@Fell

hab die gleichen Probleme.. egal ob dass eigentliche eine Sache ist, die mir Spaß macht.. in den Moment, wo ich sie machen 'muss', kann ich mich auf einmal nicht mehr dazu aufrauffen :S

Das Zuhausearbeiten ist bei mir etwas problematisch ... zuviel Ablenkung, aber auch keine Motiviation durch anwesende Kollegen, sei es mal ein nettes Gespräch, jemand für Fragen zu haben oder einfach nur, dass man gegenüber den Kollegen nicht schlecht darstehen will, dass man vor sich hinbummelt. Auch gibt es keine scharfe Trennung zwischen Beruf und Privat. Wenn Du Dein Büro verläßt, ist erstmal Arbeit für Dich beendet, wenn Du zuhause bist , dann kannst Du den ganzen Tag dran arbeiten und hast nie richtigen Feierabend, wenn Du nicht konsequent bist ...

Die Möglichkeit Zuhause zu arbeiten ist immer verführerisch .. man spart sich den Anfangsweg, kann vielleicht nebenbei noch etwas Haushalt machen, in Gammelklamotten herumlunger usw. aber für Leute, die Probleme haben, ihren Alltag zu struckturieren, kann das eine Falle sein.


Für studentische Hilfskräfte sollte es auch eine Arbeitsraum/Rechnerpool geben, ansonsten setze Dich in Rechnerraum, Biblo etc. und versuch dort Deine Aufgaben zu bearbeiten. Vielleicht findest Du ja noch eine Arbeitsgruppe, mit denen Du gemeinsam arbeiten kannst.

Das sind zumindestens die Maßnahme, die mir in solcher Situation helfen.

Medis helfen auch etwas, aber haben keine durchschlagenden Erfolg - sie helfen zwar, dass ich mich weniger schnell ablenken lassen bzw. dann bei abschweifende Gedanken schneller wieder auf das eigentliche Thema zurück komme.. Die ADS Medis wie MPH wirken in der Regel auf die primären Symptome von ADS.. sollte Dein nicht Dranbleiben können auf primären ADS -Symptomen beruhen, sollten sie Dir weiterhelfen. Sollte es an anderen Problemen liegen, dann könnte es sein, dass sie nicht soviel bringen.

Öhm, aber eigentlich ging es ja hier nicht um Medikamente...

Ich würde deshalb auch mal schauen, ob Du irgendwelche Ursachen ausmachen kannst, weshalb Du nicht dranbleiben kannst.. also da könnten neben den primär ADS-Symptomen (Ablenkbarkeit generell, aber auch dass Dir die Arbeit einfach zu langweillig ist) auch solche Sachen wie z.B. Ängste, Selbstzweifel oder Dich stört irgendwas.. dass z.B. den Professor nicht magst oder am Lehrstuhl herrscht eine komische Stimmung usw.


Dazu fällt mir noch ein, dass ein ADSler immer viele kleine Erfolgserlebnisse braucht, um dranbleiben zu können.. deshalb sind wir auch offener für Süchte bzw. suchtartigen Verhalten.. z.B. Computerspiele.. viele kleine Erfolge im kurzen Abstand und schon kann es einem ADS Spieler auf einmal wahnsinnig schwer fallen, dass Spiel zu beenden.

Eventuell könntest Du Dir auch irgendwie kleine Erfolgserlebnisse schaffen. Z.B. dass Du für eine Einheit arbeiten (das kann eine Zeitdauer sind z.B. 15min oder 1h oder Teilaufgaben sein... womit Du besser klarkommst) eine Belohnung bekommst.. z.B. ein Sternchen und wenn Du eine bestimmte Anzahl erreicht hast, dann darfst Du Dir irgendwas besonders gönnen. Oder wenn Sternchen zu wenig fassbar sind, dann könntest Du einfach Murmeln, Steine etc nehmen, die Du immer in ein Glas wirfst, wenn Du eine Einheit geschafft hast... das wäre eine Möglichkeit, wie Du Deine Erfolge anfassbar machen kannst