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Diskutiere im Thema Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 85

    Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    Hallo,

    vielleicht kann mir jemand helfen. Ich bin abermals zu einer Prüfung in meinem Studium nicht angetreten, da ich es einfach nicht mehr geschafft habe.

    Ich will dem Professor nun um Verständnis bitten, aber weiß nicht ganz recht, was zu gewagt klingt, oder zu heuchlerisch, bzw will ich ja, dass er Verständnis für meine Lage hat und nicht mich für den totalen "Psychopaten" auf Medis hält:

    Sehr geehrter Herr XXX!

    Eigentlich wollte ich persönlich mit Ihnen sprechen, jedoch arbeite ich neben dem Studium 25 Stunden die Woche und bekomme Montags keinesfalls frei, es sei denn, ich würde eine ganze Woche Urlaub nehmen.
    Im Sekretariat wurde mir gesagt, ich soll Ihnen einfach eine Email schreiben.

    Ich bin diesen Montag nicht zur schriftlichen Prüfung in ABWL angetreten.

    Das ist nun das 3. Semester, in dem ich negativ bewertet würde, da ich noch keinen Prüfungstermin in diesem Fach wahrgenommen habe.

    Das 1. Mal hatte ich mich angemeldet, bin jedoch nie zur Übung erschienen und hatte aus unten angeführten Gründen vergessen, mich abzumelden, bzw. nach Erhalt der Note Einspruch zu erheben.
    Das 2. Mal hatte ich die Übungen bestanden, bin jedoch bei keinem der Prüfungstermine angetreten, am letzten Termin in jenem Semester bin ich an stressbedingter Gürtelrose erkrankt, ich hatte Ihnen auch eine Mail geschrieben, jedoch keine Antwort erhalten und mich aus unten angeführtem Grund dann auch nicht mehr darum gekümmert.

    Im September 2009 habe ich an der Sommerlehrveranstaltung zu ABWL teilgenommen und die Übungen abgeschlossen.

    Am 12. Februar 2010 wurde bei mir ein vererbbarer Gendefekt mit Namen "Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätssyndrom" oder kurz ADHS mit einhergehender Angststörung nach ICD 10 und DSM IV diagnostiziert.
    Aufgrund der sich daraus ergebenden Einschränkung meiner kognitiven Fähigkeiten, ins besonders einer Lern- und Aufmerksamkeitsschwäche und der daraus resultierenden Prüfungsangst, teilweise auch bedingt durch diverse Misserfolge seit der 3. Klasse AHS, hatte ich bisher enorme Probleme in meiner gesamten Schul- und Universitätslaufbahn, sowohl was das Einhalten und Organisieren von Terminen, als auch das Lernen an sich betrifft.

    Ich habe seit dem 1. Semester eigentlich kaum Vorlesungen besucht, und wenn, dann nie was dabei gelernt oder behalten, und mein ganzes Lernverhalten hat sich in meiner Vergangenheit auf ca. 24 Std vor der Prüfung beschränkt, es fehlt mir ein "Berg" von Allgemeinwissen und Vorwissen, da im Langzeitgedächtnis eigentlich kaum was hängen geblieben ist.
    Meine Aufmerksamkeitsspanne liegt zwischen 10-20 Minuten, was das Lernen von umfangreicheren Inhalten eigentlich bis jetzt nahezu unmöglich gemacht hat.

    Ich bin nun seit Ende März in Behandlung, wobei es weitere 1 ½ Monate gedauert hat, bis ich mit dem Arzt die passenden Medikamente gefunden hatte, und es stellt sich, unterstützt durch eine medikamentöse Behandlung, nach und nach Besserung ein.

    Da ich jedoch seit 28 Jahren organisatorisch im totalen Chaos lebe, und mich erst in die gesamten Umstände einleben und einfinden muss, und ich mir aufgrund der oben genannten Gründe in der ABWL Vorlesung kaum etwas gemerkt habe, habe ich mir sehr schwer getan, innerhalb des einen Monats, in dem ich nun erfolgreich behandelt werde, den gesamten Stoff nachzulernen, zumal meine Aufmerksamkeit noch immer ziemlich schwankt.

    Aufgrund dieser Benachteiligung, die nachgewiesen weitervererbbar und genetisch bedingt ist und auch als psychische Behinderung anerkannt ist, bitte ich Sie darum, eine Ausnahme zu machen und mich im Herbst noch für dieses Semester antreten zu lassen.
    Ansonsten bliebe mir nur eine kommissionelle Prüfung, was für mich mit einem Studiumsende gleichzusetzen wäre, da ich momentan dem Stress einer so wichtigen Prüfung nicht standhalten würde.

