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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    Das ist mein Plan B falls ich die Stelle nicht annehme, anderer Thread. Ist das aber nicht ein El Deadro für ADSLER. Man muss nicht sich körperlich anstrengend sondern nur Headset auf und telefonieren. Ich habe mal gelesen, jemand bekommt so 1600k brutto per monat. War ist jemand von euch eigentlich CallCenter Agent. Auf einer Webseite las ich DialogAgent. Ja und ich bin James. Ich telefoniere öfters und gerne aber ist das schon ein Unterschied wenn jemand privat vs geschäftlich telt. Ist das anstrengend. Ich stelle mir das ganz okay vor die Arbeit.

  2. #2
    Pepperpence

    Gast

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    belmont schreibt:
    Ich stelle mir das ganz okay vor die Arbeit.

    Dann stellst Du Dir die Arbeit falsch vor. Ich war zwar nie Call-Center Agent, war aber viele Jahre mit einem liiert - glaube mir, den Job willst Du nicht machen.

    Er ist, das muss man dazu sagen, sogar noch bei einem relativ guten Call-Center, musste nur Inbound telefonieren (Leute rufen ihn an, wenn sie Fragen haben) und nicht Versicherungen am Telefon verkaufen oder die GEZ eintreiben, zudem arbeitet er für einen großen Sender mit Radiostationen und Fernsehprogramm, so dass die Arbeit noch relativ abwechslungsreich war.

    Trotzdem ist ein solcher Job auf Dauer reines Gift fürs Selbstwertgefühl und die Gefahr sich zu Tode zu langweilen ist groß. 1600, brutto ist zudem auch eher ein bisschen hoch geschätzt. 1350 - 1400 € kommt vermutlich schon eher hin - zumindest am Anfang.

    Mein Ex-Freund war und ist in diesem Job todunglücklich und ich wünschte ihm sehr, er könnte etwas machen was seiner Intelligenz, seinem großen Wissen und seiner Begabung entspricht. Dazu hat er aber wohl einfach zu lange aufs falsche Pferd gesetzt. Geplant war der Job ursprünglich als Studentenjob. Jetzt hockt er viele, viele Jahre später immer noch dort, zwischen einigen Akademikern, aber auch zwischen Leuten die Null Allgemeinbildung haben.

    Als Loriot starb bat ihn eine Kollegin um Erklärung, nach wem die Leute da fragten ... "Lollo, der Clown?" oder so, meinte sie. Ist gemein, aber wenn man viel weiß und viel auf dem Kasten hat wie mein Ex-Freund, dann schwingt da schon auch eine gewisse Bitterkeit mit.

    Auch eine gute Freundin von mir hat jahrelang in Call Centern gearbeitet und ist zum Schluß überhaupt nicht mehr mit dem steigenden Druck klargekommen.

    Eine ruhige Kugel schiebt man da nichtt und für ADHSler mit 20 anderen Telefonierenden im Großraumbüro sitzen, im Sommer ohne Klimaanlage ... na ja, ich kann mir Jobs vorstellen die geeigneter sind.

    Wenn Du Dich unbedint unter Preis verkaufen willst und es Dir egal ist, dass Du nach einem nicht besonders erfüllenden Tag im Job abends einfach nur noch todmüde ins Bett kippen kannst, dann schlag den Weg ein.

    Klar, man muss den Job nicht für immer machen, aber auch als kurze Lösung halte ich das nicht für eine gute Idee.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    Wieso sollte es dort keine Klimaanlage geben. Ich meine, so ein Callcenter hat doch sicherlich Geld weil es ein Geldeintreiber ist also haben sie weil es ja eine Firma ist und warum sparen die an der Klimaanlage. Ich habe vielleicht ein falsches Bild aber man sitzt doch rot sagt: Hallo Pepperpance,. darf ich Sie recht herzlich begrüßen... Sie sind immernoch an der Otto Bade Kollektion interessiert, dann gebe ich wenn SIe heute bestellen 20 % Rabatt. Tonfall varrrieren und ADS Entertainer Fähigkeiten spielen lassen...blabla.... Dich gewinnen und weiter >> So ist es also wirklich nicht. Ich meine ich muss keine intellektuellen Gespräche führen aber anderseits telefoniere ich ja auch STUNDENLANG mit meinem besten Freund. Das längste Gespräch waren 4 Stunden am Telefon. Danach war ich aber nicht totmüde oder etc. Oder gibt es da Zeitvorgaben: soundso Anrufer pro Stunde.? Das würd mich schonmal interessieren. Dann gibt es solche lustige Begriffe wie inbound und outbound und Dialogmarketing Agent (007 JAMES lässt grüßen.) Aber ne knarre gibt es nicht.

