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Diskutiere im Thema ADHSler als Erzieher im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 16

    ADHSler als Erzieher

    Ich lese hier hin und wieder von begeisterten Erziehern und solchen, die gern welche geworden wären

    Und ich kanns nur schwer verstehen

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 16

    ADHSler als Erzieher

    Ich lese hier hin und wieder von begeisterten Erziehern und solchen, die gern welche geworden wären

    Und ich kanns nur schwer verstehen 8/

    Ich hab die Ausbildung begonnen, weil das in meinem Leben die erste war, in die ich leicht reingekommen bin. Die Schule hat mir immer den Rücken gestärkt, in der Praxis wirklich "auffällig" wurde meine Symptomatik erst vor ca 1,5 Jahren. Wenn ich in der Klasse spreche, hängen die Leute an meinen Lippen, weil ich so schön anschaulich beschreiben kann und theoretisch klug bin. Aber keiner kann sich vorstellen, wie ich einenTag durch die KiTa laufe, statt Plänen nur reihenweise Kurzschlüsse im Kopf habe, und nicht weiß, wie ich den innerlichen Druck rauskriegen kann...oder, wie schwer mir vor lauter innerer Einschüchterung der Umgang mit Kollegen fiel, und eine ganze Reihe weiterer Dinge

    Mit meinem neuen (und letzten) Arbeitsplatz hab ich im Nachhinein betrachtet, nach harter Arbeit an mir, doch Glück gehabt. Ich beginne, den Beruf voll auszuüben und zu schätzen, vor allem die aufgebauten Beziehungen zu unseren Kindern und das gemeinsame Tun. Aber das Ankommen ist immer eine unheimlich harte Phase. Das Erfüllen von persönlichen, sozialen, pädagogischen Ansprüchen und Erwartungen, von sovielen Menschen in einem Raum - ich kann sie so schwer überblicken, es zehrt mich täglich aus.

    Also meine Frage...wie kommt ihr damit zurecht? Was fasziniert eich, und was hilft euch, den Arbeitsalltag zu strukturieren?

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 42

    AW: ADHSler als Erzieher

    Hallo BlueViolet,

    Ich selbst bin Heilerziehungspfleger nach meiner Erfahrung, können Berufe im sozialen Bereich auf für uns "Chaoten" erfüllend sein.

    Dafür spricht die ausgeprägte Feinfühligkeit, die viele von uns besitzen und die Kreativität ,in schwierigen Situation zu handeln oder diese zu lösen.

    Sowie ist es ein kleiner Vorteil um Klienten oder Kinder besser zu verstehen, besonders wenn diese eine schwierige Phase haben.

    Entgegen steht, bei mir, die Bürokratie ( ich bin echt schlecht darin und jetzt schreibe ich hier, anstadt endlich mit den Entwicklungsbericht anzufangen) und das ich teilweise den Überblick verliere, sowie das vergessen von kleineren Sachen ( Essenzettel abgeben, Dokumentation, etc.), dies ärgert besonders meine Kollegen und die lassen es auch mich indirekt spüren.

    Was mich aber besonders erfreut bei diesen Beruf, ist das direkte Feedback der Klienten, Kinder, etc. welche doch sehr direkt ausdrücken, was Sie von dir halten.
    Ich liebe die Ehrlichkeit von vielen Klienten und freue mich sehr stark mit Ihnen, wenn es Ihnen gut geht.

    Das ist also meine Sicht, zu diesen Berufen ( als Betroffener )

    Liebe Grüße dephanos

  4. #4
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.735

    AW: ADHSler als Erzieher

    Hallo BlueViolet,

    magst du das etwas genauer erklären, weshalb du die Berufswahl nur schwer verstehst?

    LG, habit

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.838

    AW: ADHSler als Erzieher

    BlueViolet schreibt:

    Und ich kanns nur schwer verstehen
    Ich kann das gut verstehen. Warum kannst du das nicht verstehen?


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  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 16

    AW: ADHSler als Erzieher

    Yep, da war was schiefgelaufen. Danke an die Admins für die schnelle Reaktion!

    Vollständige Frage steht jetzt oben dabei.

    @dephanos, das freut mich sehr zu lesen, dass dir dein Beruf so gut tut! ich denke, es hat auch viel mit Selbsterfahrung und der daraus resultierenden Haltung zu tun. Mir gegenüber wurde immer wieder abwertend angemerkt, auch in Beurteilungen geschrieben, dass ich mich in Einzelkontakten vertief(t)e, weil ich bis vor kurzem die Brücke zum Gesamtblick nicht hinbekommen hab, und ein Betrieb sowas nicht gebrauchen kann. Ich finde das total toll, zielgerichtet mit einzelnen Kindern zu arbeiten, und wenn ich mehr Chancen bekommen hätte, mit Kollegen drüber zu sprechen, wäre vielleicht auch ersichtlicher geworden, dass ich mir durchaus bei allem was ich tat etwas gedacht habe. Aber ich wurde überall schnell abgestempelt als faul, als hätte ich keinen Weitblick, und dann habe ich auch noch aus Rechtfertigung diskutiert, weil man mir mit haufenweise Anschuldigungen entgegenkam...es war stellenweise katastrophal, und unter den Beteiligten war wohl bis vor kurzem niemandem klar, was die Hintergründe waren

