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Diskutiere im Thema Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Ich glaube es gibt einfach so wenige Firmen/ keine weil es wenige ADHSler gibt, die diese Stärken auch vereinen. zum einen Teil sind oft Beispiele genannt, die eine gewisse Intelligenz und auch Bildung vorraussetzen, oder ein besonderes Talent in Sport oder Kunst, was schonmal nicht auffällig vermehrt bei uns vorkommt, und zum anderen sind einige Argumente einfach schlicht weg nicht richtig. DasAdhsler besonders durchsetzungsfähig und willensstark sind, stimmt nicht, teils wird das sogar besonders bei hypoaktiven eher ausgeschlossen, es wird oft beschrieben, das diese sich eben genau nicht durchsetzen können.


    Auch ist der Hyperfokus oft überschätzt, denn er ist ja eben nicht kontrollierbar. Und ob ein ADHSler so besonders erfolgreich als Arzt ist...... Tja...... die, die von uns Ärzte als ADHSler hatten oder haben können sicher ein Liedchen von den ( teils auch gefährlichen) Schattenseiten singen.....


    Wenige Autisten haben einfach diese unglaublichen Inselbegabungen, die sonst kein/ ganz wenige Gesunde haben..... Das macht sie trotz ihrer Sonderbedingungen teils unentbehrlich, ADHSler haben das eben nicht. Sie sind durch viele andere Gesunde mit gleichem Intellekt und dem gleichen brennenden Interesse für den jeweiligen Bereich, einfach ersetzbar.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Darum geht es nicht bei den Firmen, die gezielt nach Aspergern suchen.
    Das hab ich beim ersten Mal schon verstanden.

    Worum es mir geht, ist, dass jemand nicht bevorzugt werden darf durch dieses Gesetz. Dementsprechend dürfte auc ein Asperger nciht bevorzugt werden. Siehe die Aussage mit den gefährlichen Stellenausschreibungen die falsch formuliert ein heiden Geld kosten würden.
    Gleichstellung usw.

    Weswegen Firmen trotzdem bevorzugt Asperger einstellen können, wäre meiner Ansicht nach, lediglich der Schwerbehindertenausweis , konnte ich das jetzt deutlich machen?

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Geralt schreibt:
    Wenn es solche Institutionen (noch) nicht gibt, dann liegt es wohl daran, dass die Gesellschaft zu wenig um die Stärken von ADHS weiss.
    (Was ich schade finde)
    Mit diesem Thema beschäftige ich mich (mental) schon seit Jahren.

    Es macht keinen Sinn, drauf zu warten, daß die Gesellschaft so etwas macht. Damit begibt man sich in die passive Rolle und wartet darauf, daß Weihnachten und Ostern an Pfingsten stattfinden.

    Ich bin der Meinung, daß wir nicht darauf warten sollten, bis irgendwo mal ein paar wenige Stellen für ADSler geschaffen werden.
    Da hilft nur: Nicht drauf warten, sondern selber machen!
    Aber: nicht alleine!

    Die Quote der Selbständigen ist bei ADSlern wahrscheinlich einiges höher als bei Nichtbetroffenen (ich war auch überwiegend selbständig). Aber auch die Zahl der Insolvenzen dürfte bei ADSlern deutlich höher sein.

    Wenn ich noch arbeiten könnte, hätte ich inzwischen sicher meine ADS-Firma gegründet. Ich habe an anderen Stellen schon öfter darüber geschrieben.

    Vielleicht wäre es hilfreich, wenn es eine Gruppierung gäbe, die sich mit dem Thema genauer befaßt und ein Konzept für solch eine Firma ausarbeitet. Ein früherer Ansatz dazu von mir ist leider im Sande verlaufen, weil ich damals noch nicht stabil genug war. Aber ich bleibe dran und werde das Thema von einer anderen Richtung nochmal angehen.

    Das Problem mit den diskriminierenden Stellenausschreibungen kann man umgehen, wenn sich die Firma aus einer schon bestehenden ADS-Gruppierung heraus gründet.

