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Diskutiere im Thema Wie erzähl' ich es den anderen im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    wup


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Hallo Hiruseki!

    Ich kann mich da nur anschließen, In Deutschland ist man sehr schnell stigmatisiert, wenn man auch nur einen Psychologen/Psychotherapeuten aufsucht.
    Man sollte es nur Leuten mitteilen, wenn es wirklich notwendig ist oder man ihnen vertraut. Aber selbst bei Vertrauenspersonen immer daran denken, daß sich das Verhältnis abkühlen kann und die Informationen gegen einen verwendet. Gerade im Arbeitsbereich sollte man sehr genau abwägen, ob man jemandem überhaupt etwas mitteilt. Denn spätestens wenn eine besser Stelle innerhalb des Unternehmens zu vergeben ist, kann sich der nette Kollege plötzlich als äußerst hinterlistig herausstellen, indem er die Info inoffiziell den Entscheidungsträgern zusteckt.

    "Mein Kollege ist heute aber wieder sehr zerstreut. Hat wohl wieder die Pillen vergessen."

    "Welche Pillen? Wieso?"

    "Ach das wissen sie noch nicht? Der hat doch psychische Probleme, nennt sich ADHS oder so."

    "Aha. Nein das wusste ich noch nicht."

    "Jaja, der nimmt Pillen und ist beim Psycho in Behandlung. Das ganze Programm. Aber von mir haben sie das nicht."




    wup

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 61

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Hi Wup,
    genau so sehe ich es auch.
    LG

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Hallo Hiruseki !

    Auch wir haben einen Sohn, bei dem vor 3 Jahren ADHS diagnostiziert wurde. Da er aber
    zusätzlich Legasthenie und Diskalkulie hat, wir ihn aber gerne auf die Regelschule bei
    uns am Ort schicken wollten, sind wir direkt sehr offensiv mit dem Problem umgegangen.

    Sowohl der Rektor als auch seine Klassenlehrerin waren sehr offen und kooperativ. Meine Frau stand in ständigem Kontakt mit ihnen und über sämtliche Probleme wurde sachlich geredet. Da sich schnell herausstellte, daß unser Sohn zu starke Defizite hatte um hier bestehen zu können, wurde er natürlich, so wie es kommen musste, zum Klassenclown. Es war schliesslich unsere Entscheidung, ihn doch zu einer Förderschule zu schicken. Hier ist er nun gut integriert und geht gern zur Schule.

    Was ich jedenfalls damit sagen will, ist, daß man nicht unbedingt nur negative Erfahrungen machen muss, offensiv mit dem Problem umzugehen. Wir haben gemerkt, daß es von Vorteil ist nicht nur Verständnis zu erwarten, sondern auch Verständnis für evtl. Vorbehalte des Gegenüber aufzubringen. Frei nach dem Motto "wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus !"

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 61

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Hallo Dr. House
    Was ich jedenfalls damit sagen will, ist, daß man nicht unbedingt nur negative Erfahrungen machen muss, offensiv mit dem Problem umzugehen. Wir haben gemerkt, daß es von Vorteil ist nicht nur Verständnis zu erwarten, sondern auch Verständnis für evtl. Vorbehalte des Gegenüber aufzubringen. Frei nach dem Motto "wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus !"


    da stimme ich dir zu
    Ich kenne auch Fälle, da klappt die Zusammenarbeit mit der Schule von Anfang an sehr gut - keine Frage
    bei uns hat es 2 Jahre bis zum Lehrerwechsel gedauert
    Ich persönlich wünschte, dass alle Kinder von Anfang die Hilfe und das Verständnis bekommen sollten und denke, dass dies aber mit einer weiteren Aufklärung und Information der Kindergärtnerin/Lehrer besser werden wird.
    Dafür, das AD(H)S zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter zählt kommt es dennoch sehr oft vor, das Eltern, und letztlich ihre Kinder, Probleme mit den Lehrkräften haben. Eines der am weit verbreitesten Probleme besteht darin, das die Lehrkräfte das AD(H)S als Modediagnose abtun, und dem Kind entsprechend viele und große Steine - oft mit Absicht - in den Weg legen.

