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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 107

    Soll ich -soll ich nicht

    Ich bin schon seit längerer Zeit unzufrieden an meiner aktuellen Anstellung. In den letzten Wochen habe ich mich vermehrt damit auseinander gesetzt warum dies so ist. Hauptproblem ist eine Person mit der ich eng zusammen arbeiten muss. Vorgegeben wären wöchentliche Besprechungen. Jedoch ist es schwierig Termine zu vereinbaren und wenn solche stehen, wurden diese nicht eingehalten. Auch Absprachen per E-Mail funktionieren nicht. Da diese oft nicht gesehen werden oder so. Wurden Absprachen getroffen, werden diese nicht eingehalten. Oft habe ich versucht einen Babysitter für meine Kinder zu suchen, da war er krank, hatte Termin vergessen...

    Ich mag nicht mehr! Gerade heute war da wieder so eine Situation und ich hatte Angst, dass meine Nerven mit mir durchbrennen. Zum Glück war meine Schwester da. Sie hat mich beruhigt.

    Nun habe ich kurzfristig einen Termin am Donnerstag mit meinem Psychologen vereinbaren können. Dort werde ich alles besprechen können.

    Nun dies ist aber nur die eine Seite. Durch diese Unzufriedenheit hatte ich Ausschau nach einer neuen Stelle gehalten. Genau an dem Arbeitsort, wo für mich perfekt passen würde, sind 2 Stellen ausgeschrieben. Leider aber für ein viel zu grosses Pensum. So habe ich mich erkundigt, ob ich meine Unterlagen schicken könne, auch wenn ich nicht alles abdecken kann. Dem wurde zugestimmt und ich hatte mich Ende Januar beworben.

    Heute habe ich Bericht erhalten, dass sie nun ein Angebot für mich hätten, welches perfekt passt. Nächste Woche könnte ich auf Besuch kommen und ein Vorstellungsgespräch haben. Einziger Nachteil ist, dass ich mehr als jetzt arbeiten würde und ein doppelt so langer Arbeitsweg.

    Nun habe ich aber ein Problem. Ich fühle mich von der aktuelle Anstellung total ausgelaugt, dem Burnout nahe. Mir stinkts dort an die Arbeit zu gehen! Am liebsten würde ich mich krank schreiben lassen. Da ich an der öffentlichen Schule Arbeite sind Stellenwechsel auf das neue Schuljahr geplant. Somit dachte ich, dass ich am aktuellen Arbeitsort eher dass Pensum reduziere und mir damit mehr Freiraum schaffe. Bei der neuen Stelle käme zum Weg und grösserem Pensum, noch der Einsatz dazu, der man an einem neuen Ort leisten muss.

    Da ich mich so ausgebrannt fühle, kann ich wie nicht abschätzen, ob ich der neuen Herausforderung gewachsen bin. Wiederum denke ich, dass mich gerade das ausbrennt, was am neuen Arbeitsort besser wär und ich sehr vermisse. Somit wäre der Mehraufwand vielleicht ganz gut tragbar.


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  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.955

    AW: Soll ich -soll ich nicht

    Nur meine Meinung dazu, die überhaupt nicht mit deiner übereinstimmen muss oder sonst einen Anspruch auf Richtigkeit hat.

    Geh zum Vorstellungsgespräch und guck dir das in Ruhe an - unabhängig von allem, so gewinnst du einen neuen Eindruck.

    Du sagtest vorher, der Arbeitsort würde perfekt für dich passen? Ist es da? Dann ziehe es ggf. nach dem Vorstellungsgespräch in Erwägung, was erst einmal noch nicht viel heisst.

    Ich denke, wenn es dich aktuell so anstinkt, dann wirst du auch mit reduziertem Pensum dort auf Dauer nicht glücklich und diese negativen Gefühle werden eine Besserung deiner persönlichen Situation eher verhindern, denn ändern wird sich im Prinzip dort ja eher nichts. - Das ist aber nur meine Erfahrung.

