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Diskutiere im Thema Schnauze voll von Ergotherapie-Ausbildung! im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 154

    Schnauze voll von Ergotherapie-Ausbildung!

    Hey Leute,

    ich habe bereits nach 2 Jahren (inkl. 1 Jahr Krankschreibung) eine kaufmännische Ausbildung abgebrochen. Nun bin ich seit September 2013 in der Ausbildung zum staatlich anerkannten Ergotherapeuten. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet in Eigenfinanzierung statt. Die erste Zeit hat es mir total Spaß gemacht und ich habe teilweise auch gute Eigenschaften als Therapeut, aber bin aus der vorletzten Praktikumsstelle vom einen auf den anderen Tag rausgeflogen. Sicher habe ich eine Teilschuld, aber es ist nichts dramatisches vorgefallen. Die meinten anfangs ich würde zu voreilig selber Entscheidungen treffen. Im Verlauf habe ich häufiger nachgefragt und dann meinten die, ich würde nicht selbstständig genug arbeiten. Das war im Bereich Arbeitstherapie und dementsprechend hatte man die therapeutische Rolle als Gruppenleitung blablabla. Therapeutisch habe ich da nicht viel sehen können.

    Zum Glück habe ich schnell eine neue Stelle gefunden. In einer Klinik, in der ich somit mein Arbeitstherapie-Praktikum zuendemachen und mit dem Psychiatrie-Praktikum anfangen sollte.

    Es finden im Rahmen der Ausbildung Sichtstunden statt und man muss einen Bericht schreiben. Alles war scheiße und ich hatte in der Sichtstunde enorme Ängste. Der Bericht hat enorme Aggressionen in mir hervorgerufen, weil das einfach so dämlich ist. Ich habe das Praktikum nur bestanden, weil meine Anleiterin mir eine Chance geben wollte.

    Eine Woche waren alle krank und ich habe mit einer Kollegin alleine gearbeitet und die war sehr zufrieden mit mir. Dann waren wieder alle da und ich komme nicht so mit allen klar, weil die mir teilweise echt ans Bein pinkeln wollen und sich im Ton vergreifen. Auf Grund der vergeigten Sichtstunde und des Berichts habe ich da echt ein beschissenes Standing und werde gemobbt. Ich habe bereits gesagt, dass ich ADHS habe.... Die meinen, ich habe vor allen Dingen nachmittags ein schlechtes Auftreten etc. Frage ich nach Feedback, werde ich angepatzt etc. Auch wurde ich schon ins Messer laufen gelassen, weil mir Informationen vorenthalten wurden, die wichtig gewesen wären etc.

    Teilweise wird mir übel mitgespielt und ich habe mich an meine Dozentin etc. gewendet, aber geglaubt wird mir nicht wirklich. Unterstützung bekomme ich auch überhaupt keine.

    Dieser Beruf ist absolut frauendominiert (Ich habe kein Problem mit Frauen, bitte nichts persönlich nehmen) und als Mann wurde ich von einigen Therapeutinnen echt scheiße behandelt und die ziehen emotionale Psychospielchen ab. Ich bekomme nur Kritik zu hören und werde angepatzt....

    Ich habe diese Woche frei, aber bekomme echt depressive Zustände, wenn ich nur dran denke.

    Ich soll mich um 180° ändern, weil ich kaum initiative zeige und unsicher wirke. Das ist kein Wunder, weil ich zur Zeit nicht weiße, wo dran ich bin und keine Fehler machen will. Mich zieht das alles so runter, dass sich das auf die Arbeit auswirkt.

    Ich denke jetzt schon seit einiger Zeit drüber nach, die Ausbildung abzubrechen, aber bin schon 24 und sehe echt keine guten Perspektiven mehr.

    Dieses Berufsfeld bietet viel Abwechslung etc., aber scheinbar fehlt mir gewissermaßen auch etwas Empathie, um mich in andere hineinversetzen zu können.

    Emotional bin ich zwar noch empfindsam. Vor allen Dingen bezüglich Stress etc. Empfindungen und Gefühle sind seit Jahren nur noch sehr diffus. Emotionen äußern sich eher nur noch körperlich/psychosomatisch bei mir. Wenn ich mich persönlich angegriffen fühle und gestresst bin, werde ich sehr impulsiv, aber unterdrücke es bestmöglich.
    Auf Grund von chronischer Depresonalisation und Drealisierung, die ich seit vielen Jahren habe und vor allen Dingen spüre, wenn ich unbeschäftigt bin. Auslöser war damals wohl mein gelegentlicher Cannabis-Abusus innerhalb von 2 Jahren. Ich habe nicht so häufig konsumiert, aber meistens größere Mengen. Dieser Chronische Zustand lässt mich alles eher unbewusster erleben, aber ich kann trotzdem allen Dingen, wie auch Autofahren ohne Probleme nachgehen. Durch Stress wird dieser Zustand auch noch stärker.

    Ich suche schon nach einer alternativen Praktikumsstelle, um zu wechseln. Bestehe ich das jetzige Psychiatrie-Praktikum nicht, kann ich ein Jahr wiederholen, aber würde dann eher die Ausbildung schmeißen.

    Ich bin mir zur Zeit total unsicher, was ich machen will. Hauptsache ich habe beruflich Abwechslung. An sich habe ich ein paar Talente, Phantasie, bin handwerklich geschickt und auch kreativ. Allerdings wird mir Gewohntes nach einer gewissen Zeit langweilig und mein Engagement lässt nach. Zu einem gewissen Maße suche ich auch immer nach dem ultimativen Kick. Entspannen kann ich mich eher nur, wenn ich in Ruhe beschäftigt bin und relativ passiven Aktivitäten, wie PC-Spielen nachgehe.

    Ich wollte nur Mal kurz und chaotisch meine Situation etc. schildern. Es ist nicht so, dass ich das nicht auch bei Freunden etc. loswerde, aber von denen hat niemand ausgeprägtes ADHS. Viele Probleme entstehen durch mein ADHS, aber ich rechtfertige mich damit eher nicht anderen gegenüber, die das auch nichts angeht.

    Vielleicht habt ihr ja ein paar Gedanken oder Ratschläge. Ich habe schon einiges gehört, aber drehe mich selber gedanklich im Kreis. Vielleicht hat jemand irgendwelche ähnlichen Erfahrungen gesammelt und konnte daraus lernen.

    Ich lese mir komischerweise niemals erneut durch, was ich geschreiben habe etc. Für Korrekturlesen bin ich zu faul.

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Schnauze voll von Ergotherapie-Ausbildung!

    Hmmm, hab jetzt alles zwei mal gelesen und suche noch nach den richtigen Worten die dir helfen könnten...
    Ich selbst habe von 2005-2008 die Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht...und sehe es aus Sicht von Anleitern, denn auch ich leite mittlerweile Praktikanten an und nehme die Sichtstunden ab, sowie demnächst auch erstmalig eine Abschlussprüfung...

    Eine Frage brennt mir zunächst in den Fingern:
    warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 154

    AW: Schnauze voll von Ergotherapie-Ausbildung!

    chaostrio schreibt:
    Hmmm, hab jetzt alles zwei mal gelesen und suche noch nach den richtigen Worten die dir helfen könnten...
    Ich selbst habe von 2005-2008 die Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht...und sehe es aus Sicht von Anleitern, denn auch ich leite mittlerweile Praktikanten an und nehme die Sichtstunden ab, sowie demnächst auch erstmalig eine Abschlussprüfung...

    Eine Frage brennt mir zunächst in den Fingern:
    warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?
    Ja, das ist eine gute Frage. Ich wusste damals nach meiner ersten Ausbildung nicht was ich will. Auf jeden Fall viel Abwechslung, Kreativität und ggf. mit Menschen arbeiten.

    Bereiche, wie Gerontopsychatrie und Psychiatrie reizen mich. Krankheitsbilder, wie Demenz, Depression, bipolare Störungen, Psychosen. Am ehesten würde ich psychisch-funktionell und ggf. ausdruckszentriert arbeiten wollen. Ich habe diese Woche frei und im Moment den Plan, alles dran zu setzen, dass es weitergeht. Auch wenn die Stelle zum Kotzen ist.... Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber ich lasse mir die Schikane und schnippischen Bemerkungen nicht mehr gefallen und spreche es in Zukunft sofort an...

    Im allerersten Praktikum im Bereich Gerontopsychiatrie war ich in einer Praxis (viele Hausbesuche und Besuche in Altenheimen) und da gab es kaum Konflikte . Das war so eine angenehme Atmosphäre und in den Einzeltherapien waren die Klienten zufrieden und ich wurde durchweg auch von den Anleitern sehr positiv reflektiert.

    Im Moment möchte ich mich allerdings möglichst wenig damit beschäftigen.

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Schnauze voll von Ergotherapie-Ausbildung!

    Wenn du jetzt schon denkst, dass du dich damit wenig beschäftigen willst, finde ich das sehr schade für den weiteren Weg.

    Ich wünsche dir so, dass du deinen Weg findest, es wäre schade, denn Männer braucht der Beruf dringend!

    Mit 'm Handy...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 154

    AW: Schnauze voll von Ergotherapie-Ausbildung!

    chaostrio schreibt:
    Wenn du jetzt schon denkst, dass du dich damit wenig beschäftigen willst, finde ich das sehr schade für den weiteren Weg.

    Ich wünsche dir so, dass du deinen Weg findest, es wäre schade, denn Männer braucht der Beruf dringend!

    Mit 'm Handy...
    Ich will mich nur gerade wenig damit beschäftigen, weil gerade meine letzten freien Tage sind und ich sonst schnell das Gefühl bekomme, dass sich mein Magen umdreht und ich mich übergeben müsste. Lieber die letzten Tage im Hier und Jetzt
    Magst du mir verraten, in welchem Bereich du tätig bist und wie bzw. ob sich ADHS auf deine Arbeit auswirkt? Gab es dadurch Konflikte?

    Ich denke das Problem sind bei mir einfach die Umstände mit der Stelle. Ich brauche zu mindest im Moment auch eher ein ruhigeres Umfeld, in dem weniger Ablenkung herrscht und klare Strukturen.

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Schnauze voll von Ergotherapie-Ausbildung!

    Ich arbeite in einer ambulanten Praxis, habe also alles irgendwie... vom Wachkomapatienten, über Schlaganfälle, Demenz, Armbrüche bis hin zu Kindern und all ihren unterscheidlichen Beweggründen ergotherapeutische Behandlung für sich zu beanspruchen.

    Am liebsten arbeite ich verhaltenstherapeutisch mit stark auffälligen Kindern und deren Eltern. Ich sehe mein ADHS eher als Begabung an, mich gerade auf diese Art Kinder einzulassen und sie zu verstehen, warum sie handeln wie sie handeln.
    Konflikte gibt es ganz ganz selten, weil ich einerseits sehr gut medikamentös eingestellt bin und auf der anderen Seite eine Kollegin habe, die wirklich immer hinter mir steht, mir durch einfachste abgesprochene Gesten deutlich macht, wenn ich wieder zu auffällig werde, mich zurücknehmen sollte, oder einfach mal wieder runter kommen muss... ohne dies, wäre es für mich sehr sehr schwer. Eine gute Gemeinschaft im Team ist mega wichtig für mich - jemand der mich versteht und es nicht als störend ansieht, wenn ich mal wieder das Chaos pur bin.
    Wir haben zwei Praxen, daher zweimal sehr kleine Teams... es ist für mich perfekt!

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