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Diskutiere im Thema Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #41
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Meine Abschlussarbeit wäre mir deutlich leichter gefallen, wenn ich effektiver hätte Arbeiten können. Einige Dinge musste ich auch doppelt machen, obwohl es nicht notwendig gewesen wäre. Vermaledeite Schluderei und schwache Konzentration. Auch der Umstand, dass ich Sachen, die ich gelernt habe immer wieder vergesse machte die Angelegenheit schwieriger. Dazu kam noch meine Angst vor Fehlern und meine Hemmung notwendige Fragen zu stellen. Wobei es diese Mal nicht ganz so extrem war wie üblich.
    Wirklich problematisch war, dass die erste Version meiner schriftlichen Ausarbeitung ziemlicher Mist war. Das ist auch meinem Betreuer ziemlich sauer aufgestoßen. Damit habe ich die Bewertung mit einer Arbeit wohl mit einer unnötigen Hypothek belastet. Ich bin mir auch sicher, dass ich nicht alle Unzulänglichkeiten entfernt habe, zwei Diagramme habe z.B.: vertauschte Achsenbeschriftungen. Ich kann mich nur mit Mühe auf meine Arbeit konzentrieren und mir passieren immer wieder Schusselfehler, die ich erst später bemerke. Dadurch wird der Arbeitsprozess auch noch unnötig in die Länge gezogen und ist fehleranfälliger als bei anderen.

    Positiv zu bemerken ist, dass ich es geschafft habe mich zeitnah aus jedem Tief selbst herauszuholen und mich neu zu motivieren. Sehr schön.
    Auch konnte ich mich besser organisieren. (Hab mir da Hilfe von der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerkes geholt). Sehr schön.
    Wichtig war auch, dass ich es geschafft habe Eigeninitiative zu entwickeln und mich nicht mehr von Fehlern ins Boxhorn jagen zu lassen. Extrem gut und wichtig.

  2. #42
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Positiv zu bemerken ist, dass ich es geschafft habe mich zeitnah aus jedem Tief selbst herauszuholen und mich neu zu motivieren. Sehr schön.
    Auch konnte ich mich besser organisieren. (Hab mir da Hilfe von der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerkes geholt). Sehr schön.
    Wichtig war auch, dass ich es geschafft habe Eigeninitiative zu entwickeln und mich nicht mehr von Fehlern ins Boxhorn jagen zu lassen. Extrem gut und wichtig.

    Jepp - das kann ich nur unterstreichen - die Hilfe der psychosozialen Beratungsstelle war seinerzeit für mich ein ganz entscheidender Punkt. Hilfreich war für mich dabei besonders, dass durch die Gespräche dort für mich der übergroße innere Druck herausgenommen wurde - "ALLE sind total super und effektiv, nur ich bin der totale HONK"....

    Die waren so entspannt mit meiner langen Studiendauer, fanden das für einen Diplomstudiengang überhaupt nicht ungewöhnlich und haben mir vor allem auch mal ein paar konkrete Zahlen genannt, wie lange denn Psychos so im Durchschnitt studieren, wenn sie auf Diplom studieren. Das war ausgesprochen entlastend.


    Zu deiner Geschichte, irre, mit den falschen Beschriftungen usw...

    Ich hab im Grundstudium mal eine Ausarbeitung fünf Mal schreiben müssen, weil es mir trotz größter Mühen nicht gelungen war, Flüchtigkeits- und Schluderfehler völlig zu vermeiden.
    Der Prof. war das Gegenteil von mir - ein absolut zwanghafter Typ (fachlich Klasse), der mir nach der fünften Abgabe meiner Ausarbeitung immer noch nicht den Schein ausgestellt hat, weil ich im Literaturverzeichnis einen Punkt (SATZZEICHEN-Punkt!) vergessen hatte...

    Da hatte ich es dann aufgegeben - nach einem Referat, einer eigenen Studie und nach fünf Ausarbeitungen KEIN Schein. Ich konnte einfach nicht mehr.

    Trotzdem war auch das lehrreich für mich.

    Ja, und "effektiv arbeiten" kann ich auch nicht besonders gut - wenn man unter "Effektivität" denn einen angemessenen zeitlichen Rahmen und ein makelloses Ergebnis erwartet.

    Ich brauche ewig lange für meine Arbeiten.

    Seit ich das akzeptiert habe, kann ich es endlich auch einplanen und ganz, ganz, ganz früh mit meinen Sachen anfangen.

