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Diskutiere im Thema Beruflich in der Sackgasse - und nun ADHS-Diagnose im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Beruflich in der Sackgasse - und nun ADHS-Diagnose

    AdeHaEss schreibt:
    JDas frage ich mich auch immer häufiger. Vor Allem, wie ich oben schon schrieb, sehe ich keinen Sinn in meiner Arbeit - außer Geld zu verdienen. Ich arbeite nur für stressige Projekte/Kunden, um, wenn etwas fertig ist noch stressigere Projekte/Kunden zu erhalten. Ich habe den (vielleicht subjektiven) Eindruck, dass die Ganze Welt, vor allem aber die Informatik-Welt, immer verrückter wird - und vor allem immer verrückter macht!
    Das scheint mir in der Medizin auch so zu sein. Geht nur noch um's Kohlescheffeln, irgendwie immer mehr Patienten noch schneller durchzuschleusen, während am Personal gespart wird.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 159

    AW: Beruflich in der Sackgasse - und nun ADHS-Diagnose

    In dem dem zuvor genannten Rat nichts zu übereilen liegt meiner Meinung nach Weisheit.

    Ein wichtiger Schritt könnte sein Dich erstmal mit ADHS generell und "Deinem" im speziellen auseinander zu setzen.
    Ich weiß nicht wie Dein Leben war und wo jetzt Deine Baustellen sind. Ich für meinen Teil konnte vieles neu bewerten, bewerte mich selbst auch neu.
    Als Programmierer bist Du sicher fit in Englisch, meine persönliche Empfehlung wäre daher: Ziehe auch (oder vorwiegend) Quellen aus den USA zu rate. Dort ist man meiner Meinung nach weiter als in Deutschland, sowohl was den Stand der Forschung als auch den Umgang in der Gesellschaft anbetrifft.
    Da gibt es übrigens auch Studien bezüglich Berufen, z.b. dass ADHSler bei gleicher Bildung/Kompetenz ein geringeres Einkommen haben, häufiger den Arbeitsplatz wechseln, in der Selbständigkeit oft erfolgreicher sind als im Angestelltenverhältnis, usw.
    Ob das 1:1 übertragbar ist auf die BRD sei dahingestellt.

    Vielleicht empfinde ich das nur subjektiv so, aber generell habe ich das Gefühl dort wird inzwischen mehr Gewichtung auf positive Aspekte im Diskurs über ADHS gelegt. Das fängt zum Teil schon bei der Erklärung was ADHS eigentlich ist an. Da wundert mich nicht warum nicht mal Menschen, die sich dafür interessieren was das eigentlich für Betroffene bedeutet, verstehen welche Dimensionen ADHS haben kann.

    Ob ADHS jetzt eine Behinderung oder eine andere Art des Seins ist, finde ich persönlich nicht wichtig. Wichtig für mich ist zu verstehen wo meine Grenzen liegen, also was ich ändern kann und was nicht. In der Pädagogik gibt es einen Spruch, der mir auch erklärt warum ich dass wissen muss: Freiheiten geben durch Grenzen setzen!

    Für mich bedeutet dass im Umgang mit meinem ADHS, vor allem durch die Neubewertung meines Werdegangs meiner Persönlichkeit, dass ich zu viel mehr in der Lage bin als ich (und auch andere) mir selber zugetraut hätte. Im Detail also besser weiß welche Strategien Erfolg haben können und wo es sich lohnt Energie zu investieren.

    Viel Spaß beim erforschen von (Deinem) ADHS und den vielen positiven Dingen die Du dadurch lernen wirst.

  3. #13
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Beruflich in der Sackgasse - und nun ADHS-Diagnose

    Hallo AdeHaEss

    eigentlich hatte ich beschlossen einen eigenen Thread aufzumachen, hab dann aber deinen hier gefunden und schließe mich einfach mal an.

    ich bin auch Projektleiterin in einer IT-Abteilung und kann deine Probleme gut nachvollziehen. Seit August 2014 bin ich krank geschrieben und vor ein paar Wochen kam jemand auf die Idee, dass meine Probleme auf ADS zurück zu führen sein könnten. Bis jetzt passt das auch alles sehr und erklärt viele meiner Probleme in meinem Leben.
    Mir wurde erklärt, dass wir ADSler Strategien entwickeln und innerlich gegen die Schwierigkeiten kämpfen und mein Kopf jetzt, nach 35 Jahren, die Waffen streckt und allles überspielte rauskommt. Ich habe im Moment wenig Glaube,dass das nochmal besser wird, bin ziemlich verzweifelt, traurig und frage mich, wie es weitergehen soll. In meinen alten Job mit seinen Anforderungen und seinem Druck zurück zu kehren kann ich mir nicht vorstellen. allein beim Gedanken daran Krieg ich Panik.
    Offen das Thema ansprechen ist nicht, weil bei uns ein immenser Leistungsdruck herrscht und wer nicht kann, wird abgestempelt und rausgeekelt.

    Selbstänigkeit ist eine nette Alternative, aber wie viele ADSler kann ich alles ein bisschen, nichts richtig und schon gar nichts gut genug, um mich selbständig zu machen. Abgesehen davon hab ich zuviel Angst vor der eigenen Courage und das allseitsbekannte Ich-bin-eh-ein-Versager-und-Krieg-es-eh-nicht-hin-Problem.

