Seite 3 von 4 Erste 1234 Letzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 37

Diskutiere im Thema freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 430

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    creatrice schreibt:
    Sorry, mir ist es ein bisschen zu lang, aber wieso meinst du dich zwischen "Alt-akademischer Kunst" und moderner Kunst entscheiden zu müssen? Solange du keine konkreten Auftragswerke machst, ist es doch rein deine Sache.
    Das liegt daran, dass ich im Studium nicht so frei entscheiden konnte. (Wie gesagt, der Widerspruch mit der "freien" Moderne und Postmoderne).

    Klar, solange das Ganze privat ist, kann ich machen was ich will. Nur studiert man ja, um etwas bestimmtes zu lernen und das am besten später auch zu seinem Beruf zu machen.
    Wenn das, was ich gelernt habe, so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was ich erwartet hätte (wenn ich frei wählen könnte) oder was für mich "Design" ausmacht, dann kann ich das Ganze aber nicht zum Beruf machen.

    Also ich habe das Gefühl, das ich für das, was ich am allerliebsten machen würde, zu schlecht bin. (Dafür ist das studium dann allenfalls eine gute grundlage, aber nur der erste Schritt von vielen).

    Wenn ich es aber unter dem Aspekt betrachte, wie ich das vorher gemacht habe: Ich studiere etwas, wo ich das angenehme mit dem nützlichen Verbinde.
    Also etwas, was in eine ähnliche Richtung geht wie die, die mich privat interessiert. Die wenigsten Leute haben rein zufällig ein Hobby, das man eins zu eins zum Beruf machen kann, eigentlich macht man immer Abstriche. Diese Variante geht aber auch nicht, schließlich wurde im Studium immer betont, wie frei man doch arbeiten solle, wie wenig man sich an dem Markt orientieren soll, und das das ganze eher zur Selbstenftfaltung dient, dass man genau das machen soll was einem Spaß macht.

    (Eine andere Variante wäre ja gewesen einzusehen, dass man entweder das falsche studiert, oder einfach an der falschen Fakultät. Aber ich wollte auch weder einfach aufgeben noch wäre es mir wirklich möglich gewesen zu wechseln.)


    Ich sitz jetzt einfach zwischen den Stühlen. Wenn das ganze nur Hobby wäre, wäre es einfach.
    (Vermutlich wäre es das einfachste gewesen "erstmal etwas vernünftiges zu lernen", mit dem man dann über die Runden kommt, und ich einfach im Privaten an meinen Sachen gearbeitet hätte. Aber Das weiß man manchmal erst hinterher...)

    ----

    Eine Gruppe hab ich nicht. Ich weiß dass es gerade im Internet viele Interessengemeinschaften gibt, die eher Sachen machen die mich interessieren.
    Da war ich ja schon vorher zum Teil unterwegs, wurde mit der Zeit aber weniger, gerade weil ich mich aufs Studium konzentriert hab.

    (Um Concept Art zu studieren muss man irgendwie schon nach Amerika oder Asien auswandern Wobei ich von dem einen oder anderen gehört habe, der das sogar gemacht hat.
    Von einer ZEichnerin weiß ich, dass sie extra in Florenz in Italien "altakademische Kunst" studiert hat, weil das eine der letzten Schulen ist wo man überhaupt noch die Techniken "der alten Meister" lernen kann. Es ist ja auch eine andere Art des Sehens, und nicht blos nur das immitieren von Techniken. Inzwischen studiert sie aber auch Design in Hamburg, weil man mit so einem Studium nicht weit kommt. Eigentlich, so könnte man sagen, ist es in dem Bereich sowieso fast unmöglich unterzukommen, wenn man sich nicht zum Teil den aktuellen Trends und dem Zeitgeist anpasst. Auch wenn immer behauptet wird, man solle sich nicht anpassen. Ich glaube eher: wenn man noch nicht "ganz oben" ist, muss man sich anpassen. Wenn man ganz oben ist, dann kann man bestimmen, was Trend sein soll.)