    Pepperpence wrote:
    Eine ruhige Kugel schiebt man da nichtt und für ADHSler mit 20 anderen Telefonierenden im Großraumbüro sitzen, im Sommer ohne Klimaanlage ... na ja, ich kann mir Jobs vorstellen die geeigneter sind.
    Warum sollte es nicht ruhig dort sein. Man musste keine Waren von a bis B umherschicken und sitzt. Achja anderseits kann ich mir nicht vorstellen du musst soundso viel Kunden pro Std. haben weil wenn man einen schwierigen Kunden hat z.B. ich habe die Pepperpance in der Leitung und die Firma möchte unbedingt dass du den 10000en Frauenepilierer kaufst und du wärst unschlüssig dann müsste man Überzeugungsarbeit leisten, sprich man lässt dich vielleicht 15min telefonieren..

    und nein nicht dass ich beabsichtigt habe,pepperpence hat Haare am Bein es war nur so ein Griff in mein Kopf was Frauen so tangiert. Es könnte auch ein Deo sein oder Fön oder was anderes....

  4. #4
    Pepperpence

    Gast

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    Ich verkneife mir seit Tagen die Aussage, die jetzt doch treffe: "Belmont, Dir gehts einfach zu gut."

    Wenn 20 Leute parallel im gleichen Raum reden ist es nicht ruhig, das Call Center Geschäft ist sehr hart umkämpft und es wird um jeden Cent den man einsparen kann gefeilscht. Die Mitarbeiter sind austauschbar und deshalb nicht sonderlich hoch angesehen.

    Entertainer-Fähigkeiten und Spontanität sind schon mal gar nicht gefragt, dafür das strikte Befolgen von Regeln und das wortgenaue festhalten an vorgegebenen Texte, Begrüssungsformeln und Gesprächsvorgaben.

    Dabei kommt es selbstverständlich auf die Geschwindigkeit an. Zum schriftlichen Erfassen des Telefonats in Stichworten hatte man, soweit ich mich erinnere 1 Minute, danach wurde einem das nächste Gespräch durchgestellt, das man annehmen muss, ob man fertig ist oder nicht.

    Die Toilettenpausen sind begrenzt und werden kontrolliert (an und abmelden), man sitzt den gesamten Tag am Monitor, was für die Augen sehr anstrengend ist und man muss ständig ruhig, freundlich, dabei aber auch bestimmt bleiben. Auch dann wenn das Gegenüber einen komplett ungerechtfertigt anschreit.

    Als drei wichtigste Eigenschaften würde ich nennen: 1. Man sollte sehr schnell arbeiten können. 2. Man sollte ein sehr dickes Fell haben und viel an Stress und Ärger wegstecken können. 3. Man sollte sich gut unterordnen können und es aushalten selbst die dümmsten Regeln und Vorschriften nicht zu hinterfragen.

    Ich kann mich täuschen, aber ich glaube dass die meisten ADHSler ihre Stärken auf anderen Gebieten haben.

    Hast Du in Deinem Leben noch nie einen Aushilfsjob machen müssen, dass Du solche Vorstellungen vom Arbeitsleben hast?


    Jetzt ziehe ich mich aus der Diskussion raus, weil ich nicht sicher bin ob Du mich veräppelst und ich für sowas keine Zeit habe. Wenn nicht, kann ich nur Ellipirelli zititeren: "Wake up and smell the coffee!" und zwar möglichst bevor Du Dir den guten Job in der Schweiz verscherzt hast.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    ich veräppele dich nicht. Vielleicht habe ich eine verdrehte Wahrnehmung oder es liegt daran dass ich oft wieder bei meinen Eltern einkehre und deswegen so das nicht so unbedingt mitbekomme. Ich habe gearbeitet bei Mekkes, Zeitungsträger, Küche, Putzmann bei Pennymarkt und Regaleinräumer. Das waren alle Jobs wo man körperlich arbeitet und daher also kaputt von der Arbeit war. Ich dachte es sei bei Callcenter Agent eben was anderes. Alle Leute die im Marketing arbeiten kommen mir so ungestreßt vor. also so mein Wahrnehmungsbild. und nochmal ICH VERÄPPELLE DICH NICHT

  6. #6
    Pepperpence

    Gast

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    Ja also wie auch immer es ist, ich ziehe mich dennoch aus dem Thema zurück.

