Seite 3 von 6 Erste 123456 Letzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 59

Diskutiere im Thema Studium ohne Medikamente im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 94

    AW: Studium ohne Medikamente

    Joa mich belastet dieses Thema momentan .......deshalb schreibe ich hier jetzt auch etwas und sorry wenn ich etwas vom Thema abschweife.

    Also ich habe mein Erstes Studium nach dem 2 Semester abgebrochen und meine Schwierigkeiten waren 1 In den Vorlesungen zuzuhören und 2 mich nachdem ich zuhause war aufzuraffen. Wobei das die ersten ~4-6 Wochen noch ging aber dann habe ich immer schlechtere Laune bekommen usw.

    Jetzt Studiere ich etwas neues und bin mittlerweile wieder im 2 Semester, nur dieses mal eben mit Medikamenten und nun habe ich einen 1er Durchschnitt.
    Ich muss sagen, ich würde es am liebsten ohne Medikamente versuchen aber ich bin mir unsicher ob ich dann nicht durch ein paar Prüfungen falle bzw. das Studium in den Sand setze.

    Neulich hat ein Kommilitone von mir gemeint das ich sehr Fleißig und Fokussiert bin ...............in Folge dessen fühlte ich mich schuldig und wie ein Betrüger .......denn meinen Fokus habe ich vermutlich von den Medikamenten.

    Würde ich es überhaupt ohne Medikamente schaffen ? wenn nicht , ist mein Erfolg nicht einfach nur den Medikamenten geschuldet ?
    Und dann ist da noch die Tatsache, dass es mich sehr traurig macht wenn man mir nur noch gute Eigenschaften nachsagt,welch eigentlich von den Medikamenten stammen.

    Also schätzt mich im Grunde niemand für meine wahren Eingenschaften.........und wenn ich jetzt erzähle, dass ich Medikamente aufgrund von ADHS nehme .........dann wird man mich garantiert als Betrüger ansehen.

    MFG

  2. #22
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Studium ohne Medikamente

    Medikamente machen dich nicht fleißig und fokusiert (ich schätze mal, mit fokusiert meinte der Kommilitone eher was im Sinne von "du weißt was du willst und bleibst dran", nicht so sehr deine Fähigkeit dich zu konzentrieren.)

    Wenn du einfach nur faul wärst, würdest du das auch mit Medikamenten noch sein, denn das ist lediglich eine Willens-frage. Es ist was anderes ob man sich wirklich aufraffen will aber es eben nicht kann, oder ob man einfach keinen Bock hat. Ich würde es eher so sehen, dass die Medikamente dir ermöglichen, deinen Fleiß und deine Fokusierung zu realisieren.

  3. #23
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 94

    AW: Studium ohne Medikamente

    Danke das muntert mich etwas auf.

  4. #24
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Studium ohne Medikamente

    Hallo alle miteinander.
    Also, ich habe meine Diagnose mit 12 bekommen und habe dann bis zu meinem Abitur Medikamente genommen (Concerta 58mg, die letzten Jahre).
    2011 begann ich mein Studium (Geologie). Am Anfang, besonders im ersten Semester war ich mit Feuereifer dabei und habe mich sehr auf die Vorlesungen und die Themen, die dort behandelt wurden gefreut. Als ich in der ersten Vorlesung saß, war meine Konzentration nach den ersten 10 Minuten verschwunden. Ich beobachtete die Menschen, die dort mit mir saßen und unterhielt mich mit neu kennengelernten Leuten. Auch die Tafeln, die an der Wand hangen, fand ich ausgesprochen interessant - aber es war unmöglich für mich, mich auf den Stoff zu konzentrieren, der in der Vorlesung an sich behandelt wurde.
    Da es mir in anderen Vorlesungen und Übungen ähnlich ging, wurde die Prüfungsvorbereitung für mich ein Marathon von Informationen, die ich mir aneignen musste. Ich versuchte Zuhause an meinem Schreibtisch zu lernen, aber auch dort fand ich viele andere Sachen, die ich noch machen musste, oder machen konnte und hatte so wenig Kopf frei für die wesentlichen Dinge.


