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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 41

    AU von Facharzt vorgelegt

    Hallo,

    ich habe erstmalig eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinig ung vom Facharzt meinem Arbeitgeber vorgelegt. Arzt hat gemäß meinem Wunsch neutralen Stempel verwendet, aber wenn mein Arbeitgeber ein bissl googlt, stößt er auf die Fachrichtung.

    Wie händelt ihr das? In weiweit weiss der Vorgesetzte/ Arbeitgeber über Beeinträchtigungen im psyschischen Bereich?
    Empfindet ihr es auch als große Belastung die wahre Krankheit verheimlichen zu müssen?

    LG
    Nicki

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 91

    AW: AU von Facharzt vorgelegt

    Ja, das ist eine große Belastung. Ich habe bisher immer eine AU vom Hausarzt bekommen da ich mich noch nicht getraut habe zum entsprechenden Arzt zu gehen. Ich habe ihm meine Sitiation erläutert und ich habe dann eine AU bekommen. Irgendwas wegen Erschöpfung.


    Nun läuft meine Freie Zeit ab und ab dem 01.03. muss ich wieder arbeiten gehen.

    Da mein AG recht groß ist bin ich dazu über gegengen mich telefonisch beim Chef zu melden und meine AU bekannt zu geben und die AU habe ich direkt an das Personalbüro geschickt. Laut Betriebrat wäre das OK. Grund ist,dass der direkte Dienstvorgesetzte nicht schauen kann wer AU geschrieben hat und das dann in die Leistungsbeurteilung einfließen zu lassen. Die ersten male hat er mich immer auf die AU angesprochen weil er die angeblich abzeichnen musste aber das hat dann der Betriebrat geklärt. Seitdem waren meine AU Zeiten immer Thema bei jeder Beurteilungsbesprechung.

    Ich habe sogar meine Kollegen belogen. Keiner weiß von meinen Inneren Problemen ... wenn sie gefragt haben, dann war es Rücken, Knie, Grippe etc... Ich mache das um mich zu schützen. Bei uns geht so etwas schnell rumm wenn jemand Psychisch angeschlagen ist,

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 41

    AW: AU von Facharzt vorgelegt

    Hallo Greenbeach,

    ich war 2, 5 Wochen krankgeschrieben. Darauf bin ich heute auch angesprochen worden.
    Meine Situation: Alleinerziehend und chronisch kranke Mutter (welche ja in den meisten Fällen helfend zur Seite steht) ist meinem Vorgesetztem bekannt.
    Unklare Aufgaben und Standards am A.platz stellen eine große Belastung und ein enormer Krafträuber für mich dar.

    Nicki

  4. #4
    pero

    Gast

    AW: AU von Facharzt vorgelegt

    Es ist eine schwere Entscheidung ob man offen mit den Problemen umgeht oder nicht. Ich selbst, und auch meine Frau, haben sehr positive Erfahrungen gemacht sehr offen mit Depressionen umzugehen. Es ist erstaunlich wie viele damit zu tun haben, es aber auch nicht offen zugeben. Es ist natürlich eine Frage des Umfelds und der Kollegen. Ich habe mit einigen Kollegen sehr gute Gespräche geführt weil die Angehörige mit Depressionen hatten. Ein Chef hat selbst schon einen BurnOut gehabt, der wusste sofort um was es ging.
    Für mich war es auch eine Befreiung mir selbst einzugestehen das ich in einer Depression stecke indem ich darüber gesprochen habe.
    Allerdings spreche ich nur mit sehr wenigen über ADHS. Darüber haben viele Menschen Vorurteile.

    LG
    pero

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: AU von Facharzt vorgelegt

    Ich würde es auch als schlimm empfinden, wenn ich meine wahre Krankheit verheimlichen müsste - naja, in der aktuellen Firma weiß ja eh schon jeder Bescheid was im Sommer los war.

    Ich finde es aber hauptsächlich schlimm, dass man in unserer Welt nicht mehr ehrlich sein kann, weil man dann gleich stigmatisiet, abgewertet und gebrandmarkt ist.

    Ich persönlich würde es jedem, der noch die Möglichkeit hat, folgendes raten: SAGT KEINEM WAS!