    Tiefseele

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Rina Oka schreibt:
    Ich denke, das wirds einfach aus diesen Grund nicht geben, weil es sich beim Autismus im Vergleich zu ADS eher um ein feste Störungsbild handelt. D.h. die Probleme und Stärken liegen da im gleichen Bereich - ...
    Ich fürchte, das ist ein Trugschluss.
    Das autistische Spektrum ist nicht weniger komplex als das der ADS, sowohl in Hinsicht auf die Ausprägung (beides sind Spektren), als auch die Unterschiedlichkeit der Symptome.

    Der Eindruck mag angesichts der Medienberichte über die "Asperger-Firmen" entstehen, ist aber gewaltg falsch.

    Nicht jeder ASS-Betroffene hat eine "Inselbegabung" oder besser ausgedrückt: ein Spezialinteresse (großer Unterschied) und wenn, sind die keineswegs alle gleich oder auch nur ähnlich.

    Was sich die Firmen da rauspicken sind auch nur jene, die genau in den von ihnen benötigten Bereichen Spezialinteressen haben, und das zudem in einem Ausmaß und einer Ausprägung, die ihnen auch gewinnbringend erscheint und dabei aber die Ausprägung der sonstigen Symptome sich noch soweit in Grenzen hält, dass sie ansonsten auch im Betriebsumfeld mit der entsprechenden Unterstützung klarkommen.

    Rina Oka schreibt:
    wenn ein Unternehmen eine Arbeitsplatz Asperger freundlich gestaltet, dann bekommt es dafür dann auch sicher eine gewisse Leistung geliefert. Natürlich mit gewissen Individuellen Schwankungen und nur Asperger allein wird auch nicht aus ausreichen, um diese Jobs machen zu können, sondern es muß weiterhin Fähigkeiten in diesen Bereich vorhanden sein.

    Das sieht aber bei ADS ganz anderes aus - die Probleme und Stärken können bei jedem ADSler komplett anders aussehen,
    Wie gesagt, das ist ein Trugschluss, da tun sich beide Störungen nichts ...

    Rina Oka schreibt:
    bei optimalen Bedingungen schaffen ADSler vielleicht trotzdem nur durchschnittliche Leistung - im normalen Rahmen zu bleiben. Bzw. anders forumliert - unter optimalen Bedingungen können sie erst ihre wahren Fähigkeiten und Fertigkeiten zeigen - die unter weniger optimalen Bedingungen durch andere Probleme ausgebremst,verdeckt bis hin komplett gehemmt werden können.

    .. überhaupt fällt mir dazu ein, dass ja die ADS-diagnose eigentlich daran gebunden ist, dass man irgendwo Probleme haben muss.. So dass ein ADSler, der sein optimales Umfeld gefunden hat, demnach auf einmal kein ADS haben würde.. (gut.. aber das ist glaube auch noch ein genereller Schwachpunkt in der Diagnostik bzw. betrachtungsweise... dass es Störungen gibt, womit Einschränkungen haben kann aber nicht haben muss)
    Bei optimalen Bedingungen können auch ADS'ler zu Höchstleistungen auflaufen und es gibt genug Beispiele, in denen das so ist.

    Es ist auch nicht so, dass ein ADS-Betroffener in seinem optimalen Umfeld keine ADS mehr haben würde ... das ist unlogisch.
    Vielmehr ist es so, dass in dem Umfeld, in dem sie sich dann befinden, die Beeinträchtigungen entweder nicht ins Gewicht fallen oder sie von außen funktional kompensiert werden.

    Wenn ein Farbenblinder in einer Umgebung tätig ist, in der Farben keine Rolle spielen, hat er dennoch diese Störung, sie stört dort aber nicht und wirkt sich nicht aus.
    In einem Farbengeschäft, als Modedesigner oder als Maler, als Elektroniker und und und, gäbe es da wohl gewaltige Probleme und seine Störung würde sich sehr deutlich auswirken.

    Wenn ich einen zeitblinden Menschen, und zu dieser Kategorie gehören ADS-Betroffene, an einen Arbeitplatz setze, in dem Zeit eine wichtige Rolle spielt .. er z.B. ständig Termine im Auge behalten und seine Zeit ständig genau einteilen und vorausplanen muss, dann kann das nur in die Hose gehen.
    Wenn ich allerdings die ganze Zeitplanung extern erledigen lasse, von einer Sekretärin z.B. oder einem Koordinator etc. dann kann er sich auf seine Aufgabe konzentrieren und seine Schwäche fällt nicht ins Gewicht.


