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Diskutiere im Thema Unsere Beziehung und ADS im Forum Angehörige von Erwachsenen mit ADS/ADHS
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 3

    Unsere Beziehung und ADS

    Hallo Ihr Lieben,

    da ich mich noch nicht vorgestellt habe, muss ich erstmal außerhalb des Angehörigen-Forums schreiben.

    Ich bin fast 30 Jahre alt, habe einen tollen Sohn und einen Partner, der meines Erachtens ADS hat. Dazu muss ich sagen, dass ich meinen Sohn mit in die Beziehung gebracht habe.
    Es gibt viele Eigenschaften, die ich an meinem Mann liebe. Er hat meinen Kleinen voll akzeptiert, liebt ihn, unternimmt viel mit ihm. Er hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ist -eigentlich- auch ein ganz sensibler Mensch, wenn er es zulässt. Er ist ständig besorgt um uns u würde sehr viel für uns tun.
    Allerdings belasten einige Dinge unsere Beziehung immer mehr. Mein Freund ist wahnsinnig schusselig. Seit ich ihn kenne, suchen wir fast täglich nach Schlüsseln, Geldbörsen usw. Es gab Momente, da hat er mich angefahren, ich soll die Dinge nicht ständig verstecken . Oder lässt seine Geldbörse über Nacht auf dem Autodach liegen. Er vergisst Termine, steigt in den falschen Zug u meint dann, das kann jedem passieren. Sein Handy sucht er 8-10 Mal am Tag. Und er ist permanent überfordert. dazu muss ich sagen, dass er nach zwei abgebrochenen Studiengängen und einem gekündigtem Job gerade wieder studiert, nebenbei jobbt, sich um den Kleinen kümmert, wenn ich arbeite usw. Wir haben tatsächlich zur Zeit viel am Hut! Aber mein Mann ist immer überfordert, wenn er Semesterferien hat, wenn er keine hat sowieso. Er schafft es nicht, minimal Ordnung zu halten, ich räume ihn permanent hinterher, damit wir nicht komplett im Chaos versinken. Wenn ich ihn nett bitte, etwas wegzuräumen, reagiert er fast immer unwirsch. Außerdem ist er sehr ungeduldig, kann aber auch keine "Freizeit" ertragen. Zehn Minuten irgendwo "einfach sitzen", am Strand, im Garten, usw. das geht nicht.
    All das ist für mich "kompensierbar". Ich hab mich dran gewöhnt, dass er kaum kritikfähig ist, für verschwundene Dinge beschuldigt zu werden, usw. Aber was mich persönlich total kirre macht, ist seine Launenhaftigkeit. Gerade an diesem Morgen wieder....beim Frühstück war alles gut, plötzlich kippt seine Laune am Tisch. Ich frage, was ist; er: nichts, ich hab nur so viel zu tun. Er war dann richtig mürrisch, sagte, ich soll ihn in Ruhe lassen, dabei hab ich gar nichts gemacht . Sogar mein Sohn sagte: Was is denn los mit dir? Er antwortete: ich bin deshalb so schlecht drauf, weil du so rumalberst. Dabei war der Kleine richtig lieb u mir tun solche Sätze weh . Wie oft hab ich ihm gesagt, er soll seine Laune nicht an uns auslassen. Ich hab versucht, mit ihm Strategien zu entwickeln, Pläne, Kalender, to-do-Listen. Er sagt, er braucht den Quatsch nicht. Aber ich kann so nicht auf Dauer weiterleben. Ständig dieser Stimmungswechsel, ohne einen wirklichen Anlass dafür zu erkennen. Und immer sind es mein Sohn u ich, die es abbekommen, nicht etwa seine Verwandtschaft, zu denen ist er immer sehr freundlich und charmant. Bei mir wird er von 0 auf 100 auch schon mal laut. In unserer Anfangszeit hat er gefühlte 593 Mal Schluss gemacht, um zwei Stunden später doch bei uns zu bleiben.

    Wie soll ich ihm helfen? In seine Familie ist AD(H)S schon zwei Mal mit Diagnose vorgekommen. Beide haben sich aber Strategien angeeignet, mit denen sie das ganz gut im Griff haben.

    Bin um jede Hilfe dankbar.

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Unsere Beziehung und ADS

    Anscheind seid ihr seine Familie und dann funktionieren bestimmte dinge nicht. Sich von seinem Partner "bemuttern" lassen, fällt schwer.

    1. besuch mal eine selbsthilfegruppe
    2. Sport und soziale Kontakte wirken wunder (fahrradurlaube, Radtouren, etc. )
    3. ggf. evtl. (aber erst nachdem du 1. gemacht hast): Coach / Psychotherapeutische betreuung -
    4. kann nix zu sagen, ist schriftlich immer schwierig .... kenne keine Hintergründe, etc.

    Hut ab, das du so geduldig bist - hat bei meinen Partnerinnen immer gefehlt.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Unsere Beziehung und ADS

    Das mit der Selbsthilfegruppe werde ich jetzt mal in Anspruch nehmen u mir auch Lieratur besorgen. Vorhin hat er sich bei mir entschuldigt für sein Verhalten, dass er so viel um die Ohren hat u dass er es nicht an uns auslassen kann. Wir lieben uns u ich bin gern für ihn da, aber ein "Danke" kommt sehr selten, eher Uneinsichtigkeit "Ich hab gar kein Problem.".

    Er macht eigentlich sehr gerne Sport, aber das vernachlässigt er neben seinen sozialen Kontakten sehr ("Hab keine Zeit für sowas.").

    Er ist so, wie er ist u ich möchte ihn nicht komplett ändern. Möchte einfach nur paar Strategien, damit wir als Familie zusammen damit leben können.

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