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Diskutiere im Thema guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Hi Miteinander!

    Von einem Neurologen bekam ich kürzlich zu hören, dass ich kein ADS haben könnte, da meine Schulnoten zu gut waren.

    Ich bin sehr verunsichert. Beim Lesen der ADS Symptome schien es mir wie Schuppen von den Augen zu fallen: Hier - endlich!!!! Die Erklärung für Jahrelanges sich selbst Quälen. Ich weiß einfach, dass bei mir etwas nicht stimmt. Wenn "es" endlich einen Namen bekommen würde, würde ich vor Erleichterung in Tränen ausbrechen. Auch meine Freundin meinte, dass das alles auf mich passt.
    Der Test steht noch aus ... aber


    ich würde gerne von euch wissen, ob mittelmäßige bis gute schulische Leistungen ein sicheres Ausschlusskrieterium darstellen. Mein Abischnitt liegt bei 2,5.


    Ich habe nie viel gelernt, da ich große Konzentrationsprobleme hatte.

    Kurz vor Knapp war aber die Versagensangst so groß, dass ich in kürzester Zeit das Nötigste in meinen Kopf schaufeln konnte. (Weiß auch nicht wie ich das geschafft hab)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 47

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Hallo,

    ich war in der Schule damals eher guter Durchschnitt, hatte nie große Lust was für die Schule zu tun. Erst in der 9ten Klasse ging mir auf, das es vielleicht besser wäre sich mal ein bisschen auf den Hosenboden zu setzten. Habe dann nach der 10ten die Schule mit dem erweiterten Sekundarabschluß verlassen, was nie ein Lehrer für möglich gehalten hätte.
    Habe dann eine 3 Jährige Ausbildung gemacht, die Zwischprüfung total verhauen, Abschlußprüfung mit Auszeichnung von der IHK bestanden.

    Komisch war und ist halt, wenn ich wirklich geht das lernen, zwar auch meist immer kurz vor knapp und wenn die Arbeiten dann geschrieben waren, war dann manchmal auch der Stoff aus dem Kopf wieder weg.

    Ich denke das mittelmäßige bis gute bzw. sehr gute Schulnoten kein Ausschlußverfahren ist. Auch hat der IQ nicht mit ADS oder ADHS zu tun.

    Ach und ADHS Diagnose erst im Erwachsenenalter.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 98

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Hallo!

    ich kann dich trösten; vor allem als Kind galt ich als eine der besten Schülerinnen, obwohl alle (Lehrer und Eltern) mir immer zu verstehen gaben, dass sie wissen, dass ich zu mehr fähig wäre, wenn ich nicht so faul wäre (Lieblingsthema Flüchtigkeitsfehler)...

    Ich hatte einfach Glück, dass ich ein gutes Gedächtnis hatte und mir Dinge schnell und einfach im Kopf blieben. Das ging bis zum Gymnasium so, danach war ich noch besserer Durchschnitt.

    Einerseits dachte ich immer, das hätte daran gelegen, dass ich nie "gelernt" hätte, zu lernen, da ich bereits vor der Schule lesen und schreiben konnte und meine Leistungen immer gut waren.

    Andererseits versuchte ich mich mir selbst und meinem Umfeld gegenüber vorzumachen, dass ich ja keine Probleme hätte und lieber meine Freizeit geniesse, als mich um gute Noten zu kümmern. Danach würde ja am Ende eh keiner mehr fragen. Bestanden sei bestanden.

    Im Rückblick muss ich nun aber zugeben, dass ich verdammt darunter gelitten habe, mich nicht zum lernen aufrappeln zu können. Es wurmte mich immer extrem, wenn Kolleginnen, die augenscheinlich weniger vom Thema verstanden, besser abschlossen als ich...

    Ich hab meine Diagnose seit knapp 2 Monaten. Meine Psychiaterin meinte, es gäbe ja Hinweise auch auf Zusammenhänge von ADS mit Hochbegabung... keine Ahnung ob das hier reinpasst...aber auf jeden Fall sind gute Noten kein Grund, ADS a priori auszuschliessen.

