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Diskutiere im Thema Was bist du nur für ein Arsch, Gehirn - Warum studiere ich?! im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 92

    Was bist du nur für ein Arsch, Gehirn - Warum studiere ich?!

    Hallo meine verständnisvollen Mit-Chaoten


    Der folgende Text geht von einer aktuell-situatorischen (das Wort hab ich mir ausgedacht) Denkweise allmählich in eine Satire, dennoch ernst gemeinte Gedankenwelt über.
    Falls er nicht hier rein passt, tut es mir leid.


    Irgendwie gibt es schon seit einigen Jahren diese innere Unruhe. Die innere Angst...

    Es geht nun nicht um das Studieren. Ich denke ich kann froh sein, dass ich es so weit geschafft habe.
    Es geht nun nicht um den Beruf. Ich kann bestimmt einen guten bekommen.
    Es geht nun nicht um das Alter. Ich werde schon nicht arm oder krank sterben.
    Es geht um mein Gehirn, denn ich wäre froh wenn es mit uns beiden endlich funktioniert.

    Warum studiere ich? Um nachher 40 Jahre lang in nem 40h-Job langsam unglücklich zu werden, weil ich dem "normalen" Pfad gefolgt bin?

    Ich habe keinerlei Sorgen, dass ich nicht später mal genug Geld verdiene um zumindest keine Existenzängste zu haben. Schließlich bin ich in 3 Monaten ein Elektroingenieur.
    Dennoch habe ich eine Heidenangst davor, dass es.. nunja so wird, wie es vor gelebt wird. Wie der Typ in den amerikanischen Filmen. Wie der Typ in Fight Club. Der Typ im Großraumbüro, hat kein Bock mehr, baut irgendwelchen Mist aus Langeweile und Selbsthass oder wird depressiv.

    Noch ist alles gut, sagen alle. Ich bin ja noch jung. Doch was wenn in 20 Jahren rückblickend plötzlich alles von allein passiert ist..
    So wie auch bis heute alles von allein passiert ist.
    Jeder Schritt erfolgte nur als unabdingbarer Schritt auf den Vorherigen. Mein Leben ist ein einziger Selbstläufer, ich bin der Konstitution meines Gehirns ausgeliefert, die bestimmt was als nächstes passieren muss.
    Determiniert durch physische Konstanten.

    Ich bin intelligent und habe so viele Ambitionen, kann jedoch nicht die Dinge verfolgen, die mich selbst antreiben, sondern immer nur die, die nunmal "passieren sollen".


    Weil ALLES was ich erreichte und erreichen werde nur aus diesen 2 Komponenten besteht:

    1. Es ist der notwendige/übliche nächste Schritt (Grundschule - Oberstufe - Abi - Studium - Beruf - Rente - Tod)
    Auch kleinere und mittelgroße Dinge gehören dazu.. Wäsche waschen - Wäsche rausholen - Wäsche aufhängen - Wäsche in den Schrank. Wie dämlich wäre es denn, davon etwas auszulassen?
    Oder: 1. Semester - Prüfungen schreiben. 2. Semester - Prüfungen schreiben - .... - 8. Semester: Thesis. Fertig.
    Jeder Schritt "muss" auf den vorherigen folgen. Genau so vorhersehbar ist das Leben. Langweilig. Das ist zum Kotzen. Ich wünschte mir manchmal fast, ich wäre nicht fähig und würde aus dem Studium raus fliegen. Dann ist der nächste, auch wieder automatisch folgende Schritt nämlich die neue Suche. Aber was soll denn das auch bringen.