    Ich habe Dir jetzt in zwei Threads immer wieder ausführlich geantwortet, im Gegenzug hast Du fast alle meine Fragen ignoriert und unbeantwortet gelassen. Dazu hast Du mich einmal als "der" bezeichnet und den Rest der Zeit meinen Namen in allen Variationen falsch geschrieben.

    Ich habe zum Thema alles gesagt was ich zu sagen hatte und werde nicht mit einem eher unhöflichen Gesprächsspartner eine immer sinnloser werdende Diskussion fortführen , dessen gespielte oder echte Naivität ich nicht recht einschätzen kann.

    Alles Gute für Deinen Weg.

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 545

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    Ich habe im Callcenter telefoniert, aber über eine Zeitfirma dort.
    Im Bundesland Bawü, was finanziell recht hoch liegt, aber dennoch war der Verdienst dort so niedrig das ich mir den Benzin nicht erlauben konnte. Also fuhr ich Bahn und mein Auto blieb stehen.

    Ja, ich habe dort in der Kundenrückgewinnung telefoniert und zwar Inbound. Was ganz gut ist, denn ich glaube den Druck vom Outbond hätte ich nicht ausgehalten.
    Auch selbst mir wurde gedroht mich um zu bringen, nur weil der Kerl an der Leitung sauer auf den Betreiber war.

    Inbound= Kunde ruft Dich an
    Outbound= Du rufst Kunde an und die haben meist gar kein Bock drauf
    Du musst die Menschen am Telefon belügen können, denn der Standort war nie Bonn...
    Du musst ein Mensch sein der keine Bauchschmerzen bekommt wenn er manipulieren muß, damit Du Kunden zurück holst.
    Du musst alles so auslegen das der andere seine Ansicht ändert und sich dabei gut fühlt und denkt genau das wollte er.

    Dazu kommt das ich 8-9 Stunden mit einer Pause telefonierte, also immer schön Wasser nebenher trinken und Bonbons lutschen. Sonst bekommst du dauer Halsschmerzen. Denn die Anrufe kommen im Minutentakt.
    Auch musst Du dich überaus gut Konzentrieren können, da überall um dich herum Menschen sitzen. Und das sehr eng nah an Dir, quasi Stuhl an Stuhl...
    Deswegen kannst Du, wenn Du mit einem Callcenter telefonierst, auch die anderen Gespräche im Hintergrund hören ^^ Und musst gleichzeitig das ganze im PC bearbeiten, für nach dem Gespräch ist keine Zeit und Du musst das Protokoll wie und was Du sagst auswendig können.

    Festangestellte hatten alle 2 Stunden Pause, das konnte ich mir finanziell aber nicht erlauben.

    Und Du musst den Druck aushalten wenn du Mind. 15 Leute zurück holen musst, oder eine Mindest Anzahl an Verkäufen brauchst.

    Denn die arbeiteten dort jedenfalls auf Provision. Und ich glaube auch bei den Festangestellten ist nicht mehr als 1300€ drin, in einem gutem Bundesland.
    Ich hatte sowas um die 800-900€ glaube ich. Und hier sind die Mieten einer kleinen, einfachen Whg schon zwischen 500-700WM...

    Für mich ist das ein Job den ich nie wieder machen möchte, da ich einfach Bauchschmerzen von bekomme, genauso wie beim Versicherungen verkaufen damals.
    Ich nenne das Seele verkaufen

    Aber wenn man abgekocht ist und Gefühle an und abschalten kann ist das sicher kein Problem.
    Ich glaube auch nicht das man sich den Einsatzort aussuchen darf...also was man telefoniert.

    Ich kenne eine Paar die sich dort kennen gelernt haben und haben geheiratet und waren dort sehr glücklich.
    Manche sind damit zufrieden und haben scheinbar Spaß daran.

    Und glaube mir, ich habe selber viel Körperlich gearbeitet und auch schon zig Sachen gemacht.
    Aber das ist auch sehr sehr anstregend und danach bist Du auch Ko

    Und Du kannst Privat telefonieren nicht mit Telefonieren im Callcenter vergleichen.
    Wie gesagt nach dem Gespräch kommt direkt der nächste, der nächste auf den Du dich einstellen musst, an alles denken musst und entsprechend reagieren musst und das bis zu 9 Stunden lang.
    Geändert von Nishtha (30.09.2015 um 02:32 Uhr)

  8. #8
    Lou


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 254

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    Hey,

    also ich kann nur von dem berichten, was mir jemand erzählt hat, der einige Jahre "Teamleiter" war, es wurden telefonisch Aufträge für ein Versandhaus bearbeitet.