    Damit vermeide ich weitgehend den inneren Stress und die Panik die immer im Zusammenhang mit Zeitknappheit bei mir auftreten - in solchen Fällen geht garnix menr; vielleicht kennt ihr das ja auch.

    Achja, und das GEdächtnis - welches Gedächtnis??

    Ich muss Einzelheiten übermäßig häufig wiederholen, damit sie bei mir hängen bleiben - eine Garantie dafür, dass ich die Einzelheiten dann auch abrufen kann, wenn ich muss, ist das dennoch nicht.

    Dafür habe ich aber grundsätzlich einen sehr guten Gesamt-Überblick über die relevanten Bereiche und kann sie prima zueinanander in Beziehung setzen.


    Luzie

  3. #43
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Was es mir auch oft schwer macht, ist meine Angst. Ich habe beschlossen, für die Zeit der BA meinen Freund nicht zu besuchen (Fernbeziehung) und leide nun unter der Angst, ihn "irgendwie" zu verlieren. Wenn er sich länger nicht meldet, habe ich Angst, dass ihm was passiert ist, dass er zB ganz alleine krank im Bett liegt mit 40 Grad Fieber und niemand da ist, der ihm hilft.
    Aber auch sonst habe ich manchmal diffuse Ängste, ich weiß gar nicht genau, wovor. Ich möchte mich dann in einer Ecke zusammenkauern und mich in mir verlieren, träumen, Gedanken schweifen lassen, nichts mehr MÜSSEN.
    Natürlich hab ich auch Angst, zu versagen, nicht rechtzeitig fertig zu werden und das mit dem Antrag auf Hartz 4 nicht hinzubekommen. Dann hab ich nach dem Studienabschluss kein Geld, ich hab jetzt schon noch kaum was und keine irgendwie geartete Unterstützung, weil es mein Zweitstudium ist.

    Das sind so Ängste, die ich mir eigentlich grad gar nicht leisten kann. Ich muss fit und ausgeglichen sein, um konzentriert zu arbeiten. Ich schieb diese Ängste immer wieder nach hinten, ich kann sie jetzt nicht bearbeiten, das muss später passieren. Aber natürlich werden sie dadurch wahrscheinlich nur noch schlimmer. Vielleicht funktioniert das ja so...3 Tage arbeiten, 2 Tage Angst. Ich meine, muss das jetzt sein? Doofe Psyche, die hat keine Ahnung, was sinnvoll wäre, tut aber so, als wüsste sie es. Es gibt KEINEN rationalen Grund für sie, alles ist theoretisch machbar und auch zu schaffen, das einzige, was mich darin behindert, ist diese Angst, insofern ziemlich kontraproduktiv.

    Gut gut, vielleicht fange ich mich ja heute noch und kann noch arbeiten, vielleicht auch erst morgen.

  4. #44
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Is ja immer wieder witzig, wie ich irgendwelche Überlegungen mache bzw. unglaubliche Entdeckungen und diese Ideen dann irgendwann bei irgendeinem renommierten Wissenschaftler wiederfinde. Ich find das auf der einen Seite cool, dass ich die gleiche Idee habe wie ein "echter" Wissenschaftler , aber auf der anderen Seite dachte ich, das sei "meine" Idee. Grmpf.
    Egal, ich hab auf jeden Fall was tolles rausgefunden und was wichtiges verstanden. Das mag ich an Wissenschaft.

    Ja und zumindest hab ich heute wieder arbeiten können und es war wunderbar ruhig in der Bib, weil Sonntag ist und das Wetter recht gut war...
    So, damit ich auch mal was positives berichten kann.

  5. #45
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Freut mich, dass es gut läuft!!
    Es ist ja auch deine Idee und die Idee eines Anderen. Kultur ist immer auch Zitat.

  6. #46
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Chamaeleon schreibt:
    Is ja immer wieder witzig, wie ich irgendwelche Überlegungen mache bzw. unglaubliche Entdeckungen und diese Ideen dann irgendwann bei irgendeinem renommierten Wissenschaftler wiederfinde. Ich find das auf der einen Seite cool, dass ich die gleiche Idee habe wie ein "echter" Wissenschaftler , aber auf der anderen Seite dachte ich, das sei "meine" Idee. Grmpf.
    Egal, ich hab auf jeden Fall was tolles rausgefunden und was wichtiges verstanden. Das mag ich an Wissenschaft.

    Ja und zumindest hab ich heute wieder arbeiten können und es war wunderbar ruhig in der Bib, weil Sonntag ist und das Wetter recht gut war...
    So, damit ich auch mal was positives berichten kann.
    Das geht mir regelmäßig so!

