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Diskutiere im Thema Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ) im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Wie war eure Schulzeit ?
    Vor allem wenn man von der Diagnose nicht wusste.
    Bei mir wurde immer von der Lehrerin in der Klasse ständig vorgeworfen ich würde die ganze Zeit träumen, nicht aufpassen und mich damit auch immer vor der ganzen Klasse blossgestellt.

    Eines Tages, müsste dritte Klasse gewesen sein, da hatte die Lehrerin vor der Klasse gleich zur Begrüßung erzählt sie hätte von mir geträumt , wie ich beim Ausflug zum Klärwerk in das dreckige Klärbecken gefallen bin weil ich mal wieder gepennt hab.
    Zudem wurde es mir immer als eine schlechte Charaktereigenschaft suggeriert und egal wie ich mich anstrengte wurde ich dann meist erst recht zum Gelächter, bis ins Erwachsenenalter hinein.
    Das zum Anfang, könnte noch extrem viel mehr erzählen, aber vielleicht haben andere dazu auch noch was Interessantes zu erzählen?


  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Pesadillas schreibt:
    Wie war eure Schulzeit ?.............

    Grauenvoll

    Bei mir hat sich seit dem eine regelrechte "Hierarchie-Phobie" entwickelt, so dass ich heute noch nicht mit Vorgesetzten umgehen kann.

    Ich kann bis heute nicht verstehen wie man ein Kind das Gefühl geben kann, dass es nichts Wert ist in dieser Gesellschaft.

    Lehrer sind noch heute meine lieblings Klientel

  3. #3
    Pepperpence

    Gast

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Pesadillas schreibt:

    Eines Tages, müsste dritte Klasse gewesen sein, da hatte die Lehrerin vor der Klasse gleich zur Begrüßung erzählt sie hätte von mir geträumt , wie ich beim Ausflug zum Klärwerk in das dreckige Klärbecken gefallen bin weil ich mal wieder gepennt hab.


    Witzigerweise bin ich als Kind (auch ADS) tatsächlich bei jedem Ausflug sobald es ans Wasser ging reingeflogen Das war schon wie ein running gag, egal wie sehr ich aufgepasst habe, früher oder später plumpste ich in den Fluß / Bach / das Meer. Im Rhein, Neckar, Main da war ich überall schon drin. Da bleibe ich heute als Erwachsene noch dem Ufer lieber etwas fern.
    Einmal musste ich (und das war schon in der Vorpubertät, wo man ja sehr "gschamig" ist) nur in Unterhosen den kompletten Ausflug nach Hause latschen. Oh Gott, war das schrecklich!

    So im Nachhinein bin ich richtig froh, dass wir niemals ein Klärwerk besichtigt haben.

    Ansonsten habe ich viel Zeit im Unterricht verträumt. Stunde vorbei und ich wusste nicht was gewesen war. Da habe ich auch noch heute Träume (also Nachts), dass ich das Abitur nachholen muss und nichts mitbekomme weil ich immer in Gedanken weit weg bin. Mündlich habe mich extrem wenig am Unterricht beteiligt, einfach weil ich oft gar nicht wusste was gefragt wurde, weil ich an langweiligen Stellen abgeschaltet habe (also quasi: immer). Schriftlich habe ich mir alle Mühen durch Flüchtigkeitsfehler in allen Bereichen versaut.
    Da ich als Kind sehr viel gelesen habe war meine Rechtschreibung eigentlich gut, aber in Situationen beim Diktat oder ähnlichem hat die Aufmerksamkeit versagt.

    Ich war nicht in der Lage ein Heft zu führen. Das waren drei wunderschöne Seiten zu beginn des Jahres und dann nichts mehr. Vor jeder Arbeit oder jeder Heftkontrolle musste ich mir ein Heft von jemand anderem leihen, kopieren und dann alles schnell in mein Heft übertragen.

    Ich war nicht mal in der Lage mir die Hausaufgaben aufzuschreiben. Da muss ich über Jahre hinweg jeden Mittag Klassenkameraden anrufen und nach den Aufgaben fragen.

    Meine Lehrer haben mich in der Regel als faul und ehrgeizlos eingestuft und hatten deshalb vermutlich meist auch wenig Verständnis, also wenn ich zwischen zwei Noten stand wurde eher nach unten gerundet oder die Flüchtigkeitsfehler wurden mir als Dummheit angekreidet, wo bei einem aufgeweckten Kind dann eher gesagt wird, dass er es eigentlich kann, aber nur unaufmerksam ist.. Das stimmt so gar nicht (also dass ich ehergeizlos bin zum Beispiel) aber es war offenbar nicht zu erkennen.

    Als dann über Jahre noch massives Mobbing (zunächst durch Mitschüler, später machten auch Lehrer mit) dazu kam, habe ich aus naheliegenden Gründen komplett aufgehört mich mündlich am Unterricht zu beteiligen. In der elften Klasse hatte ich dann eine Phase in der ich die Schule abbrechen wollte. An sich bin ich ein sturer Mensch und auch jemander der schwierige Zeiten durchstehen kann, aber da konnte ich einfach nicht mehr.

    Wie ich das Abitur dennoch mit halbwegs anständigen Noten bestanden habe ist mir ein Rätsel.

    Meine Oma (die ansonsten sehr lieb war) sagte mal vor versammelter Mannschaft (Freunde, Klassenkameraden) an einem Geburtstag, als ich irgendeine Schusseligkeit gemacht hatte über mich: "Dick, dumm und faul" Ich fürchte das fasst zusammen wie ich so allgemein gesehen wurde.
    Geändert von Pepperpence (16.05.2016 um 15:45 Uhr)

  4. #4
    Scherzkeks

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 293

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Als Kind bin ich oft vor Lauter Ablenkung beim Laufen gegen dinge gelaufen (Straßenlaterne, Briefkasten, andere Leute) in der Schule hab ich das meiste nicht mit bekommen hab mich mit meinen Gedanken beschäftigt da ich dabei aber ruhig war hat das die Lehrer nie gestört

    Später war dann Mobbing an der Reihe von seiten der Mitschüler da ich ja der "Nerd" war ich hatte gar keine lust mehr in die schule zu gehen ich hab heute noch in unterrichts formen im erwachsenen alter panik von der situation.

  5. #5
    Pepperpence

    Gast

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    shadowgolf schreibt:
    Als Kind bin ich oft vor Lauter Ablenkung beim Laufen gegen dinge gelaufen (Straßenlaterne, Briefkasten, andere Leute)
    Oh je! Ich auch, ich auch. Einmal hatte ich sogar eine schwere Gehirnerschütterung, weil ich mit dem Fahrrad gegen einen Laternenpfahl geknallt bin und dann Kopf voran ... nun ja.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Interessantes Thema!
    Schule funktionierte eigentlich ganz gut, solange Interesse da war. Naturwissenschaften und Sprachen waren supi, alles, wo man Fakten lernen oder "interpretieren" musste, schrecklich. Da war ich immer abgelenkt und habe meine Mitschüler mitgezogen.
    Ich war grundsätzlich anderer Meinung als die Lehrer, und wo andere 5 Seiten geschrieben haben, hatte ich mit Ach und Krach 2. Ich bin halt schneller auf den Punkt gekommen
    Habe nie gelernt und nur selten Hausaufgaben gemacht. Entweder ich hab den Stoff im Unterricht verstanden oder eben nicht, da half dann auch lernen nix.

    Ich kam gut mit meinen Mitschülern zurecht, mit den Lehrern gab es Probleme, weil ich einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hab, und trotz meiner Faulheit eben (in den entsprechenden Fächern) gute bis sehr gute Leistungen gebracht habe. In der 8. Klasse wollte ich das Gymnasium wechseln weil es mit den Lehrern nur noch Stress gab, zum Glück haben meine Eltern es erlaubt.

    Ab der Oberstufe ging es dann steil bergab, dürfte ja die Entschuldigungen selber schreiben Habe dann leider nach 12.1 geschmissen und somit nicht mal Fachabi, was mich inzwischen echt ärgert, aber naja.

  7. #7
    salamander

    Gast

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    kunterbunt, wild mit auf und ab.

    schule war ein ding für sich.
    von der grundschullehrerin gab's für wegdriften, wegträumen, regelmäßig das schulbuch um den kopf gehauen,
    um wieder ins hier und jetzt zurück zu kommen. abgesegnet von den eltern, im unterricht hat man nicht zu träumen.
    ich merkte nicht mal wie ich wegdrifte, bis ich wieder ein buch über'n kopf gezogen bekam.
    so war's in etwa bis zu 3. klasse, danach wechselte die lehrkraft.
    ansonsten ein stetes auf und ab,
    jahresanfang super noten, danach begann ich mich zu langweilen, halbjahreszeugnis versetzung gefährdert,
    jahresende von versetzungsgefährdung keine rede mehr...
    so lief es die ganze schulzeit durch.
    bei lehrern die ich mochte, konnte ich mich besser konzentrieren, hatte auch deutlich bessere noten,
    was teilweise einen sprung von 3 noten nach oben, bei lehrerwechsel ausmachte...
    beim konzentrieren, sah ich zur zimmerdecke um mich zu konzentrieren,
    bei manchen gab's dann wieder ein schulbuch um den kopf gehauen,
    andere erlaubten diese art des sich auf etwas konzentrieren und herholen.

    nicht so witzig das ganze.

    außerhalb der schule, wild und unbändig. wo es war zu entdecken gab, war ich mit dabei, sei es im wald, auf der wiese,
    einer neuen baustelle, bauernhof, wo auch immer.
    stillsitzen, stillhalten schwierig, ich brauchte viel bewegung und draußen sein.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Ich bin manchmal im Zwiespalt , soll ich berücksichtigen das die anderen es nicht besser wussten, bzw. ich ja auch nicht.
    Oder soll ich das alles was mir angetan wurde verabscheuen, weil mir permanent von sehr vielen Leuten suggeriert wurde das ich ein ********* bin, faul, dumm, nicht zuhöre, nichts kann usw. und ich als schlechter Mensch degradiert wurde der es nicht Wert ist , zu gar nichts.
    Ich war auf vielen Schulen und nur eine Lehrerin hatte bemerkt das ich ein Problem hab und wollte helfen, die hat es aber eher auf die Scheidung meiner Eltern bezogen, was ja auch ein sehr schwerer Zusatzfaktor war.
    Bei einem mit ADHS wird es eben nun mal eher diagnostiziert, da sie eben etwas auffälliger sind wobei da die Medien und außenstehende auch viel Nonsens darüber erzählen, was einfach nicht stimmt !
    Es war nicht in jeder Klasse so aber ich hatte überwiegend schlechte Erfahrungen gemacht, und teilweise auch von Lehrern toleriert oder auch mit gemobbt quasi, die wirklich schlimme Erfahrungen hatte ich in der Regel im Unterricht und selten in der Pause oder draußen.
    Bei manchen Lehrern wusste ich schon wenn da Unterricht ist werde ich wieder von bestimmten Mitschülern geschlagen und fertig gemacht weil den Lehrern das egal war.

    Hin und wieder , gab es auch nicht so schlimme Erfahrungen wo ich das dann meist so kompensiert hatte , das ich der nette, hilfsbereite manchmal etwas verpeilte Kollege war.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 438

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    spacetime schreibt:
    Grauenvoll

    Bei mir hat sich seit dem eine regelrechte "Hierarchie-Phobie" entwickelt, so dass ich heute noch nicht mit Vorgesetzten umgehen kann.

    Ich kann bis heute nicht verstehen wie man ein Kind das Gefühl geben kann, dass es nichts Wert ist in dieser Gesellschaft.

    Lehrer sind noch heute meine lieblings Klientel

    This!

    In der ersten Klasse fing es schon an, ich saß mehr vor der Tür als drinnen. Und das obwohl ich den andern Kindern sogar voraus war. Die Lehrerin hatte mich total auf dem Kieker...
    Das hat sich dann die ganze Schullaufbahn gezogen, jeder 2.te Lehrer kam mit meiner Art nicht klar und sah in meiner fehlenden Unterordnung ein Verbrechen gegen ihn (und das, obwohl ich immer höflich war). Einige haben es derart persönlich genommen, dass sie ständig Seitenhiebe ausgeteilt und entweder die Klasse gegen mich gehetzt oder mich vor ihr bloß gestellt haben.
    Zudem hatten alle Schuldirektoren etwas gegen mich (wahrscheinlich, weil sonst alle vor ihnen kuschen), sodass ich in der Oberstufe desöfteren vom Unterricht ausgeschlossen wurde, den Raucherhof putzen oder schon wieder zum Gespräch antanzen musste.
    Ich wurde von meinen Lehrern mehr gemobbt als von meinen Mitschülern.

    Die Lehrer mit denen ich mich gut verstanden haben waren rückblickend die eher antiautoritären, die statt zu fordern motiviert haben. So sollte es in der Schule ja auch sein, finde ich.


    Das einzige was ich in der Schule gelernt habe: Anstrengung zahlt sich nicht aus. Wenn ich mich bemühe kriege ich genauso schlechte Rückmeldung wie wenn ich alles schleifen lasse. Diese Erfahrung verfolgt mich jetzt in meinem Studium immer noch massiv!
    Das hat dann in der Schule so geendet, dass ich ab der Mittelstufe keine Hausaufgaben mehr gemacht habe und in der Oberstufe die Hälfte der Zeit abwesend war. Hätte ich welche gemacht, hätte ich nämlich mit Sicherheit die selbe Note bekommen.
    Geändert von klippklar (16.05.2016 um 17:45 Uhr)

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    klippklar schreibt:
    Ich wurde von meinen Lehrern mehr gemobbt als von meinen Mitschülern............
    Leider hört man immer nur wie schwer es Lehrer haben mit den heutigen Schülern, aber nie wie schwer es einige Schüler mit einigen Lehrer haben. Viele Lehrer produzieren gradezu "Wracks" für die Gesellschaft, die "schwache" Schüler das Gefühl geben, dass sie nichts Wert sind.

    Mein Neffe (heute 35 Jahre und seit seinen 16 Lebensjahr bei Mercedes und mittlerweile Meister war der Beste seines Lehrjahrgangs) wäre nach den Willen seiner Lehrerin auf eine Sonderschule gekommen, da sie der Meinung war, dass er Sprachgestört wäre.

    Der eigentliche Grund war, dass die Lehrerin seine Mutter nicht ab konnte (meine Schwester die an Kinderlähmung leidet und sich nicht so gut ausdrücken kann). Ein Schulpädagoge hielt die Aussage der Lehrerin für Unsinn - der übrigens nur eingestaltet wurde weil meine Schwester mit der Aussage der Lehrerin nicht einverstanden war.

    Wer weiß wie es geendet wäre, wenn die Lehrerin die Oberhand behalten hätte - vielleicht wie bei mir, der nie die Stärke hatte
    Geändert von spacetime (16.05.2016 um 18:34 Uhr)

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