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Diskutiere im Thema freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Berlinerin schreibt:
    Hallo Junie,

    ich bin auch im Nebenberuf freiberuflich tätig. Aber wie du nur im Nebenberuf (hat auch mit Büchern zu tun). Die festen Strukturen in meiner Anstellung als Angestellte sind für mich als ADS-lerin sehr hilfreich, zumal man sich um weniger kümmern muss (z.B. Krankenversicherung).
    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Schreiben deiner Geschichten.

    Viele Grüße von Berlinerin
    Das geht mir ebenso Ich mag auch meine hauptberufliche Tätigkeit sehr. Das ist ja ein ADHS Vorteil - ich kann viele Dinge gleichzeitig mögen

    Davon abgesehen ist es einfach ein schönes Netz, das ich nicht missen möchte. Ich bewundere alle die das tun und finde das toll - aber ich mag Beides.

  2. #32
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 38

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    @creatrice
    Danke! Du hast mir einiges an getippe erspart.

    @tasseKaffee
    wollte schon gestern Dich per PN anschreiben, aber Message kam irgendwie nicht raus und fast gleichzeitig ging's hier weiter.

    Das ist ja das was mein Problem ist:
    Wenn ich die Methode "arbeite spontan und plane nicht, arbeite zudem in keinem Fall illustrativ und statt dessen möglichst bedeutungsoffen" anwende, dann mache ich das, was ich im Studium gelernt hab.
    Wenn ich sie nicht anwende, erkläre ich quasi den Schwerpunkt des Studiums für nichtig.

    Spontan zu arbeiten ist gut für das Finden von Ideen, aber ich mag es nicht, wenn ich Skribbles als das "fertige vollendete Werk" dahinstelle.
    Quasi aufhören bevor es für mich interessant wird, damit andere es noch interessant finden.
    Hier komme ich nicht mit... Ich verstehe alle Wörter, doch die Bedeutung kann ich auf keine mir bekannte Situation beziehen... Das "Kreative" an einem Bild ist mit der Herstellung des Bildes nicht gleichzeitig. Die Idee entsteht im Kopf (oder wird von dem Kunden vorgegeben), Narration, Komposition, Farbshema, Abstimmung, Korrekturen usw sind handwerkliche Aufgaben. Die mal als "kreativ" bezeichnet werden, aber eher als Marketing oder von Laien.
    Wenn ein Skribbles dermassen hammergeil Ausdrucksstark ist, dass jede weitere Line total überflüssig scheint, isses fertig. Wenn man dessen unsicher ist, soll man fleissig üben.
    Da stelle ich Picasso, Klee und Rembrandt nebeneinander um zu zeigen, was ich meine.

    AD und CD...meiner Meinung nacht wird man das ohne Berufserfahrung nicht, ausser man ist der totale Überflieger, was vielleicht nur auf gefühlte 2-5 Studenten pro Jahrgang zutrifft.
    Berufserfahrung habe ich auch mit Grafikerin-Job gemeint. Sorry, Du hast Dich nach ner totalen Überfliegerin angehört.

    Naja...und für Conceptart bin ich halt zu schlecht. Deswegen verfolge ich das erstmal nicht weiter. (Hätt ich statt Studium autodidaktisch gelernt wär ich vielleicht soweit dafür... ich kann ja nochmal 5 Jahre dranhängen)
    Ich kenne einige von den Jungs und Mädels. Kein einziger hat "ConzeptArt" studiert. Das gibt's einfach nicht. Das sind Industriedesigner, Architekten, Grafikdesigner, Ingeneuere, Illustratoren oder komplette Autodidakten. Alle diese coole ConceptArt-Privatschulen sind Statussymbolen für Menschen mit zuviel Geld. Und "gefühlten 1-3 Überflieger pro Jahrgang".

    (Du kennst ja sicher die Trennung zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Was ja letztenendes nur die Trennung zwischen Bildungsbürgerschicht und Handwerker ist)
    Das sehe ich anders.

    Vergleiche das Können von da Vinci mit dem Können von Paul Klee oder Kandinsky.
    Das was sie können, ist total unterschiedlich. Je nachdem wen man vor sich hat wird entweder das eine oder das andere abgewertet.
    Naja, ich finde da keine Abwertung. Nehmen wir ne Kugel und nen Würfel, die sind total unterschiedlich doch wieso soll einer von beiden "besser" oder "wertiger" sein? Gerade denke ich an "Mann" und "Frau"...

    schlummi sagte ja, für alles gibt es eine Zielgruppe.
    Nein, das habe ich nicht gesagt. Als Künstler hatte ich so was nicht. Als Illustrator sehr wohl, aber da ging's um Kunst, oder?

    Mit dem können von Da Vinvi gewinnt man im Studium keinen Blumentopf mehr, denn die Kunst darf die Natur ja nicht immitieren.
    Und seit der Erfindung der Fotografie "muss" kunst was sein, was die Fotografie nicht viel besser kann.
    Sorry, aber da schmeisst Du Dinge zusammen... Fotografie ist nur ein Medium. Genau wie Leinwand oder Marmor. Das muss man genau so "können" wie malen. Dass alle rumknipsen ist ja so wie alle mal fingerbilder gemalt haben. Also, Da Vinci lasse ich mal stehen, aber wenn Du es wie Michelangelo hinkriegst, wäre ich mir um Blumentopf für Dich sicher. In der Fotografie/Film hat es bis heute nur die Riefenstahl geschafft.

    Ich stürze mich jedenfalls nicht Kopfüber in die Selbstständigkeit, besser wäre es einen geregelten Job zu haben und nebenbei Sachen zu machen mit denen ich es vielleicht irgendwann mal hinkriegen werde, so viele Interessenten zu bekommen, dass ich auf eine Festanstellung verzichten kann.
    Sehr pragmatische und richtige Einstellung. Das ist doch ein guter Plan! Nix wie ran!