    Und man wird auch vom theoretisieren der Theorie etwas abgehalten
    Ich hoffe, wenn ich endlich einen job hab, bin ich von dem so eingespannt, dass ich nicht ewig rumgrübel
    Und dann gibt es auch hoffentlich wieder die trennung zwischen "beruf" und "privat", wie zu Schulzeiten.

    (Beruf = von außen aufgelegte Struktur, definierter Anfangs & Endpunkt. Alles was darüber hinaus geht ist dann Freizeit und muss nicht strukturiert sein.
    Dann hat man sein "Soll" erfüllt, wenn man Feierabend hat. Im Studium oder auch bei potentieller Selbstständigkeit gibt es keinen Anfangs und kein Endpunkt (den bestimmt alleine die eigene Motivation) und keine feste Struktur. Studium ist auch irgendwie nicht vom "Privaten" getrennt, zumindestens nicht in diesem Bereich)
    Geändert von tasseKaffee (27.04.2015 um 22:28 Uhr)

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Ich verstehe immer noch nicht wieso du nicht das machst was du willst. Wenn du es nicht machst wird es nie besser werden. So wie ich es verstanden habe hast du gerade keinen Job. Das sind die Zeiten wo man frei arbeitet. Das ist Luxus. Luxus der Weiterbildung.

    Das Studium ist immer nur eine Grundlage, egal für welche Epoche oder Stilrichtung.

  3. #23
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 56

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Hallo Junie,

    ich bin auch im Nebenberuf freiberuflich tätig. Aber wie du nur im Nebenberuf (hat auch mit Büchern zu tun). Die festen Strukturen in meiner Anstellung als Angestellte sind für mich als ADS-lerin sehr hilfreich, zumal man sich um weniger kümmern muss (z.B. Krankenversicherung).
    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Schreiben deiner Geschichten.

    Viele Grüße von Berlinerin

  4. #24
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 430

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    creatrice schreibt:
    Ich verstehe immer noch nicht wieso du nicht das machst was du willst.
    Weil ich eine Blockade im Kopf habe.
    Vielleicht weil ich einerseits überangepasst bin und andererseits die Anforderungen für mich nicht sinnvoll auflösen kann.
    Und weil ich mein Selbstbewusstsein zu stark über das Zeichnen und "Qualität" definiere: wenn ich mich als "Noob" definieren würde, hätte ich halt nicht viel vorzuweisen.

    (Klar, man soll sich nicht anhand einer großen Fähigkeit definieren. Das wäre ein Punkt den ich ändern müsste. Und am besten andere Leute nicht so wichtig zu nehmen, vor allem wenn ich mit denen jetzt nix mehr zu tun habe. Aber ich kann ja auch nicht einfach all das, was ich im Studium gelernt habe für "nichtig" erklären, dann hätte ich auch Naseboren statt Studieren können. Wäre wesentlich günstiger und weniger frustrierend gewesen. (Aber auch zu einfach. Und was ich hier schreibe ist auch zu schwarz-weiß-einseitig. Ich will das ganze ja nicht abwerten, sondern blos verstehen. Dann kann ich es abhaken))


    Im Grunde sind das alles "Double-Binds", falls damit jemand was anfangen kann.

    "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht Nass"
    -->Findet man dann eine Lösung dafür, ist sie falsch. Findet man noch eine ist sie ebenso falsch. Ignoriert man das Problem ist das auch falsch.
    Eine einzige Sackgasse

    Ein weiterer Double-Bind kann die Aufforderung sein: "Sei spontan"
    Ist man spontan, wenn man der Aufforderung anderen folgt?
    Klar, der Widerspruch fällt einem erst auf, wenn man darüber nachgedacht hat.
    Aber wenn man mit dem, was man machen soll, nicht im Fluss ist, kommt da schonmal so etwas wie Trotzverhalten aus Unverständnis bei heraus.
    Geändert von tasseKaffee (29.04.2015 um 18:40 Uhr)

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Du hängst viel zu sehr an einem Bild fest. Wieso musst du denn auch noch spontan sein? Kunst kann auch durchgeplant sein, eben ein Prozess, ob der nun 3 Tage dauert oder drei Mo alte ist doch egal. Und wieso musst du alles aus dem Studium für nichtig erklären? Wie gesagt, die Uni ist nur der Grundstock, selbst wenn du da in irgendetwas ganz gut warst/bist, so ist das nur die Richtung, die der oder die Mentoren vertreten haben. Das dich selbst finden, deinen Stil ist eben deine Aufgabe. Die Grundkenntnisse hast du jetzt, jetzt musst du zu dir stehen, nicht zu dem was du als einziges am besten kannst, weil das durch Zufall am meisten trainiert wurde.

  6. #26
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 38

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    wow... hmm... ich weiss nicht, ob das so ok ist, den Fred so "zweck zu entfremden".

    @tasseKaffee
    Ich weiss wie es Dir geht... ich sehe genau die gleiche Muster, gegen die ich auch mal gekämft habe und einige die ich immer noch bekämpfe... Ich würde jetzt ungern Punkt für Punkt angehen, denn genau das, schätze ich, verstellt Dir den Blick auf das grosse Ganze... denke ich mal.

    Also, was creatrice schreibt, finde ich sehr richtig. Ich glaube, Du sollst Dir klar werden, was Du eigentlich willst. Denn die Disqussionen über Verständnis von Kunst bringen Dich kein Stück weiter. Lass mich mal bitte erklären, wie ich's meine.

    Erstmal, ich bin Autodidakt. Die meissten meiner Bekannten, die studiert haben, waren nicht mal annährend so gut wie ich's damals war. Dass die formale Ausbildung weder Qualitätsmerkmal noch Jobgarant ist, war mir wohl deutlich früher klar als Dir. Doch jetzt, wo man etwas älter wird, stolpert man permanent über fehlendes Studium. Von meinem Niveau her, kriege ich Angebote auf leitende Positionen, bis zu Frage: wo haben Sie studiert? Und leiderleider ist mein english dermassen schlecht, dass die Angebote ausm nichtdeutschsprachigen Ausland für mich nicht in Frage kommen...

    Also, Dein Studium war nicht umsonst. Verschwende bitte nicht Deine Lebenszeit um es bitter zu bedauern. Was wäre denn Alternative? Würdest Du besser malen? Glaube ich nicht. Jetzt kannst Du genau so gut malen UND bist ne Akademikerin.

    Zweitens, was ich aus meiner Ex-Künstler-Karriere WEISS und es stimmt immer noch, und da wette ich auch drauf: für JEDES Bild gibt's nen Fan/Käufer. Du musst nichts verstehen und Dich an nichts anpassen. Es ist letztendlich nur die Frage des Preises.

    Ich kenne einige Künstler, die rein mit ihren handwerklichen Fähigkeiten davon leben können. Die malen Stilleben a la Netherlands Renaissance und so ein Bild bringt auf dauer 2-4k für 1-2 Wochen arbeit. Und die sind echt nicht so die schnellsten. Also, man muss sich NICHT mit Kunst auskennen um an der Technik Spass zu haben.

    Du wartest und hoffst auf einen Job? Auf welchen denn? Nach meinen Erfahrungen, mit Deiner Ausbildung kriegst Du fürs Erste bestenfalls ne Grafikerin-Stelle (Option auf AD/CD) in der Werbung oder machst ne Draufbildung auf Lehramt. Es gibt noch Gamemacherei, aber so wie Du über Concept Art sprichst, ist es wahrscheinlich nix für Dich. Wenn Du möchtest, lass mir was zukommen, ich kannte mal persönlich einpaar ADs von grösseren Firmen, vllt kann man anklopfen. (btw. neben USA ist Frankreich die Concept Artists-Schmiede. Ausser Feng Zu School gibt's in China nicht erwänenswertes. Und was sie da ausbilden... ist eher mittelmass, so wie hier. Florenz würde ich Dir dringend abraten. Bin schon einigen Absolventen begegnet... )
    Es gibt bestimmt noch was in den Ecken, aber da kommt man kaum über Hartz 4.

