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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Mobbing am Arbeitsplatz

    Landleben schreibt:
    ...

    Es hat leider immer etwas mit unserem Selbstbewusstsein zu tun.

    Vielleicht kannst Du versuchen, dem Geläster und hinter Deinem Rücken Gerede nicht so viel Aufmerksamkeit
    zu schenken und Dich auf Deine Arbeit, die Dir Spaß macht konzentrieren.

    Bekomme irgendwie eine harte Schale und zeige Deine Verletzlichkeit nicht. Sei nur sachlich und freundlich,
    nicht zu freundlich-einfach locker...und tu so, als würdest Du es nicht merken.

    Leute die mobben, andere benutzen , um sich selbst besser zu fühlen und sich dabei gut fühlen, wenn sie spüren,
    dass sie andere verletzen und unsicher machen, kann
    ich nur bemitleiden.

    Ich halte Abstand von solchen Leuten, nur das Mindestmaß an Zuwendung und Sachlichkeit.

    Grenze Dich ab, bleib bei Dir und versuche den ganzen, miesen Gefühlen nicht so viel Raum zu geben und
    es sind `NUR` Kollegen, es ist die Arbeit...
    mir schrieb mal jemand, als ich so ein ähnlichen Thread hatte....wir können auf der Arbeit nicht das Erwarten,
    was wir auch in unserem privaten Bereich für uns beanspruchen.

    Da liegt sicher wieder unsere Schwierigkeit mit unserem ADHS, aber ich denke das können wir schaffen !!!

    Du schaffst das, lass Dich nicht fertig machen !!
    Und wenn nötig, kannst Du die Herrschaften auch mal ansprechen und fragen, was sie für ein Problem haben
    und Du kannst auch den Chef mit einbeziehen...dir Hilfe holen...wenn sie nicht aufhören, ich denke aber, wenn
    Du dem keine Aufmerksamkeit mehr schenkst...wird es automatisch weniger.

    LG und toi ioi toi !!! Landleben
    ja, genauso dachte ich in meinem Fall... hatte 'nen Job, der mir sehr viel Spaß machte, wo ich gute Rückmeldungen von Betroffenen, die ich beriet, bekam, merkte aber bei einigen Kolleginnen die komischen, vielsagenden Blicke, ahnte/spürte das Tuscheln und ging innerlich auf Abstand (sachlich und so). Versuchte, so gelassen wie möglich aufzutreten, mir nichts anmerken zu lassen. Dann kamen eines Tages sehr komische Anfragen an mich und ich sprach mit einer Kollegin, was denn eigentlich los sei, worauf diese meinte, da solle ich lieber mal mehr vom Team fragen, sie würde sich dazu nicht äußern wollen. Was ich im nächsten Team machte so nach dem Motto "Na, wo drückt denn der Schuh?". Phöööööser Fehler... Weil es dann zu verbalen Auseinandersetzungen über meinen Arbeitsstil kam (da hatten die vom Team allerdings nix mitzureden, weil ich eine andere Funktion als der Rest vom Team hatte) und die Chefin fröhlich mitmachte und sich einseitig auf die Seite des Teams stellte. Und ich es irgendwann nicht mehr schaffte, mich von der Rechtfertigungsschiene wegzuhalten, sondern mir nur noch zusehen konnte, wie ich da immer mehr reingeriet. Und impulsiv reagierte. Im folgenden Gespräch mit der Chefin kam da nicht etwa irgend ein Futzel von Verständnis von ihr mir gegenüber, sondern nur Vorwürfe, z.B. ich hätte so überreagiert, würde manche, alltätgliche, Dinge nicht tun etc. Ohne jedoch konkret benennen zu können oder zu wollen, was sie eigentlich von mir wollte. Ich erklärte ihr noch die Dynamik in diesem brisanten Team, wo es am Ende zu einer Öffnung auf beiden Seiten gekommen war (woran ich maßgeblich beteiligt und daher darauf sehr stolz war), sie schien aber nix zu kapieren. Nach meinem Urlaub dann kam die Kündigung!
    Seither werde ich mit so Klärungsversuchen sehr, sehr vorsichtig sein, falls es nochmal dazu kommen sollte.