    PS. Darf man was von Dir sehen? Per PN? Diskretion versteht sich. Würde mich sehr interessieren. Ich zeig auch was.

  3. #33
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 430

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    @creatrice: Ich werd mal gucken wie ich da wieder reinkomme irgendwas zwischen Naturalismus und den Sachen zu machen, mit denen ich mir das zeichnen beigebracht hab.

    schlummi schreibt:
    @tasseKaffee
    wollte schon gestern Dich per PN anschreiben, aber Message kam irgendwie nicht raus und fast gleichzeitig ging's hier weiter.
    Ich glaube derzeit kann ich keine PN schreiben/empfangen, weil ich mich dazu nochmal im Forum vorstellen müsste.
    (Wenn man eine Weile nicht mehr regelmäßig hier schreibt oder online ist wird man wieder zurückgestuft und hat weniger Forenrechte)


    Hier komme ich nicht mit... Ich verstehe alle Wörter, doch die Bedeutung kann ich auf keine mir bekannte Situation beziehen... Das "Kreative" an einem Bild ist mit der Herstellung des Bildes nicht gleichzeitig. Die Idee entsteht im Kopf (oder wird von dem Kunden vorgegeben), Narration, Komposition, Farbshema, Abstimmung, Korrekturen usw sind handwerkliche Aufgaben. Die mal als "kreativ" bezeichnet werden, aber eher als Marketing oder von Laien.
    Wenn ein Skribbles dermassen hammergeil Ausdrucksstark ist, dass jede weitere Line total überflüssig scheint, isses fertig. Wenn man dessen unsicher ist, soll man fleissig üben.
    Da stelle ich Picasso, Klee und Rembrandt nebeneinander um zu zeigen, was ich meine.
    Dass Kreativität nicht das, ist, was viele Laien darunter verstehen, wurde mir im Studium auch gesagt. Dazu gab es dann ein Bildbeispiel und ein Metaphernbeispiel, aber was das Ganze konkret heißt wurde nicht gesagt. (Klar, selber denken ist gut. Aber wenn man sich Sachen schonmal selbst zusammenreimen muss, kommt da auch eine unterschiedliche Deutung raus.)

    Wie gesagt: die Ideenfindung die ich gelernt hab, ist eher eine, die im unterbewussten Denken und aus dem Prozess heraus entsteht. Man macht sich zwar Gedanken und Recherchiert zum Thema, aber bewusste Ideenfindung durch z.B. Kreativitätstechniken wurde halt nicht von jedem gleichermaßen akzeptiert. Du kennst mit sicherheit Illustratoren die vorwiegend für ihre privaten Illustrationen gelobt werden, die sie ohne konkrete Idee erstellt haben. Ich hab ja auch nicht prinzipiell etwas dagegen, wenn andere darin ihr Glück sehen und es total spannend finden, ihr Unterbewusstsein zu ergründen, indem sie einfach vor sich hin zeichnen. Das hat natürlich alles irgendwie so nen Bezug zu surrealismus, traum-artige Situationen, "absurde" Situationen wie bei Kafka usw.
    Aber das ist halt nur ein Weg, den man beschreiten kann. Ich mag eher das Gefühl etwas mehr kontrolle über das zu haben, was ich mache.
    Oder das, was beim skribblen an unbewussten prozesshaften Ideen entsteht, hinterher halt handwerklich in eine Form zu bringen.

    (Ich weiß, ich wiederhole mich hier. Aber ich hab grad das Gefühl, dass ich durch das wiederholen mit deinen Worten für mich selbst auch meine Position klarer herausarbeite.)


    @Skribbles: Ich geb zu, dass ich früher zu viel "konstruiert hab" und meine Sachen zum Teil nicht "dynamisch/lebendig" genug waren. Das dynamische sehe ich bei Picasso, Klee, Rembrand. Wobei du von letzterem vielleicht eher dessen zeichnungen meinst (?) Gemälde entstehen ja nicht spontan, auch wenn man, wenn man eine dynamische Linienführung hat, diese auch beim naturalistischen Malen verwenden kann.

    Aber so mal als Beispiel: Wenn ich diese 3 künstler anerkenne, dann aber von "hippen" Illustratoren höre, die so arbeiten wie hier:
    http://3.bp.blogspot.com/-EyKTy_GDQI...ene_Krause.jpg

    Was ist deine Meinung zu solchen Sachen? Ich hab das gefühl es ist aktuell trend, ganz bewusst kühl und unlebendig zu arbeiten.
    Klar, die Illustration ist aus dem Kontext gezogen, vielleicht macht sie unter anderen Kontext mehr her. Vielleicht ist das auch ein etwas extremes Beispiel, so eine Linienführung bzw. Arbeitsweise hatten nicht viele im Studium. Aber ich kann mit solchen Bildern echt nicht viel anfangen, für sowas muss ich nicht studieren. Selbst wenn man hier und da erkennen könnte, dass das kein Bild von einer zwölfjährigen ist. (Na gut, ich kanns nicht, mit zwölf hab ich auch ähnliches fabriziert. Das es "professionell" sein könnte erkennt man eher an einer klaren Blattaufteilung bzw. Farbwahl. Vielleicht fällt anderen noch mehr auf, woran man erkennen kann, dass das kein Laienwerk ist.)


