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Diskutiere im Thema Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Also, ich hab gelesen, dass man Gedanken, die vom Schreiben der Abschlussarbeit ablenken, aufschreiben soll, damit sie abgehakt werden und genau das werde ich hiermit tun. Gerne dürft ich euch dem anschließen!
    Ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit und mir fallen dabei immer wieder meine eigenen Eigentümlichkeiten beim Bearbeiten auf. Zum Beispiel, dass ich eigentlich alles verstanden hab und auch alle möglichen Zusammenhänge sehe, das aber nicht geordnet aufschreiben kann - weil das Denken viel zu schnell geht, bzw. ist das gar nicht wirklich "Denken", eher ein Erfassen auf einen Blick, ein "Sehen". Ich "sehe" die Zusammenhänge, aber ich kann diese Erkenntnis nicht verbalisieren, eben weil es im Grunde genommen gar keine verbalen Informationen sind, die ich da "sehe". Direkt Bilder sind es auch nicht, vielleicht am ehesten "Relationen"....eben schwer zu beschreiben. Das Mühsame ist dann, dieses Gesamtbild in seine Einzelteile aufzudröseln, damit ich aus den Einzelinformationen auch einzelne Sätze formen kann.

    Was mir noch aufgefallen ist: Dass ich mich oft an einem Wort festbeiße und es dann ständig benutze...zB "auch" oder "ebenso" oder "so (sagt Herr X, dass...)". Ich muss dann beim nochmaligem Durchlesen 8 der 10 "auchs" streichen.

    Dann muss ich sagen, dass ich ein Problem mit indirekten Zitaten habe...ab wann wird ein direktes Zitat zum indirekten? Muss ich den Text extra umbasteln, damit er zum indirekten Zitat wird und ich nicht nur direkte Zitate aneinanderreihe? Wozu brauche ich überhaupt eigene Beschreibungen? Ich tu mir da unglaublich schwer mit, die perfekten Formulierungen der Autoren umzuschreiben, nur damit ich nicht "abschreibe".
    Leichter wäre es, glaub ich, wenn die Autoren selber so schlecht formulieren würden, dass ich dazu gezwungen wäre, ihre Sätze umzuschreiben, damit sie sich vernünftig anhören.
    Aber gute Formulierungen können nicht noch verbessert werden und ich krieg dann so ein leeres Gefühl im Kopf, wenn ich es nicht zu meinem "eigenen Satz" machen kann, aber auch nicht plump abschreiben sollte. Diesen (ja genau, den hier, den ihr lest) eigens kreierten Text kann ich übrigens total locker aus dem Ärmel schütteln. Soviel Text, wie ich hier schreibe...dafür bräuchte ich in der Bachelorarbeit mehrere Stunden, hier schreibe ich seit ca 10 min. dran...muss man sich mal vorstellen...

    Außerdem hab ich immer Angst, zu wenig zu zitieren oder Sachverhalte ungenau oder sogar falsch darzustellen.

    Schon bekloppt, wieviele Gedanken ich mir zur Bachelorarbeit mache, die nix mit dem Thema der Bachelorarbeit zu tun haben.
    Mich nervt´s auch, wie unendlich langsam ich im Schreiben bin...obwohl ich schon lange alles erfasst habe. Aber die Formulierung ist eine Qual. Obwohl das Thema extrem interessant ist. Bin auch glaub ich übergenau und überkritisch, weil ich mir vorstelle, dass meine Prüfer genau so übergenau und kritisch sind bei der Begutachtung.

    Also bis dann und immer her mit dem Senf!

  2. #2
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    Forum-Beiträge: 909

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Hallo Chamäläon,

    ich danke dir für deinen gesamten Text!

    Und ganz besonders für dieses hier:
    Zum Beispiel, dass ich eigentlich alles verstanden hab und auch alle möglichen Zusammenhänge sehe, das aber nicht geordnet aufschreiben kann - weil das Denken viel zu schnell geht, bzw. ist das gar nicht wirklich "Denken", eher ein Erfassen auf einen Blick, ein "Sehen". Ich "sehe" die Zusammenhänge, aber ich kann diese Erkenntnis nicht verbalisieren, eben weil es im Grunde genommen gar keine verbalen Informationen sind, die ich da "sehe". Direkt Bilder sind es auch nicht, vielleicht am ehesten "Relationen"....eben schwer zu beschreiben. Das Mühsame ist dann, dieses Gesamtbild in seine Einzelteile aufzudröseln, damit ich aus den Einzelinformationen auch einzelne Sätze formen kann.
    Du hast es geschafft, das in Worte zu fassen, was ich IMMER beim Lernen und/oder Arbeiten erlebe!

    Das tut echt gut!


    Luzie

  3. #3
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    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Vielleicht interessiert dich dann auch der folgende Link:
    Visuelle Lerntypen in der Schule: Unentdeckte Hochbegabung

    Hab mich dort in vielen Dingen wiedergefunden, wenn auch nicht in allen...

    LG
    Chamaeleon

  4. #4
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    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    So, nun muss ich erstmal wieder mein Selbstwertgefühl aufbauen, bevor ich an der BA weiterarbeite. Grad ne 3,3 wiederbekommen für eine Hausarbeit und in der Besprechung die Fehler besprochen. Die Fehler, die ich schon so lange mache und die ich scheinbar einfach immer mal wieder mache, egal, wie sehr ich mich darauf konzentriere, alles gut zu machen. Wortwiederholungen, zu viele Absätze, zu dogmatisch usw....und er sagt mir quasi, dass ich halt daraus lernen soll und sie dann einfach nicht mehr machen. Tja, wenn ein ADSler doch nur so einfach aus seinen Fehlern lernen könnte...diese Fehler (siehste, jetzt schreib ich andauernd "Fehler") mach ich immer wieder und jetzt hab ich Angst, sie in der BA auch zu machen bzw. weiß ich, dass ich sie da schon gemacht habe. Und ja....dass da kein roter Faden in der Arbeit wäre, meinte er...ich war bei der Arbeit wohl nicht zwanghaft genug. Na, da sieht man mal, was passiert, wenn ich NICHT zwanghaft bin. Tolle Aussichten. Er hat mich so dargestellt als wäre ich einer von den Leuten, die besser reden als schreiben können - total absurd für mich. Ich hab ein genau gegenteiliges Selbstbild. Das Problem dabei ist eben genau dieses schwankende Selbstbild, weil man einfach kein einheitliches Selbstbild zurückgespiegelt bekommt. Und wenn ich mich selbst korrigiere, dann scheinbar immer viel zu stark...zB hab ich früher immer sehr viel relativiert und als Kompensation schreib ich halt jetzt dogmatisch, also mit SEHR starken, festen Aussagen. Sind halt zwei Extreme, auch nicht gut. So und als Kompensation für die vielen Absätze gewöhn ich mir halt jetzt an, gar keine mehr zu machen.

    Immerhin gab´s Kaffee bei ihm. Übrigens einer der wenigen Menschen, denen ich von meinem ADS erzählt habe...anscheinend nicht genug, sonst hätte er meinen mangelnden roten Faden nicht so kritisiert als ob ich es ändern könnte und nicht eine Stelle kritisiert, an der ich kurz hintereinander dieselbe Formulierung gebraucht habe und dass das einem eigtl. auffallen müsste, weil es zeitlich so wenig auseinander wäre, dass es noch im Kurzzeitgedächtnis hätte sein müssen...war es auch sogar, aber ich fand keine coolere Formulierung.
    Geändert von Chamaeleon (31.03.2015 um 18:01 Uhr)

  5. #5
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    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Ich frage mich, ob Deutsch nicht eh eine Sprache ist, die dazu verleitet, sich dogmatisch auszudrücken...im Englischen lässt sich viel leichter relativieren. (Korrigiere: Im Englischen scheint es leichter zu sein, sich vorsichtiger auszudrücken. )

    Dvorak ist sehr angenehm beim Schreiben...ob der wohl auch einen Einfluss auf meinen dogmatischen Schreibstil ausübt? Der is manchmal so bestimmend.

  6. #6
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    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Hey, verliebt sein und schöne Musik hören fühlt sich eigentlich genau gleich an....

  7. #7
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    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Ist ziemlich schwierig, sich zu konzentrieren, wenn einem von dem Kaffee schlecht ist, den man getrunken hat, um sich besser konzentrieren zu können.
    Ach und...es is wirklich blöd: Je MEHR ich etwas verstanden hab, desto WENIGER kann ich es beschreiben. Weil es so selbstverständlich für mich geworden ist, dass ich selbst keiner Erklärung oder Umschreibung mehr bedürfte. Es ist ohne Worte in mir gespeichert...tiefes Verständnis, auf einer abstrakten Ebene, der Ebene, die hinter allen Worten, allen Sätzen steckt, die immer mitschwingt, wenn ich lese, schreibe, höre.
    Geändert von Chamaeleon ( 4.04.2015 um 16:28 Uhr)

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

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    Forum-Beiträge: 22

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Es ist sehr schwierig, aus der Ferne etwas dazu zu sagen. Ein Denken in Relationen ist etwas sehr gutes, einige Studierende können das nicht. Es bedeutet, die Dinge auf einer Metaebene miteinander verbinden zu können. Vielleicht kannst Du versuchen, Dir die Bachelorarbeit als eine Art Gespräch vorzustellen. Du bist derjenige, der ein fiktives Symposium einberufen hat zu einem bestimmten Thema und erteilst dazu verschiedenen Personen das Wort.

  9. #9
    OMMM-Beauftragte

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    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Hi Chameleon,

    zum Zitieren ...
    direktes Zitat=direktes Übernehmen einer Textstelle; also fast wie im Forum copy and paste ala "Forum et al schrieben "das ergab schönes Wetter" (Forum et al 2022)"

    idirektes Zitieren=Forum et schrieben, das habe schönes Wetter ergeben (Forum et al 2022)

    Grüße und weiter gutes Durchhalten, habit

  10. #10
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

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    Forum-Beiträge: 22

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Zu diesen Formfragen kann man auch ein Buch zu Rate ziehen, das in das wissenschaftliche Arbeiten einführt. Ist egal, welches. Diese Dinge sind ja Standard in allen Disziplinen. Grundsätzlich gilt, dass ein Zitat einen Sinn im Text haben muss, der sich dem Lesenden erschließen muss. Es geht nicht nur darum zu demonstrieren, was man alles gelesen hat. Es muss klar sein, wieso dieses Zitat an dieser Stelle auftaucht. Besser Zitate streichen, wenn sie nichts neues bringen, als sie als Seitenfüller zu benutzen. Das merkt derjenige, der korrigiert nämlich.

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