    Das zog sich im Grunde genommen durch das gesamte Studium. Vor knapp 1,5 Jahren habe ich eine Therapie begonnen (auch aufgrund anderer psychischer Probleme), aber mein Therapeut hat mir davon abgeraten ADHS-bezogene Medikamente zu nehmen, da er der Meinung ist, dass es wichtig ist zu lernen, dass man sein Leben auch ohne Medikamente meistert.
    Ich bin mittlerweile im 8. Semester und habe immernoch Probleme mich wirklich gut zu konzentrieren, aber ich versuche es ohne Medikamente zu schaffen. Denn ich bin der Meinung, wenn ich jetzt anfange Medikamente zu nehmen, dann werde ich mich daran gewöhnen damit zu leben.


    Ich werde auch noch 2-3 Semester brauchen, aber ich weiß dann, wenn ich es geschafft habe, dass ich es aus eigener Kraft gemeistert habe.


    Ich wünsche allen, die ihr Studium ohne Medikamente schaffen, viel viel Erfolg und vorallem viel Geduld. Denn die braucht man - ich brauche wesentlich länger für die Dinge, zum Beispiel zum lernen, aber ich weiß, dass ich das schaffen kann.

  5. #25
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Studium ohne Medikamente

    Also ich hab die Hälfte des Studium ohne Medikamente hinter mir. Aber ich frage mich immer wieder, ob es nicht sinnvoller wäre, zwischendrinn wieder welche zu nehmen.
    Der Grund, der bisher für mich dagegen spricht, ist dass ich es bisher auch ohne geschafft habe und durch keine einzige Prüfung gefallen bin. Gut, Vierer sind jetzt nicht so toll, aber ich hab auch meine Eins-Komma-Noten, also ist das auch kein Weltuntergang und auch wenn ich der Meinung bin, dass bei meinen besseren Noten mehr Glück als Verstand ne Rolle gespielt hat, komm ich auf einen akzeptablen Schnitt. Außerdem, wenn ich es jetzt nicht ohne Medikamente schaffe, dann werde ich in jedem neuen Lebensabschnitt wieder Medikamente "brauchen". Ich muss einfach lernen, mich an die Rahmenbedingungen anzupassen.

    Aber: All mein Fleiß, Motivation und Wissbegierde geht durch den ständigen Frust mangelnder Konzentration verloren. Und ich erinner mich eben noch an Zeiten, als das noch nich so schlimm war. Ich könnte also "anders sein", aber es klappt irgendwie nicht. Und ich habe durchaus schonmal eine Zeit lang Medikamente genommen und es hat geholfen und ich konnte sie auch relativ schnell wieder absetzen. D.h. ich könnte sie ja einfach immer bei Bedarf nehmen, solange bis ich mich an die neue Situatuin gewöhnt habe. Wenn ich jetzt nochmal anfangen würde, könnte ich dann womöglich die zentralen Abschlussprüfungen ohne schaffen. Mit guter Note (muss ja auch gar keine 1 sein), ohne Depressionen wegen all dem Frust und vllt. sogar mit viel Elan, weil ich meine Fächer eigentlich liebe.

    Gleichzeitig schreckt mich die Suche nach der richtigen Dosis und dem richtigen Medikament ab. Was mir damals half, muss mir nicht unbedingt heute noch helfen. Mein Körper ist da sehr launisch. Und die ganzen Nebenwirkungen nicht zu vergessen - dafür bin ich auch ein großer Magnet.

    Irgendwie bin ich da hin und hergerissen. Aber das Studium geht weiter, mit oder ohne Medikamente

  6. #26
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Studium ohne Medikamente

    PuppetMaster schreibt:
    Neulich hat ein Kommilitone von mir gemeint das ich sehr Fleißig und Fokussiert bin ...............in Folge dessen fühlte ich mich schuldig und wie ein Betrüger .......denn meinen Fokus habe ich vermutlich von den Medikamenten.

    Würde ich es überhaupt ohne Medikamente schaffen ? wenn nicht , ist mein Erfolg nicht einfach nur den Medikamenten geschuldet ?
    Und dann ist da noch die Tatsache, dass es mich sehr traurig macht wenn man mir nur noch gute Eigenschaften nachsagt,welch eigentlich von den Medikamenten stammen.

    Also schätzt mich im Grunde niemand für meine wahren Eingenschaften.........und wenn ich jetzt erzähle, dass ich Medikamente aufgrund von ADHS nehme .........dann wird man mich garantiert als Betrüger ansehen.

    MFG
    Hör mal, Puppetmaster, du hast doch ADHS, aber bist nicht ADHS.