    Berufserfahrung habe ich auch mit Grafikerin-Job gemeint. Sorry, Du hast Dich nach ner totalen Überfliegerin angehört.
    Nein, bei mir ist das eher das Gefühl, zu wenig gelernt zu haben. Kognitive Dissonanz halt. Ich neig dazu mich zu sehr an mein Umfeld "anzupassen" und darauf zu vertrauen, dass das, was die sagen seine Richtigkeit hat. Ob das Schule ist, oder das Studium mit seiner 180-Grad-Drehung an Arbeitsweise und Sichtweise auf die Welt.
    (Zu spät bemerkt, dass das Studium mehr so einen Kulturauftrag hat, als den, dass man hinterher auch nen Job kriegt. Außer als Ausnahmetalent oder mit Selbstbewusstsein vielleicht)

    Wenn ich noch andere Talente hätte, könnte ich ja einfach was anderes machen. Aber ich bin eher so ein Mensch der von allem etwas kann, nur beim Zeichnen hatte ich eine gewisse Qualität und Ausdauer. Wenn das Zeichnen oder Gestalten aber mehr Chaos als Struktur sein soll, fehlt mir die Ausdauer. Zerstreut bin ich auch so genug. Mein Gedankenkreisel hat sich schon häufig damit beschäftigt, dass ich das zeichnen genutzt habe um mich selbst zu strukturieren, um mir selbstbewusstsein zu schenken. Jetzt ist dieser Eckfeiler weg und es bleibt halt nur noch zerstreuung übrig.

    (Naja...wie schon erwähnt. wir sind hier im ADHS-Forum. Aber meine Zerstreuung könnte auch ganz andere Gründe haben, jeder wird irgendwann wirsch, wenn er keine Struktur hat)

    Ich kenne einige von den Jungs und Mädels. Kein einziger hat "ConzeptArt" studiert. Das gibt's einfach nicht. Das sind Industriedesigner, Architekten, Grafikdesigner, Ingeneuere, Illustratoren oder komplette Autodidakten. Alle diese coole ConceptArt-Privatschulen sind Statussymbolen für Menschen mit zuviel Geld. Und "gefühlten 1-3 Überflieger pro Jahrgang".
    Ich denk sowieso, dass die Leute, deren Sachen ich gut finde, das alles mehr oder minder autodidaktisch gelernt haben.
    Habe bisher eher von einem gehört, der irgend ein USA-Stipendium gekriegt hat und dann gefördert wurde.

    Dessen Sachen wirken zum Teil auch etwas steif und steril, aber was der macht find ich technisch ziemlich krass.

    algenpfleger's DeviantArt gallery

    (Heißt nicht, dass so arbeiten möchte wie er, die Motive wären auch nix für mich. Zum Teil sinds aber auch Auftragsarbeiten)

    Das sehe ich anders.
    Das ist mir sympatisch ^^

    Naja, ich finde da keine Abwertung. Nehmen wir ne Kugel und nen Würfel, die sind total unterschiedlich doch wieso soll einer von beiden "besser" oder "wertiger" sein? Gerade denke ich an "Mann" und "Frau"...
    Ich seh das ja auch nicht so. Der eine oder andere Dozent sieht es auch nicht so.
    Aber mir wird halt von anderen wieder das gefühl vermittelt, dass es so ist.

    Wenn ich mir alle möglichen Arbeiten angucke, seien es die Sachen von "Mitschülern", Sachen die im Präsentationen gezeigt werden oder auch aus der Kritik an mir und anderen.
    In der Summe habe ich das Gefühl, dass die "Freiheit", die auf der einen Seite erzeugt wird, zu einer "Beschränkung" auf der anderen Seite führt.

    Dass man zwar prinzipiell von einem Punkt im Raum aus in alle möglichen Richtungen gehen kann, aber dass nur wenige Richtungen hinterher wirklich akzeptiert werden.
    Wenn man dagegen eine andere Richtung einschlägt, wird man durch Kritik automatisch umgelenkt.
    (Ich habe aber auch das Gefühl, dass das nicht bewusst geschieht. Jeder kann nur Kritik aus seiner eigenen Position und seinem eigenen Erfahrungsschatz geben. Aber jeder kann sich auch Frei und Individuell nennen, und doch in der Tradition einer bestimmten Philosophie bleiben ohne es zu merken. Wenn man es merkt, ist man halt zerstreut. Auch das Unterbewusste ist nicht Frei sondern folgt bestimmten Regeln.)

    Nein, das habe ich nicht gesagt. Als Künstler hatte ich so was nicht. Als Illustrator sehr wohl, aber da ging's um Kunst, oder?
    Wie gesagt: eigentlich hab ich Design mit Schwerpunkt Illustration studiert. Was meinst du warum ich so verwirrt bin über das, "was auf der Verpackung drauf steht" und über das was drin ist.
    (Vielleicht war auch einfach die "Schule", wo ich es studiert hab, nicht die richtige für mich. Wie gesagt: ich gestehe mir auch Fehler ein. Dass ich zu simpel daran gegangen bin, weil ich nicht wusste, wie sehr sich die Schulen unterscheiden. Ging zu sehr vom Gymnasium aus, wo ja irgendwie jeder das gleiche lernt, und man primär Grundlagen lernt. Eigentlich hab ich nur darauf geachtet das da Illustration als Schwerpunkt angeboten wird, dass "Illustration" prinzipell alles heißen kann war mir nicht bewusst.)



    Sorry, aber da schmeisst Du Dinge zusammen... Fotografie ist nur ein Medium. Genau wie Leinwand oder Marmor. Das muss man genau so "können" wie malen. Dass alle rumknipsen ist ja so wie alle mal fingerbilder gemalt haben. Also, Da Vinci lasse ich mal stehen, aber wenn Du es wie Michelangelo hinkriegst, wäre ich mir um Blumentopf für Dich sicher. In der Fotografie/Film hat es bis heute nur die Riefenstahl geschafft.
    Naja, das ist das, was ich so als theoretischen Hintergrund mitbekommen bzw. auseinandergedröselt habe.
    Ich sag ja: aus der Sicht der "Philosophie der Moderne" muss man bestimmte Dinge tun, um Blumentöpfe zu gewinnen.
    Aus der Sicht der "Postmoderne" hat auch Michelangelo wieder einen künstlerischen Wert und gilt nicht nur als jemand "der damals vielleicht avantgarde war, aber wenn man jetzt genau das macht, was er gemacht hat, kopiert man ja nur". "Moderne" die ist rastlose Suche nach "Neuem" und vor allem nach "Fortschritt".

    Ich selbst will ja garnicht der Moderne hinterherrennen, die hol ich sowieso nicht ein. Das ist ja ihr Markenzeichen.
    (Nur: es wurde im Studium nicht offen gesagt, nach welcher Philosophie man sich richtet. Das wurde quasi eher vorrausgesetzt, auch wenn Teile der Postmoderne ebenso übernommen wurden. Wär ich im akademischen Umfeld aufgewachsen wäre mir sicher auch nicht bewusst, welche Philosophie/Zeitgeist ich als "naturgegeben" empfinden würde. Dann würde ich vielleicht auch Anfragen leugnen, die mir den Blick auf mein natürliches Selbstverständnis rauben könnten.)

    Sehr pragmatische und richtige Einstellung. Das ist doch ein guter Plan! Nix wie ran!

    PS. Darf man was von Dir sehen? Per PN? Diskretion versteht sich. Würde mich sehr interessieren. Ich zeig auch was.
    Ich glaub ich sollte nochmal einen Vorstellungsthread machen, damit ich wieder PNs schreiben kann.
    Aber ich hab halt auch fast nur Sachen aus dem Studium zum vorzeigen, weil die "privaten" Bilder seltener geworden sind bzw. ich hinter den wenigen auch nicht mehr voll und ganz stehe.

  4. #34
    Rettich

    Gast

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Ich habe mir jetzt den ganzen Thread durchgelesen, und vieles einfach überlesen, da ich das Thema für ziemlich verkopft halte.
    Erinnert mich sehr stark an Diskussionen über U und E Literatur. Erst wenn du Philologie studierst hast oder irgendwas mit Literatur, dann wirst du vielleicht irgendwann ein bedeutungsschwangerer Schriftsteller, der vom deutschen Feuilleton auch ernst genommen wird und dessen Werke auch mal im Literaturclub im Fernsehen erwähnt werden.
    Das ist gut und schlecht zugleich. Gut, weil die Anerkennung aus akademischen Zirkeln bekommst und schlecht, weil deine Bücher in der Regel kein Schwein kaufen will. Die Schweine, dass sind die Leser und die sind in der Regel nicht an der durch akademische Literaturstudien zurechtgefrickelten oft sehr artifiziellen Sprache interessiert sondern ganz profan an Action.

    Auf die Kunstwelt könnte man das vielleicht dahin übertragen, dass die meisten Menschen sich lieber einen Kinkade über den Kamin hängen würden als ein Bild von Kandinsky.

    Die Zielgruppe finde ich da schon einen interessanten Ansatzpunkt.
    Aber egal, für wen man letztendlich in irgendeiner Weise kreativ tätig werden will, zuerst muss man ja selbst Ideen entwickeln, viel probieren, verwerfen, von neuem anfangen und all das was eben während des Schaffensprozesses geschieht. Sich schon vor diesem Prozess zu überlegen, wer die Zielgruppe ist, wie frei, naturalistisch, whatever es denn sein werden soll, klingt für mich wie "Kunst nach Kochbuch unter besonderer Berücksichtigung des erworbenen Wissens und der möglichen Zielgruppe"

    Da würde ich vielleicht einfach mal den Kopf für ne Weile ausschalten.

  5. #35
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 430

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Ja, die Diskussion um die U- und die E-Literatur ist im Grunde genau die selbe.
    Genau so voller Widersprüche und Vorurteile der U-Literatur gegenüber.

    (Oder noch besser: Comic vs. Graphic Novel. Ist auch das gleiche in grün)


    Ich weiß, dass ich verkopft bin. Sobald ich auf Widersprüche stoße, die "echte widersprüche" sind, neige ich dazu die Aufgabe eher mit dem Kopf zu lösen.
    (Es gibt Widersprüche, die sich irgendwie lösen lassen. z.B. die Sache mit dem Huhn und dem Ei. Aber wenn es sich nicht lösen lässt, kann ich es nicht abhaken. Hab ja die dollsten Theorien und Anknüpfpunkte. Das zu entdröseln ist manchmal deutlich interessanter als die "gestalterischen Probleme", die eigentlich keine sind.)


    Das mit der Zielgruppe überleg ich mir nur, wenn Aufgaben so frei gehalten sind, dass ich garkeinen Einstieg ins Thema finde.
    Das wär so als würde man sagen: Das Thema lautet "Die Sonne scheint" oder "Nachts ist es kälter als draußen", du hast jetzt 6 Monate Zeit irgendwas damit zu machen.
    Ich komm mit so offenen Aufgaben nicht immer klar, finde es spannender wenn es irgendwelche Einschränkungen gibt die mir helfen ins Thema reinzukommen und das Thema überhaupt als "Problem" anzusehen, was es zu lösen gibt. Mal abgesehen davon dass es ja häufiger vorkam, dass die Sachen die ich total interessant fand dann nochmal verbogen habe, bis sie auch anderen gefielen.
    Die Frage nach der Zielgruppe ist halt die möglichkeit, schon vorher zu wissen, wie ich meine Ideen verbiegen soll, damit ich mir arbeit spare, erst ein paar mal "Mist" zu produzieren. Also gegen das Rumprobieren hab ich nix, das ist kein Problem. aber nehmen wir mal an ich haben 10 Ideen gescribbled, nach welchen Kriterien wähle ich die "beste" aus? Die, die ich rein intuitiv auswähle sind dann die, die die Dozenten eher langweilig fanden.
    Da ich die Kriterien aber nicht kenne ("langweilig" ist kein echtes Kriterium), kann ich dann die Auswahl nur so treffen wie ich meine, dass die Dozenten wählen würden. Da ich aber nicht weiß was in denen vorgeht und warum sie auswählen, kann ich das schlecht Simulieren.

    Bei freien Arbeiten ist das Kriterium wurscht, da kann ich einfach nach Gefühl machen. Aber ich geh mal davon aus, dass ein Arbeitgeber schon so grob weiß, was er mit der Arbeit vor hat, wen er damit ansprechen will oder welchen Zweck das Ganze erfüllt. Und das alles schränkt die unendliche Fülle an Möglichkeiten schonmal ein, sodass man sich im Zweifelsfall deutlich besser entscheiden kann, welche Idee im Kontext am meisten Sinn macht.


    (Ich muss einfach nur verstehen "warum" ich etwas so machen soll. Ohne dem hab ich keinen Lerneffekt.)

    (Wobei mir zu "die Sonne scheint" sogar tatsächlich etwas einfallen würde. Aber das ist ja auch n Thema was mir spontan eingefallen ist. Ist kein Wunder wenn mein Hirn "sinnlosthemen" erfindet, wo es selber anknüpfen könnte.)
    Geändert von tasseKaffee ( 5.05.2015 um 06:20 Uhr)

  6. #36
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 38

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Ich glaube derzeit kann ich keine PN schreiben/empfangen, weil ich mich dazu nochmal im Forum vorstellen müsste.
    oh, das ist ja schade... ich wollte schon mich mit Dir befreunden.

    Dass Kreativität nicht das, ist, was viele Laien darunter verstehen, wurde mir im Studium auch gesagt. Dazu gab es dann ein Bildbeispiel und ein Metaphernbeispiel, aber was das Ganze konkret heißt wurde nicht gesagt.
    Konkret bedeutet das, bekannte Komponente auf eine unkonventionelle Art und Weise zusammenzusetzen. Es gibt nichts neues seit der Entstehung des Universums. Der Mensch ist genau so biologisch nicht im Stande etwas Neues zu erschaffen. Der einzig wahre Gott wäre das, wenn es ihn doch gebe.

    Du kennst mit sicherheit Illustratoren die vorwiegend für ihre privaten Illustrationen gelobt werden, die sie ohne konkrete Idee erstellt haben.
    Ja klar. Das tu ich auch, wenn sie mir leid tun und ich mich in Höflichkeit übe. Illustration wird gerne als "downgrade" vom Kunst gesehen und darum denkt ja jeder, wenn man kein guter Künsler ist, wird's schon für nen passablen Illustrator reichen. Das stimmt aber nicht.
    Ich hab ja auch nicht prinzipiell etwas dagegen, wenn andere darin ihr Glück sehen und es total spannend finden, ihr Unterbewusstsein zu ergründen, indem sie einfach vor sich hin zeichnen. Das hat natürlich alles irgendwie so nen Bezug zu surrealismus, traum-artige Situationen, "absurde" Situationen wie bei Kafka usw.
    Beim "vor sich hin zeichnen" entsteht nur Abstraktion. Bin mir sehr sicher. So was wie bei Pollock. Auch wenn dazwischen einpaar Männchen vorkommen. Wer zu Dir meint, man malt n 10 mq Gemälde ausm Unterbewussten einfach so "vor sich hin" macht sich über Dich lüstig. Ist voll mein Humor.
    Oder das, was beim skribblen an unbewussten prozesshaften Ideen entsteht, hinterher halt handwerklich in eine Form zu bringen.
    Genau, that's the job. Und es dabei nicht tot zu quällen.
    @Skribbles: Ich geb zu, dass ich früher zu viel "konstruiert hab" und meine Sachen zum Teil nicht "dynamisch/lebendig" genug waren.
    Oh, da kann ich mehrere Lieder davon singen!

    Aber so mal als Beispiel: Wenn ich diese 3 künstler anerkenne, dann aber von "hippen" Illustratoren höre, die so arbeiten wie hier:
    http://3.bp.blogspot.com/-EyKTy_GDQI...ene_Krause.jpg
    Was ist deine Meinung zu solchen Sachen? Ich hab das gefühl es ist aktuell trend, ganz bewusst kühl und unlebendig zu arbeiten.
    Das sehe ich ganz anders. Zwar tut das Mädchen genau das, was die Mädchen eben tun: Prinzessinen zeichnen, doch ich finde es nicht direkt kühl oder unlebendig. Es wuselt und kommt kindlich süss rüber. Klar, ohne Lineal würde das Bild sehr gewinnen, doch, so wie ich schätze, muss sie für ihr Geld hart arbeiten. Ich finde sie unterdurchschnittlich und so wie ich's kenne, kriegt sie für dieses Bild vllt 100-150e. Da muss man verdammt schnell sein. Diese Opfer an Wirtschaftlichkeit schimmert schon durch, doch die Zielgruppe wird's wahrscheinlich sogar gut finden, weil "so kann ich doch auch"-Erlebnis nicht zu unterschätzen wäre.
    Also, ich selbst finde das Bild schlecht. Aber ich lese ja auch keine Zeitschriften wo so was gedruckt wird. Wenn das Mädchen davon leben kann (was ich nicht wirklich glaube), hab ich nen tierischen Respekt vor ihrem optimistischen Charakter!
    Guck mal, so geht es auch:
    Atelier LaLa
    ... bei mir ist das eher das Gefühl, zu wenig gelernt zu haben.
    Kenne ich allzugut... doch wenn man weiter darüber nachdenkt, wird man depri und das ist keine Lösung. Also jeden Tag einbisschen was für eigene Entwicklung tun und sich dafür loben halte ich für ne prktikable Vorgehensweise.
    ... ich bin eher so ein Mensch der von allem etwas kann, nur beim Zeichnen hatte ich eine gewisse Qualität und Ausdauer.
    Raus aus meinem Kopf!
    Wenn das Zeichnen oder Gestalten aber mehr Chaos als Struktur sein soll
    Nein, soll es nicht. Jede Kunst ist ein "Musterfinden". Muster ist die Ornung, ist das Gegenteil von Chaos. Aber ganz ohne Chaos isses einfach tot. Das kann dann auch ein PC. Lass das Chaos um Deine Struktur wüten, wie Grass um die Blumen. Die machen sich gegenseitig lebendiger und natürlicher.