    ---------------------


    Geralt schreibt:
    ich habe hier zwei Texte aus HR-Today gefunden, die gegen die "schlechten" Vorurteile von ADHS informieren

    Einerseits ein Beitrag ( von 2009) , wo die Stärken/Schwächen aufgezeigt werden:
    http://www.ads-beratung.ch/gesundheit.pdf

    Als zweites ein neuer Beitrag (2014), wo es um das Umfeld geht, wo ein ADHSler "aufblühen" kann.
    https://www.hrtoday.ch/article/erfolgreich-im-b-ro-mit-adhs
    Ich bin bei diesen beiden Texten ziemlich hin- und hergerissen ....
    Allein schon wenn die mal wieder ankommen und irgendwelche Promis hochhalten, die ja nur so erfolgreich sind, weil sie ADS haben.
    Das ist, mit Verlaub, falsch, Quatsch und Mumpitz ...

    Vor allem wenn sie mal wieder Einstein hochhalten, wie es die Asperger auch gern tun...
    Man muss kein ADS-Betroffener sein, nur um der typische "zerstreute Professor" zu sein.
    Viele der genannten mögen Symptome einer ADS aufgezeigt haben, aber ein Vollbild?
    Wer sich mal näher mit Mozart und seiner Biographie befasst, außerhalb des Kinofilmes und eines Songs über ihn ...., der wird feststellen, dass er wohl kaum die typischen Merkmale eines ADS-Betroffenen hatte.
    Es gibt da genug Material über seine Kindheit und Jugend, vieles auch aus den häufigen Briefwechseln zwischen ihm und seinem Vater und etliche mehr, die eher darlegen, dass er wohl eher keine ADS gehabt hat.

    Diese ewig wiederkehrende Aussage, dass all die genannten Persönlichkeiten so erfolgreich waren, weil sie ADS-Betroffen sind ... das ist totaler Unsinn.
    Sie sind es trotz der ADS.
    Vielmehr sollte man sich die Frage stellen, warum das so ist.

    Aber ansonsten finde ich in den beiden Artikeln auch durchaus gute Informationen und Ansätze und abgesehen von der Promihochhalterei sind sie in einigen Teilen wirklich lesenswert.


    Geralt schreibt:
    Es geht mir mit diesem Thema hier nicht darum, dass man Menschen nur deswegen einstellen sollte, weil sie ADHS haben.
    Eher darum, ob es Personalvermittler gibt, die sich auf ADHS Menschen spezialisiert haben (so wie das der Fall bei AS ist)
    Die ins Besondere die Stärken von ADHS "verkaufen" können.
    Das ist auch genau der richtige Ansatz
    Wer sich mit ADS-Betroffenen beschäftigt, sollte erkennen, wo deren Stärken liegen und wo die Beeinträchtigungen sind und wo und in welchem Umfeld man diese gut einsetzen und die Probleme kompensieren kann oder sie nicht ins Gewicht fallen.

    Wenn mir ein Berater, dem ich noch kurz zuvor sowohl von der ADS, als auch den anderen Problemen berichtet habe, eine Stelle als ... ich glaub es war Buchhalter oder sowas ... vorschlägt ... obwohl ich ihm Minuten zuvor erzählt habe, dass neben der ADS-Bedingten, sehr ausgeprägten Neigung zu Flüchtigkeitsfehlern, auch eine Dyskalulie besteht, dann kann ich mir nur an den Kopf fassen ....
    (keine erfundene Geschichte, ist mir so tatsächlich passiert ....)

    Die Kunst ist, sich zu fragen, wie denn die erfolgreichen ADS-Betroffenen das überhaupt geschafft haben?
    Was ist anders?

    In vielen, sogar in sehr vielen, wenn nicht sogar allen Fällen wird man feststellen, dass dann sehr viel von Außen kompensiert wird.

    Jemand hat unglaublich viele Ideen, aber er kann sie nicht umsetzen, planen, realisieren.
    Aber das kann vielleicht jemand anders.
    Also fungiert der eine sozusagen als Ideengeber und das Team um ihn herum realisiert das Ganze dann und kompensiert damit seine Schwäche.
    Eine tolle Win-Win-Situation.
    Jemand ist ein guter Manager, aber die gesamte Terminplanung übernimmt sein Sekretariat.