    Dies kann, wenn man diese entsprechende Person/en nicht darüber in Kenntnis setzt vermieden werden. Ich stelle dann an diese Personen auch keine Erwartungen in Bezug auf deren Verständnis.

    Mein Sohn berichtet mir immer wieder, dass ein Klassenkamerad AD(H)S derzeit von der Schulleitung regelrecht ungerecht behandelt und abgestraft wird.
    Klar wäre es Sache der Eltern hier einzuschreiten, aber die stoßen auf taube Ohren und Intoleranz der Schulleiterin (da dies schon mehrfach auch in der Vergangenheit vorgekommen ist, habe ich den Verdacht, dass diese Rektorin diese Schüler von der Schule haben will und damit auch Erfolg hat. Aus der Klasse
    meines Sohnes haben mehrere Schüler aus ähnlich gelagerten Gründen die Schule verlassen - frei- und unfreiwillig.
    (der Elternbeirat ist nun tätig geworden und will erreichen, dass diese Rektorin als unfähig abgesetzt wird - da gibst wohl noch Anderes)

    Jedenfalls bin ich persönlich der Meinung, bevor man sich oder sein Kind outet, sollten die feinen Antennen ausgefahren werden um nicht blind in einen Sturm zu
    laufen.

    LG *heute ist nicht mein Tag um zu schreiben

  5. #15
    wup


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Hallo.

    Das Problem ist, daß viele Lehrer nicht nur unglaublich inkompetent sind (ich kann von einem Lehrer schon ein gewisses Grundwissen über Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern erwarten), sondern auch völlig unwillig. In meiner Klasse gabs mal einen mit einer Tic-Störung. Der mußte sogar von einem Lehrer Spott über sich ergehen lassen. Viele Lehrer betrachten die Schüler als notwendiges Übel, das sie für ihren Broterwerb "ertragen" müssen. Und wenn die Kinder nicht so sind, wie sie sie gerne hätten werden sie beleidigt und vor der Klasse herabgewürdigt. Das ist zumindest in Berlin in meiner Schulzeit so gewesen. Ich selbst wurde sogar mal von einem Lehrer in ein Nebenzimmer gezogen und geschlagen. Beweisen konnte ich es natürlich nicht. Von einem Mitschüler hatte ich mal während des Unterichts bei einer völlig überforderten Lehrerin einen Faustschlag ins Gesicht bekommen. Ich konnte kaum noch meinen Kiefer bewegen. Als ich beim Direktor deswegen war, hat der was gemacht? Nichts. Dem ging das am Arsch vorbei.



    wup

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Soweit ich weiß ist es arbeitsrechtlich tatsächlich so, dass Du zu Krankheiten keine Angaben machen musst, es sei denn, du arbeitest in einem Beruf der durch Deine Einschränkung beeinträchtigt wird. Das wird in solchen Berufen aber in der Regel abgefragt.... Mit ADHS ist man ja in der Regel nicht berufsuntauglich, es sei denn, Du bist Fluglotse....

    Mit den Medis muss man natürlich aufpassen wegen Fahrtauglichkeit von Maschinen und Fahrzeugen. In dem Fall würde ich auf jeden Fall bescheid sagen, ohne genaue Angabe, welche Art von Medis.

    Ansonsten sehe ich die Sache genauso, wie die anderen. Da zwar jeder in Ordnung findet, wenn Du einen hohen Blutdruck hast, aber wenig Akzeptanz und Wissen zu psychischen Problemen zu erwarten ist, sollte man mit einem outcoming eher zurückhaltend sein.

    Wegen der langen Krankschreibung und den Schwierigkeiten, die Du vorher hattest, könntest Du Dir eine "Deckdiagnose" zulegen. Damit nimmst Du Zweiflern den Wind aus den Segeln. Sehr günstig machen sich da Schilddrüsenprobleme, da das Hormondefizit auch das Verhalten beeinflusst - da haben viele schon was von gehört. Außerdem dauert die entsprechende Medi-Einstellung auch ähnlich lange, wie unsere....

    Der Aufwand lohnt sich aber nur, wenn Du den Job weitermachen willst. Ansonsten ist das reine Zeitverschwendung und Du steckst die Energie lieber in den nächsten Job...