    Mein Gedankenkreisel hat sich schon häufig damit beschäftigt, dass ich das zeichnen genutzt habe um mich selbst zu strukturieren, um mir selbstbewusstsein zu schenken. Jetzt ist dieser Eckfeiler weg und es bleibt halt nur noch zerstreuung übrig.
    Es klingt, als ob Du aufgibst? Geht das? Auch wenn Du meinst Dich nur zu "zerschtreuen", macht's doch Spass? Wieso freust Du Dich nicht über die Tatsache, dass Du etwas in Deinem Leben hast, was sehr wenige haben. Die meissten Menschen gammeln doch nur vor sich hin, ob im Büro oder vor der Glotze, und warten auf die Rente. Wie ein Kumpel von mir mal gesagt hat: "ihre Welt ist klein wie ne Schuhschachtel". Ich glaube Du bist glücklich. Du göhnst es Dir nur nicht.

    Dessen Sachen wirken zum Teil auch etwas steif und steril, aber was der macht find ich technisch ziemlich krass.
    Hehe, der gute Jochen... Vor einpaar Jahren war ich ein riesen Fan von ihm. Als er so um die 20 war. Doch seitdem macht er so ziemlich das gleiche und immer cleaner. Dabei kann er auch anders! Gug mal seine Skizzen an:
    https://www.youtube.com/watch?v=tkddXSs1rkI
    https://www.youtube.com/watch?v=kdGiq9xZELU
    Sein Tun finde ich(zugespitzt!) genau die Verkörperung von Deiner "antichaos" These. Das ist der Sieg der Technik über Kunst.
    Seine Mentorin finde ich interessanter. Hatte mal Vergnügen Jana flüchtig kennengelernt zu haben.
    janaschi (Jana Schirmer) - DeviantArt

    Ich hab jetzt leider keine Zeit mehr.
    Hier, bissl Chaos, Bilder sagen mehr als Tausend Wörter!
    Jeremy Mann

    Hab ne sonnige Zeit!

  7. #37
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 430

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    schlummi schreibt:
    oh, das ist ja schade... ich wollte schon mich mit Dir befreunden.
    Nein, inzwischen gehts wieder, glaub ich. Hab mich bereits neu vorgestellt und ich denke mal ein Mod hat es freigeschalten.

    Und sorry dass ich jetzt erst antworte. Die Beiträge hier sind etwas länger sodass ich sie nicht so leicht zwischendurch beantworten kann.


    Konkret bedeutet das, bekannte Komponente auf eine unkonventionelle Art und Weise zusammenzusetzen. Es gibt nichts neues seit der Entstehung des Universums. Der Mensch ist genau so biologisch nicht im Stande etwas Neues zu erschaffen. Der einzig wahre Gott wäre das, wenn es ihn doch gebe.
    Wobei es kreative gibt, die trotzdem von irgend einer fast spirituell wirkenden Macht (also ihrem Selbstbewusstsein???) geleitet werden, da etwas größeres drin zu sehen.

    Okay, ich kann nu nicht sagen ob die mir wirklich begegnet sind und dazu stehen würden, oder ob es mehr eigene Interpretation ist.
    Aber fakt ist: der Glaube versetzt Berge. Placebo wirkt bei mir nicht. (Ich glaub bei mir ist das eher der Nocebo-effekt).


    Wobei mir die letzten Tage ebenfalls wieder eingefallen ist: Differenzen könnten auch durch "Introversion vs. Extraversion" entstehen. (Auch wenn ich mich nicht als reinen Introvertieten verstehe, aber doch zu großen Teilen.) So wie ich gehört habe, ziehen beide Gruppen ihre Motivation aus total unterschiedlichen "Effekten" (Neurotransmittern)
    (Offtopic: Ich muss erstmal kapieren wie das damit funktionieren soll, denn laut Lehrmeinung ziehen Extrovertierte ihre Motivation aus Dopamin, Introvertierte aus Acetylcholin. Aus meiner Sicht passt das irgendwie nicht mit den Theorien zu AD(H)S zusammen, denn schließlich gibts ja auch introvertierte ADSler. Vielleicht weiß ich aber auch blos zu wenig über Neurologie)

    Aber egal. Es könnte blos sein dass ich ein unterschiedliches Konzept von mir selbst hab, das viele Aspekte von extrovertieren einfach nicht Nachvollziehbar macht.
    (Dummerweise gibt es mehr Webseiten die Introversion erklären als welche, die Extraversion erklären. Toll. -_-)



    Beim "vor sich hin zeichnen" entsteht nur Abstraktion. Bin mir sehr sicher. So was wie bei Pollock. Auch wenn dazwischen einpaar Männchen vorkommen. Wer zu Dir meint, man malt n 10 mq Gemälde ausm Unterbewussten einfach so "vor sich hin" macht sich über Dich lüstig. Ist voll mein Humor.
    Eine meiner Theorien dazu war:
    Die Leute, die einfach so vor sich hinzeichnen und doch konkrete (wenn auch abstrahierte) Sachen dabei machen, merken selbst nicht immer, ob sie ihr "bewusstes Hirn ausschalten".
    Vielleicht meinen die auch so etwas wie einen Flowzustand (subjektiv gefühlt "denkt" man ja auch nicht dabei.) Oder sie haben einen geringeren Zugang zu ihrem Unterbewusstsein.
    ( Als Introvertierter guckt man ständig in sich rein, ich glaub man weiß dann eher was einen so bewegt. Meine Träume sind für mich auch nicht soooo rätselhaft. Aber vielleich hab ich blos zu viel über Psychologie gelesen. Extrovertierte wissen manchmal auch erst, was sie denken, wenn sie mit anderen darüber geredet haben. Hab ich zumindestens gelesen. Dass sie quasi den anderen als "leichte Projektionsfläche" brauchen, um sich über sich selbst überhaupt was zu wissen. Das war auch so eine Theorie von mir: dass extrovertiere Kunst andere ist, dass diese dann wirklich mehr als Projektionsfläche der einenen Psyche genutzt wird, wärend die Aussage des Künstlers dann eine geringere Rolle spielt)

