Ich habe 2 geisteswissenschaftliche Studien abgeschlossen, ich kann denken
Damit bist du dann in deinen Fähigkeiten weit jenseits des 50. Perzentils und gehörst zu einer aussterbenden Spezies!



Es ging immer nur darum, nicht unterzugehen. Und die anderen sind schon viel weiter
... haben aber vielleicht niemals gelernt, wie man sich auf einem kleinen Tretboot im Sturm über Wasser hält und auch noch das Ziel erreicht.


Ich weiß, man soll sich nicht vergleichen, aber naja, manchmal tut man es ja dann doch.
Sich mit anderen vergleichen zu können ist eine wichtige kulturelle Fähigkeit, jeder tut das und es ist unnützer Ressourcenverschleiß, sich das verbieten zu wollen. Es ist n o r m a l! Mein Tipp also: Nutze downwards-Vergleiche (statt upwards- Vergleiche).


ich suche schon immer, wo, wo, wo werde ich gebraucht
Hast du dich schon gefragt, was du gerne t u n möchtest?


obwohl ich ja grad mal 31 bin und noch keine 55 (nicht, dass die sich nicht auskennen würden, aber ich merke schon, wie zB meine Mutter Schwierigkeiten hat mit dem ganzen technischen Kram und ich ihr dann helfen muss).
Oh, ja oh ja, oh ja. Bin selbst Mitte 50 und danke Gott auf Knien für meine technikaffinen Töchter und Söhne!



Wie die Leute sich alle mit den "modernen Medien" auskennen, mit "Networking" und "Socializing" und wie sie mit Worten um sich schmeißen, die ich mir nur aus dem Kontext erschließen kann und wie sie von "Bewerbungsstrategien" reden und wie sie alle so frei locker-flockig mit fremden Menschen sprechen und überhaupt
... und wie sie alle ganz oft einfach nur hohle Phrasen raushauen und sich im Neusprech üben und sich wahnsinnig toll und wichtig fühlen....

Und wenn man dann mal genauer darüber nachdenkt ist das auch oft nicht mehr als das Pfeifen im dunklen Keller! Mein Tipp: Lies Schopenhauer. Egal womit du beginnst: Er wird dir modern und aktuell vorkommen und du wirst dich wundern: Ihr könntet Zeitgenossen sein! Mit dem was du da von dir schilderst, befindest du dich in allerbester Gesellschaft - Denker eben!


Ich hab das Gefühl, jetzt erst bin ich auf dem Stand, überhaupt ein Studium anfangen zu können
Das habe ich von den meisten meiner Kommilitonen gehört, als wir mit dem Studium fertig waren. Ging mir auch so. Klingt, als habest du dein Studium gut genutzt.
Nach meiner Ansicht bereitet einen das Studium darauf vor - und vermittelt im Idealfall die dafür notwendigen Fertigkeiten - sich das ganze, schöne, lange darauf folgende Leben lang gezielt und strukturiert immer weiter Wissen aneignen zu können.




Das Fazit meiner Gedanken ist: ich fühle mich dumm, aber ich weiß, dass ich nicht dumm bin und das widerspricht einander einfach total und damit komme ich nicht klar!
Wie solltest du auch? Sind ja zwei sich widersprechende Selbstbewertungen. Nun, das riecht hier verdächtig nach einer der Gelegenheiten, die eigenen Gefühle nicht so ganz ernst zu nehmen und die Gefühle mal einen guten Mann sein lassen. Wissen schlägt Gefühl. Nicht immer natürlich, aber öfter, als man denkt!