    Ich bin sehr motiviert und lerne jeden Tag ein wenig mehr und mache mal kleinere, mal größere Fortschritte.

    Ich würde nie eine Krankheit vorschieben, um mir Vorteile anderen gegenüber zu verschaffen. Da ich persönlich schon genug und um vieles mehr für das wenige gekämpft habe, das ich in meinen 28 Jahren erreicht habe (laut Arzt ist es nur meinem starken Willen zu verdanken, dass ich überhaupt die Matura geschafft habe, ein Großteil der Patienten des Arztes sei bei Diagnose "ADHS im Erwachsenenalter" nicht bis zur Matura gekommen ), bitte ich Sie um Nachsicht.


    Anbei finden Sie noch zwei Arztbriefe mit der Diagnose.

    Eine ausführliche Diagnose und den gesamten Krankenbericht mit sämtlichen Krankenhausaufenthalten sende ich gerne bei Bedarf nach, oder bringe sie im Sekretariat vorbei.

    Ich bitte Sie, meinen Gesundheitszustand als vertraulich zu behandeln.


    Hochachtungsvoll,
    Wahrscheinlich ist das mit der WHO übertrieben, aber kA wie ich ihm sonst klarmachen soll, dass es eine anerkannte Einschränkung ist, und ich dadurch sehr wohl das Recht habe, dass er mir entgegenkommt, ich will ihn jedoch andererseits keinesfalls vor den Kopf stoßen.




    Hat wer einen Rat? Was sollte / könnte ich anders schreiben?

    lg, Cowboy
    Geändert von Cowboylx (30.06.2010 um 18:09 Uhr)

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    Lieber Cowboy

    Ich finde es gut, dass du versuchst auf diesem Weg eine Erklärung für die Situation zu liefern.

    Ich kenne mich mit den Gegebenheiten in Österreich leider nicht aus und kann dir daher nicht direkt Hilfe anbieten.

    Aber ich kann dir schreiben was mir so durch den Sinn geht:

    Statt der WHO wäre der Hinweis auf die Diagnose nach ICD 10 oder DSM IV vielleicht aussagekräftiger.

    Was hast du für ein Verhältnis zu deinem behandelnden Arzt?
    Besteht die Möglichkeit, den Antrag gemeinsam mit dem Arzt zu verfassen?
    Gibt es an deiner Uni so eine Art Ombutsstelle?
    Oder die Möglichkeit von Tutoren?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr hilfreich sein kann eine "offizielle oder anerkannte Person" zur Seite zu haben, die dich dabei unterstützen kann.

    Der Brief enthält viele wichtige Informationen und bietet eine Grundlage für einen Antrag. Aber da gibt es sicher einige Formsachen zu beachten.

    Ich hoffe die Österreicher hier im Forum können dir noch mehr Hilfestellung geben.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell Hilfe bekommst.

    Herzliche Grüsse
    Pucki

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    Hallo, Danke für die rasche Antwort!

    Also den behandelnden Arzt erreich ich derzeit nicht, da ich die Behandlung zu Hause, 350km entfernt von meinem Studium, mache.

    An der Uni gibt es ein Stelle, aber nur einmal die Woche und nur zu unmöglichen Zeiten.
    Ich wollte es einfach mal mit einem Mail probieren und mal sehen, was er sagt, und wenn er nein sagt, kann ich mich immer noch an die Uni "Beeinträchtigtenbeauftra gte" wenden, oder?

    Die Tutoren sind in diesem Fall komplett zu vergessen, das sind selbst nur Studenten und mit der kleinsten Zusatzaufgabe total überfordert.


    Es wäre von daher kein offizieller Antrag an die Prüfungskommission, sondern eine Bitte um Kulanz beim Prof.

    Danke für deine Antwort! Das mit der WHO hab ich ausgebessert.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    Hallo Cowboy,

    findes es erst mal gut, dass du es versuchst, über den Kulanzweg einen weiteren Prüfungstermin zu erlangen.

    Zu deinem Brief fallen mir konkret folgende Dinge ein:

    Den Absatz "ich habe seit dem ersten Semester...." würde ich komplett streichen bzw. durch die Aussage: "meine Aufmerksamkeitsspanne ist krankheitsbedingt starkt verkürzt und wird erst nach guter medikamentöser Einstellung zufriedenstellend sein" ersetzen.