    Seine Assistenten erledigen und organisieren das alles und er kann sich voll und ganz auf das konzentrieren, was er kann.

    Moderatoren, Comedians etc., sind auf der Bühne grandios, aber das funktioniert nur, weil das Management sich um alles andere kümmert.

    Das alles sind Beispiele, die zeigen, dass ein ADS-Betroffener trotz seiner Störung auch (sehr) erfolgreich sein kann.
    Aber statt die Fahne für ADS als "Gae" hochzuhalten, macht es mehr Sinn genau danach zu schauen:
    Stärken und Schwächen analysieren, Voraussetzungen definieren, unter denen die Schwächen entweder kompensiert werden oder nicht ins Gewicht fallen, und dann die richtige Nische finden.

    Ich fürchte nur, dass es entschieden zu wenig Personen gibt, die das können ... und dass das System einfach für sowas keinen Platz und kein Busget freigeben will ...
    In der genormten und durchstruktierten Vermittlungsmaschinerie ist dafür, für solche "geringen Einzelfälle" kein Platz ... wie in sehr vielen anderen Bereichen auch, ...

    Geralt schreibt:
    Auch bei den AS-Menschen gibt es unterschiedliche "Ausprägungen" ( Wenn du einen Asperger kennst, dann kennst du genau einen Asperger)
    Auch wenn viele it-afin sind, so gibt es sehr viele die mit der IT nichts anfangen können. Und alles ASler das Etikett "IT-Spezialist" anzuhängen finde ich falsch

    Davon wird auch im Buch " Die vielen Farben des Autismus" berichtet. Wo ADHS und AS an jeweils verschiedenen Enden des gleichen Spektrums liegen.
    Ich denke ( merke) auch, dass sich ein Arbeitsumfeld für einen ADHSler nicht zu sehr von dem für einen ASler unterscheidet.
    Beide haben primär die Probleme mit der Reizfilterschwäche ( => Ablenkung)
    Voll unterschreib!!!
    Da fällt mir wieder mal ein Zitat von Barkley ein, der mal meinte (sinngemäß):
    "Zu glauben ADHS bestünde in erster Linie aus Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsproblemen, der glaubt auch, dass Autismus bedeutet, alle Betroffenen klatschen ständig mit den Händen uns sprechen komisch" ...

    Geralt schreibt:
    Wenn es solche Institutionen (noch) nicht gibt, dann liegt es wohl daran, dass die Gesellschaft zu wenig um die Stärken von ADHS weiss.
    (Was ich schade finde)
    Oder es wird von solchen Institutionen zu wenig berichtet.
    Ich denke die ASler haben heute einfach die bessere "Werbung"

    Was meint ihr ?
    Das ist schwer zu sagen...
    Zunächst mal sollte man sich genau überlegen, ob man von "Stärken der ADHS" redet.
    Denn es gibt keine Studien, in denen sich das belegen ließe.

    Wenn, muss man immer die Stärken der Betroffenen betrachten, nur sind die sehr individuell und damit nicht plakativ auf alle Betroffenen anwendbar, was es schwer macht, sie nach außen zu tragen.
    Autist mit Inselbegabung ist da ein schöneres Schlagwort ... aber genauso falsch ...

    Ich weiß nicht, mit welchen konkreten Stärken man "werben" könnte ....
    Auf jeden Fall aber wäre es sinnvoll, überhaupt eine bessere Aufklärungsarbeit zu leisten, was die Störung als solche und die Möglichkeiten im Berufsleben betrifft.

    Und man wird Zahlen nennen müssen ....
    Letztlich gilt eines:
    "Money talks"
    Wenn man z.B auch mal darlegen kann, wie viele "Verluste" es bringt, sich nicht um die berufliche Förderung zu kümmern (und das kann man, es gibt Zahlen dazu), dann könnten viele schon hellhörig werden.

