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Diskutiere im Thema Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
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  1. #61
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    @ Liliana

    Es interesiert mich sehr was du schreibst. Aber nach dem ersten Drittel, war es schlicht nicht mehr möglich weiter zu lesen. Es istt alles so viel und du kommst vom einem zum anderen. Besser wäre, wenen du deine Beträge kürzer fasst und eben nicht gleich alle Probleme die du hast n einen langen Rext packst. Das überforder leider einen durchschnittlichen ADSler der ja hier keinen Studientexte liest, wo er dran bleiben mus, egal wie lang und inhaltlich vollgepackt dieser ist, ssondern hier in seiner Freizeit mal reinliest, weil er sich für andere, die auch ADS haben interessiert.

  2. #62
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    mein Beitrag eben bezog sich auf diesen Text von dir

    Liliana schreibt:
    Ich kann dich total verstehen. Mir ist es zum Beispiel unglaublich peinlich, dass ich die eine Hausarbeit schon so lange aufgeschoben habe. Da ich beim selben Dozenten eine zweite schreiben muss, die erste aber Vorrang hat, bin ich mit der anderen eben auch schon ein bisschen hinterher. Er gehört zwar zu den Dozenten, die sehr viel Verständnis für uns Studenten hat und ich weiß von anderen, dass ich nicht die erste bin, die bei ihm mit einer HA sehr weit hinterhinkt, aber wenn sich das häuft, wird mir das trotzdem mega unangenehm. Zumal ich nicht drum herumkommen werde noch mindestens eine innerhalb der nächsten Semestern bei ihm zu schreiben. Und wer weiß, ob ich meine HA-Probleme bis dahin einigermaßen in den Griff bekommen habe.

    Wüsste er, dass ich ADS habe und mir Hausarbeiten so schwer fallen (bzw. eben wesentlich schwerer als anderen) und mir das durchaus nicht gleichgültig ist, ich sie also nich aus bloßer Faulheit aufschiebe, sondern wirklich da mit mir kämpfe und das Ganze dann auch noch Tages/Situationsabhängig ist und ich ein paar Wochen lang überhaupt nichts hinbekomme und im nächsten Moment auf einmal relativ viel... dann müsste ich mich wenigstens in der Hinsicht nicht mehr so unter Druck setzten und hätte auch den Mut, ihn öfter Mal um Hilfe zu beten, wenn es bei irgendentwas in der Hausarbeit klemmt oder ich mir einfach nur nicht sicher bin bei der Strukturierung, Inhalten,...

    Allerdings hatte ich schon immer Probleme damit über meine "Probleme" zu reden, gerade auch wenn es um Autoritätspersonen geht. Für mich ist ADS einfach eine große Schwäche von mir und wenn ich darüber rede, dann fühl ich mich dabei irgendwie schutzlos. Und bei besagtem Dozenten ist es bei mir grad andersrum wie bei dir: Er hat voll das gute Leistungsbild von mir. Was mach ich denn, wenn er mir das mit dem ADS gar nicht glauben mag? Vllt. stört ihn das mit den aufgeschobenen HA ja gar nicht so und was hab ich am Ende dann erreicht? Ich habe meinen Schweinehund überwunden, aber weiß dafür nicht, was er nun für ein Bild von mir hat. Wo ich doch so abhängig von der Meinung anderer bin
    Je länger ich darüber nachdenke, desto eher glaube ich, dass es eigentlich nicht schlimm ist, wenn der Dozent davon weiß, aber erzählen werd ich es ihm, so wie ich mich kenne, vermutlich auch nicht xD Dazu ist der Gewinn meines Erachtens nicht groß genug, um mich meiner Angst zu stellen, so etwas wie ADS von mir preiszugeben


    Was deinen Dozenten betrifft: Wenn du dir sicher bist, dass er so einen "schlechten" Eindruck von dir hat, dann kannst du doch eigentlich nicht viel verlieren, wenn du ihm von deinem ADS erzählst. Wenn du bei dem Thema direkt auf das hier betroffene Problem der mangelnden Konzentration/Strukturierung etc. zu sprechen kommst, dann wird er ja wohl davon kein noch schlechteres Bild von dir bekommen. Im schlimmsten Fall ändert das dann kaum was, aber du hast es wenigstens versucht, das beruhigt einen ja oft auch schon. Zu deiner Bewerbung kann ich jetzt nichts sagen, aber für deine BA könnte es durchaus sein, dass es dir nach deinem "Bekenntnis" besser geht. Ich weiß natürlich nicht, wie du da tickst, ob du dann nicht automatisch auf einen anderen negativen Gedanken kommst, weil du dir am Ende aus seiner Reaktion vllt. nicht ganz erschließen kannst, ob er nun wirklich ein besseres Bild von dir hat oder durch das Wissen, warum du dich so verhälst wie du es bei ihm tust, zumindest ein anderes Bild hat und sich das positiv auf den übrigen Verlauf deiner BA wirkt, und du dieses Unwissen als Anlass nimmst, dir wieder Gedanken darüber zu machen.