  7. #47
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Das ging mir mit dem Thema zu meiner Abschlussarbeit so. Müsste mich noch gar nicht interessieren, weil noch über nen Jahr Zeit, aber mir kam eines Abends ein Gedankenblitz, auf was ich Lust hätte zu schreiben (und ich hasse ja Schreiben, also muss das schon was heißen) und wo ich dachte, dass es da bestimmt nicht allzu viel gibt. Dann hab ich direkt in der Fachbib nachgeschaut, ob es was Brauchbares zu dem Thema gibt und siehe da: Über das Thema gibt es sogar ein Buch bei uns Nicht, dass es schlimm wäre, im Gegenteil ist es ja durchaus hilfreich, wenn man eine Referenz hat und ich muss ja das Rad nicht ganz neu erfinden ... aber ich dachte mir erstmal "Neiiiiin, das gibts doch gar nicht!" xD


    Tja, und bei meiner jetzigen Hausarbeit hab ich meine ganze Planung soeben über Bord geworfen fange bei der Struktur wieder bei Null an. Klar, wäre besser, wenn ich überaupt mal zu allem Möglichem was herausarbeite und bei meiner Hauptquelle einfach chronologisch vorgehe - aber ich fühl mich so viel sicherer, wenn ich schon eine Konzept für's Inhaltsverzeichnis habe und dann einzelne Blöcke schon sortieren kann und einen neuen Satz direkt zuordnen kann. Ob ich die Sortierung am Ende nun beibehalte oder nicht, ist da erstmal egal, aber wenn ich gar keine Struktur hab, dann fühl ich mich so hilflos, watte durch ein Meer voller Informationen und treibe in losen Gedanken und schreib einfach gar nichts (dabei hab ich das auf die Weise bei der letzen, glaub ich - doofes Gedächtnis -, auch so gemacht). Hab ich schon erwähnt, dass ich Hausarbeiten (bzw. Schreiben generell, hab's früher mal mit Kurzgeschichten versucht und bin immer recht schnell gescheitert) hasse? xD

  8. #48
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    phaidon schreibt:
    Kultur ist immer auch Zitat.
    ...um mal mit einem Zitat über´s Zitieren zu antworten.
    Ich finde es unglaublich faszinierend, auf solche Zitate zu stoßen, ich mag zB Kunst, die andere Kunst zitiert (nicht immer). Oder die auch einfach nur Gedankengut, Weltansichten zitiert. Ach ich weiß auch nicht, wie ich mich ausdrücken soll, einfach nur faszinierend, diese ganzen kulturellen Zusammenhänge zu entdecken...

  9. #49
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Meint ihr, ich sollte meinem Betreuer vom ADS erzählen? Immerhin ist er Pädagoge, da könnte die Wahrscheinlichkeit höher liegen, dass er es richtig einordnen kann. Ich mein, mir ist das so langsam einfach peinlich...wenn ich in seiner Sprechstunde bin, beweise ich immer wieder auf´s Neue, wie unstrukturiert ich bin, ich muss wie ein verwirrter Professor wirken oder vielleicht sogar wie total durchgeknallt. Was ich da immer für zusammenhangsloses Zeug quatsche, unglaublich. Außerdem stotter ich und mache mitunter sehr lange Pausen, weil mir der rote Faden entglitten ist. Das ist mir inzwischen echt peinlich und ich will nicht, dass er denkt, ich wäre verrückt oder hätte eine total krasse psychologische Störung. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass man diese kognitiven Aussetzer auch auf eine Persönlichkeitsstörung zurückführen könnte oder was weiß ich, es könnte auf jeden Fall irgendwie "gestört" wirken.

    Wenn ich ihm von ADS erzählen würde, könnte er das vielleicht nur als kognitive Defizite einordnen und nicht als "psychisch gestört". Wenn ich ihm dann noch erzählen würde, worin meine Defizite liegen - Kurzzeitgedächtnis, roter Faden, Überblick behalten, sequentiell denken - dann müsste er doch eigtl. ein besseres Verständnis für mein seltsames Verhalten bekommen? Oder bin ich da einfach nur eitel? Ich möchte halt einen guten Eindruck bei einer Autoritätsperson machen oder zumindest keinen schlechten, ich denke, das ist legitim. Ich meine, wenn ich das Gefühl habe, er findet mich seltsam, dann blockiert mich das auch teilweise beim Schreiben, weil ich innerlich an ihn adressiere, wenn ich schreibe und nicht an ein imaginäres Publikum oder sowas.

