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Diskutiere im Thema Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 3

    Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Liebes Forum,

    ich bin seit ca 2 Jahren mit einem Mitarbeiter betraut, der meiner Meinung, Recherche und fachlichen Einschätzung nach - ich bin Psychologin, allerdings nicht mit dieser Spezialisierung und in diesem Rahmen nicht direkt als solche tätig - die Diagnose ADHS hat.

    Insbesondere interessiert mich das subjektive Empfinden von Betroffenen in Bezug auf Arbeitstempo, Strukturierung von Aufgaben, Pausen, Deadlines, etc. Vielleicht können mir Betroffene in diesem forum dahingehend ein wenig weiterhelfen.

    Was mich innerlich bewegt sind Überlegungen zu Fairness und Gleichbehandlung innerhalb meines Teams.

    Ohne auf seine Person an dieser Stelle näher einzugehen - ist es sinnvoll ihn auf meinen Verdacht bzw. meine Einschätzung anzusprechen?
    Meiner Erfahrung nach reagiert er auf jede kleinste Kritik mit zuerst innerlicher und anschließend offensichtlicher Panik und ich dringe ab dem Punkt auch mittels Verständnis nicht mehr zu ihm vor. Er ist in diesen Situationen merklich hilflos und unter massivem Stress.

    In den letzten Monaten gab es vermehrt Krankenstände sowie mehreren Kollegen gegenüber unangebrachte emotionale Ausbrüche und ich werde in Kürze ein anlassbezogenes Mitarbeitergespräch mit ihm führen.

    Zur Ausgangsfrage - was meint ihr, ist mein ADHS-Verdacht für meinen Mitarbeiter unter der Annahme dass er sich selbst damit noch nicht auseinandergesetzt hat, zumutbar? Der Grund für die offene Ansprache wären Interventionen, die ihm (und uns allen, um ehrlich zu sein) zukünftig die Arbeit und das Miteinander erleichtern sollen. Ohne die Diagnose im Hintergrund würden die angedachten Interventionen (kein Internet mehr, kein Diensthandy mehr, wöchentliche vorab Stundenpläne, etc.) jedoch leicht als Schikane oder Einschränkung interpretiert werden können und ihn noch mehr unter Druck setzen..

    Gerne gehe ich bei Interesse eurerseits auf situationsspezifische Details ein.

    Ich danke euch im Voraus.

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Vor einigen Monaten hatte ich einer lieben Arbeitskollegin, die 100% ADS hat, einfach mal den Vorschlag gemacht,
    nach ADhS bei Frauen zu googlen.

    Wurde ignoriert.

    Stattdessen, wird die Tochter zum Psychodoc geschleppt... Aber egal. Ist nicht mein Leben.

    ***

    Jedenfalls, würde ich dem mal die Rechercheaufgabe geben, ob es sinnvoll ist einen ADhS ler einzustellen, weil du da wen kennst und seine Meinung dazu wissen willst.
    Alles weitere ergibt sich dann.

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 556

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    @ broadriesen: Ist ein Minenfeld, ich rate zu äußerster Vorsicht.

    Wobei das nicht heißt, dass dem Mitarbeiter gegenüber nicht eine Thematisierung von ADHS sinnvoll oder sogar geboten ist.
    Geändert von Nightshadow (13.10.2017 um 22:19 Uhr)

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.715

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Sinnvoll wäre es auf jeden Fall- wenn er es annimmt. Dann könnte die Diagnose, einen guten Arzt vorausgesetzt, ihm eine größere Lebensqualität und mehr Erfolgserlebnisse ermöglichen.

    Aber leider habe ich es noch nie erlebt, dass ein solcher Hinweis dazu führt, dass der Betreffende sich diagnostizieren lässt. Die normale Reaktion ist Abwehr. Das ist sehr schade.

    Andererseits wäre es ja wirklich schlimm, wenn jemand weiterhin keine Hilfe erhält, der dafür offen wäre, nur weil wir ihn (oder sie) nicht darauf angesprochen haben. Selbst wenn es nur einer von zehn annimmt.

    Vielleicht wirst du durch deinen Berufsabschluss ernster genommen. Ich wünsche dir viel Erfolg.

    Die angedachten Interventionen, von denen du schreibst, würden von ihm sicher so oder so als Einschränkung interpretiert! Keine gute Idee, finde ich. Und wenn er sich behandeln lässt, sind sie vielleicht auch entbehrlich.

    Besser wäre, er ist selbst mit einer Beschränkung einverstanden, wenn Internet und Telefon ihn von seiner Arbeit abhalten. Und es ist natürlich positiv von deinem Arbeitgeber, wenn er es überhaupt möglich macht, tätig zu sein bspw. ohne durch das Diensthandy erreichbar zu sein.

    Wurde ignoriert.