    Ich selber bin da leider Schwarzmalerin, ich weiß, dass ich mir zu viele Gedanken über so etwas mache und das einfach unnötig ist und sogar schädlich, aber ich mache es trotzdem. Aber ich weiß wenigstens, dass ich mir zu viele Sorgen mache und habe dadurch insgeheim immer die Hoffnung, dass alles doch nur halb so schlimm ist wie ich mir ausmale Deswegen würde ich dir zumindest nicht abraten mit ihm darüber zu reden. Wenn es dich wirklich sooooo sehr beschäftigt und du davon überzeugt bist, dass du darunter "leidest", dann würd ich es auf jeden Fall wagen. Du kannst dich ja während des Gesprächs langsam vortasten und erstmal über die Konzentrationsprobleme reden ohne ADS direkt auszusprechen. Vielleicht ist das ja gar nicht nötig und du erreichst dabei schon etwas Positives und vermeidest gleichzeitig, dass er dann eine andere, aber trotzdem weniger gute Meinung von dir hat, weil er falsche Vorstellungen von ADS hat.

    Es ist weder eitel, dass man einen guten Eindruck bei anderen hinterlassen möchte, gerade bei Autoritätspersonen, noch ist ADS etwas, wovor man sich schämen müsste. Trotzdem sollte man immer wieder hinterfragen, ob es denn nötig ist, dass der andere einen guten/besseren Eindruck von einem hat oder man in manchen Fällen nicht zu hohe Ansprüche hat und man den Eindruck des anderen nicht als schlechter wahrnimmt, als er eigentlich ist. Das ist bei uns ADSlern eben weniger "schlechte" Eitelkeit, als vielmehr der Nebeneffekt unsrer ganzen Selbstzweifel und Verunsicherungen als Ergebniss unsrer Symptome und daraus hervorgegangenen negativen Erfahrungen. Trotzdem ist es natürlich, dass bei unserer Gesellschaft, in der so viele ein falsches, wenn nicht sogar schlechtes Bild von ADS vor Augen haben, man über das eigene ADS nicht mit allen so offen drüber redet und man überdenkt, ob man es einer gewissen Person sagen sollte oder nicht. Gleichzeitig ist ADS auch nichts, was man unbedingt erwähnt haben muss, wenn es niemandem wirklich schadet.

    Schlaf nochmal drüber und wenn es dich dann immer noch so sehr beschäftigt, sprich auf jeden Fall deine Konzentrationsprobleme an (und ruhig auch so etwas, dass es dir schwer fällt Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und dann eben manche Dinge fälschlicherweise dem Selbstverständlichen/Unklaren zuordnest). Wenn du dann merkst, dass das Gespräch in eine gute Richtung läuft, kannst du dir ja alle Sorgen vom Leib reden ohne ADS auch nur einmal erwähnt zu haben, wenn nicht, dann nach einer passenden Gelegenheit schauen.

  3. #63
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Sorry Wintertag, aber kürzer fassen werde ich micht nicht, weil dann hab ich selber nichts davon. Wenn ich einen langen Beitrag statt drei kürzere Beiträge schreibe, kommt es aufs selbe raus. Wenn ich den Beitrag aber trenne und an verschiedenen Tagen poste, dann ist der Inhalt für mich schon wieder uninteressant und ich lass es lieber gleich. Dann würden dadurch aber Gedanken verloren gehn, die andere vllt. auch interessieren.
    Wenn ich konkrete Ratschläge für meine dargestellten Probleme hier suche, dann werde ich das dazuschreiben, ansonsten sind es meine eigenen Situationen als Beispiele, die ihr gerne kommentieren dürft, aber ich erwarte es nicht.