    Um beides in Ruhe gegeneinander abzuwägen würde ich dir tatsächlich zu einer Krankschreibung raten, damit du erst einmal Luft holen kannst. Das ist zwar nicht die feine englische Art, aber so lange du im Trott drin bist, wirst du vielleicht eher weiter machen, weil "es eben so ist". Eine Unterbrechung könnte aber bewirken, dass du dich tatsächlich erst einmal befreit fühlst und dann wäre es mehr als höchste Zeit für die Notbremse, vor allem, wenn das Gefühl "wieder in die Tretmühle zu müssen" dann stark negativ behaftet ist aufgrund der dortigen Situation.

    Schreib dir notfalls zur Entscheidungshilfe eine Positiv-Negativ-Liste.

    Egal, wie du dich entscheidest, ich hoffe, du findest den richtigen Weg für dich und wünsche dir dafür alles Gute!

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Soll ich -soll ich nicht

    Auch ich würde Dir als ersten Ausweg eine Krankschreibung empfehlen - heute denke ich oft, dass wir dieses Mittel durchaus öfter mal einsetzen sollten, um ein wenig Abstand zu gewinnen! Klar, machst Du Dir jetzt Sorgen wegen der möglichen neuen Stelle, wenn Du ohnehin schon so ausgebrannt bist.

    Solche Vorfälle mit den nicht eingehaltenen Verabredungen kenne ich auch - besonders ätzend ist es, wenn Du Dich auch noch ins Zeug legst, damit dieses Termin-Hin und Her der Sache nicht schadet, nur um am Ende festzustellen, dass alles umsonst war. Krank werden kann jeder mal - es ist immer eine Frage der Häufung bzw. ärgerlich ist sowas nur, wenn der Gesamtkontext nicht stimmt. Dieser ganze Zirkus wird in der modernen Arbeitswelt wohl eher zunehmen und er kostet soviel Kraft, da wundert mich kein einziger Burn-Out mehr!

    Meine Erfahrung ist immer, dass ich auch gut arbeiten kann, wenn das Umfeld weitgehend stimmt. Muss ich aber zur zehnten Besprechung wegen eines Themas und weiß schon im Vorfeld, dass gleich alles wieder auf Anfang steht, dann steige ich aus und bin mir nicht sicher, ob das alles wirklich nur mein Problem ist.

    Schon deshalb nutze ich heute jede Möglichkeit zur Pause, um einfach mal selbst zur Ruhe zu kommen und da hilft eben nur der Krankenschein - der findet allgemeine Anerkennung bzw. ist regelrecht gesetzlich geschützt, also legitimiert!

    Auf diese Art habe ich auch den Ausstieg aus meinem letzten Job hingekriegt. War alles problematisch, wobei der Ausstieg letztendlich ein administratorischer Witz war. Ich bekam auch ne Sperre vom Arbeitsamt wegen ungenügender Erläuterungen zur Begründung meines Ausstiegs. Das hab ich nachgeholt und nicht schlecht gestaunt, als meine Begründung vollumfänglich anerkannt und die Sperre aufgehoben wurde.

    Wie ich das hingekriegt habe, weiß ich noch immer nicht. Aber letztendlich hat es funktioniert. Die Auszeit hat mir auch die Möglichkeit eröffnet, mich wieder ein wenig zu erholen und über das ganze Theater an dem Job zu reflektieren. Dort war es im wesentlichen genau so, wie Du es beschreibst.

    Vereinbarungen wurden nicht eingehalten, auch die Schriftform hat einfach gar nichts genützt. Ganz davon abgesehen, dass es irgendwann nicht mehr möglich ist, bei inflationären unsinnigen Besprechungsterminen, alles zu notieren bzw. zu protokollieren. Dann bleibt der Arbeitsinhalt definitiv auf der Strecke und genau das verursacht eigentlich den Frust.

    Ist einfach so, wir müssen anscheinend alles immer weiter aufblähen und immer mehr Gedöns um alles und jedes machen, um unsere Arbeitsexistenz in einer Gesellschaft mit enorm hoher versteckter Arbeitslosigkeit zu rechtfertigen - der Weg ist da auch schon lange aus dem Blickfeld geraten. Es geht nur ums Ziel: Durchhalten und beweisen, dass wir in der Arbeit versinken. Bedauerlicherweise ist dabei gerade der öffentliche Dienst ein höchst unrühmliches Beispiel und den hab ich recht gut kennen gelernt!