    Stattdessen, wird die Tochter zum Psychodoc geschleppt... Aber egal. Ist nicht mein Leben.
    @Durchreisend: Sieh das nicht so negativ. Wenn die Mutter ADHS-lerin ist, wäre es ja nicht unwahrscheinlich, dass die Tochter ebenfalls betroffen ist. Dass wenigstens diese Hilfe bekommt, ist doch schon mal ein erster Schritt.

    Und sehr viele erwachsene ADHS-ler kommen durch ihre Kinder dazu, ebenfalls Hilfe anzunehmen. Gute Kinderpsychiater sprechen das auch schon mal direkt an.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 103

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Liebe Broadriesen,

    wenn jemand einmal aufmerksamen Auges die Ursache des Chaos um mich erkannt hätte, hätte mir das viel Geld und Kummer gespart.
    Ich wäre heute im Nachhinein sehr dankbar dafür.
    Gleichwohl habe ich keinen Schimmer, ob ich vor Jahrzehnten auch dankbar gewesen wäre.

    Mir hat stets geholfen, wenn ich ungestört sein konnte, sobald ich ins "Holodeck" abgedriftet bin, also hyperfokussiert wurde (da hat mich mal ein Praktikant spaßig von hinten um den Hals gefasst; ich hätte ihn bald massakriert), und da die Geschäftsleitung und die Kollegen darum wussten, hat man mir Pausen aufgezwungen und Essen gebracht. Und auch mal ins Taxi gesteckt, wenn ich erst nachts um 3 Feierabend gemacht hab.
    Das war in allen Firmen so, in denen ich glücklich war. Da hat aber jeder gesehen, was ich malocht habe.

    In den anderen Firmen habe ich mich einfach nur überarbeitet, wurde krank, vergaß administrativen Kram, und dann folgte auch bald die Kündigung, da man mich "nicht alleine laufen lassen" konnte. Einmal schlief ich auf meiner Schreibmaschine ein; die Tastenabdrücke waren überall im Gesicht. Ich bin vor Scham fast gestorben.

    Die Chef-Sekretärin der Firma, mit der ich nun seit bald 15 Jahren eng zusammenarbeite, war nicht überrascht, als ich ihr vom ADHS berichtete. Sie sagte in etwa: "Kein Wunder, dass es mit dir nie langweilig ist. Und kreativ bist du ja für fünf."
    Wie oft musste sie mich an etwas erinnern, musste mir Listen wieder und wieder zumailen, weil ich sie verbummelt hatte, usw. - aber wir hatten den Deal dass sie mich 24/7 anrufen kann, dass ich ihr bei jedem Kreativ- oder Computer-Kümmernis aus der Patsche helfe, dass wir den Chef/meinen Kunden stets gemeinsam bearbeiten, um Neuerungen durchzusetzen - und wir hatten NIE Streit.

    Tja...
    Alles Folgende bitte unter dem Oberbegriff Zumutbarkeit verstehen:

    Bis auf wenige Einzelfälle habe ich (in der kurzen Zeit hier im Forum/ in der langen Zeit meiner Berufstätigkeit) niemanden ausfindig machen können, der oder die gern versagt und die Erwartungen seines Umfeldes enttäuscht hätte. Fast alle Fehler, die ich oder meine Mitarbeiter begangen haben, wurden in der Überzeugung begangen, das Richtige zu tun.
    Zumutbar ist meiner Auffassung nach daher alles, was dem Erhalt des Arbeitsplatzes dienlich ist; jeder Mitarbeiter gibt ja auch sein Bestes, gibt sich hin - Deiner offenbart sogar seine Verletzbarkeit innerhalb der Gruppe, indem er emotional wird.

    Aus dem was Du berichtest geht für mich nicht hervor, wie sich seine Normabweichung darstellt. Auch nicht, welche Möglichkeiten die Organisation, für die Du tätig bist, bietet. Ich würde - je nach den Ressourcen, die Dir zur Verfügung stehen - eine Fachperson zurate ziehen. Das hier geht ja nun über Personalentwicklung hinaus, über reguläre Führungsaufgaben noch mehr.

    Meiner Erfahrung nach muss jede Sonderbehandlung vom gesamten Team mindestens toleriert werden. Und sie verlangt nach einem Mehrwert des Mitarbeiters für die anderen Kollegen. Wenn Dein Mitarbeiter es sich bereits mit ihnen verscherzt hat, kann das kritisch werden.
    Andererseits - Du kannst einen großen Schritt mit dem gesamten Team nach vorne gehen.

    Ich würde das Abenteuer eingehen, wenn ich mit der Arbeit und der Leistung des Mitarbeiters zufrieden wäre.

    Lieben Gruß
    Honu

  6. #6
    Eti


    fliegFederflieg

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 848

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Na ja ich schreibe Dir mal meine Gedanken zu deinem Post.