    Seht es als Selbstschutz, es ist euer Leben, eure Privatssphäre... das geht keinen etwas an! Der Arbeitgeber hat sich damit abzufinden dass du jetzt X Wochen nicht da bist. Warum und weshalb geht den nix an.

    Wenn ich mal wo anders arbeite werde ich versuchen es so gut es geht geheim zu halten - zur Not würde ich noch irgend was erfinden, nur damit keiner merkt dass ich was psychisches habe. Man hat dadurch nur Nachteile. Ok, bei meinen Kollegen hab ich jetzt noch nichts mitbekommen. Es hat auch keiner auch nur ein negatives Wort zu mir gesagt, alle waren sehr verständnissvoll und freundlich und auch Kollegen mit denen ich sonst kaum was zu tun habe, haben sich echt gefreut als ich beim letzten Teammeeting wieder dabei war.
    Mein Chef hingegen hätte mich jetzt am liebsten los. Er hat es beim letzten Meeting nicht mal für nötig gehalten mich zu fragen wie es mir geht - obwohl ich mich zu dem Zeitpunkt noch in der Wiedereingliederung befunden habe. Das zeigt wie viel der Mensch, in diesem Falle ich ihm wert sind, nämlich nix, nix und wieder nix. Funktionierst du nicht mehr bis du raus.

    Von ADHS würde ich erst recht keinem was erzählen - das weiß bei mir in der Arbeit jetzt nur einer und zwar der der mich draufgebracht hat weil sein Kind das auch hat.
    Dieses Thema ist mir, aufgrund der aufbauschenden Berichte in der Medien und der vielen Un- und Halbwahrheiten die darüber existieren, zu heiß. Mein eingeweiter Kollege findet zwar, dass ich es erzählen sollte um dem Chef Sicherheit zu geben, aber das werde ich ganz bestimmt nicht tun.
    Ich habe es nicht mal groß in meinem Freundeskreis erzählt.
    Auch habe ich verbreitet, dass ich keinerlei Medikamente nehmen muss. Es ist nämlich ein sehr, sehr großes Problem wenn du wegen was psychischen Medikamente nimmst.
    Begrüßung von meinem Chef nach 10 Wochen krank: "Hallo, wie gehts dir?" "Gut, danke!" "Nimmst du noch Tabletten? Kannst du Autofahren?" Die ZWEITE Frage waren gleich die Tabletten.

    Das hört sich jetzt wahrscheinlich alles ein bisschen radikal und sehr veralgemeindernd an - es gibt bestimmt auch nette und verständnissvolle Chefs - aber das sind eben die Erfahrungen die ich in diesem Zusammenhang gemacht habe. Es steckt auch eine gehörige Portion Wut und Enttäuschung in meinen Worten.
    Und lieber einmal zu viel den Mund gehalten als einmal was falsches ausgeplaudert - das versuche ich mir jetzt zur Devise zu machen da ich die letzten Jahre viel zu naiv und offenherzig war.

    In diesem Sinne
    lg Susilein

  6. #6
    Rar


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 127

    AW: AU von Facharzt vorgelegt

    Naja der einzige "Arbeitgeber" den ich hab ist die Agentur für Arbeit.

    @Susilein

    Man liest deinen Frust richtig heraus. Ich kann das nachvollziehen.
    Ich erzähle jedem, der die Info braucht, von meiner Erkrankung(Depression, ADS)
    Es stimmt zwar, dass man aufpassen muss wen man das erzählt, aber ich denke man hat defintiv den falschen Arbeitsplatz, wenn man dort wo man den Großteil seines Tages verbringt, sowas verheimlichen muss.

    Genau diese Situation sorgt bestimmt häufig für eine weitere Krankschreibung. Man nährt quasi seine psychischen Probleme an solchen Arbeitsplätzen.
    Man bräuchte einen Arbeitsplatz in dem es normal ist, dass man mal ne psychische Grippe hat.
    Deswegen arbeite ich nicht xD. Es ist auch keine Lösung, aber ich weiss nichts besseres.


    Grüße
    Rar

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 41

    AW: AU von Facharzt vorgelegt

    Hallo Rar,

    betroffene Bekannte von mir arbeiten auch nicht mehr. Können nicht oder wollen eben keine krankmachende Arbeit annehmen.