    Ich weiß nur nicht, ob ich es nicht noch schlimmer mache, wenn ich es ihm sage. Ein weiteres Problem ist auch, dass ich mich eigentlich bei ihm "bewerben" wollte für eine kleinere Dozentenstelle als wissenschaftl. Mitarbeiter. Diese Stelle gibt es nicht ausgeschrieben, die haben eine Bekannte und ich uns ausgedacht, weil wir dachten, dieses Thema gibt es noch nicht an der Uni und es wäre toll, wenn ich als "Spezialistin" für dieses Gebiet mal ein kleines Seminar geben würde. An unserer kleinen Uni wäre so etwas selbstgebasteltes gut möglich...allerdings, wenn ich jetzt einen so verpeilten Eindruck bei ihm gemacht habe, hab ich es wohl eh vergeigt. Ich meine, ich habe ihm noch nicht von ADS erzählt, weil ich mich nicht selbst für diese selbstgebastelte Stelle disqualifizieren wollte...aber inzwischen hab ich es wahrscheinlich eh vergeigt, insofern könnte ich ihm auch vom ADS erzählen. Ich weiß aber nicht, ob das nicht bloß ne ungefragte Rechtfertigung ist. Es macht mir zumindest ein schlechtes Gefühl, schlecht vor ihm dazustehen.

    Versteht ihr das Problem? Was meint ihr?

    P.S.: Vor allen Dinge ist auch noch ein Problem, dass ich manche Dinge als selbstverständlich/gegeben betrachte, die er auf jeden Fall erwähnen würde und andere "naiv" erfrage, die ihm selbstverständlich erscheinen. Ich glaube, das kann auf der einen Seite ziemlich arrogant wirken, auf der anderen recht "dumm".
    Geändert von Chamaeleon (14.04.2015 um 18:53 Uhr)

  10. #50
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Gesammelte Werke - Erfahrungen mit der Abschlussarbeit

    Ich kann dich total verstehen. Mir ist es zum Beispiel unglaublich peinlich, dass ich die eine Hausarbeit schon so lange aufgeschoben habe. Da ich beim selben Dozenten eine zweite schreiben muss, die erste aber Vorrang hat, bin ich mit der anderen eben auch schon ein bisschen hinterher. Er gehört zwar zu den Dozenten, die sehr viel Verständnis für uns Studenten hat und ich weiß von anderen, dass ich nicht die erste bin, die bei ihm mit einer HA sehr weit hinterhinkt, aber wenn sich das häuft, wird mir das trotzdem mega unangenehm. Zumal ich nicht drum herumkommen werde noch mindestens eine innerhalb der nächsten Semestern bei ihm zu schreiben. Und wer weiß, ob ich meine HA-Probleme bis dahin einigermaßen in den Griff bekommen habe.

    Wüsste er, dass ich ADS habe und mir Hausarbeiten so schwer fallen (bzw. eben wesentlich schwerer als anderen) und mir das durchaus nicht gleichgültig ist, ich sie also nich aus bloßer Faulheit aufschiebe, sondern wirklich da mit mir kämpfe und das Ganze dann auch noch Tages/Situationsabhängig ist und ich ein paar Wochen lang überhaupt nichts hinbekomme und im nächsten Moment auf einmal relativ viel... dann müsste ich mich wenigstens in der Hinsicht nicht mehr so unter Druck setzten und hätte auch den Mut, ihn öfter Mal um Hilfe zu beten, wenn es bei irgendentwas in der Hausarbeit klemmt oder ich mir einfach nur nicht sicher bin bei der Strukturierung, Inhalten,...

    Allerdings hatte ich schon immer Probleme damit über meine "Probleme" zu reden, gerade auch wenn es um Autoritätspersonen geht. Für mich ist ADS einfach eine große Schwäche von mir und wenn ich darüber rede, dann fühl ich mich dabei irgendwie schutzlos. Und bei besagtem Dozenten ist es bei mir grad andersrum wie bei dir: Er hat voll das gute Leistungsbild von mir. Was mach ich denn, wenn er mir das mit dem ADS gar nicht glauben mag? Vllt. stört ihn das mit den aufgeschobenen HA ja gar nicht so und was hab ich am Ende dann erreicht? Ich habe meinen Schweinehund überwunden, aber weiß dafür nicht, was er nun für ein Bild von mir hat. Wo ich doch so abhängig von der Meinung anderer bin
    Je länger ich darüber nachdenke, desto eher glaube ich, dass es eigentlich nicht schlimm ist, wenn der Dozent davon weiß, aber erzählen werd ich es ihm, so wie ich mich kenne, vermutlich auch nicht xD Dazu ist der Gewinn meines Erachtens nicht groß genug, um mich meiner Angst zu stellen, so etwas wie ADS von mir preiszugeben