    Nein, eine direktes Ansprechen von ADHS finde ich persönlich nicht angebracht und sogar übergriffig.
    Zum Verdacht erlätuern zu einer möglichen Diagnose ist der Chef meiner Meinung die falsche Person.
    Warum würdest Du das wollen? Was versprichst Du Dir davon?
    Ihr arbeitest zusammen und der Mitarbeiter ist nicht der Client soviel ich verstanden habe.

    Unmittelbare zeitliche Rückmeldungen (Positiv wie negativ) direkt im Alltag leben hingegen finde ich sehr wichtig.
    Wichtig ist, dass ein Chef und der Mitarbeiter einen Weg findet seine Arbeit gut machen zu können. (ich meine da durchaus auch gut ist gut genug. Denke nur an "mein Team wo ich dazugehöre; einige haben ein sehr hohes Niveau erreicht und "gut genug" ist auffalend sichtbar. Auch dann ist gut "gut genug" und sollte grossen Wert haben .)

    Anders wäre, wenn im Gespräch herauskommt, dass Mitarbeiter Hilfe möchte weil er sich z.B. nicht so gut organisieren kann.
    Dann finde ich aber ein neutraler Hinweis zu Adhs ok, z.B. dass im Bereich ADHS "soviel mir bekannt ist" die Arbeitsorganisation ein grosses Thema ist. Und da ev. einfach gute Tips zur Erleichturng seines Arbeitsalltages einholen könntest.... und vielleicht beginnt er zu lesen und er erkennt sich wieder etc.

    Unter Fairness und Gleichbehandlung im Team verstehe ich:

    - klare Aufgaben & Kompetenzen
    - klare Regeln und Strukturen (klare Arbeitszeiten oder flexible Zeiten, wer muss wann für was informiert werden etc.)
    - Freundlicher, wertschätzender, kooperation, direkter Umgang/ Rückmeldung auf den Ebenen die den Arbeitsalltag betreffen.
    Chef- Mitarbeiter und umgekehrt.
    Chef hat eine offene Türe und offenes Ohr.
    - Individualität sollte schon ein Stück weit möglich sein. In einem Team sollten Stärken und Schwächen sich ergänzen können und Platz
    haben. Es sind nie alle Gleichstark. Natürlich gehe ich davon aus, dass die Arbeit abgedeckt und fair verteilt werden kann.


    Wichtig finde ich das Gespräch suchen in diese Richtung, wertschätzend (auch negatives) auf der gleichen Ebene stehend:
    - Wie geht es Dir in der Arbeit?
    - Direktes Nachfragen:... mir fällt auf, dass du etwas dünnhäutig bist gegenüber anderen Mitarbeiterinnen...
    Ist etwas passiert? geht es Dir gut?
    - Ansprechen was aufgrund der definierten Aufgaben gut läuft und was schwierig ist.
    - Nachfragen wie es ihm geht zu den Punkten
    - Wunsch anbringen was sich ändern soll..... was sofort.....
    - Nachfragen was er dazu braucht um das ändern zu können
    - Ist er sich das bewusst? ist er erstaunt? kennt er solche Rückmeldungen von früher?
    - Klare, erreichbare Ziele definieren (S-spezifisch, M-messbar, A-aktioniert, R-realistisch, T-terminiert)
    - "darüber schlafen" zeit geben, selber lösungen zu bringn und bei 2. Termin Ziele definitv gemeinsam festlegen weiter terminieren.

    Dann fände ich konkrete Hinweise toll die helfen etwas besser machen zu können.
    Oder ein Tip das man bezüglich Selbstorganisation wahrscheinlich im ADHS Bereich fündig werden könnte......
    Anbieten, dass du dich mal umsiehst, ob du etwas finden könntest der auf den herauskristallisierten Gesprächsinhalt abgestimmt ist. Dabei die Aussagen des Mitarbeiter im Auge haben und nicht die Eigenmeinung aufdrücken.

    Mein Fazit: Ob ADHS oder nicht spielt meiner Meinung nach bei Dir nicht so eine grosse Rolle. Wichtiger ist ober ihr einen Weg zusammen findet. Und das finde ich wieder sehr menschlich und der Norm der Arbeitswelt entsprechend.

    Mir ist auch bewusst, dass wenn der Mitarbeiter ADHS hätte und sich nicht mindestens Strategien aneignen kann, die Probleme am Arbeitspatz lösen oder verbessern, kann er den Arbeitsplatz verlieren. Es gibt auch noch andere Gründe einen Arbeitsplatz zu verlieren. Auch mit einer Diagnose ADHS ist ein Arbeitsplatz nicht sichergestellt oder können dadurch besser Erwartungen erfüllt werden.


    du willst noch wissen: subjektive Empfinden von Betroffenen in Bezug auf

    Arbeitstempo
    Was willst Du gerne wissen zum Arbeitstempo?
    Jemand ist so schnell wie er ist.
    Ursache spielt eigenltich keine Rolle.
    Die Frage ist ja eher für den Arbeitgeber: Nun reicht das Arbeitstempo für die zu erledigende Arbeit ja oder nein?