    Ich hatte dann ganz oft ne Schranke im Kopf, auf der stand: "Du darfst das nicht." Ich bin nur umhergehetzt auf der Suche nach etwas, was ich tun konnte, das gesehen und ein bisschen wertgeschätzt werden konnte. Und ganz lange hatte ich das Gefühl, gar nicht zu wissen, was unseren Beruf in der Praxis eigentlich ausmacht. Mit meiner jetzigen Anleitung bin ich voll an die Wand gefahren, weil ich nie wusste, wann ich mit ihr reden konnte, und in den paar Minuten Anleitungszeit versucht habe, alles rauszufeuern, was ich wusste. Eigebtlich wollte ich nur in Kontakt kommen, um ein gemeinsames Arbeiten zu ermöglichen, um vielleicht irgendwann nicht mehr so viel umherzuhetzen. Schlussendlich ist das jetzt gerade in der Entwicklung, und es geht ein bisschen wie von selbst

    Ich pflege nach wie vor Einzelkontakte, aber doch ein paar mehr als früher. Die Gruppe ist für mich überschaubarer, meine Aufgaben sind mir klarer, und ich kann - durch Einzelarbeit! - die einzelnen Charaktere in der Gruppe besser auseinanderhalten. Früher saß ich mit 10 Kindern am Frühstückstisch und alles, was meine Sinne aufnahmen, sammelte sich in meinem Kopf zu einem wirren Knäuel zusammen. Sowas hatte ich am Freitag mal wieder, und zwar gleich früh morgens; ich kam den ganzen Tag auf keinen grünen Zweig mehr und war ständig gereizt. Ich muss mich genau auf Situationen einstellen, damit das nicht passiert. Entweder dasurch, dass sie fest im Tagesplan verankert sind, oder dadurch, dass ich sie vorbereite/mitgestalte.

    Das fühlt sich total gut an einerseits. Zumindest so, als könnte ich meine Anerkennung ohne weitere große Katastrophen beenden. Aber ob ich nach all den miesen Erfahrungen langfristig im Betrieb glücklich sein kann, wage ich zu bezweifeln. Wie oft hab ich mich nach einem Schreibtischjob gesehnt und mich gefragt, warum ich damals keine kaufmännische Ausbildung bekommen habe. Ich hab mich richtig gequält über weite Strecken. Aber ich bin jemand, der hauptsächlich innerlich verreist, weil er sich endlich begreifen will, und das ist meine Antwort darauf: wenn es nicht so schmerzhaft wäre, würde ich nicht soviel daraus lernen. Pampern darf ich mich, wenn ich das durchgestanden habe.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 42

    AW: ADHSler als Erzieher

    JA er ist Fluch und segen zugleich,

    Ich muß aber dazusagen, das die Gruppenübersicht mich auch an meine Grenzen treibt und wenn ich mal in der Gruppe bin, abends im Hirne totale Matsche herscht Deswegen arbeite ich momentan in einer 1:1 Unterstützung und dadurch brauch ich mich ja nur auf eine Person konzentrieren ( die raubt einen aber auch manchmal ganz schön die Nerven und ich mache den ganzen arbeitstag nur noch Athemübungen mit Ihr für mich )

    Obwohl meine Kollegen auch langsam angenervt sind von mir, wegen meiner Vergesslichen Phasen und so, stehen sie aber noch hinter mir.

    Es ist anstrengend und kostet Energie, dieser Beruf. Aber im gegensatz erfreut es mich die Klienten glückjlich zu sehen und nur auf Ihr feedback kommt es an. Von den Mitarbeitern erwarte ich nicht, das sie mich verstehen.

    Aber ich kann dich gut verstehen, bei so viel negativ erfahrungen. Aus diesen grund habe ich meinen Handwerklichen Beruf nicht mehr fortgeführt, weil ich als faul, unsozial, grobmotorisch immer wieder eingestuft wurde und das Bild nicht mehr lösen konnte.

    Du schreibst auch, das der Druck und die Erwartungshaltungen die zermürben. Ja das ist ein echtes Problem, wie bei dir, ist die Theorie ganz klar und bei der Umsetzung fängt es dann an zu hapern. So erging es mir bei meiner alten Anstellung auch. Bei dieser bin ich dann nach einen nervenzusammenbruch rausgeflogen.

    Dannach habe ich Monatelang selbstvorwürfe mir gemacht, mich selbser gemeißelt und auch noch das letzte selbstvertrauen verloren ( gut im Umgang mit Menschen) Dies baut sich jetzt aber langsam wieder auf, auch dank der Unterstützung meiner Kollegen ( Wie lange die meine scheiße noch mitmachen,hmmmm )

    Jetzt habe ich gerade mehr Glück, aber ob es der beruf fürs leben wird, wird sich noch rausstellen
    Geändert von Dephanos ( 3.09.2017 um 23:38 Uhr)

  8. #8
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.750

    AW: ADHSler als Erzieher

    Erzieher allemein oder reden wir nur über KiTa etc?

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 42

    AW: ADHSler als Erzieher

    Ich denke mal allgemein, sonst wären meine Beiträge verschwendete Energie

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 590

    AW: ADHSler als Erzieher

    Ich denke das ist für ADHSler ein sehr schweres Berufsfeld, daher würde es mich interessieren ob es tatsächlich Betroffene gibt die schon länger (> 7 Jahre) in dem Beruf arbeiten und dabei nicht im Burnout gelandet sind.

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