionen in den Momenten gar nicht wahrgenommen hab...

    Naja, das hat aber eben meist immer alles so lange nicht gehalten; also ich konnte das meist immer nur über kurze Phasen wirklich so durchziehen und auch umsetzen....
    Bin halt immer wieder in solche Situationen geraten...und musste leider auch schon mehrmals teuer bezahlen... Is nämlich ziemlich schwer in ner Polizeikontrolle "die Situation zu verlassen"...

    Naja, seitdem ich aber nun Metyl nehme, kann ich das "Traunierte" aber wunderbar umsetzten...
    Ich denke das Sinnvollste is einfach ne Kombi aus Verhaltenstherapie und -training und ner vernünftig unterstützenden Medikation, aber das ist meine persönliche Erfahrung...

    Liebe Grüße!

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