    LG
    Kit

  4. #4
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 47

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Es ist nicht zwangsläufig ein Widerspruch:

    Leistung in der Schule ist meiner Meinung nach zum Großteil von Motivation und Anleitung durch Lehrer abhängig. Ich war in der Grundschule ein wirklich guter Schüler, die Lehrerin da war noch vom alten Schlag, mit durchaus autoritären Einschlägen. Als wir ein paar Wochen eine andere Lehrerin hatten, ging es bergab, die anderen kamen aber auch nicht so gut mit ihr zurecht.

    Immer dann, wenn ich in Klassengemeinschaften kam, wo ich bei Schülern und Lehrern "untendurch" war, gingen auch die Leistungen in den Keller.

    Ich war zwar auch schon in der Grundschule zappelig, vergesslich und trödelig, verlor dauernd Schlüssel, Portemonaie und ähnliches, richtig durch schlug das ADHS aber erst in der Mittelstufe mit Einsetzen der Pubertät: Ich machte meine Hausaufgaben abends immer später, irgendwann kritzelte ich morgens auf dem Schulweg noch was hin, und letztlich machte ich sie gar nicht mehr. Ich KONNTE sie gar nicht mehr machen, weil ich den "inneren Schweinehund" nicht überwinden konnte, selbst, wenn ich mir vornahm, sie zu machen und mich nicht hinter einer Rebellenhaltung verschanzte.

    Das Problem mit den Hausaufgaben bestand bis zum Abi fort, fast alles, was ich gelernt und an Schulleistung erbracht habe, hab ich im Unterricht erbracht, und letztlich besteht es heute weiter fort, wenn ich selbstorganisiert unangenehme Aufgaben erledigen soll, die Konzentration erfordern (z.B. Formalitäten erledigen, wie Steuererklärung).

    Ich hab allerdings auch wegen der relativ guten Grundschulzeit nur einen "ADHS-Verdacht" diagnostiziert bekommen; da sind die Ärzte wohl übervorsichig. Eine andere Ursache für meine Problematik kann ich aber nicht erkennen.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Hi,
    ich glaube nicht das es immer am Adhs liegt. Ich war in der Schule früher auch immer gut und habe nichts dafür gemacht. Meiner Meinung nach liegt das mit an der Wahl der Schulform. Wenn man eine leichte Schulform wählt so kann es einem recht leicht gemacht werden obwohl man nicht ruhig sitzen kann ect. konzentrieren. Bei mir fiel das auch erst richtig auf mit den Problemen als ich von der Hauptschule (mit Realabschluss) auf die Gymnasiale Oberstufe kam. Da zeigen sich meine probleme und Schwirigkeiten schon deutlicher. Ich hioffe ich konnt dir ein bissel weiter helfen :-)

  6. #6
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Vielen Dank erstmal für euere Antworten!

    Ich erkenne mich wieder mal in fast allem was ihr von euch erzählt.

    Makrospkopisch gesehen, war ich in der Schule immer im oberen Durchschnitt.

    Mikrospkopisch gab es aber durchaus Höhen und Tiefen. In Mathe pendelte ich immer zwischen 3 und 4 - bis ich irgendwann auf die 6 abrutschte, das Jahr wiederholte und mich dann bis auf die 1 verbesserte.
    Das habe ich nicht durch extrem harte Arbeit geschafft, sondern indem ich mich in den Mathelehrer verliebte - - - - und plötzlich hat mich Mathe interessiert. (Meingott ist mir das heute peinlich! Naja, aber geholfen hats)


    Die Noten hingen bei mir immer nur an zwei Faktoren:

    1) Interessiert mich der Kram?
    2) mag ich den Lehrer oder nicht?

    lol

    Uni ging dann GAR NICHT. Es war ein Ding der Un-mö-glich-keit 90 Minuten am Stück konzentriert zuzuhören. (In der Schule ist der Unterricht ja noch eher interaktiv)

  7. #7


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Hallo

    webweib schreibt:
    ich würde gerne von euch wissen, ob mittelmäßige bis gute schulische Leistungen ein sicheres Ausschlusskrieterium darstellen. Mein Abischnitt liegt bei 2,5.
    Mit Sicherheit nicht.