    Aber: Ich kann für dich (und andere, die mit längeren Texten Probleme haben - und ja, ich springe einfach gerne von Thema zu Thema, auch wenn es gerade für Hausarbeiten unpraktisch ist ) gerne solche längeren Beiträge anschaulicher strukturieren. Also nicht nur mit Absätzen helfen, sondern auch nen Strich drunter setzen, wenn ich einen größeren thematischen Wechsel vornehme, zu jeden Block ne kurze Überschrift geben ("mein Problem", "Lösungsvorschlag für xy",...), dann könntest du gegebenfalls dir raussuchen, was du gerade lesen (und kommentieren) möchtest und einen anderen Abschnitt vllt. ganz weglassen oder dir ein anderes Mal vornehmen
    - wenn dir das was helfen würde

    Mir kam das jetzt am Ende auch gar nicht so lange vor, wie ich es jetzt durch das Zitat in deinem Beitrag sehe, insofern sorry xD

  4. #64
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Wenn ich mal den Diplomaten spielen dürfte (nicht, dass es nötig wäre, hier geht ja alles ganz gesittet zu):

    ADS ist so ein zweischneidiges Schwert: Entweder man schreibt ellenlange Beiträge, weil man ja so voller Gedanken ist und eine Assoziation zur nächsten führt oder man hat Probleme, einen ellenlangen Text zu lesen, weil man Konzentrationsprobleme hat. Beides kann durchaus in einer einzigen Person zusammen auftreten.
    Schreibt also ein ADSler einen Text, dann fühlt er sich evtl. wohl, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und kann sich schwer zügeln und außerdem hat er ja auch noch Probleme mit der Priorisierung und weiß gar nicht, wo er einen Schnitt machen sollte. Kommt dann ein anderer ADSler daher, bekommt dieser dann wiederum evtl. Probleme, den Text zu lesen, weil er sich ja auch schwer darin tut zu priorisieren und ohne roten Faden etwas verloren ist.

    Und nun sollten halt beide sich etwas entgegenkommen, was ihr ja auch macht. Ich kenne es von mir auch, dass ich ellenlange Texte schreibe, aber ich wurde auch von einem ADSler darum gebeten, sie kürzer zu halten und ich kann das auch nachvollziehen. Ich habe mir dann Mühe gegeben, das zu lernen und tatsächlich kann ich es jetzt so einigermaßen, aber es klappt auch nicht immer. Ist aber ne gute Übung, um auch in Gesprächen immer wieder Prioritäten zu setzen und Dinge wegzulassen und nicht den anderen zu überfordern, indem man ihn mit ALLEM, was einem in den Kopf kommt, zuschüttet. Man bekommt auch etwas mehr Ordnung in die eigenen Gedanken, wenn man lernt, zu priorisieren...

    So oder so ähnlich? Das mit dem mangelnden Priorisieren bei ADS wird mir immer bewusster (vor allen Dingen durch die Bachelorarbeit)...
    Ich meine das jetzt eher so als allgemeine Überlegung zum Texte schreiben, ist nicht unbedingt 1 zu 1 auf euch gemünzt.

  5. #65
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Chamaeleon schreibt:
    . Ich habe mir dann Mühe gegeben, das zu lernen und tatsächlich kann ich es jetzt so einigermaßen, aber es klappt auch nicht immer. Ist aber ne gute Übung, um auch in Gesprächen immer wieder Prioritäten zu setzen und Dinge wegzulassen und nicht den anderen zu überfordern, indem man ihn mit ALLEM, was einem in den Kopf kommt, zuschüttet. Man bekommt auch etwas mehr Ordnung in die eigenen Gedanken, wenn man lernt, zu priorisieren...
    Liebe Chamaeleon, genau dies wäre der richtige Weg.

    Dieses vom hunderten ins tausende zu kommen und dann zu sagen ich ändere das nicht, ich brauch das für mich, dass kann man so machen, aber es bringt einen selbts nicht weiter.

    Und wenn man solche ewig langen Texte, die nicht viel sagen, sonder einfach nur so daher geschrieben sind, schreibt, dann kommt man mit dieser Art zu scheiben auch bei einer Bachelor Arbeit nicht sehr weit. Da müsen nämlich Fakten drin stehen und dies müssesn auf den Punkt gebracht werden.

    Im Privaten kann man es ja mit dem alt bekannten Satz "Lieber Freund ich wollte dir eine kurzen Brief scheiben, aber ich habe keine Zeit, deswegen schreib ich dir einen langen" halten , an der Uni und im Arbeeitsleben sollte man das tunlichs jedoch nicht.