    Die guten Eigenschaften sind deine, nicht die der Medikamente. Die ADHS hat dich bisher gehindert, die guten Eigenschaften auch anzuwenden. Andere Leute (also die meisten jedenfalls) haben keine ADHS, haben also ganz ohne Medikamente mindestens dieselben Voraussetzungen wie du mit Medikamenten.

    Oder sind das alles Betrüger, weil sie keine ADHS haben?

    Bin ich Betrüger, weil ich eine Brille trage?

    und wenn ich jetzt erzähle, dass ich Medikamente aufgrund von ADHS nehme .........dann wird man mich garantiert als Betrüger ansehen.
    Mal abgesehen davon, dass es mehrere Gründe gibt, das nicht herumzuerzählen:

    Nein, man würde dich nicht als Betrüger ansehen. Vermutlich würde man eher noch loben, dass du dies und das trotz ADHS gut schaffst.

    Als Betrüger würde man höchstens die ansehen, die sich mit irgendwelchen Mitteln "dopen", ohne ADHS zu haben. (Funktioniert gar nicht, das wird von den Medien hochgespielt, aber das ist ein anderes Thema.)

  7. #27
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Studium ohne Medikamente

    Ich habe jetzt den Thread nicht komplett gelesen.

    Was mich bewegt, - ich bin nicht nur selbst betroffen, sondern auch Angehörige -

    hat schon mal jemand überlegt, wie anstrengend das Leben mit einem ADHS-Betroffenen
    ist, dem Medikamente helfen, er sie aber aus verschiedenen Gründen nicht nehmen will?

  8. #28
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Studium ohne Medikamente

    Mein erstes Studium habe ich größtenteils ohne Medikamente absolviert, habe dann irgendwann während der Diplomarbeit Medikamente bekommen, die aber, wie sich später herausstellte, nicht wirklich halfen. Habe dann Medikamente gewechselt und nur meine Abschlussprüfung unter der richtigen Medikation gemacht. Insofern war es eigentlich ein Studium ohne Medikation (Abschluss 2,0).

    In diesem ersten Studium hatte ich keine oder kaum Probleme mit der Konzentration in Vorlesungen, weil die mich fast ausnahmslos interessiert haben und ich mir innerhalb kürzester Zeit angewöhnt hatte, mitzuschreiben. Ich bin bloß 2-3 mal pro Vorlesung/Seminar auf Klo gerannt aus lauter Unruhe und Langeweile, aber das war auch das einzige Anzeichen von ADS.

    Ich habe nicht immer alles mitbekommen, aber wenn Prüfungen anstanden, konnte ich aus den Readern nachlernen, was ich ebenfalls mit System gemacht habe (unterstreichen, zusammenfassen, wiederholen). Ich denke, diese Lernsysteme habe ich teilweise aus der Schule noch mitgebracht, was mich die meisten Semester wahrscheinlich vor dem Schlimmsten bewahrt hat. Nach und nach wurde das Studieren allerdings immer schwieriger und zwar, weil sich immer mehr Probleme anhäuften, die durch meine Unfähigkeit zu organisieren auftraten. Und so fühlt sich auch heute noch mein Leben an: Wie eine Knäuel Wolle, was sich immer mehr verstrickt hat...ungeordnet und unentwirrbar.
    Während meines Studiums stellte sich immer mehr heraus, dass ich nicht organisieren konnte, mein Leben war ein einziges Chaos. Die eigentlichen Lerninhalte waren NIE das Problem, so wie sie es schon in der Schule nicht waren, aber die äußeren Voraussetzungen, um in Ruhe lernen zu können, brachen mir fast das Genick. Ich bin so oft an Formalien gescheitert, dass ich irgendwann fast eine Bürokratie-Phobie entwickelte.