    Aber so wie auch im autistischen Spektrum von all diesen Aktionen nur ein kleiner Teil der Betroffenen tatsächlich wenige einen Vorteil haben, wird das auch bei ADHS der Fall sein, ... leider.
    Bei Autismus scheint es nur anders zu sein, weil die Medienpräsens das so aussehen lässt ...
    Aber wenn man genau hinschaut, sind es auch nur ein paar Hundert Betroffene, mehr nicht, ... es sind nur immer wieder sie selben Firmen, die gezeigt und genannt werden.
    Geändert von Fliegerlein (29.10.2014 um 14:00 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur, Begriff ergänzt

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    ayapap22 schreibt:
    Das hab ich beim ersten Mal schon verstanden.

    Worum es mir geht, ist, dass jemand nicht bevorzugt werden darf durch dieses Gesetz. Dementsprechend dürfte auc ein Asperger nciht bevorzugt werden. Siehe die Aussage mit den gefährlichen Stellenausschreibungen die falsch formuliert ein heiden Geld kosten würden.
    Gleichstellung usw.

    Weswegen Firmen trotzdem bevorzugt Asperger einstellen können, wäre meiner Ansicht nach, lediglich der Schwerbehindertenausweis , konnte ich das jetzt deutlich machen?
    Das konntest Du auch schon vorher .

    Aber die Frage ist, inwiefern da tatsächlich ein Asperger auf eine diskriminierende Weise bevorzugt wird?

    Wenn die Polizei nur Menschen einstellt, die größer als 1,65 ist, ist das diskriminierend?

    Oder wenn für eine Stelle volles Farbsehen verlangt wird?

    Oder wenn bestimmte fachliche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, genauso wie körperliche?

    Hier werden bestimmte Fähigkeiten gefordert.
    Es mag allerdings gut sein, dass es so ist wie Du sagst, dass die Formulierung auf de eher unglücklichen Seite gewählt wurde ...
    Andererseits:
    Wenn ich speziell für diese Menschen ein Umfeld schaffe, dann kann ich auch nur die suchen und einstellen, denn ein Nicht-Asperger würde da schon wieder das Umfeld negativ beeinflussen ...

    Aber im Grunde stimme ich Dir zu ... das ist schon ein bisschen haarig

  6. #16
    Rettich

    Gast

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Das Firmen gezielt nach Menschen mit ADHS suchen werden, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. In erster Linie geht es ja den Firmen darum, für ein definiertes Aufgabengebiet den fähigsten Mitarbeiter einzustellen. Das heißt, dass sind die Primärbedingungen, die abgedeckt sein müssen. Als Erweiterung dann noch einzufügen: "AD(H)S wäre von Vorteil" kann ich mir nicht vorstellen aus diversen Gründen.

    Der berühmte Hyperfokus kann zwar zu erstaunlichen Leistungen befähigen, er ist aber selbst von den Betroffenen nicht willentlich steuerbar und jederzeit abrufbar. Was ist, wenn das Interesse erlischt? Was ist einer Firma dann wichtiger? Jemand, der kontinuierlich eine Leistung erbringen kann oder jemand, der ab und zu zu Spitzenleistungen in der Lage ist aber vielleicht im entscheidenden Moment den totalen Hänger hat.

    Feuerwehreinsätze werden hier auch gerne genannt. Ich war in einem Job, der analog dieses Vergleiches genau das vorausgesetzt hatte. Was ist aber mit der Zeit dazwischen. Wenn nämlich nichts zu tun und Däumchen drehen angesagt war?
    Das war stinkend langweilig und mich auf irgend etwas anderes fokussieren, um die Zeit sinnvoll auszufüllen bewirkte auf der einen Seite, dass ich mich auf nichts einlassen konnte, weil ich ja jederzeit daraus rausgerissen werden konnte und mir diese Vorstellung gar nicht gefiel--> also fangen wir es gar nicht erst an, und andererseits, wenn ich mich dann doch aufgerafft hatte, zu dem Effekt, dass ich dann einen starken Widerwillen verspürte, dass zu machen, wofür ich eigentlich bezahlt wurde.
    Ich kann nämlich hyperfokusmässig nur eine Sache richtig gut handhaben. Alles andere drumrum liegt dann erst mal brach.

    Man sollte auch mal daran denken, dass Firmen auch gerne solche Sachen in die Presse geben (wie das mit den Aspergern), um sich im Gespräch zuhalten und um ihr Image aufzupolieren.

