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Diskutiere im Thema Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 106

    Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    Mein Verdacht: In Kreativunternehmen und kleineren Unternehmen ist es eher möglich mit ADHS einen Vorteil zu erfahren, als in großen Unternehmen oder Unternehmen mit extremer Profitorientierung. Das ist in meinen Augen so, wie mit einem nicht-geradlinigen Lebenslauf, wer den nicht hat wird bei Konzernen kaum unterkommen, ebenso wie ADHSler zu weit von der gewünschten Norm (alles gerade, alles wie die Masse, bloß kein gegen-den-Strom-Schwimmer) abweichen und deshalb abgelehnt werden.

    Ich möchte gern einmal Erfahrungen wissen. Wo ist es im Rahmen von Bewerbungen (zum Beispiel im Vorstellungsgespräch) oder im Beruf angebracht, sein ADHS zu erwähnen? Wo habt ihr mit dem erwähnen schlechte Erfahrungen gemacht, wo gute?

    Es geht mir in diesem Thread NICHT um die Frage, ob man mit seinem ADHS Probleme im Beruf hatte oder man wegen ADHS seinen Job verloren hat!

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    Naja generell würde ich es nur da erwähnen, wo du auch vermutest deswegen aufzufallen.

    Mit ADHS direkt habe ich keine Erfahrung, bei mir waren es damals Depressionen (oder eben nur "psychisch") die ich erwähnt habe /teilweise auch musste, ich war in der Medizin und später auch im Kreativbereich tätig.

    Es schon bei der Bewerbung zu sagen hat mir nicht ein einziges Mal geholfen, denn ich habe nie den Job bekommen. Es später zu sagen, wenn es auffiel, war mal so mal so, unabhängig von Grösse oder Branche der Firma, es kam eher auf die Vorgesetzten und auch Kollegen an. Meist wurde es mir zum Verhängnis, es wurde teils ausgenutzt so á la "du solltest schon das und das machen, woanders wirst du SO keinen Job finden, also sei zufrieden und ruhig" (war z.B. Praxis der Frau vom AG mitreinigen, Kinderbetreuung etc- ich war Arzthelferin! keine Reinigungskraft), oder ich wurde auch stärker beäugt und man "fand" schneller Fehler, Verarsche, Ärger wegen "Sonderbehandlung"..... naja.... war meistens sehr unschön.

    Habe ich es nicht gesagt, kam es bei mir ja doch irgendwann raus, weil ich dafür einfach zu starke Einschränkungen habe, hätte ich es aber besser verbergen können, ich hätte es nirgends gesagt.

  3. #3
    ellipirelli

    Gast

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    Ich würds nie und nirgends "vorab", schon gar nicht in oberen Etagen, beichten, sondern abwarten, wie das allgemeine Klima ist, ob man evtl den ein oder anderen "Chaoten" sowieso dabei hat oder vermutet

    edit: WIE weit das Unwissen geht, wurde mir Ende letzten Jahres nochmal klar, als ich vor einer OP angeben musste, ob ich Medikamente nehme..
    Eine junge, also auf neuestem Stand ausgebildet sein sollende, Narkoseärztin (=angebliches, medizinisches Fachpersonal)auf meine Angabe zu MPH und bzgl ADHS hin: "ach--- das gibts auch bei Erwachsenen??"
    Geändert von ellipirelli (15.01.2016 um 19:20 Uhr)

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 198

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    Ich würde das auch nie erwähnen denn die öffentliche Meinung dazu schwankt leider nur von "ADHS gibts gar nicht" bis zu "Das sind alles psychisch Kranke". Ist meine persönliche Erfahrung :-(.
    Gruss
    Rob

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, je mehr man sich öffnet, um so mehr angreifbar ist.

    Oft missbraucht man das entgegengebrachte Vertrauen, in Situationen, in denen nach der Ursache, nach einer Begründung, Rechtfertigung gesucht wird.
    Ob Chef, Vorgesetzter, Kollege....

    "...es ist ja klar, dass das nicht so klappt, weil der ja..... ist/hat"....

    Obwohl es nicht zutreffend sein muss, aber man kann dies einfach und immer als Rechtfertigung für ein Fehlverhalten, Versagen oder was auch immer hernehmen.


    Obwohl man Demjenigen absolutes Vertrauen schenkt(e).... klar, es ist schwer sich da zurückzuhalten, oft möchte man sich auch mitteilen, oder man wird auch "ausgehorcht"! Evtl. ist danach die Enttäuschung in punkto Vertrauensmißbrauch groß. Eigentlich immer....

    Aber... ggü. "Fremden"... bei einer Bewerbung, im Beruf.... würde ich es nie mehr tun. Ich habe mich schon als Alkoholiker geoutet und habe mir im nächsten Moment auf die Zunge gebissen, ohne erst viel später zu erfahren, was da auf dem "Flur sonst noch so alles erzählt und zugedichtet wird".

    Ich denke, davon profitiert man keineswegs, oder nur in den allerwenigsten Fällen.... Unbetroffene können dies eh nicht richtig einschätzen, im Gegenteil... es wird eher geringschätzend und abwertend beurteilt. Auch, wenn ich der festen Überzeugung bin, dass ich dadurch anderen in einigen Bereichen und Situationen überlegen bin. Aber das allein ist nicht entscheidend.