    Strukturierung von Aufgaben/ Arbeitsplatz
    ist ein sehr spannedes Gebiet und es lässt sich unglaublich viel damit kompensieren.
    Allfällige Schwierigkeiten müssen aber "seinen Platz" in der Strukturierung haben und einberechnet werden.
    Sonst sind sie nicht durchführbar.

    Pausen
    sind individuell und sehr wichtig.
    Lange oder viele Pausen können teiw. mit Hyperfokus ausgeglichen werden, wenn es genug spannend ist

    Deadlines
    sind scheisse aber gehören zum Leben.
    Um die zu treffen ist die Strukturierung nicht uninteressant.
    Geändert von Eti (13.10.2017 um 23:51 Uhr) Grund: so die weitern Schreibfehler lass ich am Leben

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Ich denke, es kommt dabei einfach sehr auf dein Fingerspitzengefühl an. Du weißt ja wie man Feedback gibt aus deiner psychologischen Ausbildung – insofern würde ich zuerst einmal die ADHS bezogenen Stärken hervorheben, ohne sie natürlich mit der Diagnose in Zusammenhang bringen. Ich denke, dass auch ein Fragen nach subjektiv empfundene Schwächen und Problemen vielleicht den Weg in die richtige Richtung ebnen könnte.
    Ich könnte mir schon vorstellen, dass der Mitarbeiter unter großem Leidensdruck steht, deswegen eine Diagnostik natürlich hilfreich sein könnte.
    Personen, die sich immer gleich furchtbar angegriffen fühlen, sind wahnsinnig schwierig, aber wenn du das Gespräch in die richtige Richtung lenkst und sehr feinfühlig gestaltest könnte ich mir vorstellen, dass das für den Mitarbeiter eine große Erleichterung wäre.
    Ich habe in meinem beruflichen Umfeld übrigens auch Fachleute und frage mich immer wieder, ob die mein ADHS erkennen oder nicht. Ich bin ja der Meinung, die denken es sich alle. Für mich wäre es auch schön, da offen drüber reden zu können, allerdings ist das in meinem ganz speziellen Fachbereich ein ziemliches Tabu.


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  8. #8
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 801

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Hallo Broadriesen!
    Ich persönlich bin sehr zurückhaltend mit der Äußerung von Verdachtsdiagnosen. Eine ADHS von Traumata unterschiedlicher Art abzugrenzen ist oft nicht ganz leicht. Das Verhalten des MA kann unterschiedliche Ursachen haben, auch wenn es oberflächlich gleich ausschaut.

    Der wesentliche Unterschied zwischen traumatischen Entwicklungen und ADHS ist, dass Traumata biografisch bedingt sind, man sie also erworben hat, während ADHS angeboren ist. Das bedeutet für die Behandlung einen viel größeren Unterschied als die Frage, welches traumatische Verhaltensmuster man aus den Katastrophen seines Lebens entwickelt hat.

    Wie machst du das denn mit deinen KlientInnen? Ist es nicht dasselbe, das man zunächst einmal feststellt, was ist und wo es hakt? Ich stelle mir das im Umgang mit Mitarbeitern ähnlich vor. Eine Kommunikationsebene suchen, auf der man die Zusammenarbeit, das Teamverhalten, die Anforderungen des Jobs bereden kann. Und überlegen kann, ob vielleicht unterstützende Maßnahmen oder Beratung von außen helfen könnte.

    Wenn das nicht geht - stellt sich die Frage, ob er für den Job geeignet ist, oder? Welchen Job macht dieser MA denn in dem Team?

    Darf ich fragen, wo in Österreich du bist? Es gibt ja einige Spezialisten bei uns, vielleicht können wir dich vermitteln.

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Aber die TE will ja auch keine Diagnose vergeben und eine Behandlung beginnen, sondern sondern eine professionelle diagnostische Abklaerung anregen. Da ist es in erster Linie doch egal, was die Person wirklich hat und so rein von der Kommunikation her finde ich das schon okay. Ich würde da nicht verschiedene moeglichkeiten in den Raum stellen und erst recht keine potentielle traumatisierung.


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  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.647

    AW: Mitarbeiter auf ADHS-Verdacht ansprechen?

    Ich würde den Verdacht Vorsichtig und empathisch ansprechen.Ich bin auf die Weise auch auf den Trichter gekommen und hab eine Diagnostik angestoßen.
    Ob er bereit dazu ist kannst du nicht wissen,ich war zu dem Zeitpunkt bereit, vorher wäre das auf Granit gestoßen Einen Versuch ist es wert.

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