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Diskutiere im Thema Gibt es hier noch mehr Psychologen? :) im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 119

    Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    Hey Leute,
    ich bin momentan im Endspurt bei meinen Master in klinischer Psychologie und wollte mal von euch wissen ob es hier auch ADSler als Psychologen gibt und wenn ja wie diese so mit dem Job klar kommen und wo sie arbeiten Ich bin momentan in einer psychatrischen Klinik und mach da mein Pflichtpraktikum, es macht sehr viel Spass und das Umfeld ist genau das was ich suche aber manchmal frage ich mich dann auch: Ich habe ja selbst eine psychische Störung und will auf der anderen Seite ja psychisch kranken helfen, fühlt sich immer komisch an. Mit MPH ist das alles zwar ziemlich locker und mittlerweile darf ich auch Teile von Gruppentherapien übernehmen was vom Feedback soweit auch ganz gut läuft aber ohne Medikation wär das wohl sehr anstrengend. Wie sieht das bei euch aus und wie war euer Studium bzw. weiterer Velauf?

    Ich freue mich über eure Antworten

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    Ich bin zwar kein Psychologe, aber ich habe als unerkannter mutmasslicher Asperger-Autist in einer Einrichtung für und mit Geistigbehinderten "aller Ausprägungsgrade, auch mehrfachbehinderte mit psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungeng" (Arbeitszeugnis) meinen Zivildienst gemacht.
    Warum sollten AD(H)Sler nicht Gesprächstherapien führen können? Das grössere Problem liegt meineserachtens doch dann vor, wenn man sich selbst seiner Stärken und Schwächen und womit die zusammenhängen nicht bewusst ist!

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    Ich würde auch denken, wenn du dir deiner Stärken und Schwächen bewusst bist, kannst gerade durch deine Erfahrungen mit deiner "Krankheit" auch die andere Seite aus einer anderen vielleicht erweiterten Sichtweise wahrnehmen und deine eigenen Erfahrungen möglichst mit einem gewissen beruflichen Abstand positiv mit einbringen - solange du deine Erfahrungen nicht als einzige Wahrheit verkündest.

    Vermutlich wirst du damit aber auch immer wieder mal gegen den Strom schwimmen und in einem Team auch hin und wieder mal anecken. Allerdings würde ich meinen, dass du auch gerade deshalb eine gute Bereicherung sein kannst. Denn (um nur ein Beispiel von vielen zu nennen) im Grenzen erkennen können solltest du - wenn du selbst so weit bist - besonders sensibel reagieren können.

    Ich selbst würde mich bei jemanden, der wirklich weiss, wovon er redet und dazu den beruflichen Hintergrund hat, vermutlich wesentlich besser aufgehoben fühlen, als bei jemanden, der die Erfahrungen nur aus 2. oder 3. Hand hat und dem man ggf. einfach fast alles erklären muss.

    Allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass die Abgrenzung zum Beruf und den Patienten für einen AD(H)Sler u. U. schwierig sein kann und damit eine gewisse Gefahr verbunden ist - auch für die eigene Gesundheit. Ich selbst weiss zwar, dass man dies durch Erfahrung auch lernen kann, aber dieser Weg durchaus "unangenehmer" und schwieriger ist. Evtl. wäre - wenn du es dir vorstellen kannst und es für nötig hälst - dazu eine begleitende Behandlung deinerseits möglich. Ich denke ein Stichpunkt wäre dabei auch Achtsamkeit sich selbst gegenüber.

    Aber das alles ist nur meine bescheidene Meinung und beruht auf keiner fachlichen Meinung (Insofern wirklich nur diese gefragt ist, vergiss das obige einfach schnell wieder. ), sondern nur auf meinen Erfahrungen und Kenntnissen. Es erhebt weder den Anspruch auf Richtigkeit noch auf allgemeingültige Wahrheit.

    Zu deinem Endspurt wünsche dir übrigens alles Gute und viel Erfolg!

  4. #4
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    Adrenalin schreibt:
    Ich habe ja selbst eine psychische Störung und will auf der anderen Seite ja psychisch kranken helfen, fühlt sich immer komisch an.
    Och, allgemein können Gehörlose ja auch mit Gehörlosen arbeiten, und Menschen mit Tourette mit Menschen mit Tourette etc etc

    was ich aber viel wichtiger finde:
    Du hast keine psychische Störung, du hast eine neurobiologische Störung!!!

    Die neurobiologische Komponente ist m.E. dringend zu verstehen, um durch die Brille des Psychologen die einzelnen Aspekte sowohl getrennt (wie es denn gerade geht) als auch in ihrer Vernetzung wahrnehmen und behandeln zu können.

    Liebe Grüße,
    habit

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    Hi, ich bin keine Psychologe,
    stehe aber als Mensch und Mutter und am Alltag und Leben teilnehmender Mensch auch immer wieder vor der Definitionsfrage.

    Danke @habitbreaker, man muss dies für sich aber oft und auch im Gespräch immer wieder definieren und sich selbst erklären , bis diese Tatsache im Verstand als Bewusstsein und viel wichtiger, als Selbstbewusstsein für wahr genommen wird.

    Grad heute erst erlebt.
    Ich bin zwar emotional und psychisch manchmal reaktiver als der Durchschnitt der Menschen,
    aufgrund der Gegebenheiten in meiner Gehirnchemie,
    krank würde ich es aber nicht nennen wollen.

    Ich ertappe mich aber leider oft noch auf den alten Gedankenwegen,
    die irgendwo zwischen biochemisch gestört entwickelter Persönlichkeit und psychisch eingeschränktem Charakter liegen und
    muss mich regelrecht zwingen,
    das ganze in dem positiverem Licht von
    neurochemischer Andersartigkeit mit lern- und beeinflussungsfähigem Ich zu sehen,
    und mich als Mensch mit Herz und Verstand nicht zu vergessen.

    Darum:
    Solange du dich dir selbst erklären kannst musst du das keinem andern gegenüber tun, oder?

    Wie Chaosqueenie auch sagte: das du Erfahrungen mit "anders" denken, empfinden, fühlen sicher schon gemacht hast,
    kann ein Vorteil sein.

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    ChaosQueeny schreibt:
    Allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass die Abgrenzung zum Beruf und den Patienten für einen AD(H)Sler u. U. schwierig sein kann und damit eine gewisse Gefahr verbunden ist - auch für die eigene Gesundheit. Ich selbst weiss zwar, dass man dies durch Erfahrung auch lernen kann, aber dieser Weg durchaus "unangenehmer" und schwieriger ist.
    Bin kein Psychologe, habe aber auch mit Patienten zu tun. Mir fiel die Abgrenzung nie schwer. Muss also nicht sein, dass das ein Problem wird. Also da mal nicht so viel Gedanken machen.

  7. #7
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    @Adrenalin
    Finde da Deine Frage interessant. Ich habe im Nebenfach Psychologie studiert und mein Interesse dafür ist sogar stärker als das für mein Hauptfach... nur wußte ich nicht, was ich mit Psychologie anfangen sollte - als Therapeutin gab ich mir keine Chance. Aber der Hauptgrund war für mich, dass ich wußte, dass mein Interesse für Psychologie hauptsächlich durch meine Probleme begründet war... und ich dachte mir, wenn die dann gelöst sind, verliere ich das Interesse an Psychologie...


    Ich denke mir, dass ADS da keine Einschränkung darstellt, da es eben auf Deine persönliche Fähigkeiten ankommt. Es gibt sicherlich ein paar Fallen für ADSler, aber über diese kannst Du hier in Forum lesen und Dich darauf einstellen... aber wie gesagt, da es mehr auf Deine persönliche Fähigkeiten und Stärken ankommt, muss das nicht bei Dir auftreten.. denn hier im Forum werden nur die Schreiben, die Probleme haben und die keine Probleme haben, werden vermutlich erst garnicht den Weg ins Forum finden...

    Aber dass Du eventuell als "Kranker" (in Anführungszeichen.. ist ja schließlich keine Krankheit) anderen Kranken hilfst, ist kein Problem.

    Es gibt ja das Sprichwort "..das ist wie ein Blinder, der einem anderen Blinden über die Strasse hilft" .. Aber dieses über die Strasse helfen kann ja auch beinhalten, dass der eine Blinde den anderen Blinden zeigt, wo die Ampel mit Blindenknopf ist .. oder eine Brücke oder Unterführung zeigen, dass er nicht über die Fahrbahn laufen muss..

    Also gerade ADS kann einen andern Sichtwinkel bringen bzw. kannst Du die Probleme anhand eigener Erfahrung nachvollziehen kannst .. das sollte eigentlich ein Vorteil sein

  8. #8


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    Ich kann mich den anderen nur anschliessen. Ich bin zwar auch keine Psychologin, arbeite aber auf anderer Ebene mit ADHS-Betroffenen.

    Die Abgrenzung finde ich aber auch sehr wichtig. Und sich selber immer wieder hinterfragen, habe ich genügend Distanz zu diesem Patienten.

    Hilfreich ist dabei sicher eine regelmässige Supervision.

    Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass viele Betroffene sich bei Fachpersonen die selber betroffen sind sehr gut aufgehoben fühlen.
    Sie müssen weniger erklären (wie ChaosQuenee schon geschrieben hat)

    LG Pucki

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    Hallo Adrenalin,
    schön mal einen Gleichgesinnten gefunden zu haben. Also ich studiere auch Psychologie. Ich bin zwar noch im ersten Semester , möchte aber später auch in den klinischen Bereich gehen.
    Meine größten Schwierigkeiten sind momentan das schlechte Zeitmanagement (während ich dies schreibe, müsste ich eigentlich schon im Bett liegen ) und die mangelnde Konzentration.
    Weshalb ich in den nächsten Wochen, die medikamentöse Behandlung wieder aufnehmen werde. (Meine Diagnose habe ich schon seit einem Jahr)
    Wie hast du den Anfang des Studiums erlebt? Hattest du ähnliche Probleme?

    Nun jedenfalls freut es mich, dass du es soweit geschafft hast. Das gibt mir Hoffnung und Zuversicht, dass meine Träume und Ziele, trotz ADHS, eben doch erreichbar sind.

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 119

    AW: Gibt es hier noch mehr Psychologen? :)

    @murly: yeah, endlich auch einer der Psychologie studiert! Ja ich hatte am Anfang vom Studium auch heftige Probleme mit dem Zeitmanagement aber irgendwie habe ich mich immer durchgewurschtelt, auch wenn ich zum Großteil prokrastiniert habe Gegen Ende vom Bachelor wurde dann beim ADS diagnostiziert und ich habe MPH zur Verfügung bekommen was mir das Leben bis heute um Welten erleichtert hat und gerade bei der Bachelorthesis war ich da sehr dankbar für. Ich denke gerade mit der richtigen medikamentösen Einstellung kann man nahezu identisch wie ein Normalo leben, von daher lass dich nicht von deinen Träumen abbringen, der eine hat Diabetes und braucht Insulin, der andere hat eine neurobiologische Funktionsstörung und braucht MPH. Ich wünsch dir auf jeden Fall sehr viel Erfolg für dein Studium!

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