    Eine Aufmerksamkeitsspanne von 20 Minuten kann sich ein Normalo nicht vorstellen und wird dich deshalb womöglich für nicht studienfähig ansehen. Der HInweis auf die Medikation kann aber ziehen, weil das ja die Aussicht auf positive Erledigung des Lernstoffs - aber eben erst in ein paar Monaten - mit sich bringt. Ich würde in diesem Sinne auch auf so dramatische Aussagen wie "das würde das Studiumsende bedeuten" verzichten, kann mir nicht vorstellen, dass deinen Prof das interessiert.

    Andererseits wäre es günstig, wenn du Aktivität erwähnen könntest. Damit meine ich, dass zb ein früherer Bekannter mit ADHS und einer komorbiden Störung an der Uni Wien Studienassistenz und Sonderkonditionen bei Prüfungen bewilligt bekommen hat. Ich weiss jetzt nicht, wohin er sich da gewendet hat und habe auch in letzter Zeit keinen Kontakt mehr.

    Es wäre aber günstig wenn du dich in der Richtung schlau machst bzw in dem Brief erwähnst dass du auf der Suche nach einer solchen Unterstützung bist. Dann wäre die Bitte um Nachsicht in diesem speziellen Fall ja nur ein Vorgriff auf einen möglichen Sonderstatus analog zu behinderten Studierenden. Dass sich durch die Medikation dein Lernverhalten kurzfristig in den Normalbereich bewegt, ist ja realistisch gesehen kaum zu erwarten.

    Ist jetzt aber nur meine persönliche Meinung.

    Grundsätzlich würde ich empfehlen, dass der Text das Ausmaß von einer Din A4 Seite nicht übersteigt und gut lesbar abgefasst ist, sonst wird er nicht gelesen.

    ich hoffe, das hat dich jetzt nicht restlos verwirrt

    lg
    lola

  5. #5
    fakier

    Gast

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    hi
    hab ehrlich gesagt grade nicht lust alles zu lesen, weil meine aufmerksamkeitz spanne auch zu gering ist.
    genrell wuerde ich sagen, klar schreib deinem prof ne mail, lege ihm das da.
    aber nun ja all zu viele hoffnungen wuerde ich mr nicht machen. du hast wiederholt nicht teilgenommen, und dich nicht einmal abgemeldet.
    ich weiß selber wie schwer das ist alles auf die reihe zu bekommen, weil du ja auch noch arbeitest. aber ganz ehrlich, du hast da ganz schlechte karten, weil es gibt einfach reglen und irgendwie musst du deine zulassung zum studium ja auch bekommen haben. nun ja, versuchs.. aber nun ja... so hart das klingen mag
    bye

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 703

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    wenn der prof nicht reagiert oder wenig bis kein verständnis zeigt (finde dein schreiben sehr gut formuliert!),dann geh zum behindertenbeauftragten der uni(oder wie auch immer derjenige bei euch in österreich heißt).die helfen vermitteln und setzen deine rechte durch.
    aber schon gut,erstmal selbst zu probieren.
    denk in zukunft dran,das prüfungsamt und andere dozenten zu informieren.bei mir wissen ein paar dozenten genauer bescheid und das ist auf jeden fall hilfreich-mir wurde zb wegen zu oft fehlen eine extraarbeit aufgegeben,statt dass ich aus dem seminar fliege.bei einer anderen dozentin bekomme ich einen einzelraum für eine klausur usw...
    viel erfolg!

  7. #7
    fakier

    Gast

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    hi
    mh bei allem verstaendis, und ich bin selber mit meinem leben ueberfordert. aber, ihr seid keine kinder mehr. es gibt keinen grund staendig zu fehlen, dann ist studium das falsche.
    na ja

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 703

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    @fakier:
    ich hab nicht ständig gefehlt.in einem seminar 1 mal zuviel.nicht mehr.ich nehm das auf jeden fall ernst.wollte seit der 5.klasse studieren und stand dann nachher durch physische krankheit mit abgang 9. klasse da-und holte abi nach.ich bin längst nicht so schwach,wie du vllt denkst...hab mir all das erarbeitet und nehm nix auf die leichte schulter.und ganz sicher nicht mein studium,das die erfüllung eines traums für mich bedeutet.

  9. #9
    fakier

    Gast

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    na denn ist doch gut

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 703

    AW: Brief an einen Professor; Bitte um Hilfe / Ratschlag

    fakier schreibt:
    na denn ist doch gut
    ja eben
    sorry hab heute einen meiner ganz empfindlichen tage...hast generell natürlich recht

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