    Ich habe nun beide Artikel durchgelesen. Mir erschließt sich weder, warum oft "AD(H)Sler in den Chefetagen der Unternehmer zu finden sind", noch was sie dazu befähigt. Dieses ständige "name dropping" wie Bill Gates und all die anderen bringt ja dem gemeinen Feld- Wald- und WiesenADHSler nichts. Da kommt ja dann noch die Hochbegabung dazu und eine ganz gehörige Portion Glück. Hätte Bill Gates damals nicht sein MS-DOS an IBM verkauft, (wobei strittig ist, in wie weit er es selber entwickelt hatte), wäre er vermutlich heute nur eine Randnotiz wert.
    Und auch bei den Prominenten stelle ich mir die Frage, ob manche nicht ADHS vorschieben, um Sympathiepunkte zu erwerben.

    Selbständigkeit ist meiner Meinung nach ein guter Weg aber nicht in jedem Beruf machbar. Und selbst dann würde sich ein AD(H)Sperr vermutlich auch die Frage stellen, wen er denn nun eher einstellen soll. Jemanden, der im Grunde genommen völlig unberechenbar ist, was Motivation, Pünktlichkeit, Zeitmanagement, Zuverlässigkeit, emotionale Stabilität angeht oder jemanden, der stumpf und ohne viel nachzufragen die Sachen erledigt, die man ihm oder ihr aufträgt?

  7. #17
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Rettich schreibt:
    Und selbst dann würde sich ein AD(H)Sperr vermutlich auch die Frage stellen, wen er denn nun eher einstellen soll. Jemanden, der im Grunde genommen völlig unberechenbar ist, was Motivation, Pünktlichkeit, Zeitmanagement, Zuverlässigkeit, emotionale Stabilität angeht oder jemanden, der stumpf und ohne viel nachzufragen die Sachen erledigt, die man ihm oder ihr aufträgt?
    Klingt jetzt hart, aber ich würde nicht freiwillig mit einem ADHSler zusammenarbeiten. Warum?

    Weil ich selbst einer bin.

    Ich brauche jemanden, der mein Chaos ausgleicht. Ich brauche jemanden, der genau den Kram gut macht, der bei mir in die Hose geht: Papierkram, organisiert sein, Sachen "einfach durchziehen", die ihm aufgetragen werden. Und da muss ich mich drauf verlassen können. Ohne großartige Kontrolle. Ich kann organisieren - aber im Sinne von delegieren.

    Ich kann niemanden an meiner Seite gebrauchen, den ich beim Ausführen der Arbeit organisieren soll, weil ich das selbst nicht bzw. nur unter großer Anstrengung kann.

    Vielleicht gibt es deshalb auch erfolgreiche Führungskräfte mit ADHS - hat man es bis oben geschafft (vermutlich Kombination aus Anstrengung, Glück, günstige Umstände etc), trifft genau das ein: man hat Leute, die einem diesen ganzen Krampf abnehmen. Ich bin jetzt nirgendwo Chefin, aber ich merke diesen Unterschied ganz genau: Studium - der letzte Krampf, irgendwie nix auf die Reihe gekriegt, totale Anstrengung. Im Job fiel einiges (nicht alles) davon weg. Strukturen, die organisieren, Assistenten, die ein Auge auf viele Dinge haben, gewisser Papierkram, den das zentrale Sekretariat macht etc. - himmelweiter Unterschied!!

    ---
    (was ist das eigentlich? der ADHSler? bzw. was ist da typisch? Ich geh mal von dem aus, was hier oft geschrieben wird, Organisationskram etc)

  8. #18
    wali_karimya

    Gast

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Hallo. Nur so als Beispiel. Ich habe einige Vorteile, die f eine Firma interessant sein könnten:
    ich bin fröhlich, freundlich und achte darauf, dass alle (Reinigung, Kollegen Chefs....) von mir gleichermaßen wertgeschätzt werden. Ich lege Wert auf einen positiven, teamorientierten "gemeinsam schaffen wir was Neues" - Umgang miteinander.
    Ich bin dafür, dass jeder in der Firma motiviert werden sollte, Verbesserungen anzuregen (Hierachiedenken aushebeln).
    Dann bin ich lustig hibbelig und bringe in jeden verstaubten Tag Pepp und Pfiff hinein. Ich rege Plaudereien an und initiiere, dass Kontakte geschlossen werden, aber auch zu fließen beginnen. D.h. ich bin wohl sehr kommunikativ.
    Ich bin unglaublich begeisterungsfähig u trage dies aus vollster Überzeugung nach außen.
    Öhhhhh,...manchmal fallen.mir sehr kreative Ideen ein (zu50%sinds aber total unrealistische, über das Ziel hinausschießende, oder sogar blöde)..