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Soll ich -soll ich nicht

    Besten Dank fürs verschieben des Beitrages. Irgendwie habe ich diese Unterrubrik auf dem Handy nicht gefunden.

    Herzlichen Dank für eure Beiträge! Ich habe sie mir grossem Interesse gelesen und in meine Gedanken einbezogen.

    In der Nacht von Montag auch Dienstag hat mich ein starker Durchfall flach gelegt. Erbrochen haben ich auch. Somit war klar, dass ich am nächsten Tag nicht zur Arbeit fahren kann. Worüber ich ganz froh war. Am Dienstag habe ich viel geschlafen und am Mittwoch hatte ich viel Zeit zum Überlegen. Die Kinder waren bei meiner Schwiegermutter und ich war alleine. Nun bin ich ausgeruht und das tut gut!

    Am Montag hatte ich ja mit der Person, welche so unzuverlässig ist, Kontakt betreffend Termine, welche sie verschlampt hatte. Darauf habe ich in einer Mail die Verantwortungen geklärt und dass ich mich nicht um neue Termine bemühe. Und was passiert: Die Person ist höflich und organisiert die Termine in Kürze. Super, das ist ja mal positiv und stimmt mich gerade wieder freundlich.

    Bezüglich der neuen Stelle habe ich mit meiner Familie gesprochen und wenn mir das Kollegium und die Jobsharingpartnerin sympathisch ist, wie auch klar, dass keine zusätzlichen Termine unter der Woche anfallen, sind sie bereit mich zu unterstützen. So habe ich für nächste Woche einen Termin vereinbart, um alle kennen zu lernen und ein Vorstellungsgespräch abzuhalten.
    Auch habe ich für nächsten Dienstag einen Termin mit meinem jetzigen Chef um zu besprechen, wie meine Stelle am alten Arbeitsort aussehen könnte.
    Somit läuft hier vieles. Wichtig ist, dass ich nun gut auf mich achte, wie die Gespräche verlaufen und wie ich mich dabei fühle. Anschliessend wenn ich alles nebeneinander reihen kann, kann ich hoffentlich entscheiden. Natürlich vorausgesetzt ich bekomme die neue Stelle. Hier bin ich zuversichtlich gestimmt, da der neue Chef sogar schon abgesprochen hat, dass ich ev. noch mehr reduzieren könne.

    Am Donnerstag war ich bei meinem Psychologen. Ich beschrieb ihm von meinem innerlichen Zusammenbruch und meiner Angst vor einem Burnout. Er ist selber auch ADHSler und kann damit viel Empathie entgegenbringen, was ich schätze. Der innerliche Zusammenbruch deutete er positiv, im Sinne dass er mir aufzeigt, dass ich so nicht mehr weiter machen kann und will, sich etwas verändern muss. Einen Schritt hatte ich ja gemacht, in dem ich mich abgegrenzt habe. Auch hoffe ich, dass ich einen gewissen Teil einfach stehen lassen kann und mich von der Zusammenarbeit abnable, mein Ding selber mache. Betreffend Burnout hat er mich in diesem Moment nicht als gefährdet gesehen. Ich habe ihm erklärt, dass ich gerade 3 Tage mit nichts tun verbracht habe. Somit wird es später nochmals Thema sein. Zur Krankschreibung meinte er, dass dies ein Weg sei, den man einschlagen könnte. Ich habe aber dem noch nicht zustimmen können. Ich werde mich mal noch um eine Haushalthilfe bemühen. Würde aber gegebenenfalls nicht mehr lange zuwarten, wenn es mir wieder schlecht gehen würde.

