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Diskutiere im Thema Typisches Dilemma ..Stelle ablehnen oder annehmen im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    Typisches Dilemma ..Stelle ablehnen oder annehmen

    Hallo zusammen,
    eigentlich geht es mir im Moment wieder ganz gut. Soweit, dass ich wirklich nicht weiß, was der beste Weg für mich sein könnte.
    Die Vorgeschichte ist "bescheiden" und hat damit geendet, dass ich am 22.12. meinen Arbeitsplatz verloren habe, weil ich meinen Vorgesetzten enttäuscht und die in mich gesetzten, ach so niedrigen Erwartungen nicht erfüllt habe. Für mich war es *die* Traumstelle und gefühlsmäßig die letzte Chance, irgendwie beruflich auf einen grünen Zweig zu kommen, endlich einen unbefristeten Arbeitsvertrag, endlich ein Unternehmen, das mich will, endlich die Arbeit, die mir Spaß macht und die ich leisten könnte, endlich Kollegen, die einfach nur in Ordnung sind, endlich Zukunft. Keine Zimtzicken, keine ANÜ, kein Chef, der einen betrügt und belügt.
    Aber da ich immer nur Chaos produziere, schnell den Überblick verliere, sofort mich überfordert bin, kein "Standing" habe, mich nicht wehren und verteiden, und somit meinem Chef nicht die Sicherheit gegeben habe, die er braucht (so ist er halt) - deswegen haben die mir den Stuhl vor die Türe gesetzt.
    Da sind bei mir schon die Halteleinen gerissen und ich wieder abgestürzt.

    Auf Drängen einer Bekannten habe ich mich halbherzig bei einer Firma vorgestellt und tatsächlich die Stelle bekommen. Alles bestens, oder?

    Das Arbeitsamt meint, im Moment sei ich nicht arbeitsfähig. Heute habe ich einen Antrag auf med. Reha gestellt. Wenn ich Glück habe, wird er genehmigt.

    Jetzt stehe ich da: Stelle ablehnen oder nicht. Sie ist wirklich gut, der Teamleiter weiß, welche "anderen Stärken" ich habe und würde mich da in seinem Rahmen unterstützen. Ich würde wieder Chaos produzieren, und es vielleicht wieder gerade hinbekommen. Da die die Abteilung neu aufbauen, wissen die noch gar nicht so recht, was wie geht oder gehen soll. Das wäre mein Job, alles zu definieren.
    Ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich auch diesen Job, wie die 5 anderen vorher (neben einigen Praktikumsstellen und ANÜ's) durch Chaos, Unorganisation, Dummheit und Versagen gegen die Wand fahre - oder ist es jetzt endlich die Möglichkeit, es *nicht* zu tun?

    Soll ich warten, bis ich die Reha hinter mir habe und dann nochmals probieren? Dann bin ich vielleicht ein Jahr lang wieder arbeitslos gewesen, bin fast 50 und somit schwer vermittelbar, habe den Kontakt zu meinem dritten Beruf verloren. Die Chancen, dann wieder reinzukommen, werden immer geringer.
    Im Moment noch bin ich so auf die "Traumstelle" fixiert, ich kann sie nicht "loslassen", weil meine gesamte Energie, meine gesamten Wünsche noch dort hängen - alles. Es ist das *allererste* Mal so gewesen, das ich mich fühlte, als wäre ich endlich ENDLICH irgendwo angekommen. Einfach so. Als wären es meine Schuhe, die das ganze Leben auf mich gewartet hätten. Da macht man nicht so einfach kehrt, so sehr man es sich auch wünscht. Manchmal habe ich das Gefühl, ich will nicht mehr. Nicht nochmals von vorne anfangen (diesesmal nicht nur 300 km, sondern 800 km von hier entfernt), nicht nochmals scheitern.

    Was ist, wenn die Reha nicht genehmigt wird? Bin ja nicht ständig selbstmordgefährdet, kann mein Leben noch "ganz gut" meistern. Also das bedeutet: ich schaffe es zwar nicht mehr zu kochen (aber das ist schon so lange so, weil mir es zu mühselig ist und mir nichts mehr freudig schmeckt), aber ich kann noch einkaufen, gehe regelmäßig dreimal die Woche laufen, und breche nicht zusammen, bloß weil ich die Wohnung putzen muss. Ich glaube nicht, dass ich darauf vertrauen darf, dass das klappt.