    Eigentlich realisierte ich erst so wirklich, dass etwas nicht stimmte, als ich meine Diplomarbeit anfing. Ich mein, ich hatte schon vorher Probleme aller Art, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, Aufmerksamkeitsprobleme zu haben, weil ich mich eigtl. ganz besonders gut konzentrieren kann - wenn es mich denn interessiert. Naja, zumindest bin ich dann zur studentischen Beratung gegangen, weil das mit der Diplomarbeit nicht so klappte. Was ich da erlebt habe, ist der Gipfel der Inkompetenz, wirklich. Ich kam zu denen und wollte Hilfe mit der Strukturierung und was macht diese inkompetente Frau? Lässt mich nicht in die Diplomarbeitsgruppe, weil ich meinen "Wochenplan" (wo ich aufschreiben sollte, was ich wann in der Woche so mache) nicht zum ausgemachten Termin mitbringe...super gemacht. Sie meinte, wenn ich DAS schon nicht hinkriege, dann krieg ich auch die Anforderungen in der Gruppe nicht hin und dass da wohl "tiefere Probleme" sind, die ich erstmal lösen solle. Wenn man irgendwann im Nachhinein rauskriegt, dass man ADS hat, dann erscheint einem die Vorgehensweise dieser Dame in der Tat kontraproduktiv. Ich hätte direkte und pragmatische Hilfe gebraucht. Ich habe Probleme mit der Strukturierung und sie lässt mich nicht in die Gruppe, in der es um Strukturierung geht...Es kam mir tatsächlich wie eine Bestrafung vor, dass sie mich da nicht reingelassen hat - für vergessene Hausaufgaben.

    Naja, ich schweife ab.
    Letztendlich und mit unglaublich viel Mühe und Anstrengung hab ich es dann hinbekommen, meine Diplomarbeit fertig zu schreiben, das zog sich über mehrere Jahre. So eine Arbeit würde ich nie wieder ohne Medikamente schreiben, dafür ist sie einfach zu umfangreich und ich zu schlecht im strukturieren. Ich habe regelmäßig den Überblick über die verschiedenen Unterthemen verloren.

    Nun habe ich - nach diesem Alptraum der Abschlussarbeit - trotzdem noch ein zweites Studium angefangen, dieses mal ein Bachelorstudium. An die Abschlussarbeit dachte ich bei Beginn noch gar nicht (klar, fehlender Überblick wieder), es war einfach mein Traumstudium. Mit den Vorlesungen/Seminaren hatte ich auch wieder keine Probleme und auch die Hausarbeiten waren relativ problemlos zu bewältigen. Die passende Medikation bekam ich erst recht am Ende des Studiums (das Ende meines ersten Studiums und das Ende meines zweiten Studiums liegen nicht weit auseinander, weil sich beide Studien zeitlich überschnitten, ich war teilweise doppelt eingeschrieben) und schreibe nun meine Bachelorarbeit mit Hilfe dieser Medikamente. Ich bin sehr froh darüber, sie zu haben, weil ich es ohne sie dieses Mal wohl nicht schaffen würde, weil ich dieses Mal Zeitdruck habe. Sie helfen mir, meinen Hintern hochzubekommen, regelmäßig zu arbeiten, diszipliniert zu bleiben und zumindest den groben Überblick zu bewahren. Sie helfen mir auch, dass mein Leben - als Rahmenbedingung für die BA - nicht komplett im Chaos versinkt. Am hilfreichsten ist, dass ich Antrieb habe und dass ich mich am Riemen reißen kann.


    Ich würde auch dieses zweite Studium ohne Medikation abschließen können, wenn ich die nötigen finanziellen Mittel hätte, um mir noch mehr Semester leisten zu können, aber die habe ich nicht.

    Insgesamt würde ich sagen, dass es ohne Medikation geht, aber man einen sehr viel höheren Preis dafür bezahlt. Mehr aufgeriebene Nerven, mehr depressive Phasen, mehr Ängste...und letztendlich hab ich durch das Studium schon auch sehr zwanghafte Züge entwickelt, als Kompensation. Das ist die Rechnung dafür und es ist auch ok, aber ich weiß nicht, ob ich das so nochmal mitmachen würde, wenn ich schon von Anfang an Medikamente bekommen hätte können, ich denke nicht. Was ich dadurch gelernt habe, ohne Medikamente durchgekommen zu sein? Dass das Leben scheiße-anstrengend ist und ich mehr als andere kämpfen muss. Auf diese Lektion hätte ich auch gerne verzichten können, aber sie war wohl notwendig. Auch ich hatte in der Schule die Erfahrung gemacht, nicht viel tun zu müssen...durch´s Studium lernte ich dann irgendwann, dass ich was tun muss - aber auch, dass ich was erreichen kann, durch Anstrengung. Sonst hätte ich wohl nie gelernt, mich anzustrengen, sondern nur alles genommen, was mir sowieso zuflöge. Aber so kann ich mir meine Ziele selber setzen. Nur: die Erreichung meiner Ziele sehe ich im Moment nur mit Hilfe von Medikamenten. Ich habe das Gefühl, dass die Gefahr eines Burn-Outs ohne Medikamente einfach größer ist. Aber die ist bei meinen relativ hohen Ansprüchen an mich eh gegeben.