    Ich gebe mal ein paar Stichpunkte, an die ich mich noch erinnern kann.

    - zeitgleich Überwachung der Mitarbeiter plus eigene Arbeit

    - ständig kurzfristig umplanen, weil jemand ausfällt, jemand nur dann arbeiten kann, rechtzeitig Mitarbeiter anfordern oder nach Hause schicken, je nachdem wie viel zu ist.

    - unregelmäßige Arbeitszeiten

    Also manches ist seiner damaligen Position geschuldet, klar, aber wenn ich an die Berichte über die verlangte Flexibilität, den extremen Druck, Scherzanrufe usw. denke....furchtbar.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Wer war schon alles eigentlich Callcenter Agent

    belmont schreibt:
    Wieso sollte es dort keine Klimaanlage geben. Ich meine, so ein Callcenter hat doch sicherlich Geld weil es ein Geldeintreiber ist also haben sie weil es ja eine Firma ist und warum sparen die an der Klimaanlage.
    Call Center sind in der Regel "outgesourced", d.h. sie arbeiten für andere Unternehmen und bekommen dann Geld für ihre Leistung. Wenn ein Call Center z.B. irgendwas verkauft, dann bekommt nicht das Call Center den Gewinn des Verkauften, sondern das Unternehmen, welches das Call Center beauftragt hat. Call Center gibt es wie Sand am Meer und daher ist die Konkurrenz sehr hoch und die Preise daher sehr niedrig. In den Call Centern selber wird daher gespart, wo es nur geht. Klimaanlage gibt es nicht, man hat Glück, wenn die Jalousien im Sommer funktionieren und im WInter die Heizung. Bezahlt wird oft nur nach Mindestlohn, manchmal etwas mehr. Vor der Einführung des Mindestlohns habe ich in einem Call Center für 6,50 Euro die Stunde gearbeitet. In vielen Call Centern wird nichtmal die Einarbeitung der Mitarbeiter bezahlt. Da muss man dann erstmal mehrere Stunden oder Tage umsonst arbeiten.
    Ich arbeite ab und zu in Call Centern, um mir das Studium zu finanzieren.

    Ich meine ich muss keine intellektuellen Gespräche führen aber anderseits telefoniere ich ja auch STUNDENLANG mit meinem besten Freund. Das längste Gespräch waren 4 Stunden am Telefon. Danach war ich aber nicht totmüde oder etc.
    In einem Call Center arbeitet man in einem Großraumbüro. Da sitzen viele andere Call Center Agenten um einen drum rum, die alle reden. Wenn 50 Leute in einem Büro gleichzeitig reden, muss man sich also auf eine Person am anderen Ende konzentrieren, mit der man selber gerade spricht. Alle anderen Geräusche muss man ausblenden. Gleichzeitig muss man noch das, was die Person am anderen Ende sagt, ins Programm eingeben. Entweder stichwortartig oder aber im Originalton. Wenn das noch an andere Abteilungen geht, dann müssen Rechtschreibung und Zeichensetzung korrekt sein. Solche fehlerhaften Texte, wie du sie hier schreibst, wären ein Kündigungsgrund, bzw. würde man dich damit gar nicht erst einstellen.
    Manche Leute sprechen "lustige" Dialekte, die man nur schwer versteht, da muss man sich zusätzlich anstrengen. Man selber darf aber keinen Dialekt sprechen, sondern immer hochdeutsch. Außerdem muss man immer nett sein, auch wenn der 50ste Kunde am Tag die gleiche dämliche Frage stellt. Manche Kunden beschimpfen einen. Auch zu denen muss man nett sein. Manche Kunden sind wütend, die muss man besänftigen, damit man sie nicht als Kunden verliert. Kunden zu verlieren, ist ein Künigungsgrund.

