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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    ADHS und Zivildienst

    Hallo zusammen!

    Nun, erstmal zu mir.
    Bei mir wurde vor einigen Tagen ADHS diagnostiziert und nun verstehe ich alles, alle Probleme in meinem bisherigen Leben.
    Ich hatte im letzten Jahr meiner Ausbildung sehr große Probleme, weshalb ich die Ausbildung abbrach. (Die Abschlussprüfung habe ich ohne Arbeitsplatz abgeschlossen)

    Musterung/Stellung hatte ich schon vor 1-2 Jahren und nun, am Montag ist es soweit... ich muss den Zivildienst antreten.
    Ich weiß ja nicht, wie es sein wird und wie ich mit der Arbeit im Altenheim klar komme oder ob es Probleme geben wird.
    Es interessiert mich nur, ob es eine Möglichkeit gebe, wenn ich dem nicht gewachsen bin oder es nicht geht, den Zivildienst zu quittieren?

    Hat vielleicht jemand von euch Erfahrungen damit?

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: ADHS und Zivildienst

    Hallo Sonny,

    mir war gar nicht klar, dass es in Österreich noch einen Zivildienst gibt. Bei uns wurde er zusammen mit der Wehrpflicht leider abgeschafft.

    "Leider" schreibe ich deswegen, weil ich eine praktische Erfahrung zwischen Schule/Ausbildung und Studium/Beruf durchaus bereichernd finde. Ich habe auch in einem Altenpflegeheim gearbeitet.

    Wenn du der Aufgabe nicht gewachsen bist, kannst du sicher auf eine andere umsteigen. Ich würde aber nicht von Vorneherein von einem Scheitern ausgehen. Denn das Schöne am Zivildienst ist unter Anderem, dass du keine Kündigung wegen schlechter Leistungen befürchten musst. Du willst ja keine Karriere als Pfleger oder Altenheimleiter machen, sondern "nur" deiner Wehrpflicht genügen- da können sie dir nichts vorwerfen falls du zwei linke Hände hast.

    Andererseits sind junge Leute bei den Senioren gern gesehen, ich hatte schnell den "Enkelbonus". Manche Pflegebedürftige sind ruppig, viele sind aber sehr dankbar.

    Natürlich ecken wir ADHS-ler in solchen Arbeitsbereichen an. Hier etwas liegen gelassen, da etwas vergessen, wolltest du nicht noch..., und warum brauchst du so lange dafür? Das nervt die Kollegen/innen verständlicherweise, aber sie müssten genau genommen dankbar sein dass du überhaupt da bist, und die meisten sind es auch.

    Ich wünsche dir eine gute Zeit! Berichte bei Gelegenheit mal!

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: ADHS und Zivildienst

    Danke für deine Antwort.

    Nach zwei sehr qualvollen Tagen im Altenheim, habe ich mich heute schließlich erstmal für zwei Tage krankschreiben lassen.
    Die Belegschaft ist zum großen Teil sehr nett und hilfsbereit, allerdings habe ich sehr große Probleme mit der generellen Arbeitsweise, Autorität, Sorgfalt und Konzentration.
    Ich vergesse sehr viele Sachen, muss oft nachfragen und das stört die Leute natürlich auch.
    Leider bin ich sehr unzufrieden und komme zurzeit nicht mit dieser Situation klar.
    Auch wenn es erst zwei Arbeitstage waren, weiss ich, dass es nicht besser werden wird - ich werde mich auch nicht daran gewöhnen.

    Ich bin sehr anfällig auf solche Sachen und reagiere auch schnell mit Depressionen.
    Meine Ausbildung musste ich abbrechen, wie oben schon erwähnt, auch aus den gleichen Gründen.
    In meiner Arbeitsumgebung ist es sehr wichtig, dass ich mir Zeit und Arbeit selber einteilen muss, ansonsten stirbt innerlich etwas bei mir ab.
    Ich bin nicht in der Lage diesen hilfsbedürftigen Menschen anständig zu helfen und ich bin auch nicht in der Lage Bürotätigkeiten auszuführen.

