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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 385

    Welche sozialen/medizinischen Berufe habt ihr und wie fühlt ihr euch dabei?

    Hallo ihr Lieben Chaoten

    Es wäre toll, wenn einige schreiben könnten, was sie für einen sozialen oder medizinischen Beruf erlernen/ erlernt haben. Was sie dabei als positiv und was als negativ empfinden. Was ihnen bei der Ausübung des Berufes hilft, was weniger. Wie sie ihre Berufskollegen/innen erleben und auf was es evtl. wichtig ist als Adhslerin zu achten.
    Vielleicht komme ich plötzlich noch auf einen Beruf im sozialen / medizinischen Bereich, den ich noch gar nicht kenne?!?
    Ich benötige dringenst etwas Motivationund Erfahrungsberichte.

    Mein Traum ist es, ein Beruf im sozialen/ medizinischen Bereich zu ergreifen. Ich sehe in diesem Berufsumfeld meine Stärken, ich werde gefordert und gebraucht zudem habe ich das Gefühl, dass in diesem Bereich die Abwechslung nie zu kurz kommt, was meine Seele und meinen Körper sehr befriedigt.

    Wie es nicht ungewöhnlich für eine Adhslerin ist, habe ich schon einige Misserfolge erlebt. Langsam habe ich genug. Ich wünsche mir sehr, meinen Platz in der Berufswelt zu finden, gefordert und gebraucht zu werden.

    Im August 2014 habe ich ein einjähriges Praktikum im sozialen Bereich angefangen. Ziel ist es danach Sozialpädagogik zu studieren. Leider ist es so, dass meine Praxisausbildnerinnen mich momentan in diesem Bereich nicht sehen. Meine Fach- und Methodenkompetenzen seien zwar top. An meinen Sozial- und Selbstkompetenzen müsse ich aber noch streng an mir arbeiten. Deswegen werde ich auf ihr Anraten das Praktikum im Januar beenden.

    Ich bin noch sehr unsicher ob ich danach wieder in mein erlerntes Metier: Zierpflanzengärtnerin (welches mir zwar gefällt aber mich viel weniger befriedigt als das Soziale) zurückkehren soll oder aber ob ich an meinem Berufswunsch festhalten soll und ein erneutes Praktikum im sozialen Bereich suchen sollte!

    Ich bin auch jedem dankbar, der mich versteht und mich motiviert.
    Langsam aber sicher, verliere ich die Motivation zu kämpfen.

    Ein grosses Dankeschön

    Viele Grüsse
    Chubasco

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Welche sozialen/medizinischen Berufe habt ihr und wie fühlt ihr euch dabei?

    Ich habe 5 Semester MTA Labor gemacht. Es gab unglaublich spannende Teile, wie z.B. Mikrobiologie oder Histologie. Da galt es immer etwas "zu finden", man musste teilweise kombinieren und vor allem optisch fand ich es sehr ansprechend, Zellen, Pilze, Einzeller, Viren, DNA, Tumore...... verschiedene Sekrete und Gewebe..... es war spannend. Und die Arbeit war oft ruhig, es gab kaum Kontakt zu Kollegen.
    Aber es gab auch unglaublich eintönige Bereiche, die mir das Leben zur Hölle gemacht haben. Klinische Chemie z.B. war für mich weder in der Theorie, noch in der Praxis (eigentlich nur Proben in Automaten stellen und Knöpfe drücken) spannend. Mein erstes Praktikum war an einer Uni in der Forschung, das war unglaublich gut, war ein halbes Jahr da und der Doktor dort hätte mich nach Ende der Ausbildung genommen, die anderen Praktika waren in KH im Labor. Dort bin ich leider oft durch Vergessen von Aufgaben, Unordentlichkeit und Unkonzentriertheit aufgefallen. Der Kontakt und das ganze Rumgerenne/Hektik von den Kollegen hat mich auch wahnsinnig gemacht. Da ich zwar gute Noten, aber auch viele krankheitsbedingte Fehltage hatte (Depressionen) habe ich es abgebrochen. In der Histologie/Forschung könnte ich mich noch heute sehen. Ich bereue es zu tiefst, glaube aber ich würde es nur halbtags schaffen und nur in einem kleinen Labor oder in der Forschung in einer kleinen Arbeitstruppe.

    Als Arzthelferin habe ich es nur 1 1/2 Jahre ausgehalten. Das war danach die Ausbildung. In der Berufsschule war es für mich alles Stoff den ich schon kannte, und in der Praxis war mir der Trubel zu viel. Telefon, Akten, Patienten, Sprechzimmer, Chef............ alles gleichzeitig....... habe 2x die Praxis gewechselt, bin aber jedes mal sang u klanglos mit Überforderung untergegangen. Wusste zum Schluss nicht mal mehr wie man die Kaffeemaschine bedient.