  2. #22
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Mobbing am Arbeitsplatz

    Ganz viel Verständnis auch von meiner Seite!

    Du bist noch jung, oder? Ich frage deshalb weil ich denke, du könntest noch gaaaaaaaaaanz viel für dein Selbstwert tun Aber dazu später!

    Ich war in meiner Schulzeit auch das Mobbingopfer und das zog sich so durch bin in mein Berufsleben in jungen Jahren (ok... ich bin mit fast 37 noch nicht uralt, aber an Lebenserfahrung reicher und reifer geworden . Alles an mir schrie förmlich: "Hier.... ich bin das Opfer, nehmt miiiiiiiich!!!" Meine Kleidung war, naja.. entweder total trist und langweilig, oder völlig dem Trend entgegen. Ich hatte einfach kein Gefühl dafür und meine Mutter hatte von Mode junger Leute so gar keine Ahnung und steckte mich in Klamotten, da kann ich heute nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Ich wollte cool und hipp und in sein, aber egal was ich anstellte, es schlug eher in's Gegenteil um. Wenn ich mir heute Fotos ansehe.. KEIN WUNDER!

    In der Arbeit lief es ähnlich wie bei dir. Anfangs lief alles super, ich war beliebt und kam super klar und je mehr Routine einkehrte, desto schwieriger wurde es für mich mich zu motivieren, zu konzentrieren. Zu der Zeit starb dann auch noch mein Vater und ich arbeitete fast täglich nebenbei und kippte irgendwann um. Nervenzusammenbruch, Panikattacken etc...

    Ok, aber ich will gar nicht zuviel von mir selbst schreiben. Was ich aber damit sagen möchte ist, dass ich aus meiner Geschichte viel gelernt habe und meine Meinung zu deinem Post auf persönlichen Erfahrungen beruht. Das muss bei dir nicht so sein, aber ich sehe es so:

    ADHSler sind oft hypersensibel. D. h. wir nehmen positive, aber eben auch negative Stimmungen viel, viel schneller wahr, als Andere. Und man bezieht dabei vielleicht auch eher mal Dinge auf sich, die einen eigentlich gar nichts angehen. Das spigelt sich in der einenen Körperhaltung wider man wird unsicher, macht sich angreifbarer...

    Ein Beispiel: Mein Chef kam eines morgens rein, grüßte nur knapp und war total mies drauf! Ich war gleich aufgelöst und fragte mich, was ich falsch gemacht hätte, dass er so abweisend zu mir war und offenbar sauer auf mich! Da hat meine ältere Kollegin mir aber mal kräftig den Kopf gewaschen! Sie fragte mich, warum ich mich zur Hölle sooo wichtig nehme zu glauben, die schlechte Laune habe der Chef wegen mir??? Vielleicht hatte er heute früh Streit mit seiner Frau, eine Standpauke von seinem Chef, eine Autopanne oder whatever! Ich hatte nichts getan was ich mir vorwerfen lassen könnte, also solle ich aufhören immer alles bei mir zu suchen.

    Das hatte gesessen! Aber.. sie hatte ja Recht!!!

    Was ich damit sagen will.. ich will gar nicht sagen, dass deine Kollegen gar nicht lästern und du dir das nur einbildest. Aber wenn man sehr sensibel ist und ein sehr geringes Selbstwert, dann bezieht man viel mehr Dinge auf sich, als nötig und dann zieht einen das immer schneller runter.

    Ich denke, wenn dir der Job so viel Spass macht, dann ist das absolut Gold wert! Als ADHSler eine Stelle zu finden, die einem langfristig Spass macht und bei der man sich motivieren kann ist sicher nicht sooo leicht zu finden.
    Ich persönlich denke, dass du mit viel Arbeit an deinem Selbstwert hier ganz viel erreichen kannst. Lass die Leute doch reden, lass sie lästern. Du wirst sehen, je egaler dir das wird, desto weniger wird geredet ;-) Einfach, weil sich dein Auftreten ändern wird - ohne das bewusst zu steuern.
    Da würde ich an deiner Stelle ansetzen und mir dafür Hilfe suchen. Seminare, vielleicht einen Therapeuten, der dich stärken und dir Tipps für den Umgang mit der Situation geben kann.

