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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 102

    Vorstellungsgespräch

    Hi ihr lieben,

    bin nun mit meiner fortbildung fertig und bewerbe mich. was mir grad sorgen macht, ist das vorstellungsgespräch, wenn es denn zu einem kommt:
    denn sobald man mich *live* erlebt, wird leider klar *oh mein gott, mit der stimmt doch was nicht*- bzw. anders ausgedrückt: selbst wenn ich mich
    verstell und einen auf ruhig und *gelassen*( keine ahnung, wie ich das machen soll;-)) mach, bin ich spätestens innerhalb von 3 wochen wieder aufgrund
    meines eigentlichen verhaltens wieder draußen.
    ich mein- klar, vielleicht auch nicht, aber wie geht ihr denn da so vor? bei mir ist s nicht mal so, dass ich mich etwa um kopf und kragen reden würd, dafür
    bin ich doch eher zu schüchtern- vielmehr kommt bei mir meistens einfach- sicher auch wegen meiner unsicherheit- aber halt auch, weil ich schwierigkeiten
    hab überhaupt meine gedanken zu ordnen, meistens nur blödsinn raus während des gesprächs, zumindest in der vergangenheit.
    also wäre wirklich dankbar für tipps. danke schon mal;-))

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    ich find s halt auch mündlich so furchtbar- schriftlich geht ja noch halbwegs, wenn man sehen oder lesen kann, wo man grad ist;-). wie macht ihr das so?

  2. #2
    cocolores

    Gast

    AW: Vorstellungsgespräch

    Ich habe nicht viele Bewerbungsgespräche miterlebt, aber generell ist es - genau wie du selbst es bereits andeutest - am besten, man ist so autentisch wie möglich, denn die Persönlichkeit kommt eh ans Tageslicht. Andererseits weiß aber jeder Personalchef, dass man in einem Bewerbungsgespräch nicht sofort aufdreht und eher etwas zurückhaltender ist. Nur allzu passiv sollte man keinesfalls wirken. Sei einfach natürlich, aber nicht überdreht.

    Bereite dich auf die Firma gezielt vor. Welche Fragen können kommen, was passt auf diese Stelle und weshalb möchtest du dort arbeiten. Und es kommt immer gut an, wenn du selbst auch Fragen stellst, die sich auf diese Stelle beziehen, zumindest was das Fachliche angeht. Damit zeigst du Interesse und kannst das Gespräch selbst mit steuern.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 476

    AW: Vorstellungsgespräch

    Liebe Kleine Gurke!

    Ich habe in meinem Leben schon etliche Vorstellungsgespräche gehabt und kann das nur bestätigen: Vorbereitung ist das beste Mittel.

    Außerdem habe ich den letzten Jahren auch etliche Vorstellungsgespräche geführt und kann Dir sagen worauf wir geachtet haben:

    1. Passende Garderobe ist das A und O denn der erste Eindruck zählt enorm! Das mag auf den ersten Blick oberflächlich scheinen, es ist aber leider so. Man sollte z.B. nicht im "Strandoutfit" erscheinen wenn man sich für eine Abteilungsleiterstelle bewirbt. Man sollte sich aber auch nicht verkleiden, sondern ein Outfit wählen, was der Stelle und dem Unternehmen angemessen ist und sich aber trotzdem wohl fühlen.

    2. Man sollte eine Kopie der Bewerbung an das Unternehmen mitnehmen.

    3. Man sollte sich im Vorfeld über das Unternehmen informieren. Das geht dank Internet mittlerweile deutlich einfacher als früher. Findet man keine Informationen, so ist es durchaus legitim anzurufen und nach Informationen zu fragen.

    4. Man sollte sich auf die typischen Fragen vorbereiten.

    Es wird gerne nachdem Warum (haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben?) gefragt.
    Es wird auch gerne nach evtl. Lücken oder schwammigen Aussagen im Lebenslauf und der Bewerbung gefragt.
    Es wird auch gerne nach den Stärken und den Schwächen gefragt. Hier wäre es gut sich im Vorfeld schon Gedanken zu machen, was man da antwortet, ein Nutzen für die Stelle wäre ein Vorteil.
    Man sollte sich auch vorher Gedanken über das Gehalt machen. Rumeiern bei dieser Frage wird als Unsicherheit gewertet, nicht gut!
    Es kann auch sein das nach ehemaligen Arbeitgebern und dem Warum (arbeiten sie da nicht mehr) gefragt wird. Hier sollte man NIEMALS schlecht über einen Arbeitgeber sprechen, das kommt gar nicht gut an! Also eher diplomatische Antworten geben.
    Es kann auch sein, dass nach Erfolgen und/oder Misserfolgen gefragt wird. Also was ist einem besonders gut oder schlecht gelungen.

    5. Man sollte Blickkontakt halten, auch wenn das oftmals schwierig ist.

    6. Man sollte ehrlich sein und sich nicht besser verkaufen als man ist. Damit meine ich z.B. wenn sehr gute Englisch-Kenntnisse für den Job unumgänglich sind, klar sagen, dass man da sicher noch Entwicklungsmöglichkeiten hat und auch bereit wäre diese auch zu machen, sofern man eben "nur" auf Schulenglisch zurückgreifen kann.

    Das fällt mir jetzt so auf Anhieb ein.

    Was auch schon im Vorfeld sehr wichtig ist: Eine Bewerbung sollte IMMER auf die jeweilige Stelle individuell geschrieben werden. Ich kenne leider viele, die mal eben eine Bewerbung schreiben und die dann an etliche x-beliebige Stellen schicken. Absolutes NO-GO.

    Man darf nicht vergessen, dass die Unternehmen heutzutage geradezu überschwemmt werden mit Bewerbungen. Ich hatte auf eine Stellenbeschreibung mal über 600 Bewerbungen auf dem Tisch liegen und da fliegt erstmal alles raus was rein optisch unten durch ist. Erst dann wird der Inhalt geprüft und spätestens da ist wichtig auf die Anforderungen der Stelle einzugehen.
    Ganz wichtig ist es auch sich von der Masse irgendwie abzuheben.

    "Durch das Arbeitsamt XY habe ich erfahren, dass sie ...."

    Ein sehr beliebter Satz bei Bewerbern...bei Arbeitgebern eher nicht, denn er lässt durchscheinen, dass diese Bewerbung nur auf Aufforderung durch das Arbeitsamt geschrieben wurde.

    Ich habe z.B. eine Zeitlang keinen Job gefunden, weil mein damals noch kleiner Sohn für für viele Unternehmen offensichtlich ein k.o. Kriterium war. Hier greifen so typische Vorurteile wie, ach das Kind ist ja ständig krank, ergo ist die Betreuung nicht gewährleistet usw.

    Ich habe dann folgende Einleitung in meiner Bewerbung geschrieben:

    Guten Tag!

    Wenn auch Sie der Meinung sind, das eine alleinerziehende Mutter eines 7 jährigen Sohnes keine zuverlässige Arbeitskraft erbringen kann, dann brauchen Sie diese Bewerbung nicht zu lesen und können direkt eine Absage schicken.

    Wenn Sie aber meiner Meinung sind, dass die Erfahrungen einer Mutter sich durchaus auch positiv auf die berufliche Entwicklung auswirken, dann lesen Sie bitte weiter!
    Mutig? Verdammte Scheiße ja!

    Aber es hat funktioniert! Ich hatte plötzlich Einladungen zu Vorstellungsgesprächen und das Feedback in diesen dazu war: Erfrischend andere Bewerbung!

    So. Das war es erstmal von mir.

    Wollte mich doch ausruhen...

    LG

    Lady

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 102

    AW: Vorstellungsgespräch

    hi, oh man sorry....vielen lieben dank ihr beiden.

    oh man @ lady cuckooo....das war ja echt mal klasse von dir;-). freut mich, dass das bei dir zum erfolg geführt hat, hast du auch mit so ner innovativen bewerbung verdient, find ich.
    danke auch dir @cocolores. ihr habt mir echt weitergeholfen, hab mir hier n paar wichtige sachen rausgeschrieben und werde sie beim nächsten vorstellungsgespräch beherzigen.

    danke nochmal

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