    Während der Schulzeit hat man als AD(H)S-Betroffene(r) den Riesen-Vorteil, dass einem die Strukturen zum Großteil von außen vorgegeben werden.

    Das endet dann aber typischerweise spätestens dann, wenn man ein Studium anfängt (bzw. das versucht), denn dort ist Selbstorganisation gefragt und das ist dann auch der Punkt, an dem bei vielen nicht nur die schulische Leistung, sondern auch sämtliche Aspekte des sonstigen Lebens zusammenbrechen.

    Ausnahmen gibts natürlich auch hier.

    Bisschen Lesestoff zu diesem Thema noch hier aus dem Forum:

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...luss-habt.html





    Liebe Grüße,
    Alex

  8. #8
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    Forum-Beiträge: 11

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Alex schreibt:

    ....

    Das endet dann aber typischerweise spätestens dann, wenn man ein Studium anfängt (bzw. das versucht), denn dort ist Selbstorganisation gefragt und das ist dann auch der Punkt, an dem (...) auch sämtliche Aspekte des sonstigen Lebens zusammenbrechen.
    BINGO!!!!

    Als ich mit dem Studium an der Uni begonnen habe, stürzte ich völlig in eine Lebenskriese. Das ist 6 Jahre her! Seitdem leide ich an Depressionen, habe eine Therapie angefangen (die Therapeutin äußerste den ADS Verdacht).

    Jetzt frage ich mich ob ich die Depressionen wegen ADS habe oder ob die ADS-Symptome "nur" die Depression ist.

  9. #9
    Ist hier zuhause

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    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    Ich habe zwar nie studiert, zum einen, weil ich viel zu faul war und zum anderen, weil mir das niemand (einschliesslich mir selbst) zugetraut hätte. Ich hatte aber in der Schule nicht wirklich Schwierigkeiten, den Stoff geistig zu erfassen, wenn dann nur keine Lust und immerhin meine 10. Klasse mit "sehr gut" abgeschlossen.

    Vor Kurzen musste ich in einer Eignungsfststellung, ob ich den Anforderungen einer Umschulung gewachsen bin, etliche Tests über mich ergehen lassen und auch da habe ich, obwohl ich seit 24 Jahren aus der Schule bin, durchschnittliche und überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

    Depressionen sind häufige Komorbiditäten bei ADHS.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 94

    AW: guten Noten = sicheres ADS Ausschlusskriterium?

    webweib schreibt:
    Hi Miteinander!

    Von einem Neurologen bekam ich kürzlich zu hören, dass ich kein ADS haben könnte, da meine Schulnoten zu gut waren.


    ich würde gerne von euch wissen, ob mittelmäßige bis gute schulische Leistungen ein sicheres Ausschlusskrieterium darstellen. Mein Abischnitt liegt bei 2,5.


    Ich habe nie viel gelernt, da ich große Konzentrationsprobleme hatte.
    Ich hatte auch ne 2.5 als Abschluss .. sogar mit (allerdings längerer Zeit) dann auch ein FH Diplom geschafft.. ohne Medis und Diagnose

    Erst danach lies ich mich untersuchen.. und siehe da.. es geht wesentlich besser... 2. Studium.. läuft wesentlich besser...
    Ne halbwegs gute (Schul)leistung ist sicher kein Ausschluss für ADHS , auch wenn man vermutlich dann kein extrem starkes ADHS hat.. Aber auch schwach bis mittelstarkes ADHS kann einen das Leben schon schwerer machen.. man weiß nicht was los ist, läuft seit der Kindheit zum Psychodoc ... und .. entwickelt vielleicht auch eine Sucht..

    ADHS ist nicht ADHS ... es gibt so viele Ausprägungen

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