    Die Statistik der Krankenkassen über Ursache von Krankmeldung zeigt eindeutig: Psychische Erkrankung ist auf Platz eins!!

    Es ist eine Schande, dass weiterhin von Arbeitsgebern suggeriert wird, dass man zu dumm sei entsprechende Startegien für den Umgang mit Stress entwickeln zu können.


    Aber nochmal zurück zum Ausgangsthema:
    Legt ihr Arbeitsunfähigkeitsbescheinig ungen vom Facharzt vor oder wählt mehr den Allgemeinmediziner?

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: AU von Facharzt vorgelegt

    Hallo Rar,

    ich würde es auch gern so machen wir du - ich habe bemerkt, dass mir Arbeit (zumindest das was ich grade mache) nicht besonders gut tut. Als ich mich im Sommer wieder einigermaßen erholt hatte und auch wieder ein bisschen was genißen konnte waren es die besten Wochen seit den letzten Semesterferien vor über 4 Jahren.
    Aber irgendwo muss ja auch das Essen herkommen und ein Dach über dem Kopf hätte ich auch gern. Ok, ich könnte mich wieder bei meinen Eltern einnisten, aber diese Schmach will ich mir nicht geben.

    Du hast auch recht wenn du sagst, dass man sich einen Arbeitsplatz suchen sollte an dem es normal ist auch mal ein psychisches Problem zu haben. Aber sowas gibts glaub ich nicht - vielleicht gibt es Einzelfälle - wo der Chef weiß was es bedeutet - sei es jetzt aus eigener Erfahrung oder Erfahrugnen im Umfeld - aber das wird wohl eher ein Einzelfall sein.

    Es soltle allgemein normal sein nicht nur nen Schnupfen oder mal ne Magen-Darm-Grippe zu haben, sondern sich auch mal bedrück und deprimiert fühlen zu dürfen.
    Krankheit passt aber einfach nicht in unsere von Perfektionismus und Gewinnmaximierung getriebene Welt. Immer perfekt sind, immer 150% geben, der Zweite ist schon ein Versager. Und psychische Krankheiten gelten auch Heutzutage noch als "Kopfsache". "Du has dich reingesteigert" "Dann musst du halt mal abschalten!" "Entspann dich doch einfach mal" Super Sprüche von Leuten die keine Ahnung haben, habe ich die letzten Monate zur Geüge gehört.

    Mein eingeweihter Kollege hat ja auch kein Problem damit - der ist im Kopf schon einen Schritt weiter als die meisten heutzutage. Er freut sich richtig für mich weil ich jetzt endlich weiß woher meine Probleme (von denen ich ja auch erzählt habe) kommen und dass man was dagegen tun kann. Er weiß wie sich ein Betroffener fühlt, er hat es ja an seinem Kind gesehen wie gut die Tabletten tun und was man durch Training noch alles bewirken kann.

    Mein Chef ist allerdings noch nicht so weit und ich glaube auch nicht, dass er jemals so weit sein wird. Er hält alles was psychisch ist für reine Kopfsache - man ist einfach nicht fähig bzw. möchte sich keine Bewältigungsstratien aneignen. Außerdem ist die aktuelle Nachwuchsgeneration - also die zwischen 20 und 35 - arbeitsscheu, leistungsunwillig und vergnügungssüchtig weil denen ihr Privatleben wichtiger ist als die Arbeit (hat er wikrlich genau so gesagt - mein Kollege und ich waren regelrecht sprachlos). Und mit sojemanden diskutiere ich bestimmt nicht über ADHS.

    Nochmal aber zurück zur Eingangsfrage von wem die Krankmeldung sein sollte:
    Ich würde auf Nummer sicher gehen und den Hausarzt bevorzugen. Das ist auf jeden Fall die sichere Variante.
    Es konnt halt immer drauf an wie groß die Firma ist. In meiner Firma ist es eigentlich relativ unwahrscheinlich, dass da wer anruft und nachfrägt "Sie, von welchem Arzt wurde denn die Krankmeldung ausgefühll?" und wenn dann ein neutraler Stempel drauf ist dann gegoogelt wird. Ok, meinem Chef würde ich es inzwischen zutrauen, dass er das rausfinden will, aber ich denke das ist ein Spezialfall der nicht veralgemeinert werden sollte.


    lg Susilein

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