    Was ist dümmer: Stelle ablehnen oder annehmen?

    Danke vielmals für eure Meinung!

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: Typisches Dilemma

    Liebe LöwenHerz,
    das klingt kniffelig.

    ...deshalb ein kleines Brainstorming von mir...

    Darf ich Dich einmal fragen, was du nach aussen für einen Eindruck auf die Menschen machst?
    Ohne dem ganzen vorgreifen zu wollen, habe ich das Gefühl, dass du evtl. ganz anders wirkst, als Du in Wirklichkeit bist?
    Mein erster Gedanke war: Spiel mit offenen Karten, wenn es geht. - Ist natürlich auch immer abhängig von der Branche,
    aber ich glaube, eine andere Chance wirst Du kaum haben.
    So würde ich dem Chef offen und ehrlich erzählen, woher der Wind weht. Was Dir Kummer bereitet und Sorgen macht.
    Wäre denn evtl. eine flexible Arbeitszeiteinteilung möglich? Mit unterstützender Therapie nebenbei?

    So ganz grundsätzlich glaube ich aber allem Zeitdruck zwecks Alter und so zum Trotz, dass Du Zeit brauchst.
    Irgendwie scheint es, als wärst Du so sehr enttäuscht von Dir selbst...und da ist eine selffulfillig Prophecy vorprogrammiert.
    Vorallem, weil der Umzug auf nochmal mit immens viel Kraft in Anspruch nehmen wird...Keine guten Voraussetzungen.
    Mal ganz abgesehen, von dem wahnsinns Druck,der von innen und außen auf Dir lasten würde.

    Kannst Du denn nicht bei dieser alten Firma nochmal voooorsichtig anfragen, ob Du, wenn Du Deine "Defizite" etwas ausballanciert hast,
    nochmal eine Chance bekommst?
    Nach der Reha (von der ich schon glaube, dass sie genehmigt wird, ganz ehrlich).

    Hmmm, sorry, war jetzt etwas konfus das Ganze, aber ich hoffe, Du kannst dennoch etwas damit anfangen...
    Erzähl doch wenigstens mal, in welcher Branche. Kreativ?

    Viele, ganz herzliche Grüße
    Etosha

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Typisches Dilemma ..Stelle ablehnen oder annehmen

    Hi Etosha,

    (in Namibia gewesen?)

    Der Eindruck (glaube ich zumindest): kompetent, stark, durchsetzungsfähig.

    Dem alten Chef habe ich gesagt, wohin der Wind weht - als ich im Oktober letzten Jahres wusste, was Sache ist.
    Dem neuen Chef habe ich es gleich gesagt. Das Schöne ist: die haben bereits einen Chaoten bei sich - und der ist deren Goldstück, weil er so viele Ideen anbringt, dass er alle anderen im Team mit der Entwicklung und Ausarbeitung beschäftigt.

    Bei der alten Firma: sie haben zwar gesagt, sie würden mich nehmen, wenn es über Integration/Arbeitsamt gehen würde - da hege ich inzwischen den Verdacht, dass sie es bei der Kündigung nur deshalb sagten, um mich "ohne Umstände" aus dem Betrieb zu kriegen. Die wußten ja, dass mich das mitnehmen würde. Aber es war nicht die feine Art. Sie haben vorher (2 Monate vorher) darum gebeten, mit meinem Therapeuten reden zu dürfen. Ich habe eingewilligt - und sie haben es nicht gemacht! Auch als ich mehrmals nachfragte, ob sie schon ...

    Branche: Industrie. Aber da bin ich als einzelkämpfender Kreativer tätig. Mache Anleitungen.

    Oh ja, ich bin enttäuscht. Sehr - von mir, von meinem Vorgesetzten, vom Leben. Ich muss immer nur kämpfen, werde niedergeschlagen, muss aufstehen, nur damit ich wieder zusammengeschlagen werde. Nein, das ist keine gute Einstellung - und das war ja auch das Schöne, weil es sich alles gelohnt hätte, hätte die Stelle geklappt. Weil es gepasst hat. (Shit, jetzt fange ich schon wieder an, zu idealisieren - ...)

    Ich glaube nicht, dass ich darauf warten kann, dass alle Voraussetzungen einmal passen. Ich muss nehmen, was ich abbekomme, und schauen, dass ich damit zurecht komme. Das Leben ist nicht fair und keine Heilanstalt.

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