    Also bleibt die Frage: kriegt man eine Umschulung bezahlt bei ADS? Und: welche Jobs passen zu ADS bzw zu mir?(wo ich doch nix kann)

    wo wo stehen denn deine Überlegungen?

    LG Sue-An

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Beruflich in der Sackgasse - und nun ADHS-Diagnose

    Hallo Sue-An,

    vielen Dank für Deinen Beitrag!

    Na ja, das Problem offen anzusprechen ist sicherlich nicht ungefährlich. In Branchen und Firmen, in denen eine gewisse Sensibilität für solche "Probleme" vorhanden ist, ist dies sicherlich möglich - allerdings zähle ich die IT nicht dazu, denn hier herrscht häufig die "Größer - schneller - weiter"-Mentalität, in der persönliche Probleme, wie ADHS, wenig Platz haben.

    Ich persönlich arbeite gerne in der IT - rein der Materie wegen. Aber ich habe immer mehr die Nase voll! Ich frage mich immer häufiger, ob ich nur in der falschen Firma, oder sogar in der falschen Branche bin. Man gibt alles für ein Projekt, setzt sich ein, macht unmögliches möglich, macht sehr viele Überstunden, wächst über sich hinaus - und dann: Na gut, Projekt erfolgreich abgeschlossen, hier hast Du das nächste ... Klar, das ist natürlich in vielen Branchen so, aber vor einigen Jahren gab es stressigere und wieder ruhigere Zeiten; diesen Wechsel kenne ich schon lange nicht mehr.

    Nun ist natürlich die Frage, ob dieser Druck tatsächlich durch den Job kommt, oder ob er in uns selbst entsteht, z.B. dadurch, dass wir die Situation durch unsere ADHS-Brille sehen. Bei mir persönlcih ist sicherlich beides irgendwie der Fall. Ich benötige einen gewissen Druck und eine Motivation von außen, um zu arbeiten; fehlen mir diese, schwindet meine Motivation und die Arbeit wird langweilig - zudem arbeite ich nicht mehr gut - und vor allem nicht mehr gerne. Fehlentscheidungen und generelle Inkompetenz meiner Vorgesetzten bewirken das gleiche bei mir!

    Mein Problem ist einfach, dass ich ziemlich schnell innerlich aufgebe. Am liebsten setze ich mir dann selbst meine eigenen Ziele und motiviere mich dadurch, was aber nicht immer in meine berufliche Umgebung passt und dadurch problematisch wird, wel ich dann immer mehr als Einzelgänger und nicht als teamfähig erscheine ...

    Momentan ist es mir unmöglich zu verstehen, wie man Tag für Tag beruflich Dinge machen kann, nur, weil sie jemand verlangt, nicht aber, weil sie Sinn machen. Aber es wird ziemlich schwierig, wenn man sich einen Beruf vorzustellen versucht, in dem man täglich Sinn sieht und nicht auf Widerstand stößt, den man selbst nicht versteht. Ich wage zu behaupten, dass es diesen Beruf nicht gibt - selbst wenn, würde er Spaß machen?

    Du schreibst, dass Du nichts kannst - das glaube ich Dir nicht! Sonst hättest Du in Deinem Leben nie einen Job gehabt. Mir fällt es auch schwer, meine Fähigkeiten objektiv aufzuzählen. Ich denke, dass wir Informatik-ADHSLer haben zumindest die Fähigkeit schnell und zielstrebig zu lernen - wenn wir denn eine Motivation und einen Grund haben.
    Aber die Frage, die ich mir immer wieder stelle ist: Wirst Du die jetzigen Probleme in Deinem Gärtner-, Förster-, oder Baywatch-Traumjob nicht vielleicht auch haben, weil der Job sich ändert, Deine Sichtweise, Deine Denkweise und Dein ADHS sich aber nicht ändern?

    An diesem Punkt stehe ich momentan.

    Praktische Tips kann ich Dir leider gerade nicht geben. Ich habe überlegt, mir einen neuen Job in der IT zu suchen, was nicht das große Problem ist. Aber ich zögere, weil ich weiß, dass ich da nach zwei Jahren auch unglücklich bin - so, wie in den bisherigen Jobs.

    Selbständigkeit ist für mich momentan kein Thema, weil ich nicht genügend Risiko-Rücklagen habe und vor Allem, weil der Druck da genauso groß und noch größer ist, wie momentan. Da bist Du auch nicht Dein eigener Chef, sondern Deine Kunden sind Deine Chefs ... Aber wenn Du eine Idee hast, sag Bescheid, ich bin dabei! ;-)

    Aufgrund der nicht ausreichenden Risiko-Rücklagen ist auch eine Ausbildung/Umschulung usw. momentan recht schwierig bei mir - ich würde gerne rein Interessenhalber etwas anderes machen - unabhängig von der o.g. Lage.

    Du siehst, ich bin irgendwie auch nicht viel weiter, als vor einiger Zeit - aber ich beobachte und lerne - um eine Lösung zu finden; nebenbei setze ich mich mit meinem ADHS auseinander, was sicherlich meine Lage mit beeinflusst, wenn nicht sogar verursacht hat. Mal schauen ...

    Du schreibst, dass Du schon lange krank geschrieben bist. Aufgrund von ADHS?

    Halte mich doch auf dem Laufenden.

    Gruß
    Anton

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