Hallo Theresa,

ich kann dich sehr, sehr gut verstehen - stecke grade in einer ähnlichen Situation.

Nur dass ich BurnOut schon hinter mir habe - mit nicht mal 30 - und mich grade davon erhole... läuft aber ganz gut. Hab nur ein bisschen Angst, dass ich zu schnell rangeh unds mich wieder umhaut. Bei mir kam aber noch hinzu dass ich an eine Stelle versetzt wurde wo absolutes Chaos herrschte. War dort allein und das bekam mir gar nicht - hab einfach keine Struktur reingebracht und dadurch dass ichs allen recht machen wollte bin ich irgendwann zamgeklappt.

Mein Job, auf den ich mich 2008 eingeschossen habe, ist immer noch mein Traumjob. Da bin ich mir inzwischen sicher. Es gibt zwar noch einige andere coole Dinge die mich interesieren würden, daber daführ feht mir - im Moment - noch der Mut das anzugehen.

Kann mir aber auch nicht vorstellen meinen jetzigen Job nicht mit meinen Kollegen zusammen zu machen - klar, wo anders gibts auch (bestimmt nette) Kollegen aber das sind halt nicht DIE Kollegen und es wäre nicht das selbe - da bin ich sehr, sehr eigen. Also entweder ich mache das in der Firma weiter oder ich suche mir ganz was anderes.

Ich war diese Woche, obwohl krankgeschrieben, 2x für jeweils 3-4 Stunden in meinem Betrieb. Ich weiß, man sollte es nicht machen, aber da der netteste Kollege alleine war, (durch ihn hab ich von ADHS erfahren und ich bin ihm unheimlich dankbar, dass er so offen über seine Familiensituation damals gesprochen hat - er ist auch der einzige der von ADS weiß), hab ichs einfach mal probiert.
Außerdem wollte ich unbedingt ausprobieren wie die Tabletten in der Arbeit wirken und ich bin wirklich überrascht. Ich brauche zwar mehr Dosis als wenn ich daheim bin oder was leichtes tue, aber es fühlt sich gut an. Muss glaub ich noch ein bisschen testen, wenn der zweite Kollege noch da ist, brauch ich bestimmt noch mehr, aber der Weg fühlt sich gut an. Mann, bin ich erleichtert, hoffe das bleibt so.

Ich mache die Arbeit immer noch total gerne - hat mir richtig Spaß gemacht die beiden Male. Mein Job ist sehr abwechslungreich - PC-Arbeit, rumlaufen, Kontakt mit Menschen, was "mit den Händen" machen. Es wird nie langweilig, jeden Tag was neues - eigentlich perfekt. Leider nimmt die Dokumentation/Bürokratie (-> langweilige Sitz-PC-Arbeit) immer mehr zu, man ist auch sehr fremdbestimmt und auf die (manchmal mangelhafte) Zuarbeit von Dritten angewiesen - das nervt mich dann gewaltig.
Darum hab ich auch große Angst, dass ichs einfach nicht mehr pack weil ich dem Druck und Stress auch trotz Tabletten und Therapie nicht gewachsen bin und ich wieder zamklappe...

Bei mir wars auch schon so ein Kindheits-Ding. Mit dem ich jetzt arbetie hat mich schon als Kindergartenkind fasziniert. Es gäbe zwar auch noch was anderes aus der Sparte aber dafür müsste ich erst nochwas studieren und dafür bin ich jetzt schon zu alt.

Wie du siehts, liebe Theresa, ist es scheinbar so, dass es sich tatsächlich schon in der Kindheit zeigt in welche Richtung es gehen soll. Bei meine Cousin war es auch so (der hat kein ADS) dass er sich schon total früh für Technik und Informatik interessiert hat - das war auch son Junge den man nicht mehr vom PC wegbekommen hat. Jetzt arbeitet er irgendwas mit Microcontrollern - was ja beides irgendwie verbindet, und ist total glücklich.

Horche nochmal in dich rein - vielleicht kann dir auch eine Therapie helfen, deine Stärken und Talente zu entdecken.
Was mochtest du schon als Kind gerne? Hat dich irgendwas besonders interessiert - bei mir wars z.B. Medizin, aber wie schon gesagt, dafür bin ich inzwischen zu alt.

lg Susilein