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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    Probleme mit der IV und bei der Berufssuche

    Hallo liebe Mitchaoten

    Ich stehe grad am Anfang von IV-Massnahmen, die mir eine Erstausbildung ermöglichen sollen, habe aber ein paar ernsthafte Probleme, was die Zusammenarbeit mit meiner IV-Beraterin betrifft. Ich hoffe, ihr habt ein paar Tipps für mich

    Zuerst kurz meine Vorgeschichte: Ich bin 30 Jahre alt, mein letzter anerkannter Abschluss war das Gymnasium vor 12 Jahren. Danach folgte ein Potpourri bestehend aus 2 angefangenen Studien (einmal mit 18 und einmal mit 24 (glaub)), Praktika und befristeten Stellen. Konstanz ist eher nicht so meins. Struktur und Disziplin auch nicht. Meine Begeisterungskurve erreicht sehr schnell stratosphärische Höhen um danach umso gründlicher in irdische Tiefen zu plumpsen, was sich leider sehr schlecht mit Berufswahl und Ausbildung verträgt. Weil ich so zu nix kam, wurden meine Selbstzweifel mit der Zeit immer stärker. Auf den zweiten Studienabbruch folgte eine Lebenskrise, die sich zu einem ausgeprägten Selbsthass, Autoagressionen, sozialen Ängsten und einer Depression entwickelte. Die ADHS-Diagnose war eine riesen Erleichterung für mich, weil mir nun endlich ein Erklärungsmodell zur Verfügung stand, das nicht auf den gesellschaftlich anerkannten Moralvorstellungen beruhte.

    Im März kam dann mit den IV-Massnahmen die zweite grosse Erleichterung. Hier beginnt jedoch auch schon das gegenwärtige Problem, denn ich komme leider irgendwie so gar nicht mit meiner Beraterin klar.

    Offene Kommunikation, klar definierte Ziele und Zusammenarbeit auf Augenhöhe scheinen Fremdwörter für sie zu sein. Mein Eindruck ist, dass ich nichts weiter als ein Dossier auf ihrem Schreibtisch bin, das sie so schnell wie möglich abschliessen möchte. Vorgehen Nummer Eins besteht für sie darin meine Vorschläge kategorisch abzulehnen ohne überhaupt nachzufragen, worauf ich diese stütze. Vorgehen Nummer wiederum darin mir vordergründig zuzustimmen (oder jedenfalls nicht direkt abzulehnen) um dann hinter meinem Rücken mit Drittparteien (Sozialfirma xy) das Gegenteil von dem zu veranlassen, was ich möchte.

    Konkret hat meine Beraterin eine Sozialfirma damit beauftragt das anstehende Aufbautraining gleich mit der Berufswahl zu koppeln, obwohl das nie so abgemacht war. Dazu sollte ich noch sagen, dass meine Interessen Richtung Logopädie, Sozialpädagogik, Layout und Webdesign tendieren (Hierzu noch etwas Positives: Auf die letzten beiden Berufe stiess ich durch die jetzige Berufsfindung). Am liebsten wäre es mir, ich könnte diese Berufe mittels Schnupperlehren oder Praktika besser kennen lernen. Das wäre aber mit einem gewissen Aufwand verbunden, weswegen es ihr wahrscheinlich lieber wäre, ich würde mich einfach auf das Angebot der besagten Sozialfirmen beschränken. Die Suche nach Praktika und Schnupperlehren würde ich im Hinblick auf unsere bisherige "Zusammenarbeit" übrigens nur zu gerne selber in die Hand nehmen. Mein Problem ist aber, dass ich meine jetzige Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sehr schlecht einschätzen kann. Dies war überhaupt der Grund, weswegen ich das Aufbautraining getrennt von der Berufssuche absolvieren wollte. Soziale Berufen stehen für sie übrigens aufgrund meiner Vorgeschichte ausser Frage. Ihre Bedenken kann ich in diesem Punkt auch gut nachvollziehen. Sie lässt halt einfach überhaupt nicht mit sich diskutieren. So weit ich weiss, stehen der IV für so was aber durchaus auch Testverfahren zur Verfügung um zu einer etwas fundierteren Einschätzung zu gelangen. Für mich stellt sich halt nun die Fragen nach dem Wie-Weiter.

    Habt ihr schon ähnliche Situation erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen?

    Kennt sich jemand eventuell mit dem Ausbildungsprogramm der Schweizer IV aus und weiss, was mir diesbezüglich genau zusteht?

    Kennt ihr Orte (offene Wirtschaft, Institutionen), bei denen ein Praktikum in meiner Situation möglich wäre?

    Was sind ganz allgemein eure Gedanken zum Thema ADHS und depressiver Vorgeschichte beim Ausüben von sozialen Berufen?

    Zum Schluss möchte ich mich bei euch ganz lieb für das Lesen meines etwas lang geratenen Textes bedanken. Ich bin echt für jeden Tipp und jede Anregung dankbar, die ihr diesbezüglich habt.

    Liebe Grüsse Sikoya

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Probleme mit der IV und bei der Berufssuche

    Hallo Sikoya

    Zuerst einmal ist deine Vorgeschichte sicher nicht grundsätlich ein Grund, wieso du nicht einen sozialen Beruf ausüben kannst.
    Die Frage ist nur, was genau du machen möchtest, bzw. was du bis jetzt gearbeitet hast.

    Eine Freundin von mir arbeitet jetzt in einer Kita und hat vorher als Behindertenbetreuerin gearbeitet.
    Aufgrund ihres Burn-Outs kam sie dann nicht mehr mit den unregelmässigen Zeiten im Behindertenheim zurecht, und hat sich darum umschulen lassen.
    Da sie aber vorher schon einige Jahre im Sozialen tätig war konnte sie eine verkürzte Ausbildung machen.
    Ich bin mir nicht mehr sicher ob diese vom RAV oder der IV bezahlt wurde, aber ich weiss, dass sie in der Kita wo sie die Ausbildung gemacht hat von der IV Unterstützung bekam. Das heisst, die IV hat der Kita einen Ausgleich bezahlt.

    Sie hat sich damals von Ihrer Psychiaterin ein Schreiben geben lassen, wo drin stand, was für ein Beruf in ihrer Situation in Frage kommt.

    Ich weiss aber auch, dass sie alles selber organisieren musste. Sie musste sich selber um die mögliche Ausbildung und den Ausbildungsplatz kümmern.
    Dann der IV "das Dossier" vorlegen und ihnen auch noch erklären, was das für eine Schule ist, weil es recht neu war.
    Sie konnte die Ausbildung dann aber machen.

    Wenn du momentan in Psyatrischer/Psychologischer Behandlung bist oder einen Coach hast, würde ich dir raten, mit diesem auszuarbeiten, was für Berufe für dich persönlich in Frage kommen.
    Dann würde ich mich informieren, was es für Ausbildungsmöglichkeiten gibt und abwägen, ob das für mich in Frage kommt.
    (Auch im Hinblick auf die länge der Ausbildung.)

    Die IV-Beraterin möchte natürlich, dass du so schnell wie möglich etwas machst, damit es für sie erledigt ist.
    Was nicht heissen soll, dass die Berater nicht gut sind. Aber alle, die ich kenne, die eine Rente von der IV bekommen oder Massnahmen gemacht haben, mussten für ihr Recht "kämpfen", oder immer wieder nachfragen...

    Leider habe ich selber keine Erfahrung aber ich hoffe, ich konnte dir trotzdem etwas helfen...

    Grüessli marlis

    https://www.ahv-iv.ch/de/

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