    Was möchtest Du letzendlich? "Richtige Kunst" und Festeinstellung sind inkompatibel. Für Festeinstellung ohne Kunst brauchst Du keinerlei Verständnis für moderne Kunst. Ich glaube Deine Blockade wird sich in Luft auflösen, wenn Du Dich mit dieser Frage ernsthaft auseinandersetzt.

    Doch über Kunst können wir auch gerne "streiten". Bin gerade erfolgreich(!) dabei zwei meiner Privatschüler ihre akademische Vorlieben auszutreiben.
    Nur sollen wir vllt nen neuen Fred machen, Junie traut sich gar nicht mehr hierher...

    PS. Und bittebitte, hör auf Roland Barthes zu lesen! Das ist nur eine Meinung und nicht mal ne besonders witzige. Das sind doch alles nur Wasserglasstürme! Da kriegt doch sogar der Hund Zustände!
    Kann Dir wärmstens R. Arnheim "Kunst und Sehen" empfehlen, falls Du es nicht kennen solltest. Es ist schlau, solide und da lernt man/frau zumindest was praktisches fürs (Künsler)Leben.

    Und noch was, bin kein grosser Bewunderer von dem Kerl, aber da sind viele Antworten auf Deine Fragen drin. Test it!
    https://www.youtube.com/watch?v=u_zDXOGbRe4

    mit besten!

  7. #27
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 430

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    creatrice schreibt:
    Du hängst viel zu sehr an einem Bild fest. Wieso musst du denn auch noch spontan sein? Kunst kann auch durchgeplant sein, eben ein Prozess, ob der nun 3 Tage dauert oder drei Mo alte ist doch egal. Und wieso musst du alles aus dem Studium für nichtig erklären?
    Das ist ja das was mein Problem ist:
    Wenn ich die Methode "arbeite spontan und plane nicht, arbeite zudem in keinem Fall illustrativ und statt dessen möglichst bedeutungsoffen" anwende, dann mache ich das, was ich im Studium gelernt hab.
    Wenn ich sie nicht anwende, erkläre ich quasi den Schwerpunkt des Studiums für nichtig.

    Spontan zu arbeiten ist gut für das Finden von Ideen, aber ich mag es nicht, wenn ich Skribbles als das "fertige vollendete Werk" dahinstelle.
    Quasi aufhören bevor es für mich interessant wird, damit andere es noch interessant finden.

    Wie gesagt, die Uni ist nur der Grundstock, selbst wenn du da in irgendetwas ganz gut warst/bist, so ist das nur die Richtung, die der oder die Mentoren vertreten haben. Das dich selbst finden, deinen Stil ist eben deine Aufgabe. Die Grundkenntnisse hast du jetzt, jetzt musst du zu dir stehen, nicht zu dem was du als einziges am besten kannst, weil das durch Zufall am meisten trainiert wurde.
    Da muss ich nur erstmal hin kommen. Vermutlich hab ich mich einfach auf dem Weg durchs Studium irgendwo verlohren und weiß nun nunmal nicht mehr, wie ich überhaupt etwas produzieren kann, das dem Stempel "eigene Persönlichkeit" trägt. Eigentlich ist dieses "den eigenen Stil finden" ja genau das, wozu das Studium dient. Wenn da nicht die stetig im raum schwebende Definition wäre, was denn als "eigen" gilt, und was als "kopie" gilt. Und das ist, meiner Meinung nach, vom Zeitgeist und von der Kultur geprägt. Hat man da einen anderen Ansatz, wird es nicht als "eigen" genug bewertet.
    (Ich sag ja: die "westliche" Welt ist von bestimmten Idealen und Philosophien geprägt, Deutschland sowieso nochmal anders als andere Länder. Wenn man versucht global zu denken und nicht unbedingt nach Amerika sondern nach Asien schielt, kommt da eine ganz andere Wertung raus. Auch wenn die heutige Philosophie auch immer wieder von anderen Kulturen geprägt wurde)



    schlummi schreibt:
    wow... hmm... ich weiss nicht, ob das so ok ist, den Fred so "zweck zu entfremden".
    Hm, wenn der Threadstarter wirklich was dagegen hat könnte man einen Mod fragen ob die Diskussion abgespalten wird.