    Also liebe Liniana, ich es nicht vielleicht nicht leicht für dich, aber üben, üben, üben , dann lernt man das wirklich auch. (und andere werden deine Gedanken lesen, so wie du jetzt schreibst tut es keiner oder nur sehr wenige . Nach den ersten Sätzen macht man einfach zwangsläufig Schluss und nicht weil man sich nicht konzentrieren kann ( ich hab mein Ritalin genommen), sondern weil es völlig unstruckturiet nur so daher gelabert ist. Und das ist für andere einfach ne Zumutung - entschuldige bitte, dass ich es so krass sage, aber vielleicht bringt dich dies doch eher zum Nachdenken über deinen Schreibstil.

  6. #66
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Nur um eines kurz klar zu stellen: Für mich hatte das "Problem" mit den langen Texten rein gar nichts mit Üben zu tun und auch keinen Zusammenhang mit Hausarbeiten. Ich finde mein Geschreibsel weder mega unstrukturiert noch einfach nur daher gelabert. Ich habe mir nach dem Schreiben durchaus nochmal Gedanken darüber gemacht, was ich da eigentlich wie schreibe. Deswegen gab es für mich keinen Anlass, etwas daran zu ändern. Selbsterkenntnis ist der erste Schritte zur Besserung, aber da müsstest du schon detailierter werden, damit ich das erkennen kann, wenn ich es offensichtlich nicht tue. Ich bin sicherlich die letzte, die ihre Probleme und Fehler einfach so hinnimmt

    Um trotzdem entegenkommend zu sein, kam ich dann eben auf die Idee, meine Strukturierung hervorzuheben. Dann kann man sich einen Part rauspicken und der Rest wird dann ignoriert. Wäre natürlich schade, wenn ich deswegen niemanden helfe, aber allein durchs Schreiben, hab ich zumindest mir schon ein wenig geholfen (aber darauf gehe ich hier nicht näher ein). Bin ja nicht nur da, um anderen zu helfen.

    Aber wenn es tatsächlich so extrem hier ist, dann werde ich mich doch darum bemühen, mich kürzer zu fassen, wenn ich gerade mal wieder verschiedene Punkte aufgreifen will. Mir gehts mehr darum, dass ich alle Punkte ansprech, aber wenn es sein muss, kann ich eben diese kürzer fassen und längere Sätze vereinfachen. Es hat ja jeder andere Probleme mit dem ADS und ich kenn natürlich am besten die meinige. Da ich noch nicht so viel Austausch mit anderen hatte, entsprechend wenig die Probleme anderer, sofern sie sich nicht mit meinen überschneiden. Ich dachte, es würde reichen, wenn ich genügend sinnvolle Absätze mache. Aber so kann man sich irren

  7. #67
    Kennt sich hier aus

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    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Ach, nun hab ich euch das immer noch nicht erzählt...vorletzte Woche war ich bei meinem Betreuer und hab ihm von meinem ADS erzählt und er hat es total positiv aufgenommen! Er hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt, als ich ihm das erzählt habe und meinte dann im späteren Verlauf, dass es gut war, dass ich ihm davon erzählt habe. Ich habe ungefähr folgenden Text auswendig gelernt und ihm vorgetragen:

    "Sie sagen mir ja nun schon seit Anfang an immer wieder, ich solle eingrenzen und beschränken und ich geb mir auch Mühe, das zu tun, habe allerdings ein kleines Problem, das sich in dieser Gesellschaft ADS nennt - damit einher gehen nicht nur Konzentrationsprobleme, sondern auch die Schwierigkeit, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden, man verliert sich in Details, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht usw. Das, was andere ganz automatisch als unwichtig einstufen -Reize und Informationen- muss ich bewusst verarbeiten und das kostet Zeit und Kraft."

    Dann meinte er ungefähr: "Gut, dass Sie das sagen, man kann das in der Arbeit schon sehen, nun kann ich das besser einordnen."

    Dann haben wir noch über die Arbeit gesprochen, ich habe mich auch wieder mal in Details verloren, war dabei aber nicht mehr so angespannt wie sonst, im Gegenteil, konnte das Gespräch richtig genießen, weil es endlich ausgesprochen und auch noch positiv aufgenommen worden war. Da bin ich meinem Betreuer schon dankbar, dass er da so souverän mit umgegangen ist, aber schließlich sollte er das als Pädagoge auch können, nur gibt es ja auch genug Gegenbeispiele...ich hatte anscheinend den richtigen Riecher dafür, dass ich ihm das anvertrauen kann.

    Das Gespräch über die Arbeit selbst verlief auch gut, die Aspekte, die er noch drin haben wollte, weil er sie wichtig findet, hab ich längst schon drin; die Schwerpunkte, die er ausmachte, hab ich ebenso als Schwerpunkte ausgeführt - ich habe das Gefühl, er hat sich "Sorgen" gemacht, dass ich meinen eigenen Ansprüchen, die ich mir mit der Arbeit stelle, nicht gerecht werden kann, weil er es nicht gewohnt ist, dass sich jemand selbst so eine "anspruchsvolle" Aufgabe stellt. Andere Studenten erarbeiten wohl weitaus weniger anspruchsvolle Themen, aber das geht bei mir nicht, weil es auf gar keinen Fall langweilig werden darf.

    Den Text, den ich ihm vorgetragen hab, hab ich mir vorher ausgedacht und auswendig gelernt, weil ich mich im "Live"-Gespräch ja nur wieder in Details verlieren und den roten Faden verlieren würde. So jedoch habe ich eine kompakte Erklärung geliefert.

    Am Schluss hat er mich dann noch zur Tür begleitet und wir standen dann da schon auf dem Flur und er meinte nochmal, dass es gut gewesen sei, ihm das mit dem ADS zu erzählen und ich hatte dann das Kopfkino, ihm zu sagen "Pscht, das soll doch sonst keiner wissen!", aber es war eh niemand da, der es hätte hören können.

    Ich habe schon 3 Leuten von ADS erzählt, 2 davon waren Pädagogen und es wurde bisher immer positiv aufgenommen. Ich glaube, man kann bestimmten Leuten auch direkt sagen, dass es ADS ist und muss es nicht immer umständlich umschreiben. Es kommt halt echt drauf an...aber ich denke, mit ein bisschen Nachfühlen und Nachdenken kann man schon ganz gut einschätzen, wem man es erzählen kann und wem nicht.

    Ich bin übrigens bald fertig mit der Arbeit. Muss ich aber auch sein.
    Geändert von Chamaeleon ( 1.05.2015 um 19:26 Uhr)

  8. #68
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Glückwunsch! Thihi, bin grad richtig stolz auf dich

    Bin diese Woche auch mit meiner Therapeutin das Szenarion durchgegangen und hab mir überlegt, was ich wie sage. Aber die Umsetzung des Gesprächs steht bei mir noch aus

    Viel Erfolg noch beim Endspurt!

  9. #69
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Danke.

    Dann berichte mal von der Umsetzung, wenn du sie durchgezogen hast. Also, mir hat geholfen, den "Text" wirklich nur so runterzurattern, wie ich ihn auswendig gelernt hatte, da kam ich nicht in Versuchung, mich in irgendwelchen Details zu verlieren.

    Viel Glück auf jeden Fall!

  10. #70
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Also ich habe erst letztens wieder erneut bemerkt, dass sobald ich die Struktur, sprich, den ungefähren Aufbau der Arbeit habe und erstmal angefangen habe zu schreiben, ist das schon die halbe Miete. Es muss dann nachher einfach mal laufen.
    Ich beginne immer so zu schreiben, dass ich sicher einen Monat vor dem Abgabetermin fertig bin. Manche Arbeiten schreibe ich dann komplett an einem Wochenende, obwohl ich schon Monate versuche, sie zu schreiben. Wenn ich dann fertig bin, lasse ich sie von meiner Mutter und meiner Schwester wegen Fehlern durchsehen. Mein Vater hat den Job, zu sehen, ob es für den Leser auch verständlich ist. Wie ihr das sicher auch kennt, springen die Gedanken von ADHSlern manchmal wild durcheinander und wenn ich dies nicht merke, ist das in einer solchen Arbeit dann doch ziemlich schwer nachzuvollziehen.
    Was mir auch immer hilft, sind alte Arbeiten von anderen, an welchen ich mich orientieren kann.
    Ich brauche auch klare Angaben von dem Dozenten. Das kriege ich leider nicht immer, deswegen sind dann alte Arbeiten beinahe unumgänglich für mich.

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