    Mich würde es wundern, wenn es bei Nennung in Bewerbungsunterlagen zu einem Termin kommen würde, weils für mich ein KO-Kriterium wäre, sofern ich mich in die jeweiligen Personen hineinversetze, die solch ein Auswahlverfahren betreiben müssen.

    Einfache Antwort:
    NEVER EVER, schon gar nicht ggü. Unvertrauten, Dritten.... "Die" tauschen sich mitunter auch aus, und das Prädikat "ADS" gilt wohl landläufig eher nicht als Qualitätsprädikat, das man sich ans Revers heftet.
    Geändert von Rita_L (15.01.2016 um 16:49 Uhr)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 291

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    Ich würde es nie machen.

    Also, zumindest nicht als ADHS. Ich mache das anders, nachdem ich sogar unter Freunden und Familie auf Unverständis gestossen habe: Wenn es auffälig wird, sage ich, dass ich in Behandlung für einen Ungleichgewicht an einem Stoff in meinem Hirn/Körper bin, dass es chronisch ist und dass ich deswegen mit X und Y Schwierigkeiten habe. Meistens reicht das, damit der Chef versteht und auch dafür, dass er nicht gleich übertreibt aus Angst vor rechtlichen Folgen einer Kündigung.

    Die Leute reagieren einfach besser, wenn man eine Ursache nennt statt den diffamierten "Label": wenn ich ADHS sage, denken alle an wilde Kinder und Humbug. Wenn ich chemiches Ungleichgewicht sage, versuchen alle es zu verstehen.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    Kann Ellipirellis Erfahrung leider nur bestätigen: Sogar Ärzten sage ich das nur noch "selektiv"; d.h. wenn ich intuitiv schätze, dass der oder die es wissen sollte wg. Medikamenteninteraktionen oder ähnlichem.

    Schlimmstenfalls wird man selbst von Ärzten angeguckt als hätte man entweder eine eingebildete Krankheit (eine Hausärztin riet mir in diesem Zusammenhang mal: gehen Sie doch öfter an die frische Luft!) oder als wäre man drogensüchtig (bei der Erwähnung von MPH). Zum Glück sind das Einzelfälle, aber die existieren eben, sogar unter Medizinern.

    Einfach bestimmte Eigenschaften hervorheben, damit fährt man am besten: kreativ, ungeduldig, bewegungsfreudig und so was.

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    hypie1 schreibt:
    (eine Hausärztin riet mir in diesem Zusammenhang mal: gehen Sie doch öfter an die frische Luft!)


    So gut wie niemals erwähnen, bei potentiellen Arbeitgebern erst recht nicht, bei Verwandten und Bekannten auch nicht - nur bei extrem wenigen Menschen geht das. Bei Menschen, von denen man weiß, dass sie die seltene Fähigkeit haben, nicht in Schubladen zu denken, sondern neugierig zu sein. Das gilt übrigens nicht nur für die Erwähnung von ADS, sondern von allem anderen, was einen persönlich ausmacht und deshalb angreifbar macht.

    AD(H)S ist auch viel zu komplex, um es mal eben so zu erwähnen und zu erwarten, dass es in seinem vollen Umfang von einem Unbetroffenen verstanden wird. Selbst Betroffene müssen es ja erstmal verstehen (ich habe dafür Jahre gebraucht und bin immer noch dabei).

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 371

    AW: Beruf/Bewerbung: Wo ist es angebracht ADHS zu erwähnen?

    ich würde es als junger Mensch niemals, wahrschein generell niemals erwähnen.

    Ich habe auch mal gedacht, das es Ausnahmen geben könnte und habe jemand einen falschen Rat hier im Forum gegeben. Diese tut mir fürchterlich leid, weil ich weiß, das derartige "Fehler" im Beruf nicht verziehen werden.

    Es stellt eine Auszubildende aufgrund Probleme in der Ausbildung die gleiche Frage. Aufgrund der Schilderung der Ausbildungsstelle konnte ich eine gewisse Kompetenz des Ausbilders vermuten. Zudem kann man einem ADHSler helfen mit einfachen Maßnahmen und Zielvereinbarungen.
    Also ortetet sich die Auszubildende und sprach eben Hilfestellungen an. Der Ausbilder beruhigte die Auszubildende und ging, soweit ich mich erinnere, weiter zu seinem Chef. Die Auszubilden wurde herausgeworfen.
    Dies hat mich zutiefst getroffen.

    ​Vergesst das outen, ihr überfordert die Muggels die dann etwas tun, das euch schadet.

    Verwendet lieber eure Energie darauf an eurer Arbeitshygiene, Persönlichkeit und Kompetenzen (auch die AD(H)S Spezifischen) zu optimieren. Versucht euch ein Positives Denken anzutrainieren.

    Ein Guter Kollege vom mir, der erst seine Diagnose durch seinen Sohn erhielt, ist für mich einwenig Vorbild. Alles was er macht macht er mit seinem hyperfokus. Ich als Theoretiker habe dieses Vorgehen sehr schnell erkannt, was er instinktiv macht.

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