    Wobei ich zum restlichen Text jetzt nicht alles zitieren möchte, das wird sonst unübersichtlich.

    Also, Dein Studium war nicht umsonst. Verschwende bitte nicht Deine Lebenszeit um es bitter zu bedauern. Was wäre denn Alternative? Würdest Du besser malen? Glaube ich nicht. Jetzt kannst Du genau so gut malen UND bist ne Akademikerin.
    Es ist kein richtiges Bedauern. Ich kann bestimmte Entscheidungen und dinge, die einfach so passieren, auch mal gut hinnehmen. Ich versuche auch immer irgendwie den Fokus auf das, was ich gelernt hab, zu lenken. So rein vom Gefühl hab ich halt manchmal den Eindruck, dass ich fast nix gelernt habe. Zumindestens nichts, was ich wirklich verbalisieren könnte.
    Das wichtigste ist eher, dass man nicht nur Einzelbilder produziert, sondern in Konzepten denkt und halt möglichst viel ausprobiert, statt sich auf eine Richtung zu versteifen.
    Und dass der Inhalt wichtiger ist als das "visualisieren".

    Nur hab ich halt subjektiv das Gefühl gehabt, mir den großteil meines könnens immernoch vor dem Studium angegeignet zu haben.
    Im Studium kam halt dazu das alles im größeren Rahmen zu denken.
    (vermutlich ziehe ich den Rahmen einfach viel zu groß)

    Zweitens, was ich aus meiner Ex-Künstler-Karriere WEISS und es stimmt immer noch, und da wette ich auch drauf: für JEDES Bild gibt's nen Fan/Käufer. Du musst nichts verstehen und Dich an nichts anpassen. Es ist letztendlich nur die Frage des Preises.
    Und der Zielgruppe. Und im Studium hatte ich das Gefühl, dass Zielgruppen die nicht aus dem akademischen Kontext kommen so'n bisschen für "nicht existent" betrachtet werden.

    Man fühlt sich als Amateur, wenn man nicht die vorgegeben unausgesprochenen Regeln befolgt.

    Ich kenne einige Künstler, die rein mit ihren handwerklichen Fähigkeiten davon leben können. Die malen Stilleben a la Netherlands Renaissance und so ein Bild bringt auf dauer 2-4k für 1-2 Wochen arbeit. Und die sind echt nicht so die schnellsten. Also, man muss sich NICHT mit Kunst auskennen um an der Technik Spass zu haben.
    Meinst du damit, dass die auch die Motive malen, oder wirklich nur ähnliche Techniken verwenden?
    Ich hab zum Teil nicht mehr die geduld mich lange und kleinteilig mit Dingen zu beschäftigen, weil der innere Kritiker mir direkt mal die Motivation nimmt.
    (Du kennst vielleicht so Experimente mit Tieren, wo negatives verhalten mit stromstößen "wegkonditioniert" werden sollte. so fühl ich mich manchmal)