    Komponente Nummer 2:
    2. Pflichtbewusstsein. Der Chef will / meine Eltern wollen/erwarten / meine Freunde erwarten / es ist nunmal so üblich, dass ich dieses oder jenes tue. Auch wieder nicht aus eigenem Antrieb. Mein Pflichtbewusstsein ist das einzige, was nicht unbedingt einfach ein Schritt auf den nächsten ist. Aber irgendwie doch. Schließlich fehlt der Einfluss meiner Selbst.
    Wem gegenüber bin ich dagegen nicht Pflichtbewusst?
    Mir selber. Scheiß auf mich, meine Träume und Ambitionen.
    Ich halte doch eh nichts länger als ne Woche durch. Keine Anstrengung führt zu einem Endergebnis. Und wenn doch, dann nur weil ich das Gefühl hatte, ich "muss es nunmal tun" (Thesis)
    Weil keine meiner Interessen Bestand hat. Was soll denn das Gehirn. Warum bist du so ein Arsch?



    "Finde etwas das du liebst und tue es für den Rest deines Lebens"
    "Wenn Sie lieben, was Sie tun, müssen Sie nie wieder arbeiten"

    ICH.
    WEIß.
    ABER.
    NICHT.
    WAS.
    ICH.
    WILL.

    Denn wenn ich etwas will, will ich es nur dann, wenn ich etwas anderes tun muss.
    Thesis? Klausuren? HEY BEWUSSTSEIN, ICH BIN DEIN RESTLICHES GEHIRN. ICH FINDE PLÖTZLICH ERNÄHRUNG UNGLAUBLICH INTERESSANT, UNTERWIRF DICH MIR UND GEHE DIE NÄCHSTEN 10 TAGE DURCHS INTERNET UND SUCHE NACH ALLEN INFOS ÜBER ZUCKER UND FETTE, DIE DU AUFSAUGEN KANNST.

    Abi-Prüfungen stehen an? HEY BEWUSSTSEIN, ICH BIN DEIN RESTLICHES GEHIRN. DU HAST KEINEN EINFLUSS AUF MICH, ABER DIESES YOUTUBE VIDEO FINDE ICH INTERESSANT. GUCKE ES UND GUCKE DIE NÄCHSTEN 5 TAGE ALLES ÜBER QUANTENPHYSIK AN, DENN DAS FINDE ICH DIESE WOCHE INTERESSANT.

    Warum bist du so ein Arsch, Gehirn?
    Halt einfach mal deine Fresse, Gehirn. Wo ist dein Mute-Button?
    Oder wo ist deine Stop Taste? Denn ja, Ernährungswissenschaften wären wirklich interessant. Aber ich durchschaue deinen Plan, Gehirn. Wenn ich das jetzt studiere, dann findest du plötzlich Psychologie Interessant wie nie. Oder du willst plötzlich YouTuber werden. Super, Gehirn. Danke.
    Wieso zur Hölle werde ich Elektroingenieur? Wann hat sich mein Gehirn diesen Spaß überlegt? Ach ja, in der Bewerbungsphase für die Unis... Stimmt. Seitdem ist alles nur noch Komponente 1.

    Ich und mein Gehirn.
    Als wären wir zwei gleichstarke Kämpfer - gegeneinander antretend. Und ich verliere. Etwa weil der kleine Mr. ADHS mich mit Ketten an die Wand fesselt, damit mein Gehirn auf mich einprügeln kann?

    Also was ist meine innere Unruhe? Der Versuch mich von den Ketten zu lösen.
    Was ist meine innere Angst? Dass es nicht klappen wird.


    Für etwaige Unstimmigkeiten in der Trennung von meiner Selbst und meinem Gehirn übernehme ich keine Verantwortung. Das war mein Gehirn.
    Geändert von Rocket ( 1.08.2016 um 17:29 Uhr)

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 903

    AW: Was bist du nur für ein Arsch, Gehirn - Warum studiere ich?!

    Tja........................... ...wo ist Dein Problem?

    Du machst Dir gedanken was in 20 Jahren ist? Häääää?
    Du bist bald Elektroingenieur und sagst, dass Du genug Geld verdienst....und, und ,und....


    Ich BIN 20 Jahre später: Ich bin kein Elektroingenieur und habe wenig Geld und theoretisch ist mein Leben "im Arsch".

    Dennoch geht es mir relativ gut, da ich es aufgegeben habe mir einen "dummen" Druck auszusetzen wie es diese dumme Gesellschaft gerne sehen würde.

