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Diskutiere im Thema Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ) im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #61
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Myko schreibt:
    Vielleicht hast Du ja Glück, vielleicht verschreibt Dir ein Psyhiater Ritalin, und wenn es tatsächlich AD(H)S ist, vielleicht wirkt es , vielleicht fängt das strukturieretere Leben jetzt erst an, vielleicht kommst Du dann endlich einmal "auf den grünen Zweig". Ich wünsche Dir das von Herzen.
    Das sag ich Dir nach 60 Jahren Chaos.
    Und trotzdem: das sind auch keine Wunderdrogen die einen völlig umkrempeln. Aber es geht doch erheblich besser
    Hey, falls du mich damit meinst:
    Ich bin eigentlich in psychiatrischer Behandlung, da bei mir eine generalisierte Angststörung und eine Persönlichkeitsstörung diagnotiziert wurde, aber mit der Persönlichkeitsstörung hadere ich ein bisschen
    Leider muss ich mir einen neuen Psychiater suchen, weil das eine Kinder und Jugendpsychiaterin war und ich schon 19 bin und kann ihr leider nicht von meinen weiteren Beschwerden erzählen, die schlimmer geworden sind... nach einem Reinfall bei einem anderen Psychiater, hoffe ich, dass der nächste Termin bei einem anderen besser wird, den ich nächsten Monat haben werde und mal gucken was er/sie sagt

  2. #62
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    In der Grundschule war ich mittelmäßig und aufmümpfig, hab auch schon mal die Lehrerin verbessert. Hatte 2 von 3 Tadeln, die man für einen Verweis brauchte. Hausaufgaben haben meine Eltern meist mit mir gemacht, daher ging das (auch wenn ich es schlimm fand). Ordnung war ein Problem, ich habe oft Unterrichtsmaterialien nicht dabei gehabt. Betragen war eher schlecht, ich störte oft den Unterricht.

    Keine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen. Haben meine Eltern aber letztlich doch durchgesetzt, gegen die Lehrerin, die mich nicht mochte. ^^ Dort hat sich mein Notenschnitt um einen glatten Punkt verbessert und ich war Einser-Schüler. In den Zeugnissen lässt sich aber auch da nachlesen, ich könne besser sein, wenn ich in allen Fächern dieselbe Aufmerksamkeit zeigen würde.

    Das war generell eine gute Zeit. Manche LehrerInnen liebten mich, andere nicht. Aber sie konnten mir wenig. Ich erinnere mich an eine Englischlehrerin, die mich, weil ich nicht aufpasste oder mitmachte, zu nem Test an die Tafel holte und mir damit quasi versehentlich eine Eins schenkte. ^^ Danach war unser Verhältnis gut. Mit einer Französisch-Lehrerin musste ich hingegen direkt mal zum Direktor. Wir sind nicht warm miteinander genommen (Aus dir wird nie was!). Mit meiner Mathelehrerin hatte ich in der Oberstufe die Abmachung, sie ließe mich in Ruhe, dafür würde ich, wenn ich zwischen zwei Noten stehen würde, am Jahresende die schlechtere Note bekommen. Fand ich fair, hat mir die langweiligen Stunden erträglich gemacht. Hausaufgaben habe ich eher sporadisch erledigt. Bei Elternabenden war ich immer mal wieder Thema, aber meine Eltern ließen mich meistens in Ruhe, weil die Noten stimmten.

    Abi war auch easy, gut so. Ich habe nämlich schnell gemerkt, dass das Lernen dafür, systematisches Büffeln, mir gar nicht liegt. Also hab ich es größtenteils gelassen, bzw. Kurzzeitgedächtnis benutzt, indem ich einen Abend vor der Prüfung nochmal soviel Wissen auffrischte, wie möglich. Hat in allen Prüfungen außer einer geklappt. In Geschichte hatte ich mich verzockt, weil keins der drei Abiturthemen, die ich gut drauf hatte und von denen seit Jahren immer mindestens eins Thema war, Bestandteil der Prüfung war. Tja.

  3. #63
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Pepperpence schreibt:
    Da habe ich auch noch heute Träume (also Nachts), dass ich das Abitur nachholen muss und nichts mitbekomme weil ich immer in Gedanken weit weg bin. Mündlich habe mich extrem wenig am Unterricht beteiligt, einfach weil ich oft gar nicht wusste was gefragt wurde, weil ich an langweiligen Stellen abgeschaltet habe (also quasi: immer).
    Diese Träume habe ich auch. Habe im Unterricht auch häufig nicht aufgepaßt, jedoch hatte ich immer kurze Momente, wo ich hingehört habe und "gescannt" habe, ob da irgendwas Interessantes oder Wichtiges dabei ist. War etwas interessant, habe ich mir oftmals das zuvor nicht Aufgenommene im Kopf erschlossen bzw. die Lücken ausgefüllt. Konnte natürlich manchmal gutgehen. Ich habe ca. eine Aufmerksamkeitsspanne von max. 10 Minuten, wenn es spannend ist, dann spinne ich mir zu dem Thema oft im Kopf wieder etwas weiter und gleiche dann und wann wieder ab, was der Lehrer sagt.
    Diese Träumerei war aber niemals so wirklich schlimm, dass es mich ernsthaft beeinträchtigt hatte. Viel schlimmer war, dass ich nicht zum Lernen zu ermutigen war (ich habe auch nicht verstanden, wie man lernt...), ab der Mittelstufe oft die Hausaufgaben vergaß, ich in der Nacht gegen 4 Uhr hochschreckte und dann ganz schnell das machte, was noch zu schaffen war. Manchmal fiel es mir erst vor der jeweiligen Unterrichtsstunde ein, so dass ich die Hausaufgaben in der 5 Minuten Pause schnell zu machen versuchte - zumindest stand dann etwas im Heft.
    Das Schlimmste war aber, dass ich morgens ganz große Probleme mit dem Aufstehen hatte - auch wegen meiner damals schon bestehenden Schlafstörungen. Ich schlief oft wieder ein im Bett oder/und war in der Schule so müde, dass ich mit offenen Augen manchmal vor mich hindöste. Zum Glück hatten meine Lehrer mich in Ruhe gelassen, das war eine Verabredung zwischen meinen Eltern und der Schule wegen meiner Hörbehinderung.

    Im Traum kommt immer wieder vor, dass mir mein Uniabschluß aberkannt wird, weil sich herausstellte, dass ich garkein Abitur hätte und nach der 10. die Schule abgebrochen hatte. Dann muß ich das Abi nachholen und gehe wieder an mein altes Gymnasium. Jedoch komme ich tagelang nicht aus dem Bett, oder habe den Stundenplan verbaselt, höre im Unterricht kein Wort oder "Chinesisch", es gibt nur langweilige Themen, und alle anderen finden den Unterricht toll, nur ich nicht. Ich sitze da als Mittdreißigerin unter den ganzen Teenies. Die Schule ist dann auch ein riesiges Gebäude, viel größer als in der Realität mit vielen verwinkelten Gängen und Verstecken, und ich habe massive Probleme, die Räume zu finden und dann auch noch rechtzeitig anzukommen. Weiterhin ist der Stundenplan extrem ausgefüllt, mit Unterricht bis abends 18 Uhr, und ich kann dann nicht durchhalten und kriege die Pflichtstundenzahl nicht hin... Und alles durch das tiefe Gefühl der Scham begleitet.

    Das sind alles Sorgen, die ich in der Schulzeit tatsächlich hatte und sehr lange erfolgreich verdrängt hatte. Das Thema Mobbing in der Schule, das bei mir auch vorkam, habe ich wohl verarbeitet und kommt garnicht mehr in meinen Träumen vor.

  4. #64
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    in der grundschule war ich der klassenclown und habe viel mist gebaut. da ich allerdings nur sehr gute leistungen hatte hat das niemaden recht gestört.
    auf dem gymnasium dann dasselbe: unsinn gemacht, in den fluss vor der schule gefallen und in der oberstufe chronisch geschwänzt.
    aber die noten waren immer noch top, weil ich mir entweder was zusammengereimt hatte oder ein detail aufgeschnappt habe.

    also mathe und sprachen liefen jedenfalls. probleme gab es in den fächern wo man viiel schreiben musste. einerseits weil ich sehr schreibfaul bin und andererseits weil ich nur circa die hälfte der zeit nutzen konnte und in der anderen hälfte aus dem fenster geguckt habe
    und mal ehrlich: wie geht das, in einen aufsatz einen roten faden zu "weben"?! das ist mir bis heute ein rätsel... ich eentdecke ienen aspekt und der führt mich dann zu einem anderen usw...ihr kennt das sicher
    wie jetzt gerade auch. also zurück zum thema: meine schulzeit war entspannt, ich hab gemacht was ich will und wenn ich nicht wollte bin ich eben nicht hingegangen

  5. #65
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Meine Schulzeit war der Horror!
    Ich war von Anfang an überfordert mit allem. In der Volksschule (Grundschule) waren 4er und 5er für mich Standard und für jede "vergessene" Hausaufgabe, hatte ich eine eigene super kreative Ausrede parat. Ich hätte ein Buch über Ausreden schreiben können. Meine Lehrerin, hatte meine Mum im Kurzwahlspeicher und so wurde mein Kinderzimmer regelmäßig nach versteckten HÜ-Zettel durchsucht.
    (Die am längsten versteckte Hü war auf der Unterseite einer untersten Schublade geklebt ;-) )

    Konzentrationsmäßig schaffte ich nur 2 oder 3 HÜ's am Tag. Der Rest war für mich unmöglich.

    Meine Eltern versuchten mal alle Ablenkungen aus dem Zimmer zu entfernen. Ergebnis: Ein zerstörter Radiergummi, ein zerlegter Kugelschreiber und ein wunderschön verzierter Mathezettel! :'D

    Als mir ADS dignostiziert wurde, haben meine Eltern Ritalin an mir ausprobiert. Ich selbst kann mich an diese Zeit nicht mehr erinnern, aber laut meiner Mum wurde ich durch Ritalin aggressiv und wollte keine Liebe mehr zulassen.
    Das Medikament wurde daher wieder abgesetzt.

    In der Hauptschule war ich immernoch in den Augen der meisten Lehrer eine Katastrophe. Aber im Gegensatz zur Volksschule gab es eine kleine Besserung.
    In Deutsch, Zeichnen, Geschichte, und Biologie war ich spitze aber an Mathe (hab auch ne Dyskalkulie (ist wie Legastenie nur hald in Mathe)) Biss ich mir die Zähne aus. Auch Physik/Chemie bereitete mir große Schwierigkeiten.
    Die Ironie: Ich liebte das Fach und konnte es in eigenen Worten auch wiedergeben, aber da man auch hier mit Zahlen jonglieren musste oder 5-zeilige Definitionen auswendig runter beten können musste, musste ich mich auch in diesem Berteich nachprüfen lassen.

    ADS war bei meinen Lehrern nicht bekannt, dementsprechend gering fiel daher auch deren Verständnis aus. Ich konnte mir vieles anhören. Gegen das Wort "Faul" bin ich noch heute allergisch. Bezeichnet mich heute noch jemand als faul, breche ich in hysterisches Weinen aus. Ich hab das nie richtig verkraftet.

    Eine Lehrerin warf mir sogar vor, dass ich das ärztliche Artest gefälscht hätte!!!

    Auch mit meinen Mitschülern gings immer weiter Bergab. Gemobbt wurde ich schon vom Kindergarten an. Doch damals hatte ich meinen Freundeskreis und ich konnte dies noch ignorieren.
    In der 1.Klasse Volksschule wurde ich schlimm gemobbt. Als ich die Klasse wiederholte, kam ich mit meinen Kindergartenfreunden in die Klasse.
    3. 4. Klasse habe ich bewusst aus meinem Gedächtnis gestrichen. (Wie weis ich nicht mehr) Ich weis nur noch das ich mich durchs Mobbing und dem Schuldruck sehr schlimm fühlte. Ich kam so oft weinend nach Hause und wollte nie mehr in die Schule zurück. Doch das ging natürlich nicht.

    In der Hauptschulzeit verriet meine damalige beste Freundin meine größten Geheimnisse, um sich bei den beliebten Mädls beliebt zu machen. Vorher sorgte sie noch dafür, dass niemand von meinen Hauptschulfreundinnen mehr etwas mit mir zu tun haben wollte.
    (Ich habe dank ihr, bis heute noch Vertrauensprobleme!)

    In meiner Fachschulzeit fiel ich auf eine ähnliche Person noch einmal rein.
    In der Fachschulzeit, ging es mir psychisch gesehen beschissen. Schulisch gesehen gabs wieder eine kleine Leistungssteigerung wobei diese für Lehrer nicht ersichtlich war. So manche Note habe ich mir durch fehlende HÜ's und zu wenig Lernens vermiest. Aber insgesammt, schwamm ich im Mittelfeld. Nur in zwei Fächern Mathe und Betriebswirschaft&Rechnungswes en, hatte ich 4er. Wobei mehrere 3er eher knapp waren.

    ...

    Schlussendlich kann ich sagen, dass mich meine Schulzeit fertig gemacht hat.
    Lehrer haben mich vor allen Mitschülern bloßgestellt und ausgelacht - Mitschüler haben mich auf übelste gemobbt.
    Noch heute wenn ich aufgrund meiner Lehrausbildung (Azubi) in die Berufsschule muss, muss ich mir eine Woche vorher Urlaub nehmen, da ich sonst mit meinen Angstzuständen nicht klar komme!

    Viele erinnern sich gerne an ihre Schulzeit zurück - für mich ist dies ein Albtraum!



    ---------------------------------

    Oh Mist! Tut mir Leid!
    hab erst jetzt gemerkt wie lang der Text geworden ist.

  6. #66
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    In meiner Schulzeit wusste keiner das ich verträumt bin, ich selber erst seid Dezember 2015.
    Die Lehrer haben nichts bemerkt, es wurde nur ein mal gelacht als ich im Musik Unterricht in eine Art Trance verfallen bin...habe mich wohl weg geträumt.
    Ansonsten hörte ich immer das ich mich ja nie melde aber wenn man mich dran nimmt, ich es wüsste.

    Als ich letzes Jahr meine Mutter nach paar Sachen fragte, wegen dem Test beim Arzt. Meinte sie das ich ja nie auffällig gewesen sei und es damals noch kein AD(H)S gab.
    Jaja...dumme Antworten die man so im Leben hört.
    Ich war wohl zu Anpassungsfähig, so das keiner...eigentlich bis heute keiner von sich aus bei mir auf AD(H)S kam. Außer den Ärzten.

    Ich frage mich aber manchmal was anderes gewesen sein könnte in der Schulzeit, aber in den 90`igern war das alles kein Thema.

  7. #67
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 304

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Pepperpence schreibt:
    Da habe ich auch noch heute Träume (also Nachts), dass ich das Abitur nachholen muss und nichts mitbekomme weil ich immer in Gedanken weit weg bin.
    So was träume ich auch ständig. Ich stehe auf dem Schulflur, irgendjemand sagt mir, dass nächste Stunde Mathe (meistens ist es Mathe) dran ist - ich habe natürlich keinen Stundenplan- und mir fällt ein, dass ich das ganze Schuljahr in keiner einzigen Mathestunde anwesend war und auch weder Buch noch Heft habe... Ich habe das schon so oft geträumt und falle jedesmal wieder drauf rein

    Klein September in der Schule:
    hätte absolute Streber- und Einserkandidatin sein können, wenn sie nicht ständig geträumt hätte
    Hier mal ein paar Zitate aus meinen Zeugnissen:

    S… ist eine sehr aufgeweckte Schülerin… das Gelernte kann sie sinnvoll anwenden und hat es ständig zur Verfügung… sie muss aber immer konzentriert das Unterrichtsgeschehen verfolgen
    Noten: 1-2, Ordnung und („Schön“-) schreiben (gibt es das heute noch?) 3

    Klasse 2:
    …ihre schriftlichen Aufgaben mit mehr Sorgfalt zu erledigen

    Klasse 3:
    … Erkennen von Problemen und Zusammenhängen bereiten ihr keine Schwierigkeiten…
    … ihr Arbeitsmaterial hat sie stets in Ordnung zu halten… Das Arbeitstempo muss S. noch steigern

    Klasse 4:
    …lernt leicht und gern, aber nicht immer zielstrebig. Für die Anfertigung schriftlicher Aufgaben muss sie mehr Sorgfalt aufwenden.
    Bei der Heftführung sollte sie sich verstärkt von ästhetischen Prinzipien leiten lassen. S. vergisst oft ihr Arbeitsmaterial

    Klasse 5
    Sie könnte …
    Das ist jedoch nicht der Fall, weil es S. oft an der erforderlichen Konzentration mangelt, da ihre Gedanken dem Unterrichtsgeschehen entrückt sind…
    Noten: Keine 3 mehr, da es „Schreiben“ nicht mehr gab

    Klasse 6:
    …ist auch in der Lage, richtige Schlussfolgerungen daraus abzuleiten. Das verführte S. jedoch oft dazu, dem Unterrichtsgeschehen nicht mehr mit der erforderlichen Aufmerksamkeit zu folgen…
    Annerkennenswert sind ihre Bemühungen um eine bessere Heftführung…

    Klasse 7:
    …trotz gelegentlicher Unaufmerksamkeit ist es ihr immer wieder gelungen … lässt vermuten, dass S. in einigen Fächern noch Reserven hat

    Klasse 8
    … beschäftigt sich S. oft gelangweilt mit anderen Dingen und nutzt ihr Leistungsvermögen nicht optimal aus….

    Trotz guter Noten konnte ich es den Lehrern nicht recht machen.
    Mein Problem war eher, in der Klasse nie richtig angekommen zu sein. Für die Mitschüler war ich vor allem "Streber", was sie aber nicht davon abgehalten hat, mich nachmittags um Hilfe bei den Hausaufgaben zu bitten. Das war vielleicht auch mein Glück, denn bis dahin hatte ich schon längst vergessen, dass wir Hausaufgaben hatten, so habe ich sie wenigstens ab und zu bei der Gelegenheit gemacht.

    Den Unterricht habe ich scheinbar irgendwie mitbekommen (oder mein großer Bruder hat mir schon vorher alles erzählt, was er wusste!?) ich weiß es nicht mehr.
    Was ich aber nicht mitbekommen habe (und was mir oft als Arroganz ausgelegt wurde): Wer mit wem geht, was gerade Mode ist, welche Bands und Stars angesagt sind...
    Und wann sich Mitschüler zu Unternehmungen treffen oder ob es irgendwo eine Fete gibt. Oder ich wurde nicht eingeladen, weil ich wahrscheinlich eine ziemliche Spaßbremse war.

    Alles in allem habe ich bei dem Gedanken an die Schule (30 Jahre später!) noch immer Bauchschmerzen und fühle mich bei den Klassentreffen immer noch als Fremdkörper.
    Ich weiß aber nicht, ob eine Diagnose und Behandlung zum damaligen Zeitpunkt irgendwas verbessert hätte.
    Beim Studium wäre das sicher was anderes gewesen, das ist mit wirklich sehr schwer gefallen und ich habe es nur nicht abgebrochen, weil ich nicht wußte, was ich sonst hätte machen sollen....

  8. #68
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Referate waren am schlimmsten. In Gruppen war es blöd genug, da ich eh immer "übrig" war.

    Meine Vorschläge haben dann auch keinen interessiert und schließlich wurde meist ohne mich gearbeitet, obwohl ich mir echt Mühe gab, mich einzubringen.

    Alleine Referate halten war aber auch nicht besser, weil ich mich vor lauter Perfektionismus in der Informationsflut verlor und es nicht auf die Reihe kriegte. Zum Termin war ich dann oft nicht oder nur halb fertig.

    Und selbst wenn ich fertig und sogar recht zufrieden war, kam noch die Panik davor, vor der Klasse zu reden. Da stand ich dann, versuchte möglichst wenig zu zittern und nicht bloß vom Zettel abzulesen, aber beim Versuch, frei zu sprechen, verhaspelte ich mich in jedem Satz.

    Wenn ich überhaupt sprechen konnte, weil vor Angst mein Mund trocken und meine Stimme heiser wurde. Referate waren eine einzige Strafe und nicht selten war ich an dem Tag zufällig krank.

    Das ging so weit, dass ich ein mal nach dem zweiten Satz vor der Klasse umkippte. Über meinen Schulabschluss freute ich mich vor allem, weil ich dachte "nie wieder Referate".

    Aber denkste, dann kam das Studium... das ich vor allem wegen der ständigen Präsentationen, die den Hauptteil der Abschlussnote bilden würden, nach fünf mühsamen Semestern abbrach.

    Ja, bestimmt wäre einiges anders und besser gelaufen, wenn ich damals gewusst hätte, was mit mir los ist.

    Jetzt bin ich glücklich in meiner Ausbildung und habe zum ersten Mal eine realistische Chance, später (mit 29 Jahren) endlich einen Ausbildungsabschluss zu haben.
    Geändert von Vortex (11.11.2016 um 08:56 Uhr) Grund: Absätze

  9. #69
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 348

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Viele erinnern sich gerne an ihre Schulzeit zurück - für mich ist dies ein Albtraum!
    Das geht mir ganz genau so! Wieso finden so viele die Schulzeit im Nachhinein toll - ich verstehe es nicht, echt nicht!

  10. #70
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Ich hab meine komplette Schulzeit irgendwie verträumt.
    Merke ich jetzt, wenn ich den Kindern bei den Hausaufgaben helfen muss.
    Da frage ich mich desöffteren, ob ich wirklich damals in der Schule war.
    Zu meinem Glück hab ich einen schlauen Freund namens GOO...GLE


    Ich erinnere mich an meine ersten Tage 5. Klasse Realschule:

    Tag 1 Einschulung
    Ich bin zusammen mit meiner Mutter mit dem Bus hingefahren.

    Kannte mich überhaupt nicht aus, Wir waren in den großen Ferien umgezogen von Stadt ins hinterste Kuhdorf

    Tag 2 und 3
    Ich liege mit Fieber zuhause im Bett

    Tag 4
    Muss das erste mal alleine mit dem Bus fahren.
    Steige aber nicht in den Schulbus ein, weil er eine andere Farbe hat als am ersten Tag
    Bus fährt also ohne mich
    Mist
    Meine Mutter kann mich nicht fahren, hat keinen Führerschein
    Fange an zu heulen, und bleib an der Haltestelle stehen
    Irgendwann kommt ein Linienbus, Vorn steht fett das Ziel drauf.

    Nehme meinen Mut zusammen und steige ein.
    alles gut
    Kurz vor dem Schulzentrum biegt er plötzlich ab. Ist ja ein Linienbus und KEIN Schulbus
    Werde Panisch, steige an der nächstmöglichen Stelle aus,
    Weiss nicht wo ich bin irre umher

    Eine alte Dame bringt mich schliesslich zur Schule (2 Strassen entfernt- 3min zu fuss)

    Ich komme fast eine Stunde zu spät

    "Entschuldigung, ich bin bin in den falschen Bus gestiegen und habe mich verlaufen"

    Gelächter der ganzen Klasse

    Warum bin ich immer so ehrlich???

    So hatte ich meinen Ruf weg, war bis zum ende der Schulzeit eher ein Aussenseiter.

    Heute kann ich drüber lachen. Bin angekommen, Ohne Handy

    Ansonsten war ich immer der ruhige verträumte langsame Typ. Gewissenhaft und ordentlich, aber halt langsam.
    Probleme mit der Rechtschreibung hatte ich eigentlich nicht.

    Ich hatte eine schöne Schrift, hab viel und sehr detailreich gemalt, laaange Aufsätze geschrieben,

    war und bin aber fast sowas wie ein Mathe Textaufgaben-Legasteniker


    (gibts´so was???)

    Lernen kann ich bis heute nicht, Vokabeln auswendig lernen ist kein Problem, aber wehe ich soll mir etwas aus einem Text erarbeiten. Geht nicht

    Hab für meine Abschlussprüfung (Ausbildung) 1 oder 2 Tage gelernt.
    Mathe hab ich nach 5 minuten abgegeben, weil es keinen Zweck gehabt hätte, 3 Stunden über den Blättern zu grübeln.

    Glatte 6
    Zum Glück konnte ich es mit anderen Fächern soweit ausgleichen, dass ich noch nichtmal zur mündlichen musste. (mein grösster Horror)

    In meiner Firma bin ich übernommen worden, mein Chef war sehr zufrieden, und ich durfte unter seiner Regie immer mehr dinge machen, für die ich woanders ein Studium hätte vorweisen müssen.
    Ihm waren meine Noten egal, er wusste, dass ich in dem was er brauchte sehr gut war.

    In Unterrichtsähnlichen Situationen merke ich auch heute, wie schnell ich Gedanklich abdriffte, auf einmal sind 10min. um, und ich hab keine Ahnung was geredet wurde. (zb. Elternabende, Vorträge...)

    Ganz schlimm finde ich, dass ich mir bei solchen Veranstaltungen keine Notizen machen kann. Entweder schreibe ich, oder ich höre zu Beides geht einfach nicht.

    Hab mir daher komplett abgewöhnt, mir Zettel und Stift zu solchen Abenden mitzubringen.

    Mein größter Horrer wäre, wenn mich jemand bitten würde, für den Abend Schriftführer zu sein.
    Wie können die Seitenweise mitschreiben und trotzdem alles mitbekommen???

    Das wird sich mir wohl nie erschliessen...

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Thema: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ) im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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