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Diskutiere im Thema ADHS; Schwere Depression; komplexe PTBS; berufliche Reha? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 12

    ADHS; Schwere Depression; komplexe PTBS; berufliche Reha?

    Hallo,

    ich bin 36 Jahre alt und kam mit einem schweren Geburtsfehler, einer Blasenekstrophie zur Welt. Deshalb bin ich zu 70% GdB seit vielen Jahren anerkannt.
    Meine Kindheit und Jugend war, unter anderem auch wegen der Blasenekstrophie (viele, regelmäßige und riesige OPs; extrem schmerzhafte Untersuchungen; völliger Harninkontinenz und das Tragen von Windeln bis ins Erwachsenenalter hinein) äußerst schwierig und seelisch belastend.
    Mir wurden u.a. "frühkindliche Traumata" diagnostiziert.

    Nachdem ich trotz der Schwierigkeiten das Abi schaffte zog ich in eine andere Stadt.
    Damals vor 16 Jahren entwickelte ich eine extreme Depression. Mein bisheriges Weltbild brach zusammen u.a. weil damals endgültig klar wurde, dass man mich nicht "gesund operieren" kann und meine Behinderung akzeptieren muss.
    Bis dahin schöpfte ich sämtliche Kraft, die Leiden bis dahin durchzuhalten, aus der Vision irgendwann würde alles in Ordnung kommen.

    Ich erkrankte damals derart stark an meiner Seele, dass es bereits damals dringend nötig gewesen wäre mich in intensive psychiatrische Behandlung zu begeben.
    Damals war mir das aber völlig unklar, obwohl ich mich durch diese psychische Behinderung völlig veränderte und ich bis heute dadurch eingeschränkt bin.

    Bis heute war es ein einziger Kampf. Ich versuchte vegebens auf die Beine zu kommen. Ich machte bisher insgesamt 4 Psychotherapien.

    Ich scheiterte auch beruflich.

    Zwar schloss ich 2007 gerade so eine Ausbildung zum "Finanzwirt" (mittlerer Steuerverwaltungsdienst) ab, wurde aber aufgrund meiner Probleme während der Ausbildung (welche im Nachhinein betrachtet ihre Ursache in meinem ADHS, welches erst später diagnostiziert wurde) nicht übernommen.

    Ich schlug mich mit Minijobs durch, bis ich 2012 die Gelegenheit bekam eine Ausbildung bzw. ein Studium für den gehobenen Verwaltungsdienst anzufangen.
    Ich freute mich extrem.

    Am Anfang lief es endlich auch wegen der ADHS-Medikation super.
    An Weihnachten 2012 sagte mir meine damals 58 Jährige Mutter aber, dass sie Lungenkrebs im Endstadium hatte.

    Eine Welt brach zusammen, denn sie war meine "einzige Familie", meine eigentlich einzige Bezugsperson.

    Ich ließ mich sofort krank schreiben.

    Mitte Mai 2013 verstarb sie. Ich fiel erneut in eine extrem tiefe Depression. Ich machte eine weitere Psychotherapie.
    Die Ausbildung, welche eigentlich 3 Jahre dauert, wurde zum Glück wegen meiner psychischen Erkrankung 2 mal, jeweils um ein Jahr verlängert.

    Ich kämpfte mich mehr schlecht als recht durch, bzw. versuchte es...
    Ertwa ab September 2015 ging es mir derart wieder schlecht, dass ich seither krank geschrieben bin.

    Ich war total verzweifelt, voller Ängste und Panik, dass ich keine andere Möglichkeit mehr sah, mich in eine Psychiatrie einweisen zu lassen.

    Ich bekam erstmals eine genaue Diagnose:

    -rezidivierende depressive Störung; gegenwärtig schwer
    -ADHS im Erwachsenenalter
    -komplexe PTBS

    In der Klinik legte man eindeutig den Schwerpunkt der Behandlung auf das ADHS- womit ich nicht einverstanden war, denn meine seelischen Schmerzen kommen von den starken Depressionen.
    Man sagte mir dort, dass meine Erkrankung äußerst komplex sei und ich deshalb noch mindestens 2 mal für jeweils 15 Wochen stationär behandelt werden müsse EHE man überhaupt an eine Traumatherapie denken zu können, welche äußerst belastend und anstrengend sein soll.

    Zwischenzeitlich veranlasste die Hochschule, dass ich amtsärztlich begutachtet werden solle, ob ich denn innerhalb eines halben Jahres prüfungs- bzw- dienstfähig werden würde.

    Der Termin beim Amtsarzt war anstrengend. Ich erwähnte, dass ich jetzt noch in die psychiatrische Tagesklinik kommen werde (nächsten Montag gehts los)
    Der Amtsarzt wollte daher mit seinem endgültigen Urteil, bis zum Ende meiner Behandlung in der Tagesklinik warten.

    Ich habe riesige Angst zum Sozialfall zu werden. Diese Angst ist derart ausgeprägt, dass ich einen Freund der seit Jahren in der Schweiz lebt darum gebeten habe, Sterbehilfe dort für mich zu organisieren.
    Ich bin in diesen ganzen Jahren derart oft und nachhaltig gescheitert, dass ich jede Hoffnung inzwischen verloren habe. Sämtliche Antidepressiva führten nicht zu einer signifikanten Verbesserung meiner Depressionen.

    Derzeit steht es außer Frage, dass ich dringend einer umfassenden und intensiven psychiatrischen Behandlung bedürfe.
    Selbst wenn ich meine Ausbildung tatsächlich noch erfolgreich beenden könnte, könnte ich definitiv nicht im Anschluss daran berufstätig werden, sondern müsste mich erst einer langen Behandlung unterziehen.

    Dies trieb mich die letzten Tage in totale Verzweiflung, bis ich vorhin "berufliche Reha" im Netz suchte.
    Dazu zählt auch eine Tätigkeit in einer Werkstatt.
    Ich werde bei meinem nächsten Termin beim sozialpsychiatrischen Dienst definitiv die Möglichkeit einer Umschulung als berufliche Reha, in Verbindung mit einer medizinischen Reha besprechen.

    Auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung steht als Vorraussetzung für eine Umschulung u.a. eine "Wartezeit von 15" Jahren...
    Bedeutet dies, dass ich 15 Jahre in die Versicherung einbezahlt haben muss?
    Das habe ich nämlich definitiv nicht.

    Gibt es denn andere Träger einer solchen Rehabilitation?
    Welche Voraussetzungen müssten dafür erfüllt sein?

    In mir wuchs durch das Entdecken der evtl. Möglichkeit der Umschulung, in den vergangenen 2 Stunden Zuversicht und Hoffnung.
    Davor war meine Stimmung völlig am Boden und ich mich restlos verloren..

    Danke

    Peppi

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 248

    AW: ADHS; Schwere Depression; komplexe PTBS; berufliche Reha?

    Hallo Peppi,

    ich glaube, du kommst schneller an Infos ran, wenn du direkt bei der drv anfragst.

    Die drv hat eine Hotline für Beratung eingerichtet.
    Die Nr lautet: 0800 1000 4800

    Dort findest du eher jemand, der kompetent ist und zuverlässige Infos geben kann.

    Ich hoffe, du kommst da weiter und wünsche dir alles Gute.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: ADHS; Schwere Depression; komplexe PTBS; berufliche Reha?

    Das tut mir sehr leid für Dich, dass Du so ein Schicksal hast.

    Das mit Deine Mutter tut mir besonders Leid, und ich kann es gut nachvollziehen, da meine Mutter ebenfalls 2013 verstorben ist (sie war auch so ziemlich meine einzige Bezugsperson).

    Zum Sozialfall zu werden ist sicherlich nicht besonders toll und als Harzt4er kenne ich dieses Leid. Ich selbst werde da wohl nicht mehr herauskommen, da meine Problematik einfach zu "konfus" ist. Es ist allgemein vieles in mein Leben falsch gelaufen, da meine Probleme (Krankheitsbilder) erst sehr spät erkannt wurden. Anschließende Hilfe kam auch kaum.


    Zu Deiner Frage wegen der Rehabilitation kann ich "nur" sagen, dass ich eigentlich auch keinen Anspruch hatte, so dass es wohl eine wohlwollende Endscheidung des Arbeitsamt gewesen wäre (kam mir jedenfalls so vor. Was ich aber nicht 100 % sagen kann, da zum "Glück" ein andere Institut die Reha-Umschulung finanzierte). Bei mir zahlte es damals die europäische Union (ein Fond). Ob es das heute noch gib und wie es ablauf, das weiß ich leider nicht mehr. Die Reha Einrichtung selbst fand ich aber nicht sonderlich gut (aber ein anderes Thema).

    Wünsche jedenfalls viel Glück, dass es bei Dir besser verläuft.

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