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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 3

    Berufseinstieg schaffen - aber wo und wie?

    Hallo,

    bei mir steht gerade das leidige Thema Berufseinstieg an und ich bin völlig verzweifelt.

    Ich hab Chemie studiert und das alles mehr oder weniger mit blanker Willenskraft irgendwie durchgezogen und dabei nur 2 Semester länger als die Regelstudienzeit gebraucht. Im erste Semster hab ich total versagt, weil alles Kopf stand und ich unglaublich viel Stress hatte und krank wurde. War eine riesige Umstellung, von der Schule an die Uni. Aber ich hab es gebacken bekommen. Das Problem ist nur, ich habe vermutlich komplett das Falsche studiert, aber keine Ahnung, was das Richtige gewesen wäre. Ich interessiere mich für ziemlich viel, aber nur relativ kurz. Ich vermute mal, ihr kennt das Problem...

    Nachdem ich während meiner ersten Doktorandenstelle gefeuert wurde, weil ich keine Leistung gebracht habe (ich war komplett überfordert und gleichzeitig war mir total langweilig), habe ich es geschafft, ein EU-Stipendium zu bekommen und bin ins Ausland gegangen (wieder mal stand meine Welt völlig Kopf). Die Stelle, die ich habe ist aber leider (oder sollte ich sagen Gott sei Dank) befristet bis März nächsten Jahres und es gibt (bei dem südeuropäischen Chaos hier) auch kaum Aussichten auf Verlängerung. Die meiste Zeit bin ich ebenfalls zu Tode gelangweilt. Wenn ich von meiner Forschung erzähle, staunen immer alle, es gibt ein großes Ahhh und Ohhh. Aber ich fühle mich nicht wohl. Wieder mal ziehe ich es nur mit blanker Willenskraft durch. Anecken tu ich natürlich auch dauernd, aber Gott sei Dank kann man es schön auf Mentatlitätsunterschiede schieben. Das hat mir soweit schön den Arsch gerettet, ebenso die Tatsache, dass das hier sowieso ein totales Irrenhaus ist. Trotzdem langweilt mich alles, ich bin überfordert und unterfordert zugleich. Was mir richtig Spaß macht an meiner Arbeit, ist Präsentationen zu erstellen, oder Poster. Nachdem ich endlich mal kapiert habe, worauf es ankommt, geht es ganz gut. Ich kann erstaunlicherweise auch wirklich überzeugend präsentieren und gut designen. Ich hab jetzt Verantwortung für ein Projekt an mich gerissen, weil hier alles drunter und drüber geht. Aber statt des erhofften Lobs (wie dumm und naiv von mir), krieg ich jetzt als Prügelknabe alles ab. Ich weiß nicht, ob das normal ist, wenn man Verantwortung trägt?

    Jetzt muss ich anfangen, mich zu bewerben, damit ich nicht im April nächstes Jahr wieder arbeitslos dastehe. Das Problem ist diese verdammte Langeweile. Und die Überforderung. Und die Angst, wieder gefeuert zu werden, weil ich lange brauche, bis ich mich akklimatisiert hab. Ich schaffe es einen guten ersten Eindruck zu machen, die Leute sind begeistert von mir. Und ihn dann nach zwei Wochen komplett zu ruinieren, weil ich unaufmerksam bin, Dinge falsch verstehe, und einfach nichts richtig mache.

    Was ich unglaublich gut kann, ist organisieren, präsentieren, koordinieren, Leute motivieren. Aber was fang ich damit an? Denn um das zu können, muss man mich vor allem machen lassen. Aber die Chancen, das in der Industrie irgendwie zu erreichen, sind glaube ich mies. Ich glaube, meine größte Stärke ist sowieso, dass ich immer die einzige bin, die total den kühlen Kopf kriegt (!), wenn ringsum alles panisch schreiend im Kreis rennt.
    Gleichzeitig versuche ich, irgendwas zu finden, was auch meine Eltern respektieren können. Den Namen der Firma sollten sie zumindest schon mal gehört haben. Mir ist klar, es ist mein Leben, aber das ist wieder die verdammte Angst, alle zu enttäuschen.

    Ich habe jetzt schon etliches an Bewerbungen geschrieben, aber es ist als Berufseinsteiger wohl aktuell echt nicht leicht und ich habe einfach nur noch Angst. Bei vielen Sachen hab ich von vorneherein keine Hoffnung, Bei anderen weiß ich sofort, dass es mich langweilen wird. Trotzdem schick ich die Bewerbungen. Mir wurde von einer ehemaligen Kollegin gesagt, dass es scheißegal ist, was du das erste Jahr in der Industrie machst, du musst nur einen Fuß in die Tür kriegen und danach wird sich was finden bei den Konzernen, was Spaß macht. Nur: mit meinem Talent, alles ganz schnell wieder zu versauen?