    Andere Theorien waren: vielleicht erleb ich zu wenig, als dass mein Unterbewusstsein einfach irgendwas aufs papier schmeißen kann. Oder mein Unterbewusstsein ist unterentwickelt. Oder es ist einfach stinklangweilig ständig in sich selbst reinzugucken. Wenn ich nur aus mir selbst nähre wirds irgendwann langweilig. Ich bin nunmal nicht so sehr von mir überzeugt, dass ich alles, was in mir vorgeht, wirklich mitteilungswürdig ist. Manchmal geht da auch garnix ab. (Erst wenn ich ein problem hab, dann geht was ab. Aber eher in der "bewusst denkenden linken gehirnhälfte", und nicht in der "unbewusst bildhaft denkenden rechten hirnhälfte, die vorwiegend aktiv ist, wenn man bilder nicht bewusst malt sondern einfach einfach vor sich hin arbeitet". Auch wenn die Theorie mit den hirnhälten Populär ist, ist sie eigentlich zum Teil überholt. Das hat was esotherisches. Glaube und Berge, sagte ich ja. Hat auch was von "Gläser-rücken". Klar, da drückt keiner, das Glas bewegt sich von alleine. Bin eigentlich froh über meine Esotherikphase hinweg zu sein. Vermutlich bin ich deshalb lieber etwas zu nüchtern)

    Das sehe ich ganz anders. Zwar tut das Mädchen genau das, was die Mädchen eben tun: Prinzessinen zeichnen, doch ich finde es nicht direkt kühl oder unlebendig. Es wuselt und kommt kindlich süss rüber. Klar, ohne Lineal würde das Bild sehr gewinnen, doch, so wie ich schätze, muss sie für ihr Geld hart arbeiten. Ich finde sie unterdurchschnittlich und so wie ich's kenne, kriegt sie für dieses Bild vllt 100-150e. Da muss man verdammt schnell sein. Diese Opfer an Wirtschaftlichkeit schimmert schon durch, doch die Zielgruppe wird's wahrscheinlich sogar gut finden, weil "so kann ich doch auch"-Erlebnis nicht zu unterschätzen wäre.
    Also, ich selbst finde das Bild schlecht. Aber ich lese ja auch keine Zeitschriften wo so was gedruckt wird. Wenn das Mädchen davon leben kann (was ich nicht wirklich glaube), hab ich nen tierischen Respekt vor ihrem optimistischen Charakter!
    Naja, ich glaub schon dass ihre Zielgruppe groß ist. Immerhin wohnt sie in Barcelona und hat in Deutschland veröffentlichungen bzw. es gab auch mal ne Ausstellung von ihr hier.
    Und ich seh zu viele die nach ihren Methoden arbeiten. Vornehmlich aus dem bildungsbürgerlichen Milieu die Apple mögen. (Vielleicht brauchen die was, womit sie sich abgrenzen.)

    Guck mal, so geht es auch:
    Atelier LaLa
    Die sind alle etwas "klassischer". Große Designkekse...preise werden die aber eher nicht gewinnen.
    (Fragt sich eher, ob man von sowas leben kann. Ich hab das eine oder anderen von Studenten in Münster gesehen, das auch eher "klassisch" war und nicht so neumodern. Wenn man davon leben kann würd ich solche Sachen auch machen. Da wo ich studiert hab hätte man denen das ausgetrieben, diese klare linienführung usw. Wobei manches auf der Seite vielleicht eher privat ist.)


    Kenne ich allzugut... doch wenn man weiter darüber nachdenkt, wird man depri und das ist keine Lösung. Also jeden Tag einbisschen was für eigene Entwicklung tun und sich dafür loben halte ich für ne prktikable Vorgehensweise.
    Manchmal sieht man die entwicklung auch erst, wenn man die sachen der letzten Jahre miteinander vergleicht.
    ja, aber ich sollte mal wieder was machen, nur stehen grad zu viele Sachen auf meiner To-Do-Liste. (Die ich auch nicht fertig krieg... z.B. Bewerbungen schreiben. Muss ich, sonst hab ich ein problem. Mach ich ja auch, aber ich schieb die Sachen so lange vor mich hin und mach auch wärend dessen nix sinnvolles, bis es wirklich allerhöchste Eisenbahn ist.)

    Raus aus meinem Kopf!
    Ach, angeblich sind das die besten BEdingungen für "irgendwas mit Medien". Wenn man denn auch Erfolg hat.
    (das klischee der Kreativen: das erste was sie machen, wenn sie ne augabe kriegen ist prokastinieren. Ja, hirnforschung gibt sogar recht: Das unterbewusstsein ist aktiv mit Ideensuche beschäftigt, wenn man wärenddessen dann mal die wohnung putzt oder sowas. ABER: wenn mein Unterbewusstsein in der Aufgabenstellung kein Problem erkennen kann, beschäftigt sich mein unterbewusstsein eher mit Dingen, die es relevanter findet. Wollen hilft auch nix. Die Aufgabe muss erstmal interessant genug sein, dass mein Unterbewusstsein da überhaupt einsteigen kann. MEist erst dann, wenn ich schon einen Teil fertig habe. ah... )


    Nein, soll es nicht. Jede Kunst ist ein "Musterfinden". Muster ist die Ornung, ist das Gegenteil von Chaos. Aber ganz ohne Chaos isses einfach tot. Das kann dann auch ein PC. Lass das Chaos um Deine Struktur wüten, wie Grass um die Blumen. Die machen sich gegenseitig lebendiger und natürlicher.
    Das akzeptiere ich ja Nur seh ich im kreativen Bereich auch ständig starre Strukturen, auch in Sachen die andere bereits als "lebhaft" empfinden.


    Es klingt, als ob Du aufgibst? Geht das? Auch wenn Du meinst Dich nur zu "zerschtreuen", macht's doch Spass? Wieso freust Du Dich nicht über die Tatsache, dass Du etwas in Deinem Leben hast, was sehr wenige haben. Die meissten Menschen gammeln doch nur vor sich hin, ob im Büro oder vor der Glotze, und warten auf die Rente. Wie ein Kumpel von mir mal gesagt hat: "ihre Welt ist klein wie ne Schuhschachtel". Ich glaube Du bist glücklich. Du göhnst es Dir nur nicht.
    Ich gehör auch inzwischen du den Gammlern. (Nur das im TV wirklich nur noch zu 99% scheiße läuft, und das Internet sich so langsam dem auch annähert. Aber selbst das Internet war vor 10 Jahren noch spannender. Da waren viele Beiträge im Netz auch noch nicht so "klick-geil" konzipiert. Aber wenigstens kann man das Internet selber abgrasen und muss nicht fressen, was man vorgesetzt bekommt, wie beim TV).

    Ich bin zwar nicht akkut depressiv, aber sinn volles oder erfreuliches mach ich derzeit kaum. Hat eher was von "täglich grüßt das Murmeltier". Als Teenie war es einfacher irgendwas zu finden was spaß macht, da war vieles ja auch noch neu. (naja, 90er. Ich hab das gefühl da war die medienwelt auch vielfältiger, inzwischen denk ich mir bei vielen Filmen bzw Musik, dass man das eigentlich schon kennt. Oder man muss schon tief graben um was zu finden, was einen nochmal spontan begeistern kann.)

    Nee, glücklich bin ich derzeit nicht. Inspiration als Arbeitsloser hat man nunmal auch nicht. (So viel Ausdauer wie als Teenie, wo ich neben der Schule zeitweise alles ins Zeichnen gesteckt hab und es für mich das Nonplusultra war auch nicht. Ich hab die vermutung dass es einfach die andere Lebensstruktur war, man war in pflichten eingebettet, wenn die erfüllt waren hatte man frei. Jetzt müsste ich eigentlich effektiv meine zeit in das Lernen von Sachen stecken die mir irgendwann einen Job bescheren. Und am besten noch gigantische ganzheitliche Portfolios bauen, statt einfach nur einzelbilder aneinander zu klatschen. Und von Druckvorstufe, tiefes Webdesign, typografie, editorial, corporate-design hab ich auch zu wenig ahnung um da was Bombastisches zu bauen. Man muss ja eierlegende Wollmilchsau sein, oder zumindestens den Leuten den glauben geben)
    Hehe, der gute Jochen... Vor einpaar Jahren war ich ein riesen Fan von ihm. Als er so um die 20 war. Doch seitdem macht er so ziemlich das gleiche und immer cleaner. Dabei kann er auch anders! Gug mal seine Skizzen an:
    https://www.youtube.com/watch?v=tkddXSs1rkI
    https://www.youtube.com/watch?v=kdGiq9xZELU
    Sein Tun finde ich(zugespitzt!) genau die Verkörperung von Deiner "antichaos" These. Das ist der Sieg der Technik über Kunst.
    Seine Mentorin finde ich interessanter. Hatte mal Vergnügen Jana flüchtig kennengelernt zu haben.
    janaschi (Jana Schirmer) - DeviantArt


    Ich hab jetzt leider keine Zeit mehr.
    Hier, bissl Chaos, Bilder sagen mehr als Tausend Wörter!
    Jeremy Mann

    Hab ne sonnige Zeit!
    @algenpfleger & janaschi: ja gut, im direkten vergleich sind ihre Sachen lebendiger. wobei sie ja auch nicht so viel online hat. Was aber beide an sich haben: die sind auf technik und linienführung konzentriert, und weniger darauf neuartige ideen auf nie dagewesene weise darstellen zu wollen und dabei bewusst schief zu zeichnen, auch wenn sie eigentlich gerade zeichnen könnten.

    ein beispiel von denen, deren Sachen ich auch noch mag, ist der hier:
    Flavio Bolla |  Portfolio, Fantasy and Science Fiction,


    Dieser jeremy mann scheint dagegen wieder mehrere Dinge zu vereinen. Manch einer würde ihm sicher vorwerfen, dass man seinen persönlichen/individuellen Strich nicht erkennen könnte, und dass er nur Sachen produziert, die man irgendwo anders schon gesehen hat. Auch was die Motivwahl angeht. Schließlich stecken da keine hochtrabenden Ideen drin, das was er malt ist schon fast "klischee". Würde ganz sicher niemals auf der Dokumenta gezeigt werden.

    (Achtung, ist natürlich nicht meine eigene Meinung. War auch noch nie auf der Dokumenta, wusste nichtmal dass sie existiert, bevor ich im Studium drauf gestoßen bin).

    Oh....als beliebt gilt ja Jonathan Meese. Dank studium kann ich seinen Sachen tatsächlich einen Wert beimessen.
    (Aber eigentlich wirkt er eher ein bisschen wie ein Troll. Aber das Image gehört wöhl dazu O.o)

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