    Lege ich momentan die beiden Situationen so aus und vergleiche die Stellen, sagt meine Vernunft klar ich sollte den Wechsel machen: Vom Kollegium hat sich einiges verändert und die neue Stelle entspricht mir und meiner Haltung viel mehr. Auch würde es sich im Lebenslauf sehr gut machen, da es eine klare Kompetenzerweiterung darstellen würde. Auch würde ich wieder an einer Klasse unterrichten. Dies habe ich immer sehr gerne gemacht.
    Jedoch schmerzt mich der Gedanke an gewisse Sachen, wenn ich daran denke, dass ich dies hinter mir lassen müsste: einzelne Personen, Kinder und deren Eltern, auch eine Arbeitsgruppe die mir viel gibt und Spass macht und in der ich sein kann, wie ich bin. Und dann ich eben noch dieser Chef, auch ADHSler. Seit beginn pflegen wir, nach meinem empfinden, eine aussergewöhnliche "Beziehung". Grundsätzlich positiv, geprägt durch einen hohes, gegenseitigen Vertrauen. Er bezieht mich in viele Fragen mit ein und ich habe an ihm eine enorm wertvolle Anlaufstelle für berufliche Anliegen. Dies ist aber nicht alles und wahrscheinlich auch die negative Seite. Ich hab mir viele Gedanken gemacht, was diese "Beziehung" in mir wachrüttelt. Ich habe mich mit meiner Schwester ausgetauscht und wir haben es für uns so "geordnet", dass er in mir Seiten anspricht, welche wir von unserem Vater immer vermisst haben. Mir ist bewusst, dass ich hier Dinge vermische. Jedoch kann ich diese Gefühle ja auch nicht in den Kühlschrank stellen. Momentan triggert mich der ganze Kram extrem. Klar sehe ich im Ganzen keine Zukunft, jedoch weiss ich auch nicht, wie im mich davon lösen kann.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Soll ich -soll ich nicht

    Morgen muss ich mich entscheiden! Ich habe die Stelle zugesichert bekommen und nun habe ich 2 Jobs! Eigentlich ist es klar, dass ich die neue Stelle annehmen werde. Sie bringt so viele Vorteile und auch Entlastung im Sinne von mehr Struktur und weniger Termine. Ein wohlwollendes und tragendes System erwartet mich. Und ein super schöner Arbeitsort mit einem Garten für Pausen...

    Eigentlich ist klar, dass ich morgen zusagen werde! Aber immer kommt dieses ABER! Ich kann mich, ob wohl mir alles Negative bewusst ist, nicht vom alten Ort lösen. Der Gedanken am Dienstag meinem Chef mitzuteilen, dass ich kündige, stresst und schmerzt mich zugleich. Ich bin doch sooo doof!

    Am liebsten möchte ich ein halbes Jahr überspringen...


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  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.955

    AW: Soll ich -soll ich nicht

    Naja, das ist der "Teufel", den du bereits kennst .... und ohne es mies machen zu wollen, so wohnt zumindest bei mir da so ein kleines Männchen, was mir immer sagt, ob ich denn sicher bin, ob es beim Neuen denn wirklich so gut ist und auch bleibt. Du bist damit also nicht ganz alleine. Letztlich macht aber nur der Versuch kluch und bei dir steht doch offenbar eine Menge auf der Positivliste.

    Also bist du eher nicht doof sondern nur besonders vorsichtig und vielleicht auch ein bisschen ängstlich. Ich wünsche dir viel Mut und Kraft für deine Entscheidung und diese dann auch zu verkünden! Auf das diese Veränderung so viel positive Sachen mit sich bringt, dass du in einem halben Jahr darüber breit grinsen kannst, wie du dich jetzt "angestellt" hast.

    Alles Gute und viel Glück, weil man Glück eigentlich immer gebrauchen kann!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Soll ich -soll ich nicht

    Herzlichen Dank für deinen Zuspruch!

    Ängstlich passt sehr gut! Ich bin oft ängstlich und so ist es jetzt eigentlich auch kein Wunder, warum ich zögere. Dennoch fühle ich mich wie in einem Vakuum. Wahrscheinlich ist es dann besser, wenn alles raus...

    Auch ich wünsche dir Glück!


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