    Du wartest und hoffst auf einen Job? Auf welchen denn? Nach meinen Erfahrungen, mit Deiner Ausbildung kriegst Du fürs Erste bestenfalls ne Grafikerin-Stelle (Option auf AD/CD) in der Werbung oder machst ne Draufbildung auf Lehramt. Es gibt noch Gamemacherei, aber so wie Du über Concept Art sprichst, ist es wahrscheinlich nix für Dich. Wenn Du möchtest, lass mir was zukommen, ich kannte mal persönlich einpaar ADs von grösseren Firmen, vllt kann man anklopfen. (btw. neben USA ist Frankreich die Concept Artists-Schmiede. Ausser Feng Zu School gibt's in China nicht erwänenswertes. Und was sie da ausbilden... ist eher mittelmass, so wie hier. Florenz würde ich Dir dringend abraten. Bin schon einigen Absolventen begegnet... )
    Es gibt bestimmt noch was in den Ecken, aber da kommt man kaum über Hartz 4.
    Aktuell nehm ich ja jeden Job, der besser ist als Hartz 4 und der irgendwie verwandt ist mit dem Zeugs aus dem Studium. AD und CD...meiner Meinung nacht wird man das ohne Berufserfahrung nicht, ausser man ist der totale Überflieger, was vielleicht nur auf gefühlte 2-5 Studenten pro Jahrgang zutrifft.
    NAch Florenz wollte ich nie Naja...und für Conceptart bin ich halt zu schlecht. Deswegen verfolge ich das erstmal nicht weiter. (Hätt ich statt Studium autodidaktisch gelernt wär ich vielleicht soweit dafür... ich kann ja nochmal 5 Jahre dranhängen)

    Was möchtest Du letzendlich? "Richtige Kunst" und Festeinstellung sind inkompatibel. Für Festeinstellung ohne Kunst brauchst Du keinerlei Verständnis für moderne Kunst. Ich glaube Deine Blockade wird sich in Luft auflösen, wenn Du Dich mit dieser Frage ernsthaft auseinandersetzt.
    genau genommen möchte ich erstmal Berufserfahrung machen, es muss nicht sein dass ich Künstler oder Illustrator werde. Das funktioniert sowieso nicht, weil ich meine Sachen auch nur dann "positiv bewerben" kann, wenn ich von den Sachen überzeugt bin. Ich stürze mich jedenfalls nicht Kopfüber in die Selbstständigkeit, besser wäre es einen geregelten Job zu haben und nebenbei Sachen zu machen mit denen ich es vielleicht irgendwann mal hinkriegen werde, so viele Interessenten zu bekommen, dass ich auf eine Festanstellung verzichten kann.

    Wie gesagt: es war nicht meine Intention Kunst zu machen, eigentlich hab ich Design studiert. "Kunst" ist nur die alternative, wenn man als Illustrator nicht gebraucht wird.
    Aber kunst ist halt unheimlich stark Gesellschaftlich reglementiert, um da reinzukommen muss man schon zur richtigen gesellschaftsschicht gehören, oder sie zumindestens kennen dass man sich dazu stellen kann, so als wenn es selbstverständlich wäre.

    (Du kennst ja sicher die Trennung zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Was ja letztenendes nur die Trennung zwischen Bildungsbürgerschicht und Handwerker ist)

    Doch über Kunst können wir auch gerne "streiten". Bin gerade erfolgreich(!) dabei zwei meiner Privatschüler ihre akademische Vorlieben auszutreiben.
    Da frag ich mich gerade welche Probleme da noch auftreten können ^^

    Nur sollen wir vllt nen neuen Fred machen, Junie traut sich gar nicht mehr hierher...
    Könnten wir eigentlich, fragt sich nur wie viele neuen Erkenntnisse da noch zusammen kommen ^^

    PS. Und bittebitte, hör auf Roland Barthes zu lesen! Das ist nur eine Meinung und nicht mal ne besonders witzige. Das sind doch alles nur Wasserglasstürme! Da kriegt doch sogar der Hund Zustände!
    Kann Dir wärmstens R. Arnheim "Kunst und Sehen" empfehlen, falls Du es nicht kennen solltest. Es ist schlau, solide und da lernt man/frau zumindest was praktisches fürs (Künsler)Leben.

    Und noch was, bin kein grosser Bewunderer von dem Kerl, aber da sind viele Antworten auf Deine Fragen drin. Test it!
    https://www.youtube.com/watch?v=u_zDXOGbRe4

    mit besten!
    Von Roland Barthes kenn ich bisher nur einen Text, war halt Teil der Theoriekurse. Die sonstigen Quellen von dir schau ich mir mal an

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    tasseKaffee schreibt:
    Aber kunst ist halt unheimlich stark Gesellschaftlich reglementiert, um da reinzukommen muss man schon zur richtigen gesellschaftsschicht gehören, oder sie zumindestens kennen dass man sich dazu stellen kann, so als wenn es selbstverständlich wäre.