    Ich wünsche dir dafür alles erdenktlich Gute und toitoitoi!

    Du reitest sehe ich? Das ist ein tolles Hobby, ich habe selbst ein Pferd. Hier schöpfe ich Kraft, kann über vieles Nachdenken, aber auch einfach mal vergessen.

    Wenn es dir schlecht geht im Job, denke an etwas Schönes. An das Gefühl, aufrecht und stolz auf dem Pferd zu sitzen, vielleicht bei einem schönen Ausritt, einer Dressurstunde, oder dem Trail..w as auch immer du so reitest

    Liebe Grüße

    Vennezia

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Mobbing am Arbeitsplatz

    Liebe Vennezia und alle anderen

    Jetzt habe ich endlich etwas Zeit um euch zu Antworten.

    Vielen herzlichen Dank für alle eure Feedbacks und Erfahrungen, die ihr selbst mit Mobbing gemacht habt. Das hat mir sehr geholfen.

    Ja, ich bin noch jung (27 Jahre). Ähnlich wie du Vennezia habe ich schon als Kind Mobbing erfahren. Dies leider nicht nur mit Worten sond. auch durch körperlicher Gewalt. Dies führte später zu einer PTS. Weshalb ich dann eine Psychotherapie machte und endlich die ADS Diagnose bekam.
    In der Therapie habe ich sehr viel über mich und mein Verhalten gelernt. Mein Selbstwert wie auch die Tendenz mich zu schnell zu unterwerfen haben sich deutlich verbessert.
    Wenn ich das so lese, habe ich ja schon einiges geschafft. Manchmal geht das was man geschafft hat unter den momentanen Schwierigkeiten unter...

    Ja, ich bin hypersenisibel, nehme diverse Stimmungen sehr schnell war, aber statt mich abzugrenzen, analysiere ich sie und beziehe das negative viel zu schnell auf mich.

    Ich bin wirklich sehr froh, habe ich diesen Job gefunden, der mir Spass macht. Dank meinem Freund der in der gleichen Firma arbeitet und Stv. Teamleiter ist, habe ich die Stelle noch. Aber genau dort liegt wahrscheinlich der Hacken. Wenn ich meinen Freund nicht gehabt hätte, der der Geschäftsleitung gesagt hätte, dass er gehen würde, wenn man mir die Stelle kündigt, hätte ich den Job nicht mehr. Dass mein Freund der Grund ist, dass ich die Stelle noch habe, das weiss ich noch nicht so lange. Und irgendwie verletzte mich dies auch zu tiefst. Aber was will man? So lange man Arbeiten kann, einen anständigen Lohn verdient und die Arbeit grundsätzlich Spass macht, bringt es nicht den Battel hinzuschmeissen. Oder?

    Die Kraft weiter zu machen hole ich tatsächlich bei den Pferden und meiner super Trainerin, mit der ich zwischendurch auch über persönliche Probleme sprechen kann.

    Dass da da:
    Wenn es dir schlecht geht im Job, denke an etwas Schönes. An das Gefühl, aufrecht und stolz auf dem Pferd zu sitzen, vielleicht bei einem schönen Ausritt, einer Dressurstunde, oder dem Trail..w as auch immer du so reitest
    gefällt mir sehr gut.

    Ich will mir für die Zukunft vornehmen, dass ich nicht gleich alles auf mich beziehe und mich bei negativer Kritik von anderen nicht gleich ins Schneckenloch verziehen sondern mir sagen: Dass ich etwas bin und etwas kann.

    Jetzt habe ich Ferien und ich kann etwas Abstand von allem nehmen. Das wird sicher helfen.

    Liebe Grüsse
    Chubasco

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