    Ich weiß, ich jammer hier grade auf verdammt hohem Niveau, aber ich verzweifel grade wirklich. Könnt ihr mich mit ein paar Ratschlägen und Tipps und Tricks versorgen? Und mir vielleicht kräftig in den Popo treten?

    Vielen Dank.

    Kinmoku

    P.S ich hab ADS

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 268

    AW: Berufseinstieg schaffen - aber wo und wie?

    Hallo Kinmoku,

    weiterhelfen kann ich Dir wohl nicht, das sei gleich zu Beginn gesagt.

    Ich habe auch ganz oft das Gefühl, gleichzeitig über- und unterfordert zu sein. Man könnte also sagen, es ist ein Falschgefordertsein. Allein bist Du mit diesem Problem jedenfalls auf keinen Fall.

    Warum sollten Deine Eltern enttäuscht sein, wenn Du bei einer Firma anfangen würdest, von der sie noch nie etwas gehört haben? Kennen sich Deine Eltern denn gut aus in den Gebieten, die mit Deinem Studium zu tun haben? Die meisten Eltern dürften eher enttäuscht sein, wenn ihr Kind arbeitslos ist, als wenn es in einem Unternehmen arbeitet, das sie zuvor nicht kannten, oder nicht?

    Eine Sache die mir einfällt bei "organisieren, präsentieren, koordinieren, Leute motivieren" wäre ein Quereinstieg ins Lehramt. Ein Freund von mir ist Naturwissenschaftler und arbeitet inzwischen seit langem als Lehrer. Informationen zum Quereinstieg ins Lehramt lassen sich sicher im Internet finden. Du kannst ja mal nachsehen, ob aktuell irgendein Bundesland gerade einen Mangel an Lehrkräften für Naturwissenschaften hat.
    Vielleicht interessiert Dich das ja.

    Es ist allerdings keine gute Idee, wenn Dich Lehramt nur für eine Weile interessieren würde, denn danach dürfte ein Einstieg in einen Job in der Industrie schwerlich möglich sein.
    Möchtest Du denn noch promovieren?

    Viele Grüße von
    Gianna

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Berufseinstieg schaffen - aber wo und wie?

    Hallo Kinmoku,

    also ich komme zwar auch aus den Naturwissenschaften und hatte auch Chemievorlesungen, aber im Arbeitsmarkt für Chemiker kenne ich mich nicht aus.
    Aber ich schreibe dir jetzt trotzdem mal, was mir so einfällt. Ich hoffe es hilft dir ein wenig weiter.


    Was ich unglaublich gut kann, ist organisieren, präsentieren, koordinieren, Leute motivieren. Aber was fang ich damit an? Denn um das zu können, muss man mich vor allem machen lassen. Aber die Chancen, das in der Industrie irgendwie zu erreichen, sind glaube ich mies.
    Ohne Promotion/ radikale Richtungswechsel/ mehrjähriger Berufserfahrung ja, aber mit Promotion (und ein paar Jahren Berufserfahrung erst recht) würde ich (ohne mich auf dem Arbeitsmarkt für Chemiker auszukennen) die Chancen als gar nicht mal so schlecht einschätzen.


    Für mich klingt EU Stipendium nach ziemlich reinem wissenschaftlichen Arbeiten. Deinem Text nach scheint das nicht das Richtige zu sein. Vielleicht wäre eine Stelle an einer Universität die mit viel Lehre verbunden ist, für dich schon besser? Das Halten von Übungen/Tutorien/EDV-Kursen enthält auch Präsentieren und Motivieren der Studenten und je nach Lehrveranstaltung auch ein wenig koordinieren. Wie man solche Veranstaltungen hält wird zumindest in meinem Fach wenig bis gar nicht kontrolliert. Bei mir hat das zumindest keinen gekümmert was da lief - außer die Studenten haben sich über die Qualität einer Veranstaltung mehrfach beschwert, aber dafür muss schon viel passieren. In meinem Fachbereich hättest du damit zumindest einen Job, bei dem du kaum vorzeitig gekündigt werden würdest, auch wenn diese Verträge natürlich wieder befristet sind. Daneben könntest du deine Promotion schreiben und dir währenddessen Gedanken machen, wie es nach der Promotion weitergehen soll.

    Oder eine Umorientierung in Richtung Pharmazie? Auf die Ferne scheint es mir als würden dir die Pharmazieberufe mehr entgegenkommen. In einer Apotheke hättest du Kundenkontakt und auch organisatorische Aufgaben. Auch Laborleiterstellen habe ich bei meiner Kurz-Recherche gefunden. Die wären auf jeden Fall mit Führungsverantwortung verbunden, allerdings wäre eine Promotion oder Berufserfahrung auch notwendig um in so eine Position einzusteigen.

    Und zuletzt: Hast du schon mal über einen Quereinstieg in eine kleine Unternehmensberatung nachgedacht?

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