    Die mir aufgetragenen Arbeiten ähneln einem Hilfsarbeiter und ich komme nicht damit klar, solche Arbeiten durchzuführen.
    Ich weiß, dass ich psychisch einstürzen werde, wenn ich noch länger diesen Dienst ausüben muss.
    Ehrlich muss ich auch zugeben, dass ich schon mit relativ gutem Gefühl die Arbeit begonnen habe und nach dem ersten Tag bereits wusste, dass es problematisch werden wird.
    Ich muss nun auch sagen, dass ich nach aktuellen Erkenntnissen zu keinem Zivildienst fähig bin.

    Die Frage die sich dann stellt: Ist es das Wert, nun in den 9 Monaten beim psychisches Wohlbefinden zu riskieren? (Ich habe gerade erst die Depression überwunden und kann nun endlich auch wieder über Dinge lachen)
    Aber leider macht sich gerade das gleiche Gefühl wie damals breit.
    Ich bin total unzufrieden und mir geht es nicht gut.

    Hat jemand eine Idee, was ich machen soll?
    Dienstfähigkeit durch Amtsarzt prüfen lassen? Was wird er zu ADHS, Depressionen und Medikamenteneinnahme (u.a. MPH) sagen?
    Den Dienstgeber informieren?
    Oder eine neue Stellung beantragen?
    Ich denke, mit genügend Attests/Befunden und einer Erklärung meiner Situation und dass manche psychische Schäden meinerseits irreversibel und unheilbar sind, wird er mich für dauernd Dienstunfähig einstufen? Immerhin ist ADHS, Depression und Medikamenteneinnahme ein definitiver Entlassungs- bzw. Ausmusterungsgrund.
    Dies hier ist wirklich ein Ernstfall und keine Simulation... denke, dass es dem Amtsarzt auch bewusst sein wird. Er wird leider viele Simulanten sehen, die sich vor dem Dienst drücken möchten... nicht gerade vorteilhaft für mich, da es hierbei keinesfalls eine Simulation ist.

    Anmerken möchte ich noch, dass ich in meinem gelernten Beruf mir meine Zeit in der Tat frei einteilen kann und mir meine Arbeit selbstständig aussuchen und abarbeiten kann.
    Habe mich auf einen gewissen IT-Teil spezialisiert und bin mehr oder weniger nebenbei selbstständig tätig in der Branche.
    Das schaffe ich ohne große Probleme, außer den üblichen ADHS-Problemchen eben, aber das sollte sich mit MPH-Einnahme nun bessern...

    Ich brauche euren Rat.
    Geändert von Sonny187 ( 4.03.2015 um 23:18 Uhr)

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: ADHS und Zivildienst

    Hm. Sprich doch mal mit dem Heimleiter. In einem großen Heim fallen doch alle möglichen Arbeiten an, wenn die direkte Pflege nicht dein Ding ist kannst du vielleicht auch mit Bewohnern zum Arzt fahren oder sonstige Botengänge erledigen. Oder du wechselst die Stelle, vielleicht findest du etwas im Umweltbereich oder bei einer Initiative wo du tatsächlich mehr eigenverantwortlich an einem interessanten Projekt arbeiten kannst. Ist natürlich kurzfristig schwer ranzukommen.

    Vielleicht schreibt dich der Arzt noch 3-4 Wochen krank, die du dafür verwenden kannst dich richtig auf MPH einstellen zu lassen, und du hältst es dann, eventuell mit einer leichten Modifikation deines Arbeitsbereiches, besser aus?

    Ob deine Situation Ernstfall und keine Simulation ist, muss ja nicht ich und auch niemand sonst in diesem Forum entscheiden. Ich denke nur, dass ein stukturierter Tagesablauf mit sinnvollen Aufgaben sich durchaus positiv auswirken kann- vorausgesetzt natürlich dass du dich nicht überfordert fühlst. Dazu gehört dann auch ein Bisschen gesunde Frechheit- wenn die Leute genervt sind weil du häufig nachfragen musst, ist das erstmal deren Problem.

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