    Verstehe Dein Problem nicht wirklich (?)


    Wie wäre es denn als Teilzeit-Arbeit als Elektroingenieur? Damit würdest Du noch immer mehr verdienen als der Durchschnitt. Deine andere Zeit könntest Du ja nach Deine Vorstellungen selbst gestalten.

    Ich würde mein Gehirn nicht als "Arsch" bezeichnen, nur weil dieses Gesellschaft meint, dass es dieses Gehirn "vergiften" muss mit ihrer Lebensweise die ein Großteil dieser Gesellschaft gar nicht in der Lage ist zu realisieren.

    Ehrlich gesagt bin ich froh auf mein Gehirn, da es sich nie manipulieren lassen hat. Es hat mich im Leben zwar nicht weiter gebracht....aber dennoch kann ich eines Tages mit würde von dieses Leben abtreten
    Sorry.......es erinnert mich an die "Luxus-Beamten" die ich in der Reha kennen gelernt habe
    Geändert von spacetime ( 1.08.2016 um 19:34 Uhr)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 733

    AW: Was bist du nur für ein Arsch, Gehirn - Warum studiere ich?!

    Na willkommen im Club. Ich hab das Medizinstudium letztes Jahr im Sommer abgeschlossen, parke mich gerade in ner Doktorarbeit (auch um Zeit zu gewinnen und der Sackgasse zu entkommen, in der ich zu Jahresbeginn 2016 feststeckte) und frage mich, was kommt, wenn ich die Doktorarbeit fertig habe. Druck und Verantwortung, Druck und Verantwortung, Druck und Verantwortung!

    Ich bin mir nicht zu schade, auch als approbierter Arzt in einem Nebenjob in ner Tankstelle zu arbeiten. Ein recht sympathischer Kollege dort hat Musikwissenschaften studiert und arbeitet seit ca. 15 Jahren trotz Universitätsabschluss in dieser Tankstelle, da hat er nix mit Druck und Verantwortung für Leib und Leben der Patienten. Reihenhaus und Familie kann er sich damit nicht leisten, da is nix mit schaffe, schaffe, Häusle bauen. Glücklich scheint er trotzdem zu sein.

    Ich könnte es niemals rechtfertigen, als Arzt dauerhaft in ner Tankstelle für höchstens 1500 Euro netto / Monat zu arbeiten, vor meinen Eltern nicht und am wenigsten vor meinem Ego - aber ich hege den abstrakten Wunsch, ich könnte es.

    Nun ist es so, dass die Welt nicht schwarz und auch nicht weiß ist, sie ist ein Grauton dazwischen, wie fast immer eben. ich erwäge Psychosomatik oder Arbeitsmedizin als Fachbereich nach der Doktorarbeit, quasi als (verhältnismäßig!) chillige Nische für wenig belastbare ADHSler.

    Ich denke immer an die Generation Y !!!!!!!!!, ich identifiziere mich voll damit und gehöre voll dazu.

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Was bist du nur für ein Arsch, Gehirn - Warum studiere ich?!

    Rocket!

    Poetry Slam! Da gehört DEIN Text hin!

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 92

    AW: Was bist du nur für ein Arsch, Gehirn - Warum studiere ich?!


    Das war das netteste was man dazu hätte sagen können

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Was bist du nur für ein Arsch, Gehirn - Warum studiere ich?!

    Ich mache mir diese Gedanken schon seit 40 Jahren.

    Es gibt so viele interessante Dinge auf dieser Welt. Für mich alles leider nur eine gewisse Zeit interessant. Ich eigne mir in kurzer Zeit alles an, werde zum "Experten" Aber dann muss ich wieder weiter, hab etwas neues entdeckt. Routine scheint für die meisten Menschen kein Problem zu sein. Vielleicht liebt die Verkäuferin an der Kasse ihren Job ja auch??? Wer weiß.

    Ist für mich nicht leicht in dieser stink normalen Welt wo die "vernünftigen" Menschen wohnen.

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