    Die Reaktionen in meinem Umfeld gingen von "keine Reaktion und Themenwechsel" bis zu "Ja und, das wusste ich doch schon..." Losgesagt hat sich von mir deswegen soweit niemand, aber ich glaube, man hält sich privat Leute vom Leib, die man sowieso nicht um sich haben möchte...

    LG Marta

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Marta schreibt:
    .
    Der Aufwand lohnt sich aber nur, wenn Du den Job weitermachen willst. Ansonsten ist das reine Zeitverschwendung und Du steckst die Energie lieber in den nächsten Job...
    Hallo Marta.
    Das ist ja auch das Dilemma bei mir. Ich weiß im Moment gar nicht, was ich überhaupt will. Einerseits macht mir der Beruf als Elektroingenieur unheimlichen Spass. Ich beschäftige mich auch privat gern mit Themen bezüglich dieses Themas.

    Über meine Arbeitskollegen kann ich auch nichts negatives sagen. Die sind durch die Bank alle sehr nett und auch hilfsbereit.
    Andererseits habe ich das Gefühl, daß ich bei der Arbeit seit Monaten nur auf der Stelle trete. Ich merke auch, daß ich dem Tempo mit dem wir die Arbeit schaffen sollen einfach nicht gewachsen bin.

    Da ich mit meinem Chef auch schon aneinandergeraten bin, als er meine Arbeitsleistung bemängelte, erwarte ich von Ihm allerdings nicht sehr viel Verständnis, was ich in gewisser Weise sogar verstehen kann. Der lange Anfahrtsweg zu meiner Arbeitsstelle (80 km für einen Weg; hin und zurück brauche ich an manchen Tagen 3 Stunden) tut sein übriges.

    Wenn man mich jetzt fragen würde, ich gäbe direkt den Job auf und wollte mich auf etwas neues konzentrieren. Aber mittlerweile weiß ich auch, daß es beim nächsten Job ohne etwas zu tun ähnlich ausgehen würde.

    LG
    Dr.House

  8. #18
    wup


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Hallo Dr.House.

    Warte doch erst einmal die Diagnose ab. Letztendlich hängt ja auch vieles davo ab, was nun mit dir los ist und ob/wie du dich behandlen läßt.



    wup

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Hallo wup,

    du hast recht, bevor man sich outet sollte man wissen, was man hat.
    Das Problem ist nur, daß ich im Moment krank geschrieben bin. Aber ich habe Martas Vorschlag beherzigt und mir eine Scheindiagnose einfallen lassen, die recht plausibel klingt. Man will ja auch irgendetwas erzählen, falls sich ein Arbeitskollege nach dem Befinden erkundigt. Es ist von denen ja auch nur nett gemeint, wenn sie sich mal melden. Ein schroffes "Das geht dich nichts an !" hat dann wirklich keiner verdient.

    LG
    Dr.House

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Wie erzähl' ich es den anderen

    Ich hoffe, Du findest schnell Hilfe. Erfahrungsgemäß dauert es aber mit der Diagnose und Medikamentierung länger, als man denkt.

    Wie gesagt, ein outing ist meist nicht von Vorteil, vor allem, wenn es sich um Kollegen handelt. Irgendjemand findet sich immer, der solch ein Wissen gegen Dich verwendet.

    Auch sonst halte ich mich jetzt meist zurück. Seit ich es einigen Leuten im Bekanntenkreis von meiner Diagnose erzählt habe, wird tatsächlich alles darauf abgewälzt. Jemand holt mich zu spät ab und wir sind unpünktlich - ADS. Ich stehe im Stau wegen eines Unfalls und bin unpünktlich - ADS. Ich erscheine nicht zu einem Termin, weil ich nicht informiert wurde - ADS. Es geht generell niemanden etwas an, es ist ja schließlich nicht ansteckend.

    Heute würde ich es nur erzählen, wenn ich es als nötig ansehe. Wenn man z.B. manche liebgewonnene Leute immer wieder enttäuscht, und sie annehmen müssen, man sei gedankenlos oder oberflächlich. Meine Schwiegermutter findet meine Diagnose z.B. ziehmlich cool. Sie scheint fast stolz darauf zu sein, dass ich trotzdem noch so einiges gebacken kriege...

    LG Marta

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