    Soooo, ob das einer Firma jetzt soviel bringt, weiß ich natürlich nicht. Ich bin halt einfach so.

    Ich brauche in meinem Leben/oder damit ich eine Arbeit schaffe, einen Vertrauten,

    der mir hilft, Dinge rasch und konsequent zu recherchieren oder zu erledigen (ein Zweiter bedeutet f mich automatisch Motivation.., aber es muss ein Vertrauter sein).

    der mir hilft, durchzuhalten (letztes Drittel ist immer katastrophal mit meinem Durchhaltevermögen)

    der mich automatisch an Kleinigkeiten erinnert (Hast du das schon gemacht.....)

    der spontan auch mal bei ein bisschen Unfug dabei ist (mein kindliches Ich will das so... grins)

    der den Überblick über Finanzen u Steuerkram hat

    der mir hilft, leidige Pflichten "durchzudrücken".

    So...ein bissl was kann ich anbieten, aber meine Forderungen sind wohl leider übertiiieben und unrealistisch hoch... traurigdreinschau....
    aber ich hab sicher noch andere positive Eigenschaften, die jeder Firma/ jedem Team von Vorteil sein könnten(!!)

    Gruß, W.

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    wali_karimya schreibt:
    Hallo. Nur so als Beispiel. Ich habe einige Vorteile, die f eine Firma interessant sein könnten:
    ich bin fröhlich, freundlich und achte darauf, dass alle (Reinigung, Kollegen Chefs....) von mir gleichermaßen wertgeschätzt werden. Ich lege Wert auf einen positiven, teamorientierten "gemeinsam schaffen wir was Neues" - Umgang miteinander.
    Ich bin dafür, dass jeder in der Firma motiviert werden sollte, Verbesserungen anzuregen (Hierachiedenken aushebeln).
    Dann bin ich lustig hibbelig und bringe in jeden verstaubten Tag Pepp und Pfiff hinein. Ich rege Plaudereien an und initiiere, dass Kontakte geschlossen werden, aber auch zu fließen beginnen. D.h. ich bin wohl sehr kommunikativ.
    Ich bin unglaublich begeisterungsfähig u trage dies aus vollster Überzeugung nach außen.
    Öhhhhh,...manchmal fallen.mir sehr kreative Ideen ein (zu50%sinds aber total unrealistische, über das Ziel hinausschießende, oder sogar blöde)..


    Soooo, ob das einer Firma jetzt soviel bringt, weiß ich natürlich nicht. Ich bin halt einfach so.
    Ob Firmen genau das suchen oder nicht, weiß ich nicht.

    Ich bin aber der Meinung, dass das genau gar nichts mit ADHS zu tun hat bzw. es sind keine Eigenschaften, die ausschließlich jemand mit ADHS besitzt. Das könnte auch jemand ohne ADHS von sich behaupten.

  10. #20
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 268

    AW: Gibt es Firmen / Institutionen die gezielt nach ADHS Mitarbeitern suchen ?

    Oft schon habe ich gelesen, dass es auch Vorteile haben soll, ADHS zu haben. Es soll wohl irgendeine Studie geben, wonach Menschen mit ADHS im Durchschnitt kreativer seien als Nichtbetroffene. Diese Studie kenne ich nicht und kann daher nicht beurteilen, ob überhaupt bzw. falls ja wie aussagekräftig diese ist.

    Helga Simchen z.B. schreibt einiges über Stärken die mit ADHS zusammenhängen sollen - irgendwas mit divergentem Denken. Russel Barkley z.B. sieht das so weit ich weiß ganz anders und ist der Ansicht, dass ADHS als solches keine Stärken mitbringt. Ob bzw. ggf. wie diese Ansichten wissenschaftlich untermauert sind oder ob es sich um bloße Meinungen handelt weiß ich einfach nicht.

