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Diskutiere im Thema Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6

    Ausrufezeichen Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Bei meinem Sohn ist mit 18 oder 19 ADHS diagnostiziert. 4Monate vor seinem 21. Geb. hat er mit einigen älteren "Freunden" einen Autohändler überfallen. er bekam 2 Jahre zur Bewährung. Ende Januar 2011 war die Bewährung eigentlich abgelaufen.

    Nun hat er seine Bewährungsauflagen während 2010 nicht erfüllt und sitzt seit Montag im Gefängnis. Mit erwachsenen Kriminellen.

    Er selbst hat so überhaupt keine kriminelle Energie. Er hat ADHS. Er kann gut nicht schlecht unterscheiden, ist extrem anpassungsfähig. Er hat 10-15 Briefe von seinem Bewährungshelfer bekommen und einfach nicht darauf reagiert. Auch konnte er mit niemandem darüber sprechen und um Hilfe bitten. Aus Angst vor Ablehnung.

    Er kann da nicht bleiben. Er gehört in eine Therapie, damit er endlich lernt sein Leben zu meistern.

    Wer hat Ratschläge, Hinweise zzu Gutachten, geeignete Kliniken. Ich muss seinen Anwalt überzeugen, aber ADHS wird immer einfach nur abgetan. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die Einzige bin, die ihn versteht. Das macht so wütend.
    Bitte, helft mir

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 371

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    wenn er diagnostiziertes ADHS hat und dadurch bedingt weitere psychische Störungen sollte der Anwalt sich mal mit einem darauf spezialisten doc unterhalten bzw. sich dahingehend mit dem Bewährungshelfer beraten

    Dennoch ist adhs keine Entschuldigung. Das ignorieren von Normen dieses Ausmasses (Verwechseln von mein und Dein) ist KEINE SYMPTHOMATIK FÜR ADHS!!!!
    Zudem ist das hier dein erster Beitrag im Forum, worauf man schliessen kann, das die Problematik einwenig spät in Angriff genommen wurde.

    (Tja, ADSler sind immer sehr direkt und ehrlich). Man sollte das Gespräch suchen (ein höfliches sachliches Gespräch wirkt manchmal Wunder).

    Es gibt hier sehr viele, die trotz des "Anderssein" aktiv versuchen das Leben zu Meistern und den Knüppeln auszuweichen. Dabei hat jeder sicherlich auch mal Mist gemacht (was teilweise im Zusammenhang mit dem jugendlichen leichtsinn / Unerfahrenheit und/oder ADhS zu tun hatte).

    Wir brauchen Strukturen. Ansonsten kann mann nur das raten was für jeden gilt: neues Lebensumfeld schaffen und neue Kontakte sich erarbeiten.

    Wie in bereits vielen meiner Beiträge erwähnt, ist ein Pfeiler im Lösungsgebäude das schaffen von Strategien. in anderen Threads findest du Hinweise zu medikamenten, coaching, Psychische Betreuung.

    Dat bissle verdutzte bär

    PS. Da angaben zur Region, Person, etc fehlen, man man eh nix dazu sagen..

  3. #3
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Ich schließe mich dem datBär an und kann nur sagen:
    Schnell und zielgerecht handeln. Das heißt, mit dem Anwalt und dem Bewährungshelfer eine schnelle Lösung ausarbeiten.
    Keine Entschuldigungen. Das Kind ist in den Brunnen gefallen,-jetzt gilt es zu Handeln.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Ich schließe mich den beiden vorherigen Antworten an. Trotzdem möchte ich zu bedenken
    geben, dass ein 23-jähriger ADHS`ler vor Gericht sicher wie ein 23-Jähriger behandelt wird,
    es aber durchaus sein kann und sehr warscheinlich auch so ist, dass er die Reife eines
    jungen Erwachsenen dieses Alters keineswegs erreicht hat und entwicklungsmäßig
    in vielen (vielleicht nicht in allen Bereichen) um Jahre hinterherhinkt. Deshalb gehört er
    nicht in den Umkreis erwachsener Krimineller. In diesem Punkt verstehe ich dich voll-
    kommen. Und das müsste dem verantwortlichem Gericht verständllich gemacht werden.

    mfg
    Selma

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Liebe Seestern,
    es muss ein furchtbares Gefühl für eine Mutter sein, wenn der Sohn im Gefängnis ist.
    Dort sollen bis zu 72 Prozent aller Insassen an einem AD(H)S leiden. Vielleicht ist folgender Link für Dich interessant:

    http://www.adhs.lu/documents/ADHS_Er...itsdefizit.pdf

    Diesen Text habe ich daraus kopiert:
    "Zudem hat sich in der Cambridge-Studie zur Delinquenzentwicklung ebenso wie in der Kurpfalzstudie (Prof. *******/ Mannheim) herausgestellt, dass Impulsivität, Überaktivität und Konzentrationsstörungen im Kindesalter ein Anzeichen für spätere Aggressivität und Delinquenz im Erwachsenenalter sind. Entsprechend konnte bei bis zu 72 Prozent der Insassen von untersuchten Gefängnissen eine ADHS festgestellt werden."

    Vielleicht kannst Du einmal direkt den Professor, der diese Studie gemacht hat, anschreiben und Dich nach Experten erkundigen, die sich mit diesem Thema in Deiner Nähe auseinandergesetzt haben. Dein Sohn benötigt einen Gutachter, der ein anerkannter Experte auf diesem Gebiet ist. Dann würde der Anwalt vielleicht Material haben, um etwas dagegen zu unternehmen.
    Falls sich an der Situation aber nichts mehr ändern lassen sollte, kann es vielleicht sogar Möglichkeiten für Deinen Sohn geben, die Zeit dort sinnvoll zu nutzen und dadurch seine späteren Möglichkeiten zu erhöhen.
    Manche haben im Gefängnis einen Schulabschluss nachgeholt oder eine Ausbildung gemacht.
    Als Beispiel sende ich folgenden Link:

    Schulabschluss im Gefängnis

    Vielleicht kannst Du auch mit Sozialpädagogen, die dort arbeiten, sprechen.
    Wie Du es beschreibst, ist Dein Sohn ein Mitläufer und hat erhebliche Probleme Termine einzuhalten. An einer Änderung dieser Schwierigkeiten kann bereits jetzt gearbeitet werden. Dann hätte Dein Sohn nach seiner Entlassung die Möglichkeit, ein sinnvolles Leben zu starten. Auf jeden Fall braucht er auch eine Therapie.
    Manchmal passieren im Leben sehr schlimme Dinge, die sich später aber doch noch zum Guten wenden können, auch, wenn es zunächst nicht so aussieht.
    Ich wünsche Dir und Deinem Sohn, dass ihr die richtige Hilfe findet und ganz viel Kraft!
    Celine

  6. #6
    ErichW

    Gast

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Hallo,

    grundsätzlich ist ADHS keine Entschuldigung, sondern höchstens eine Erklärung. Es gab aber in den letzten Jahren leider eine starke Tendenz von Eltern, Fehlverhalten ihrer Kinder und eigene Erziehungsfehler mit ADHS entschuldigen zu wollen. Entsprechend schalten z.B. Lehrer bei Schulkindern und Juristen bei jüngeren Straftätern oft schon reflexhaft auf Durchzug, wenn man ihnen mit ADHS kommt.

    Nun sitzt der junge Mann im Gefängnis, nicht weil er ADHS hat, sondern weil er ein Verbrechen begangen hat bzw. an einem mitgewirkt hat. M.E. kommt jede Argumentation, er gehöre da nicht hin, jetzt zu spät. Das Urteil war da und wird jetzt vollstreckt. Seine Chance, nicht zu sitzen, hat er ja verspielt.

    Wenn, dann hätte die "Krankheitskarte" vorher gespielt werden müssen. Ihn aus dem Knast zu entlassen, damit er stattdessen eine Therapie macht, dürfte wohl kaum möglich sein. Die einzige Chance, seine Situation zu verbessern, wäre wohl das intensive Bemühen um therapeutische Möglichkeiten innerhalb des Gefängnisses. Weiterhin müsste er durch sein Verhalten zeigen, dass er intensiv an seiner Resozialisierung arbeitet, damit möglichst schnell der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann oder er in den offenen Vollzug kommt (und was es da sonst noch alles gibt), weil seine Prognosen günstig sind.

    Aber da scheint wohl das Problem zu liegen. Wenn er sich nicht anderen offenbart und um Hilfe bittet, können die ihm auch nicht helfen.

    Es ist natürlich hart für eine Mutter, sowas erleben zu müssen. Aber nicht die Mutter hat den Schlüssel für den Knast in der Hand, sondern der Sohn.

    FG Erich

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Jetzt muss ich doch noch einmal schnell etwas dazu schreiben.
    grundsätzlich ist ADHS keine Entschuldigung, sondern höchstens eine Erklärung
    .
    Das ist richtig und das sage ich auch immer.
    Trotzdem ist es in diesem Moment nicht gerade das, was einer verzweifelten Mutter weiterhilft. Seestern hat hier um Hilfe gebeten und braucht die Kraft, ihrem Sohn Mut zu machen, sein Leben zu ändern. Sie braucht außerdem Trost und Hilfe für sich selbst.
    Man kann übrigens in einer Therapie auch lernen, sich zu offenbaren.
    Natürlich muss man dem Sohn jetzt immer wieder sagen, dass sein Verhalten eindeutig falsch war und ihm gleichzeitig dabei helfen, es in der Zukunft besser zu machen. Es muss deutlich werden, dass er jetzt selbst aktiv etwas an seiner Situation verändern muss - auch im Gefängnis - und eine Mutter kann ihn dabei mit Sicherheit unterstützen, genau wie Therapeuten. Bleibt man allein mit seinen Problemen und glaubt nicht an sich, dann kann man auch noch tiefer in ein kriminelles Milieu rutschen. Darum ist es so wichtig, dass der Sohn nun nicht auch noch die Liebe seiner Mutter verliert.