    (Du kennst ja sicher die Trennung zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Was ja letztenendes nur die Trennung zwischen Bildungsbürgerschicht und Handwerker ist)
    Ich weiß nicht wo du das her hast, aber in den Kreisen in denen ich verkehre ist das Können ausschlaggebend. Die gesellschaftliche Reglementierung gilt eigentlich nur für die, die nichts können. Ob fester artverwandter Job oder Freelancer oder "Künstler", du kommst nicht drumrum einfach irgendwo anzufangen. Das ewige Suchen nach Gründen wieso etwas nicht klappen könnte bringt dich nicht weiter. Naja es bringt dich weiter in die Lähmung, die Starre und irgendwann die Depression.

  9. #29
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 430

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    "Können" ist aber auch eine Sache, die unterschiedlich definiert ist.

    Vergleiche das Können von da Vinci mit dem Können von Paul Klee oder Kandinsky.
    Das was sie können, ist total unterschiedlich. Je nachdem wen man vor sich hat wird entweder das eine oder das andere abgewertet.
    Für manche hat da vinci nur noch einen kunsthistorischen Wert. Oder weil er einer der ersten war, die das gemacht haben, was er gemacht hat.

    (Ich sag ja, das ist der Kunsthistorische Background, der irgendwann die altakademische Kunst in die Tonne getreten hat. Theoretisch gab es aber immer wieder Strömungen die sich trotzdem dafür interessiert haben)

    Mit dem können von Da Vinvi gewinnt man im Studium keinen Blumentopf mehr, denn die Kunst darf die Natur ja nicht immitieren.
    Und seit der Erfindung der Fotografie "muss" kunst was sein, was die Fotografie nicht viel besser kann.

    (Aber auch Bilder, die auf den ersten Blick "die Natur kopieren", sind auf den zweiten Blick absolut malerisch, so wie es Fotografie garnicht sein kann. schlummi sagte ja, für alles gibt es eine Zielgruppe. Ich hab auch den einen oder anderen Dozenten gehabt, bei dem ich freier arbeiten konnte und der einen anderen Zugang zu Bildern hatte)


    Wobei ich mich nichtmal so festlege, ob ich wirklich "naturalistisch" zeichnen / malen will. Aber der Ansatz aus dem Studium ist nunmal irgendwie fast das Gegenteil von dem, was mich interessiert. (Hatte schon mehrfach überlegt, ob ich nicht einfach eine andere Wahrnehmung habe, als viele, die das sonst so studieren)
    Geändert von tasseKaffee ( 4.05.2015 um 06:46 Uhr)

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt

    Auch bei naturalistischsten Dingen gibt es einen sichtbaren Unterschied zwischen Gekonnt und Gewollt. Diese Auffassung von Naturalismus die du da ansprichst ist die typische Auffassung von Dozenten die genau das nicht können. Weil sie es eben in der Ausbildung meist in den ehemaligen BRD-Unis nicht mehr ausreichend gelernt haben. Du solltest dir wirklich Kollegen und Gruppen suchen, die sich in deinem bevorzugtem Gebiet bewegen. Ich arbeite nur naturalistisch und habe aufgrund der mich umgebenden Kollegen gar nicht diese Probleme. Ich kann mich voll und ganz weiterentwickeln und bekomme KONSTRUKTIVE Kritik, und gebe sie auch.

Seite 3 von 4 Erste 1234 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Freiberufliche Tätigkeit in Vollzeit - ist das realisierbar?
    Von WeißeRose im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 10.08.2013, 12:37
  2. Ehrenamtliche Tätigkeit - brotlose Kunst?
    Von 1411erika im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 38
    Letzter Beitrag: 28.09.2010, 22:07
  3. Symptom: von einer Tätigkeit zur nächsten springen
    Von Julia im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 4.10.2009, 09:34

Stichworte

Thema: freiberufliche Tätigkeit und der Nebel im Kopf steigt im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum