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Diskutiere im Thema Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ) im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Ich hatte eine sehr gemischte Schulzeit. Einmal hatte ich sehr tolle Lehrer die im Rückblick mir sehr geholfen haben z.B. die Liebe zu Bücher und neuen Ideen zu fördern (Hauptschule).

    Zum anderen ist jedoch auch durch Soziale-Apartheid geprägt (Grundschule). Da ein Elternteil nicht Deutsch ist und es noch Lehrer in den 1970er gab die in den Endjahren des Drittenreiches Ihre Lehrerausbildung gemacht hatten. Ich erlebte psychische gepaart mit physischer Gewalt in der Schule wie zu Hause. Meine Eltern, vor allem meine Mutter meinte meine Defizite mit Gewalt korrigieren zu müssen. Ich vermute heute aber, dass Sie Ihren eigenen Frust an mir aus ließ.

    Das alles wurde erst besser als ich dann in die Hauptschule kam. Dort war ein Großteil der Lehrer in Ordnung und mit einem Großteil habe ich sogar noch Kontakt. Das Verhältnis zu meinen Mitschülern war gemischt.

    Mehr möchte ich nicht schreiben da ich mich sonst nicht mehr auf meine Thesis konzentrieren kann die ich in zwei Wochen abzugeben habe.

    Grüße

  2. #22
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    In der ersten und zweiten Klasse hatte ich eine super Lehrerin, die in mir die Liebe zu Büchern und Geschichten weckte. Ich fand Schule super, ich liebte es, Wissen aufzusaugen. Meine Grundschullehrer waren alle in Ordnung, ich bekam einen guten Start. Nur meine Mitschüler "mobbten" mich bzw denke ich heute, dass sie mich "normal" geärgert haben und ich sehr empfindlich darauf reagierte.

    Später auf der sogenannten Orientierungsstufe wurde ich aber tatsächlich gemobbt, was dazu führte, dass ich heute immer noch große Probleme mit dem Vertrauen und Selbstvertrauen habe. Meine Lehrer fand ich nie blöd (bis auf 2-3 Ausnahmen), meine Mitschüler teilweise schon. Ich war oft ein Lehrerliebling, weil ich die Lehrer halt so genommen habe, wie sie sind und sie nicht abgelehnt habe, nur, weil sie Lehrer waren. Außerdem war ich sehr wissbegierig.
    Am liebsten mochte ich die strengen Lehrer und die lustigen Lehrer.

    Hausaufgaben habe ich im Gymnasium selten und meistens in der Pause gemacht. Richtig zugehört habe ich auch selten, irgendwie reichte es, wenn ich nur halb zuhörte. Ich habe es erst sehr viel später gemerkt, dass ich in der Schule immer nur halb zugehört hatte und dass ich viel geträumt hatte. Da ich Wissen quasi automatisch aufsaugte, wenn es mich interessierte, ging das wohl auch trotz Träumereien gut.

    Heute bin ich selbst Lehrerin und versuche, so zu sein, wie ich mir damals die Lehrer gewünscht hätte bzw die Atmosphäre herzustellen, die ich mir gewünscht hätte. Schüler, die gemein zu ihren Mitschülern sind, müssen sich entschuldigen, Mobbing versuche ich zu unterbinden, was aber gar nicht so leicht ist. Immer wieder störende Schüler stigmatisiere ich nicht oder hacke auf ihnen herum, sondern versuche, auf sie einzugehen...meistens steckt da ja keine Boshaftigkeit dahinter, sondern ein Problem oder einfach nur die Pubertät.

    Ich denke, ich kann mich gut in die Schüler hinein versetzen, weil ich eigentlich selbst noch in der Pubertät stecke und weil ich ebenso gerechtigkeitsfanatisch bin wie die Schüler...und bin deshalb auch um Gerechtigkeit bemüht, was manchmal gar nicht so einfach ist, weil man den Überblick über die ganzen sozialen Prozesse verliert. Ich bin wohl auch nicht streng genug, eben weil ich zu sehr versuche, gerecht zu sein. Manchmal ist man als Lehrer halt ungerecht, dafür ist dann aber Ruhe in der Klasse. Also seht es den Lehrern nach von damals, es ist nicht so einfach, es allen recht zu machen. Obwohl ich die meisten meiner Kollegen auch sehr komisch finde, die sind so richtig lehrerhaft...mit Machtdemonstration kann ich nix anfangen und über Schüler lästern mag ich auch nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, die Lehrer haben über die Jahre ihre Empathie abgelegt (wenn sie jemals da war).

  3. #23
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Zum "Glück" habe ich das Weinen verloren, sonst würde ich es jetzt tun.
    Der Thread hat mir gezeigt, dass ich schon damals in einen Sog geraten bin, der den Rest meines Lebens beeinflusst hat, und aus den ich wohl nie wieder herauskam.

    Den Rest den ich schreiben wollte habe ich gelöscht - wer soll es auch verstehen, wenn ich es nicht einmal verstehe?

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4.770

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    spacetime schreibt:
    Zum "Glück" habe ich das Weinen verloren, sonst würde ich es jetzt tun.
    Der Thread hat mir gezeigt, dass ich schon damals in einen Sog geraten bin, der den Rest meines Lebens beeinflusst hat, und aus den ich wohl nie wieder herauskam.

    Den Rest den ich schreiben wollte habe ich gelöscht - wer soll es auch verstehen, wenn ich es nicht einmal verstehe?
    Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen

    Gruß Matze

  5. #25
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    spacetime schreibt:
    Zum "Glück" habe ich das Weinen verloren, sonst würde ich es jetzt tun.
    Der Thread hat mir gezeigt, dass ich schon damals in einen Sog geraten bin, der den Rest meines Lebens beeinflusst hat, und aus den ich wohl nie wieder herauskam.

    Den Rest den ich schreiben wollte habe ich gelöscht - wer soll es auch verstehen, wenn ich es nicht einmal verstehe?



    Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen

    Gruß Matze]
    da kann ich mich auch anschließen
    Meine Schulzeit war geprägt von Mobbing....

  6. #26
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Sehr interessantes Thema hier

    Wenn ich zurück an meine Schulzeit denke, fällt mir als erstes ein, dass immer alle Lehrer am Elternsprechtag zu meiner Mutter gesagt haben "Wenn er nur wollte... dann könnte er viel mehr", "zu faul" "muss sich mehr beteiligen", das fand ich meistens ungerecht aber es war auch die Realität. Auch in meinen Zeugnissen der Grundschule steht soetwas. Aber auch, dass ich viel Träume.
    Das ist mir damals nicht so aufgefallen, war für mich ja normal. Ich hab aber viel geträumt (heute ja auch noch ) von meiner Zukunft und was ich als Erwachsener mal machen will. Ich habe glaube ich immer gesagt ich will Künstler-Tischler werden Nach der Schule hab ich, anstatt zu lernen, Hausaufgaben etc.. oder Spielen, Lesen, z.B. viel aus dem Fenster geguckt und Vögel im Garten beobachtet, das hat mich irgendwie beruhigt und war nicht anstrengend.
    Ich hatte auch wahnsinige Schwierigkeiten neue Freunde zu finden nachdem ich mich mit meinem Grundschulkumpel zerstritten hatte, worüber ich heute noch traurig bin. Ich hab mal gehört wie ein Schulkollege mit dem ich immer viel zu tun hatte aber nie viel in meiner Freizeit gemacht hab gesagt hat, dass er mich schon lange kennt aber kaum etwas über mich weiß, was ich so in meiner Freizeit mache oder so und das komisch findet.
    Was mir noch einfällt zu meinen Leistungen: In vielen Fächern war ich immer unterer Durchschnitt denke ich, bin auch einmal mit 6 Fünfen sitzen geblieben ohne dass sich mal jemand Gedanken gemacht hat wieso überhaupt. Aber immer wieder hatte ich und meine Mitschüler überraschende Momente in denen ich als einziger etwas wusste obwohl ich bei den "normalen" Aufgaben keine Ahnung hatte. Z.B. an der Fachoberschule in Mathe, ich hatte keine Ahnung wie man die meisten Aufgaben rechnen muss (Kurvendiskussion) aber ich hatte in der Abschlussklausur eine Aufgabe, Extremwertaufgabe mit Zylinder, die nur ICH gelöst hatte, nicht einmal der Klassenbeste, der eigentlich alles logisch herleiten konnte. Da war auch der Lehrer erstaunt, der mir aber eine 5 geben musste. Oder in der Grundschule hatte ich oft sehr kreative Einfälle in Kunst oder Handwerken, schön malen konnte ich trotzdem nicht besonders.
    Und ich überlege immer, wie etwas gebaut ist, wie etwas funktioniert. Deshalb gab es als Kind bei mir viel Ärger... ich hab immer alle Dinge auseinander geschraubt, Uhren von meinen Geschwistern geklaut und beim reingucken kaputt gemacht

    Kennt ihr das auch, dass ihr in einzelnen Bereichen heraussticht? Was euch und eure Mitmenschen dann wundert?

  7. #27
    Lokalpatriot

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Hallo, Magellan.
    Du schreibst so, als wäre es meine Schulzeit. Ist doch irre, oder? Ich find am krassesten, dass die Lehrer damals nie nach einem Grund oder so gesucht haben. Bei mir kam in der Schulzeit noch die Dyskalkulie hinzu. Mathe ging einfach gar nicht - außer Geometrie, da hatte ich in der Klausur eine 2+

  8. #28
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    @Magellan: was ähnliches gab ea in meiner Schulzeit auch, allerdings kann ich es nicht so genau erzählen wie du,
    weil ich nur weiß, was der Lehrer damals meiner Mutter gesagt hat.
    Es war in der 4.Klasse Grundschule, wir mußten Aufgaben lösen, anhand derer der Lehrer sehen wollte, wo wir stehen
    (also wer für Gymnasium geeignet ist, oder Realschule und wer besser in der Hauptschule bleibt).
    Dazu muss ich vorweg nehmen, dass meine Noten zu der Zeit sehr schlecht waren.
    Bei besagten Aufgaben hab ich dann alle einfachen Aufgaben, die laut Lehrer selbst wirklich unbegabte/unwissende Schüler lösen können, falsch
    alle schweren Aufgaben, die laut Lehrer nur Schüler mit Potenzial fürs Gymnasium lösen können, hatte ich richtig
    Keiner hat das verstanden und der Lehrer verlangte einen Intelligenztest, welcher laut meiner Mutter besagte, dass ich hochintelligent sei.
    Daraufhin wurde ich probeweise versetzt.
    Ich hab mich dann so durch die Hauptschule gequält, ohne Interesse, aber immer so, dass ich nicht sitzen blieb.
    Meine letzten Zeugnisse waren dann etwas besser, damit mußte ich mir ja eine Lehrstelle suchen

  9. #29
    salamander

    Gast

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    Chaosmum schreibt:
    Bei besagten Aufgaben hab ich dann alle einfachen Aufgaben, die laut Lehrer selbst wirklich unbegabte/unwissende Schüler lösen können, falsch
    alle schweren Aufgaben, die laut Lehrer nur Schüler mit Potenzial fürs Gymnasium lösen können, hatte ich richtig
    Keiner hat das verstanden und der Lehrer verlangte einen Intelligenztest, welcher laut meiner Mutter besagte, dass ich hochintelligent sei.

    Das kenne ich auch. War bei mir in der Schulzeit ähnlich.
    Es gipfelte in Mathe irgendwann darin, dass ich den einfachen Dreisatz auf Teufel komm raus nicht verstehen konnte,
    bei x und y matheaufgaben stand ich komplett im Wald...
    bis ein naher Verwandter auf die Idee kam, mit mir Ingenieurshandbücher durchzuarbeiten,
    und plötzlich war ich von einer fast bomben 6 auf einer 2.

  10. #30
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Schulzeiterfahrungen mit ADS (unaufmerksamer Typ)

    salamander schreibt:
    Das kenne ich auch. War bei mir in der Schulzeit ähnlich.
    Es gipfelte in Mathe irgendwann darin, dass ich den einfachen Dreisatz auf Teufel komm raus nicht verstehen konnte,
    bei x und y matheaufgaben stand ich komplett im Wald...
    bis ein naher Verwandter auf die Idee kam, mit mir Ingenieurshandbücher durchzuarbeiten,
    und plötzlich war ich von einer fast bomben 6 auf einer 2.
    so in etwa wie du das beschreibst ist es bei meiner Tochter, sie ist richtig gut, wenns schwierig wird, versagt aber bei einfachen Dingen.
    In der Schule durchschnittlich, aber sobald die Anforderungen sich erhöhen, werden die Noten besser.

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