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 371

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    liebe celine,
    dazu haben wir auch tipps gegeben. Aber der Sohn muss wollen.

    Dennoch hat erich auch auf Probleme hingewiesen.

    Aber man sollte die Versäumnisse nicht unter dem Teppich kehren, weil diese sicherlich zur Sprache kommen werden. im bemühen der Problemlösung.

    Auch wenn seestern ihren Sohn herausbekommt , muss ihr Sohn und sie sich der Situation stellen. Und nach der Analyse dann auch eine Lösung ggf. umsetzen. Dies dürfte für alle ein schwerer Schritt sein.

    Das der Verweis auf ADHS ggf. nach hinten losgehen kann, war eine sehr gute Ergänzung. Hier hilft Trost nur bedingt.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Hallo Erich,
    vielen Dank für die Antwort.
    Gerade weil ich ADHS niemal als Entschuldigung gesehen habe, oder sehen wollte, sind sicher wichtige Maßnahmen versäumt worden. Aud diesen von dir genannten Durchzug habe ich selbst geschaltet, als ich den Verdacht von ADHS bei ihm im Alter von 14 hatte.

    Der Arzt hat sich sehr verschwommen ausgedrückt, so dass ich den Eindruck hatte, es gibt keine sichere Diagnose und wahrscheinlich ist unsere gesamte Familie betroffen. Er hat mich in eine Elternselbsthilfegruppe geschickt, wo genau das bei mir angekommen ist. Die Eltern wollen eine Entschuldigung für die Schulschwierigkeiten. Medikamente waren zu dem Zeitpunkt auch überhaupt nicht mein Weg. Also hab ich diese ganze Thematik fallen gelassen und nicht gemacht.

    Die Schwierigkeiten wurden größer, allerdings niemals Aggressivität oder ähnliches, und er hat sich mit 19 selbst in die Psychosomatik Bad Bramstedt einweisen lassen. Dort wurde ADHS diagnostiziert und er bekam Medikinet. Zu der Zeit ging es ihm viel besser und es war ein ganz anderes Umgehen mit ihm. Irgendwann nahm er aber das Medikament nicht mehr, wahrscheinlich weil ihm das Geld fehlte, und in diese Zeit fiel die Straftat.

    Natürlich haben wir vor Gericht die Problematik dargelegt, aber das fand so gut wie keine Beachtung. Ein Mittäter, über 30 Jahre alt und mehrfach vorbestraft, hatte einen Gutachter, der ihm Drogensucht attestierte. Er bekam eine Therapie vor dem Strafvollzug.

    Wir waren da sicher nicht massiv genug. Unerfahrenheit oder was auch immer. Und dass er jetzt derjenige ist, der tätig werden muss, ist mir schon klar. Ich möchte nur die Unterstützung geben, die ich schon lange hätte geben müssen und mich nach den Möglichkeiten erkundigen.

    Ich dachte, der Bewährungshelfer wäre ein richtiger Helfer und meinte, alles läuft gut. Aber das war kein Helfer, nur ein Briefeschreiber. Dem Gesetz hat er sicher genüge getan, aber null Engagement in Bezug auf echte Hilfe. Obwohl die Problematik ihm bekannt sein musste.

    Ich hoffe, jetzt etwas mehr Information zum Verständnis gegeben zu haben. Wollte euch am Anfang nicht überfordern. Danke auf jeden Fall.

    Seestern

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Hilfe, mein Sohn (23) ist im Gefängnis

    Danke, du hast mir echt aus der Seele gesprochen. Es gibt mir schon Trost zu lesen wie ihr euch mit meiner ganzen Geschichte beschäftigt. Vielen vielen Dank.

    Und wenn ich das Vertrauen haben könnte, dass er dort gut aufgehoben ist und er proffessionelle Unterstützung bekommt, dann wäre es auch in Ordnung für mich. Leider habe ich aber dieses vertrauen nicht. Dazu hat der Richter, der ihn völlig falsch beurteilt hat und auch der Bewährungshelfer beigetragen. Bei ADHS stellen sie wirklich total auf stur.

    Ausserdem bin ich auch selbst von ADS betroffen. Eine Erklärung für jahrelange relativ erfolglose Psychotherapie. Erwachsenenselbsthilfegruppe in Kaltenkirchen, wohin ich wegen meinem Sohn vor 4 Jahren gegangen bin, hat mir die Augen geöffnet. Habe damals sein Medikinet probiert und war erstaunt, wie leicht das Leben sein kann. Hab es mir daraufhin von meinem Psychiater verordnen lassen und ein halbes Jahr genommen. Aber regelmäßige Medikamenteneinnahme ist nichts für mich und ich habe wieder aufgehört. Hab viel über mich gelernt in der Zeit was mir danach sehr geholfen hat mich mit anderen Augen zu sehen.

    Liebe grüße
    Seestern

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