    Nach meinem Wissenstand kann ich nur sagen, dass mir Beides möglich und plausibel erscheint und dass ich derzeit keine Möglichkeit sehe, selbst herauszufinden, wie es denn nun wirklich ist. Und solange das so ist sehe ich auch keine Ansatzpunkte, wie sich ADHS als solches als besondere Stärke am Arbeitsmarkt verkaufen lassen könnte, außer mittels unseriöser weil nicht belegbarer Behauptungen.

    Es könnte allerdings nützlich sein, wenn viele glauben, ADHS bringe spezielle Stärken mit sich, selbst, wenn das eigentlich Quatsch sein sollte: Auch, wenn es sich dabei nämlich um ein falsches Gerücht handeln sollte beeinflusst ein solcher Glaube ja, wie andere Menschen mit ADHS-Betroffenen umgehen.

    Ich glaube es geht einem eher besser, wenn alle glauben, man habe irgendwelche tollen Stärken. Die Leute dürften eher bereit sein, die Schwächen hinzunehmen, wenn sie glauben, diese hätten auch ihren Nutzen, weil ohne diese bestimmte Stärken auch nicht da wären.
    Wenn alle glauben, dass ADHS nur ein Nachteil ist, dann kann das nämlich durchaus dazu führen, dass Leute auf die Idee kommen, die Betroffenen schlechter zu behandeln, auszugrenzen usw.

    Ich habe bezüglich Autismus mal gelesen, Hans Asperger habe deshalb so viel darüber geschrieben, welche Stärken der von ihm beobachtete Autismus mit sich bringe, weil er die betroffenen Kinder schützen wollte. Es sei ihm wohl darum gegangen, zu verhindern, dass die betroffenen Kinder als "lebensunwert" betrachtet werden könnten. Immerhin war das die Zeit des Dritten Reichs, wo viele Menschen wegen Behinderungen ermordet wurden und das dann "Eugenik" genannt wurde.
    In solchen Zeiten ist es dann verständlicher Weise immer besser, Stärken hervorzuheben und sogar einer Störung zuzuschreiben, sogar unabhängig davon, ob es diese Stärken wirklich gibt oder auch nicht.

    Ob es auch im Hier und Jetzt erforderlich ist, dem ADHS auch damit verbundene Vorteile zuzuschreiben, um die Betroffenen zu schützen kann ich nicht so gut beurteilen, weil ich nicht so gut weiß, wie verbereitet es zur Zeit ist, dass Leute als "unwert" betrachtet werden, wenn sie nicht gesund sind und wie hoch da die Gefahren sind.

    Zumindest solange man das nicht so genau weiß halte ich es deshalb für sicherer erst einmal davon auszugehen, ADHS bringe besondere Stärken mit sich - zumindest, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist. Es besteht immerhin die Gefahr, dass es manchen nicht ausreichen könnte, dass von ADHS-Betroffene auch trotz ADHS Stärken haben und wertvoll sind...

    Ich finde das Thema ehrlich gesagt recht gruselig weil ich es überhaupt recht gruselig finde, Menschen zu bewerten nach dem Nutzen für irgendwas oder der Verwertbarkeit am Arbeitsmarkt. Vor allem, wenn ich mir mich selbst ansehe gruselt es mich so richtig. Ich möchte auch ein Daseinsrecht und viele weitere Rechte haben, wenn ich nicht nützlich bin oder wenn es viele gibt, die nützlicher sind als ich und so.
    Manchmal frage ich mich allerdings, ob ich auch dann Menschen die nicht so sehr nützlich sind die gleichen Rechte wie nützlicheren Menschen zubilligen wollte, wenn ich mich selbst zu den sehr nützlichen Leuten zählen könnte. Manchmal frage ich mich, ob ich vielleicht ohne ADHS zu einer Person geworden wäre, die Arbeitslose als übles wertloses Schmarozerpack betrachtet. Ob ich es dann vielleicht der Meinung wäre, dass Rechte nur durch Leistung erworben werden sollten?!?
    Gruselige Gedanken sind das, nicht wahr?

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