    Was deinen Dozenten betrifft: Wenn du dir sicher bist, dass er so einen "schlechten" Eindruck von dir hat, dann kannst du doch eigentlich nicht viel verlieren, wenn du ihm von deinem ADS erzählst. Wenn du bei dem Thema direkt auf das hier betroffene Problem der mangelnden Konzentration/Strukturierung etc. zu sprechen kommst, dann wird er ja wohl davon kein noch schlechteres Bild von dir bekommen. Im schlimmsten Fall ändert das dann kaum was, aber du hast es wenigstens versucht, das beruhigt einen ja oft auch schon. Zu deiner Bewerbung kann ich jetzt nichts sagen, aber für deine BA könnte es durchaus sein, dass es dir nach deinem "Bekenntnis" besser geht. Ich weiß natürlich nicht, wie du da tickst, ob du dann nicht automatisch auf einen anderen negativen Gedanken kommst, weil du dir am Ende aus seiner Reaktion vllt. nicht ganz erschließen kannst, ob er nun wirklich ein besseres Bild von dir hat oder durch das Wissen, warum du dich so verhälst wie du es bei ihm tust, zumindest ein anderes Bild hat und sich das positiv auf den übrigen Verlauf deiner BA wirkt, und du dieses Unwissen als Anlass nimmst, dir wieder Gedanken darüber zu machen.

    Ich selber bin da leider Schwarzmalerin, ich weiß, dass ich mir zu viele Gedanken über so etwas mache und das einfach unnötig ist und sogar schädlich, aber ich mache es trotzdem. Aber ich weiß wenigstens, dass ich mir zu viele Sorgen mache und habe dadurch insgeheim immer die Hoffnung, dass alles doch nur halb so schlimm ist wie ich mir ausmale Deswegen würde ich dir zumindest nicht abraten mit ihm darüber zu reden. Wenn es dich wirklich sooooo sehr beschäftigt und du davon überzeugt bist, dass du darunter "leidest", dann würd ich es auf jeden Fall wagen. Du kannst dich ja während des Gesprächs langsam vortasten und erstmal über die Konzentrationsprobleme reden ohne ADS direkt auszusprechen. Vielleicht ist das ja gar nicht nötig und du erreichst dabei schon etwas Positives und vermeidest gleichzeitig, dass er dann eine andere, aber trotzdem weniger gute Meinung von dir hat, weil er falsche Vorstellungen von ADS hat.

    Es ist weder eitel, dass man einen guten Eindruck bei anderen hinterlassen möchte, gerade bei Autoritätspersonen, noch ist ADS etwas, wovor man sich schämen müsste. Trotzdem sollte man immer wieder hinterfragen, ob es denn nötig ist, dass der andere einen guten/besseren Eindruck von einem hat oder man in manchen Fällen nicht zu hohe Ansprüche hat und man den Eindruck des anderen nicht als schlechter wahrnimmt, als er eigentlich ist. Das ist bei uns ADSlern eben weniger "schlechte" Eitelkeit, als vielmehr der Nebeneffekt unsrer ganzen Selbstzweifel und Verunsicherungen als Ergebniss unsrer Symptome und daraus hervorgegangenen negativen Erfahrungen. Trotzdem ist es natürlich, dass bei unserer Gesellschaft, in der so viele ein falsches, wenn nicht sogar schlechtes Bild von ADS vor Augen haben, man über das eigene ADS nicht mit allen so offen drüber redet und man überdenkt, ob man es einer gewissen Person sagen sollte oder nicht. Gleichzeitig ist ADS auch nichts, was man unbedingt erwähnt haben muss, wenn es niemandem wirklich schadet.

    Schlaf nochmal drüber und wenn es dich dann immer noch so sehr beschäftigt, sprich auf jeden Fall deine Konzentrationsprobleme an (und ruhig auch so etwas, dass es dir schwer fällt Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und dann eben manche Dinge fälschlicherweise dem Selbstverständlichen/Unklaren zuordnest). Wenn du dann merkst, dass das Gespräch in eine gute Richtung läuft, kannst du dir ja alle Sorgen vom Leib reden ohne ADS auch nur einmal erwähnt zu haben, wenn nicht, dann nach einer passenden Gelegenheit schauen.

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