    Achja anderseits kann ich mir nicht vorstellen du musst soundso viel Kunden pro Std. haben weil wenn man einen schwierigen Kunden hat z.B. ich habe die Pepperpance in der Leitung und die Firma möchte unbedingt dass du den 10000en Frauenepilierer kaufst und du wärst unschlüssig dann müsste man Überzeugungsarbeit leisten, sprich man lässt dich vielleicht 15min telefonieren..
    Es gibt eine sogenannte Quote, die man erfüllen muss. Das ist dann eine bestimmte Anzahl von erfolgreichen Anrufen pro Stunde. Wenn ein Kunde sehr kompliziert ist und viele Wünsche hat oder viele Fragen und man daher sehr lange braucht, dann interessiert das keinen. Du musst dann bei anderen Kunden schneller sein und diese Zeit wieder reinholen. Wenn du in einer Schicht mehrere problematische Kunden hast un so nicht auf deine Quote kommst, dann meckert der Schichtleiter und du musst erklären, warum du deine Quote nicht geschafft hast. Wenn das öfter vorkommt, wird man dir kündigen.
    In manchen Call Centern gibt es zusätzlich zur Quote auch noch andere Vorgaben, die man erfüllen muss. Z.B. müssen bestimmte Zusatzprodukte verkauft werden oder aber es werden Rechtschreib- und Zeichenfehler notiert und man darf nicht zuviele machen. Oder aber man darf nicht zuviel Zeit für die Nachbearbeitung brauchen, etc.

    Außerdem sitzt man die ganze Zeit. Man hat kaum die Möglichkeit sich zu bewegen. Stundenlang am Bildschirm zu sitzen und Daten, Zahlen und Text einzugeben, ist anstrengend für die Augen und den Rücken. Wenn man im Schichtdienst arbeitet, ist das auch anstrengend. Da bekommt man als Anfänger oft die unbeliebten Schichten ab und muss wenn es blöd läuft jeden Tag eine andere Schicht machen. Ein geregelter Tagesablauf ist so nicht möglich. Manche Call Center arbeiten auch am Wochenende und an Feiertagen. Ich kenne ein Call Center, in dem man den Schichtplan oft erst am Tag vorher bekommt. Da kann man nie richtig planen, weil man quasi ständig verfügbar sein muss. Wenn man sich beschwert, wird man gefeuert.

    Im Call Center gibt es die Möglichkeit, dass die Arbeit permanent überwacht wird. Technisch ist das möglich. Man kann jeden Anruf mithören, man kann sich genau anschauen, wieviel Zeit du schon für den Kunden brauchst und was du alles ins Programm eingibst. Und das kann nicht nur das Call Center, sonder auch der Auftraggeber des Call Centers. Wenn du einen Fehler machst, bekommst du das im schlimmsten Fall vom Call Center gesagt, dann wendet sich der Auftraggeber an das Call Center und die wenden sich nochmal an dich. Du bekommst also gleich mehrmals Ärger für einen kleinen Fehler.
    Du musst im Call Center die ganze Zeit 200% konzentriert arbeiten. Und das in einer sehr hohen Geräuschkulisse. Und oft ist die Luft auch noch sehr schlecht, weil man nur schlecht lüften kann, wenn es draußen laut ist. Denn dann versteht man noch weniger.

    Wie gesagt, ich arbeite ab und zu im Call Center um mir mein Studium zu finanzieren. Die Call Center, in denen ich gearbeitet habe, sind unterschiedlich. Es gibt sehr gute, die sind aber eher selten und die stellen oft auch nur Leute mit bestimmten Vorkenntnissen ein. In so einem habe ich 1,5 Jahre lang gearbeitet. Da war die Bezahlung sehr gut, es waren kleine Büros, wie waren eine kleine Gruppe und wir hatten einen netten Chef, der uns auch mal zum Pizzaessen eingeladen hat. Es gab feste Dienstzeiten, keinen Schichtplan. Wir mussten zwar auch eine Quote erfüllen, aber die war machbar. Druck hat unser Chef aber auch gemacht, wenn die Quote nicht eingehalten wurde. Der Job dort war zwar nicht das Paradies auf Erden, aber als Nebenjob im Studium war es OK. Ohne die nötige Ausbildung, die für die bestimmte Thematik, mit der sich mein damaliger Chef beschäftigt hat, konnte man dort aber nicht arbeiten. Daher war dort auch einiges anders als es sonst in Call Centern so üblich ist. Aber anstrengend war die Arbeit dort auch. Weil eben nicht nur da sitzt und telefoniert, sondern viele andere Dinge parallel dazu erledigen muss, damit man die Kundenanfrage schnell bearbeiten kann.

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