    Naja...... alles nicht so positiv, aber ich hoffe es gibt hier noch Beispiele die dich weiter ermuntern. Wenn du es konstitutionell aushältst, dann bleib dran! Viel Erfolg!

  3. #3
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Welche sozialen/medizinischen Berufe habt ihr und wie fühlt ihr euch dabei?

    Ich habe zuerst Pflegefachfrau DN1 gelernt und ein paar Jahre später dann noch die HF gemacht. Seither arbeite ich in einem Pflegezentrum. Der Beruf fordert mich sehr, er gibt mir aber auch viel. Ich arbeite mit alten Menschen, die unter sehr unterschiedlichen Krankheiten leiden. Ich muss mich deshalb immer wieder auf neue Situationen einstellen. Ich weiss nie, was mich erwartet, wenn mein Arbeitstag beginnt. Das finde ich spannend. Ich muss mich auf die unterschiedlichsten Menschen, deren Anliegen, Wünsche, Hoffnungen und Ängste einlassen. Ich trage oft auch viel Verantwortung, weil ich auf einer kleinen Station arbeite und deshalb oft alleine für die Bewohner da bin. Morgens arbeiten wir aber auch zu zweit. Dies ist vor allem in Notfallsituationen auch eine Belastung, weil dann oft alle Entscheidungen an mir hängen bleiben
    Mir gefällt der Beruf sehr, weil ich da meine kommunikativen Fähigkeiten, meine Sensibilität, mein Einfühlungsvermögen und meine (zugegebenermassen leider eingeübten) Fähigkeiten zur Konfliktlösung ausleben kann. Sogar eine Impulsstörung hat da ihre guten Seiten

    Zudem ist es ein Beruf mit sehr vielen unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern von Chirurgie über Medizin, Psychiatrie, Rehabilitation, Spitex bis hin zu Beratungsstellen oder Langzeitpflege.
    Man kann sich auch in den unterschiedlichsten Bereichen fort- und weiterbilden, so ist für meine Neugier und Wissbegierde immer genügend "Stoff" vorhanden.
    Es ist ein Beruf mit Zukunft. Pflegebedürftige Menschen wird es immer geben, Pflegefachleute werden immer gebraucht.

    Schade ist nur, dass überall gespart wird und wir deshalb immer mehr administrative Arbeiten wie Dokumentationen erledigen müssen. Das heisst, wir haben immer weniger Zeit für die Bewohner selber.

    Für mich ist es wichtig, dass ich bei der Arbeit ein verständnisvolles wertschätzendes Team um mich habe. Nicht falsch verstehen, die allermeisten meiner Arbeitskollegen wissen nichts von meiner Diagnose und das soll auch so bleiben. Trotzdem ist es für mich wichtig, dass Konflikte ruhig, sachlich und direkt angesprochen werden. Konstruktive Kritik und ab und zu ein Lob oder ein Danke tut auch gut.
    Ich arbeite 80%, so habe ich mehr Zeit für mich und für Ausgleich wie Chor, Sport, Freunde treffen, Familie, etc.

    Ist das dein erstes Praktikum im Sozialen Bereich, oder hast du schon mehrere gemacht?
    Es kann durchaus sein, dass du an deiner Sozial- und Selbstkompetenz noch arbeiten musst. Es ist bei uns ADHSlern ja durchaus nicht ungewöhnlich, dass wir da Mühe haben, besonders wenn man wie ich so etwas "tolles" wie eine Impulsstörung hat
    Meiner Erfahrung nach kommt es aber auch sehr darauf an, in welchem Team man arbeitet, wie der Umgang unter den Arbeitskollegen ist und wie gut man mit der Praktikumsbegleitung auskommt. Es kann sein, dass du an einem anderen Arbeitsort weniger Probleme damit hast.

    Ich wünsche dir ganz viel Durchhaltevermögen, lass dich nicht unterkriegen.
    Geändert von Trübeli (22.11.2014 um 00:39 Uhr)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Welche sozialen/medizinischen Berufe habt ihr und wie fühlt ihr euch dabei?

    Ich bin Heilerziehungpflegerin (Arbeit mit Beeinträchtigten Menschen).


    Ich bin gerad etwas planlos. Falls du konkrete Fragen dazu hast werd ich sie dir beantworten, aber das drauf los schreiben fällt mir gerad schwer.

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Welche sozialen/medizinischen Berufe habt ihr und wie fühlt ihr euch dabei?

    Arbeite in der Pflege. Das schlimmste sind die unregelmäßigen Arbeitszeiten. Damit komme ich überhaupt nicht klar. Hab mir früher nie Gedanken darüber gemacht wie wichtig ein regelmäßiger Tagesablauf ist. Solltest du dich für einen sozialen Beruf entscheiden solltest du diesen Punkt nicht außer Acht lassen.

    LG

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