  9. #29
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Studium ohne Medikamente

    Gretchen schreibt:
    Ich habe jetzt den Thread nicht komplett gelesen.

    Was mich bewegt, - ich bin nicht nur selbst betroffen, sondern auch Angehörige -

    hat schon mal jemand überlegt, wie anstrengend das Leben mit einem ADHS-Betroffenen
    ist, dem Medikamente helfen, er sie aber aus verschiedenen Gründen nicht nehmen will?
    Ich bin in einer ADS-Familie aufgewachsen, also ja, es kann ganz schön belastend sein. Ich selbst - behaupte ich mal, hat auch noch keiner was dagegen gesagt - bin hauptsächlich für mich selbst anstrengend, weniger für mein Umfeld ^^ Aber find ich gut, dass du das mal ansprichst - es gibt bestimmt einige, die diesen Aspekt nicht berücksichtigen, auch wenn sie sich vllt. mit anderen Menschen schwer tun und andersrum. Dabei muss eine Medikation ja nicht das Lebenlang stattfinden und es geht auch nicht ausschließlich darum, dass man Medikamente nimmt, nur damit andere es mit einem leichter haben. Man hat es dabei ja dann gleichzeitig selber mit den anderen leichter und mit sich selbst.


    Chamaeleon schreibt:

    Insgesamt würde ich sagen, dass es ohne Medikation geht, aber man einen sehr viel höheren Preis dafür bezahlt. Mehr aufgeriebene Nerven, mehr depressive Phasen, mehr Ängste...und letztendlich hab ich durch das Studium schon auch sehr zwanghafte Züge entwickelt, als Kompensation. Das ist die Rechnung dafür und es ist auch ok, aber ich weiß nicht, ob ich das so nochmal mitmachen würde, wenn ich schon von Anfang an Medikamente bekommen hätte können, ich denke nicht. Was ich dadurch gelernt habe, ohne Medikamente durchgekommen zu sein? Dass das Leben scheiße-anstrengend ist und ich mehr als andere kämpfen muss.
    Das ist es eben, was ich mich frage: Lohnt sich das Gefühl, frei/unabhängig von Medikamenten zu sein, wenn man so viel Negatives dadurch erlebt und ständig nur am kämpfen ist? Was bringt mir der Gedanke, dass ich alles auch irgendwie ohne Medikamente schaffen kann, wenn ich dafür ständig mit schlechter Laune durchs Leben geh und die Freude am Studium und den Berufswünschen den Bach runter geht?

    Ich denke, ich werde demnächst mal mit meiner Psychotherapeutin drüber reden

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Studium ohne Medikamente

    Ich hab heute meinen ersten Studientag unter Ritalin hinter mir.
    Es war die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Ich war wesentlich aufmerksamer, konnte an einem Stück dran bleiben, mitdenken ohne dass mir noch etliche Dinge im Kopf umherschwirren, komplizierteres vollständig lesen können und es auch nachvollziehen ohne dass ich einen knoten ins Gehirn bekomme und den dann Zeit intensiv lösen muss.

    Kurz um: Ich spare drastisch viel Zeit, Nerven und Frutration

    Ich wünsche jedem Erfolg im Studium, egal ob mit oder ohne Ritalin. Ihr könnte es schaffen, auch wenn ihr kämpfen müsst

Seite 3 von 6 Erste 123456 Letzte

Ähnliche Themen

  1. NaWi-Studium: Lernkampf & Jammerei (gefühlt kurz vor dem Ende ohne Diagnose)
    Von amamuscaria im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 29.08.2014, 23:44
  2. Ohne Medikamente
    Von Sally im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 8.02.2014, 22:39
  3. Therapie ohne Medikamente???
    Von Gangnam im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 25.07.2013, 19:41
  4. Leben ohne Medikamente
    Von Tigerlilli im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 34
    Letzter Beitrag: 24.11.2012, 11:53

Stichworte

Thema: Studium ohne Medikamente im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum