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Diskutiere im Thema Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Die Zeit läuft mir davon ... oder darf sie gehen lassen?

    Moin Moin,

    ich bin ganz neu hier im Forum und habe viele tolle Beträge gelesen. Vieles kommt mir erstaunlich bekannt vor.

    Ok, zum Thema

    Vorab meine Frage an alle die zu diesem Thema was schreiben wollen/können?

    • Wie geht ihr mit der weggelaufenen (Lebens)Zeit um?

    Kurz zu meiner Geschichte: (Sie dient zur Erklärung, wenn es zu viel Text ist, einfach überspringen zur Überschrift : Meine Gedanken )

    In einem Wort: "Schnell". Kindheit: in allem schnell. Schnell gelangweilt, schnell gelaufen, schnell gedacht, schnell gehandelt, schnell kaputt gemacht, schnell zugeschlagen, schnell gemeckert, schnell vergeben, schnell verletzt, schnell die Schulen gewechselt. Das einzige was nicht schnell war war meine schulische Laufbahn.

    Mit 17 hab ich mein Hauptschulabschluss nachgemacht. Ich hab dann versucht auf der gleichen Schule mein Real zu machen. Abgebrochen.

    Das darauf folgende auf einer neuen Schule dann nochmal auf einer anderen Schule versucht und abgeschlossen. Mit 19 hab ich dann versucht mein Abi zu machen, nach einem Jahr abgebrochen. (erstmal Leben regeln).

    Mit 21 dann eine Ausbildung mit Fachabi angefangen. Ausbildung beendet Fachabi aber abgebrochen weil die dazugehörigen Fächer immer in den ersten beiden Stunden waren

    Dann gejobbt aber nicht in dem Beruf den ich gelernt habe. Habe ich ja nur wegen des Fachabis gemacht. Mit 23 dann einen Taxenschein gemacht und 4 Jahre Selbständig darin gearbeitet.

    Boa, ist das ein "sinnloser" Job. Beendet. Lebenssinn suche.

    Mit 27 ein Fernstudium angefangen. Kurse bearbeitet, aber keine Prüfungen abgelegt. In der Zeit habe einige kleinere Projekte gegründet.

    Mit 29 bekam ich die Möglichkeit ein Präsensstudium mit Praxis Anteil zu belegen. Sehr geil. Pro Monat eine Hausarbeit abgeben und 15 Std Praxis die Woche. Meine Leistungen waren ohne größeren Aufwand unter den Top 4. Die arbeiten und Alltag konnten sogar ohne Medikenet bewerkstelligt werden.

    Ein Jahr später, kam eine Studienreform. Praxis wurde auf 10 Std reduziert. Die Aufgaben und deren Anforderungen blieben gleich, nur. dass das meiste jetzt über eine Onlineplattform geregelt wird. Nun werden einzelne Aufgaben auf das ganze Jahr, als wahllose Abgabetermine verteilt.

    Privat kam 2016 so einige Bretter dazu (diese haben nichts ADHS zu tun) und musste somit 2 oder 3 Kurse liegen lassen. Mit Medikinet war es gerade eben noch zu meistern.

    Dieses Jahr bin ich gar nicht mehr ins Studium reingekommen. Ich habe die hälfte der Credits erreicht die ich hätte mind. erreichen müssen.

    Das ganze Jahr über habe ich mich gefragt ob ich nicht ganz dicht wäre, denn die Inhalte schüttel ich mehr oder weniger aus dem Ärmel, aber der Aufbau (d.h. die Form der Abgabetermine) der Arbeiten überfordert mich so hart, dass ich den Tag vor meinem Rechner sitze und alle Serien auf Netflix durch schaue, gleichzeitig auf dem Handy daddle, und mich lieber auf dem Tablett über die Lebensweise des Nacktmulchs in Namibia auf Youtube informiere anstatt für mein Studium zu arbeiten. Ich frage mich: Warum ich nicht einfach die erste Seite meines zu Studierendes Buches lesen kann.

    Und dann sitz ich in dem Gedankenstrudel drinn.

    Von wegen kurz zu meiner Geschichte

    Meine Gedanken:

    Ich bin jetzt fast 33 und habe noch keine adäquate (gesellschaftlich angesehene) Ausbildung. Bin aber auf dem Weg. Für mein Studium werde ich wohl noch 3 - 4 Jahre brauchen anstatt nur noch eins, wenn es nach Plan verlaufen wäre.

    Ok. Also, ich hab erst mit 37 (theoretisch) die Möglichkeit mein Lebensunterhalt auf die mir erwünschte Art und Weise zu verdienen. Den Plan verfolge ich seit dem ich 21 bin.

    Ein klein wenig frustet es auf etwas hinzuarbeiten, wozu ich allemal kognitiv und auch praktisch in der Lage wäre, doch weil ich es nich schaffe die "richtige" Form zu erfüllen und ständig Ehrenrunden drehen darf nicht ans Ziel komme.

    Nun muss ich, mal wieder auf die Bremse treten, und neue Wege finden wie ich die Struktur meistern kann. D.h. wieder versuchen Sonderrechte einzufordern, endlose noch "nie gehörte" Ratschläge anhören, und anderen Erklären warum ich gewisse Dinge nicht so leicht umsetzen kann, und ich einfach länger (wenn überhaupt) dafür brauche das Standartmäßige umzusetzen.

    Endlich komm ich zum Punkt

    Eigentlich hab ich persönlich kein Problem länger für die Sachen zu brauchen. Aber ich komm einfach nicht zum Abschluss. Der Gedanke bis zum Ende meines Lebens (die hälfte ist ja schon fast rum ) gerade mal das mindeste erreicht zu haben, stresst mich ungemein und deprimiert.


    • Kennt ihr das auch?


    Eine Idee: Wie wäre es die Zeit einfach ziehen zu lassen und nicht ständig zu versuchen Madame Zeit und Monsieur Ziel zu verheiraten. Der Gedanke Monsieur Ziel zu behalten und Madame Zeit ziehen zu lassen, fühlt sich für mich erstaunlicher Weise recht gut an.


    • Wie geht ihr mit der "verloren" gegangenen Zeit um?
    • Wie geht ihr mit dem (vielleicht enstehenden) Druck um, der durch die Verbindung von Zeit und Ziel entstehen kann?


    Würde mich sehr über eure Meinung, Umgang und Geschichten (wenn ihr welche habt) freuen.

    LG Mr Pink

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.939

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Hallo MrPink,

    im "Treffpunkt" gibt es jede Menge Lebensgeschichten.

    Aber eine persönliche Geschichte: Mein Mann wollte studieren, musste dafür aber als Ausländer zwei Jahre Abendschule und ein Jahr FOS machen.
    Da er ziemlich fernsehsuechtig ist, hat er nach kurzer Zeit das Anschlusskabel durchgeschnitten.

    Kann ich wärmsten empfehlen!

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Hallo Mr Pink,

    danke für dieses Thema! Es ist auch mein Thema. Nach der Grundschule durfte ich aufgrund des Notendurchschnitts gerade so auf Gymnasium. Aber schon nach der 5. Klasse ging es bergab. Ich hatte keine Lust auf Lernen. Jeden 2. Tag eine Seite im Geschichtsbuch (kaum Absätze, wenig Bilder) - no way. Also: mehrmals sitzengeblieben, so dass ich irgendwann auf die Realschule musste Da lief es dann ganz gut und ich hatte zumindest einen Abschluss. Damals ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass mir Ländernamen und Städtenamen null liegen. Das selbe gilt für Bundesländer mit Hauptstädten. Oft gelernt - wenig hängengeblieben. Aber ich schweife ab.

    Nach der 10. dann aus Mangel an Alternativen (wollte eigentlich eine Ausbildung machen - hab das aber mit dem Bewerben nicht auf die Reihe gekriegt bzw. wurde nicht genommen – weil ich bei den Fragen im VG nicht überzeugt habe, da Wissen abgefragt wurde).
    Also eine schulische Ausbildung gemacht(wollte eigentlich meine Fachhochschulreife in der Zeit machen, aber - wie bei dir - Mathe war in der ersten und zweiten Stunde und einmal in der letzten oder so. Also, noch ein weiteres Jahr drangehängt um die FHR zu machen. Hat auch geklappt. Nicht top, aber ging.
    Danach habe ich mir gedacht - warum nicht Abi machen, also legte ich noch ein paar Jahre dran und machte mein Abi.

    Dann ein bisschen das Leben genossen nach dem ganzen Schulstress, mich in einem ersten Studium versucht und umgezogen. Nach dem Umzug, Start eines weiteren Studiums. 8 Jahre später hatte ich endlich den Bachelor (ich hätte noch weiter studiert, aber das hätte noch länger gedauert und Bafog gab es schon lange nicht mehr). Ich wäre vielleicht früher fertig gewesen, aber A musste ich manche Prüfungen doppelt und auch dreifach machen (reine Lernfächer gingen gar nicht) und bin B in manchen VL IMMER eingeschlafen....

    Ich gehe zwar mittlerweile arbeiten (war auch Glück und Zufall, dass ich diese Stelle bekommen habe), aber es hat einfach ewig gedauert und ich habe immer den Gedanken, dass ich viel mehr hätte schaffen können, wenn da nicht diese Blockade wäre (und auch Dinge wie schlechte Merkfähigkeit, schlechtes Kurz- und auch Langzeitgedächtnis, mangelnde Konzentration usw.). Klar, gab es auch andere Stolpersteine, aber ich habe mich auch gerne von unwichtigen Dingen ablenken lassen. Da ist ein roter Faden, aber den kann ich nur langsam und schwer verfolgen.

    Das Leben ist einfach zu kurz für einen ADS ler denke ich. Deswegen will ich es jetzt wieder mit Medis probieren (hatte*Strattera*für ein paar Monate während des Studiums genommen). Jetzt gehe ich steil auf die 40 zu, habe wenig Berufserfahrung, wenig Allgemeinwissen und immer das Gefühl, ich hätte mehr schaffen können und dass ich für meine Kinder gerne mehr will (Haus mit Garten wäre toll und die Möglichkeit Ihnen z.B. Klavierunterricht oder Ballett zu ermöglichen)

    Aber auf der anderen Seite ist natürlich der Weg auch ein bisschen das Ziel und es waren auch schöne Zeiten, auch wenn ich vieles davon vergessen habe (auch typisch ich - keine Ahnung, wie unser Stromanbieter oder Telefonanbieter heißt). Also, es kommt vielleicht auf den Blickwinkel an. Manchmal denke ich auch, Hauptsache die Kinder sind glücklich, aber sie haben auch Wünsche - verzwickt. Der Vorteil bei ADS ist, dass man auch mal vergisst, dass einem das stört. Dann lebt man einige Zeit mit einer Sorge weniger ;-)

    Jetzt wollte ich eigentlich eine nette Weissheit schreiben, aber mir fällt nix passendes ein, außer ein Satz aus dem Französischbuch (Realschule?): La vie est une longue fleuve tranquille - das Leben ist ein langer ruhiger Fluss


    Edit: Nach Rücksprache mit der Verfasserin geändert.
    Geändert von traenenclown (15.06.2017 um 16:27 Uhr) Grund: siehe Edit

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Danke für eure Geschichten und Beiträge!

    Zeitweise streift mich der Trost der Erkenntnis, wie dankbar ich sein kann, dass ich MEHR Zeit hatte, um auf meinen Bildungsweg herumzuspazieren. Trotzdem habe ich mich innerlich manchmal bis zur Erschöpfung dabei abgehetzt, was äußerlich wohl kaum jemand so mitbekam...in NORMALO- Zeit wäre ich sicher nicht dahin gekommen, wo ich jetzt bin, ohne eine noch verstörtere Persönlichkeit zu werden!

    Also, ich mache den Abwärtsvergleich (( woanders haben viele Menschen früh nicht mehr die Wahl, nochmal oder weiter zur Schule zu gehen, zu studieren, den (angestrebten)Beruf zu wechseln)) bin dankbar für die Chance,die GEWONNENE Zeit, auch wenn es nicht immer leicht ist/war, z.B. die "Älteste" und trotzdem nicht die "Vernünftigste/Solideste/Vorzeigbarste etc." zu sein und zu sehen, wie Jüngere in so vielen Bereichen mit Leichtigkeit Erfolge erzielten, während ich mich heute noch damit quäle....
    Die Chance ist einfach die, es trotzdem zu versuchen, auch wenn der Maßstab der Norm schon lange ein niederschmetterndes Urteil verhängt hat- jetzt erst recht.

    Ich habe 7 mal die Schule gewechselt, dreimal wiederholt, einmal abgebrochen.... an meinem Examen hab ich zwei Jahre länger gearbeitet als die meisten und finde mich jetzt in einem Beruf, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn langfristig machen kann bzw. damit glücklich sein...das ist schon ok.Solange ich will, werde ich das meiste tun können, das ich will, solange ich einigermaßen gesund und fit im Kopf bin und Gott nichts dagegen hat, werde ich alles machen können, egal wie lange es dauert bis ich ans Ziel komme und egal wie alt ich bin...ich finde das ist ein absoluter Luxus!

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Habe gerade alle Beiträge hier gelesen und kann Jona@Work nur beipflichten "Das Leben ist einfach zu kurz für einen ADS ler".

    Mir geht es haargenau so und wenn ich überlege, wie lange ich gedacht hab, dass es ADHS gar nicht wirklich gibt und es nur Individualsymptome sind, die völlig normal sind, habe ich bis zur Diagnose ganz schön viel Zeit verschwendet.

    Andererseits denke ich, dass ADHS nur so ein großes Problem ist, weil wir eben in einer sog. Leistungsgesellschaft leben, wo (chronologisch) hauptsächlich Noten, Abschlüsse, Leistungsnachweise, akademische Abschlüsse, berufliche Leistungen und Erfolge zählen. Alles hat irgendwie mit Leistung zutun.

    Dabei wird oft vergessen, dass sich nicht jede individuelle Leistung, jedes persönliche Talent und jede Begabung in Noten messen lassen... und die Welt ganz schön blöd aussähe ohne die tollen Friseure, ganz schön verdreckt ohne die Müllabfuhren, ganz schön eng ohne Bauarbeiter, ganz schön langweilig ohne Künstler, ganz schön trostlos ohne Musiker und weniger aufregend ohne Diskjockeys und Barkeeper.

    Dazu kommt noch die ganze Empathie und der Gerechtigkeitssinn, den wir vielen voraus haben (ich weiß nicht, ob das bei den meisten ADSlern zutrifft, oder mehr etwas wegen meiner Hochsensibilität ist).

    Leistung wird leider in den meisten Bereichen nur anerkannt, wenn sie für andere finanziell profitabel erscheint. Dabei finde ich profitiere ich viel mehr von einem Menschen, der ein gutes Herz hat, sich Mühe gibt, aufmerksam ist und sich nicht nur auf einen Bereich im Leben versteift, als von jemandem der in seinem Beruf ein Ausnahmetalent ist und viel Geld erwirtschaftet, aber das vielleicht auf Kosten anderer tut oder sonst bewusst im Zwischenmenschlichen versagt und anderen auf die Füße tritt.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    tituZ schreibt:

    Mir geht es haargenau so und wenn ich überlege, wie lange ich gedacht hab, dass es ADHS gar nicht wirklich gibt und es nur Individualsymptome sind, die völlig normal sind, habe ich bis zur Diagnose ganz schön viel Zeit verschwendet.
    Warum hast du das gedacht?

    Ich glaube, wenn man nicht gerade mit dem Thema zu tun hat, ob in der Freizeit oder beruflich, dann ist es schwer, darauf zu kommen, dass man ein wirkliches Problem bzw. eine Krankheit hat.
    Für einem selber ist es ja normal, wie man ist. Dann ist man halt verpeilter als andere und verliert häufig was. Und andere sind ja auch sitzen gebliebenen. Und wenn die Eltern sagen, dass man einfach nur faul ist, dann ist da vielleicht auch was dran.
    Ich persönlich habe es immer schön gefunden, wenn ich am tagträumen war und mag das immer noch - wenn das nicht gerade zu einem ungünstigen Zeitpunkt passiert. Und man weiß ja nicht, dass andere Menschen nicht oder nicht so oft tagträumen wie man selbst...

    Wie würde die Welt aussehen, wenn es nur ADHS ler gäbe. Immerhin hab ich mal die These gehört, dass dieser Defekt in der Geschichte auch wichtig war, weil ADHSler spontan sind und einfach mal neues entdecken ohne groß darüber nach zu denken. Das erklärt wohl aber auch die Tatsache, dass ADHSler häufig in Unfälle verwickelt sind.

    Nun ja, was ich eigentlich sagen will, wenn es für einem selber okay ist, dann darf man die Zeit auch ruhig mal gehen lassen denke ich.

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Jona@work schreibt:
    Warum hast du das gedacht?
    Das hast du im Grunde selber schon für mich beantwortet. Ich denke einfach, weil ich es als normal empfinde und ich einfach schon immer so bin. ADHS hat Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen, die so erdrückend sein können, wie eine Krankheit, aber es ist irgendwie auch ein Teil des Charakters. Trotz Ritalin habe ich noch weiter diese Tagträume von denen du sprichst und ich kann mich zwar besser konzentrieren, aber es ist weiterhin so, dass ich in Gedanken gleichzeitig noch andere Szenarien durchspiele, während ich mich unterhalte und mich mit anderen Dingen beschäftige. Das habe ich immer gut verstecken können, deshalb habe ich auch niemanden, mit dem ich so wirklich über mich rede. Als meine Eltern gehört haben, dass das diagnostiziert wurde, haben sie das auch nicht geglaubt, weil ich einfach nie jemandem erzählt hab, wie meine Gedanken ablaufen (es war halt einfach normal für mich).

    Jona@work schreibt:
    Nun ja, was ich eigentlich sagen will, wenn es für einem selber okay ist, dann darf man die Zeit auch ruhig mal gehen lassen denke ich.
    Ich glaub da hast du recht. Ich ärgere mich auch nicht so sehr über berufliche Chancen, die ich verpasst hab oder so, sondern über mich selber, dass ich nicht besser ausgedrückt hab, warum mir manche Dinge schwer fallen. Ich hab da ein Paradebeispiel, das lange her ist, aber mich heute noch beschäftigt, aber das möchte ich nicht so öffentlich erzählen, weil ich mir dann vor komm, wie ein Jammerlappen

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Nuja, das musst du natürlich selbst wissen, inwiefern du dich da öffnen möchtest. Da kann und will ich dich auch in keinster Weise beeinflussen. Es soll uns ja helfen, wenn wir uns hier austauschen.

    Meine Familie ist eher der Meinung, dass ADHS eine Modekrankheit ist, die jeder diagnostiziert bekommt, der nicht so recht ins Schema passt

  9. #9
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Jona@work schreibt:

    Meine Familie ist eher der Meinung, dass ADHS eine Modekrankheit ist, die jeder diagnostiziert bekommt, der nicht so recht ins Schema passt
    So ganz weit hergeholt ist das ja auch gar nicht, nich gleich mit'm Knüppel drauf

    Man muss halt im Moment viel Leistung bringen, zumindest wird das von der Gesellschaft so erwartet, und durch ADHS ist das nicht so wirklich möglich, aber man hat zumindest ein Wort dafür. Früher hätten wir vielleicht unsere Probleme einfach akzeptiert und damit irgendwie gelebt. Beim Ackerpflügen oder Schafehüten war halt auch nich so viel Konzentration gefragt

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Die Zeit läuft mir davon, oder darf ich sie etwa gehen lassen?

    Ein ADHS ler kann ja auch Leistung bringen, nur nicht so gezielt vielleicht, wie jemand, der gesund ist und dann ist das ja oft auch mit viel Kraft verbunden.

    Wir haben doch hier im Forum irgendwo einen Thread, der sich mit dem passenden Job für Adhs ler beschäftigt :-D

    Vielleicht hab ich mich auch nicht so gut ausgedrückt. Meine Familie sieht ADHS nicht als Krankheit, sondern eher etwas, das selbstverschuldet ist und mit Fleiss und der richtigen Einstellung nicht da wäre.

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