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Diskutiere im Thema Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer? im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 72

    Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Nabend alle zusammen.

    Ich hab da mal ne Frage. Ist das eigentlich so enorm typisch, dass man mit ADHS so oft so kurz vor dem Beenden einer Arbeit (egal welcher, Schule, Studium, Beruf, Haushalt) die Lust dran verliert oder hat das nix damit zu tun?

    Aktuell bin ich nämlich wieder in dieser schönen Phase. Ich studiere Landschaftsarchitektur und nächste Woche hab ich Prüfungswoche, Dienstag und Donnerstag ne Klausur, Mittwoch Abgabe mit Präsi. Für die eine Klausur hab ich mit hängen und würgen endlich alle Materialien zusammen gefasst, bei der anderen hab ich lediglich nur alles zusammen getragen. Bei der Abgabe drösel ich so vor mich hin und meine Komilitonin (Gruppenarbeit) steigt mir verständlicherweise aufs Dach. Wir haben die Arbeit aufgeteilt, weil ich mit CAD und Photoshop besser zurechtkomme. Tu ich eigentlich auch und die Arbeiten sind auch nicht gewaltig groß, aber ich komm einfach nicht zu potte. Statt mal eine anzufangen und die fertig zu machen, mach ich hier was, dort was aber immer nur son bischen, dann verlier ich die Lust dran (es ist dann meistens auch nicht mehr viel) und widme mich einem anderen Teil.

    Beispiel:
    Wir wollen verschiedene Perspektiven zeigen und ein bis zwei konkretisieren. Dazu zählen dann unter anderem auch Details von Elementen mit Vermaßung und Schnitt. Hab jetzt eins fertig gemacht, komplett in 3D mit Texturen, hab auch schon nen Schnitt erstellt. Dann gings daran, es mit den Maßen zu beschriften, was eigentlich keine große Sache ist (CAD macht das größtenteils alleine, muss nur die zu vermessenden Kanten angeben). Grade wo ich die Schriftgröße und so einstellen will, denk ich, "Mensch, jetzt haste das schon fast fertig, dann kannste dir auch ne kleine Pause gönnen". Und damit die auch sinnvoll ist, hab ich grad mal ne Maschine wäsche angemacht.

    Leute, was ist läuft in meinem Kopf da falsch? Klar, Maschine Wäsche ist ja auch wichtig, bevor ich nix mehr im Schrank hab, aber ernsthaft, die hätte ich auch morgen machen können. Meine Komilitonin fragt die ganze Zeit nach, was ich schon so hab, aber da ich überall (eigentlich schon) nur in der Zielgraden stehe, kann ich ihr noch nix fertiges zeigen. Sie hingegen beginnt eine Sache, macht die fertig und packt die in die Dropbox, damit ich die mir ansehen kann. Ich selbst hab bestimmt 8 fast fertige, aber nix repräsentables.
    Und so sieht das auch überall aus. Heute morgen hab ich Geschirr abgespült. Anstatt etwas abzutrockenen, damit ich Platz für den Rest hab, denk ich mir, ok, dass steht alles im Geschirrständer, da kann das auch von alleine trocknen, jetzt erstmal weiter Unikram. Sieht so aus, dass der Geschirrständer voll ist, aber immer noch 2 Pfannen und ein Topf dreckig daneben steht. Auch meine restliche Bude ist so. Immer irgendwo was angefangenes, aber ganz ganz selten was fertig gestelltes, weil ich immer kurz vor knapp denke, "gut, jetzt biste fast fertig, den Rest kannste auch später machen".
    Warum ist das so und was kann ich dagegen machen???

  2. #2
    reloaded

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 2.492

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Du, das kennen wohl viele. Und vielleicht klingt es jetzt ungewollt gemein.
    aber, man muss sich schlicht weg manchmal einfach dazu zwingen...

    ich gehe jetzt nicht hier weg, bevor ich das nicht habe!

    das ist meiner Meinung Übung. Glaub nicht, ich hätte da nicht auch meine Ecken, wo es nicht klappt.

    aber wenn es mich echt belastet, dann muss ich es halt tun. Sonst geht es mir schlecht.

    heute: hab die ganze Woche nicht Ordnung gehalten und heute frei. Ja. Aber Samstag und Sonntag auch. Dauernd hab ich gedacht, das muss ich jetzt aufräumen. Dann, na das geht auch morgen.

    irgendwann hab ich mich so genervt, weil ich die Arbeit vor mir sah, dass ich mich in den allerwertesten getreten habe und es erledigt hab.

    und dann gibts ganz schnell. Und ich bin froh drüber.

    probier es aus und zieh es durch. Mit dauerndem aufgeben vor dem Ziel manifestierst du es nur, dass du nix zuende bringst. Und das ist falsch! Das behindert dich auf Dauer und macht traurig.

    liebe Grüße!
    Pepper

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 432

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Hey,

    das klingt SEHR nach mir. Dafür kenne ich kein Geheimrezept, allerdings kann ich dir Tipps geben, was mir persönlich hilft.

    Das klingt jetzt vielleicht komisch, ich sage zu mir immer, wenn ich kurz vorm Ziel aufhören will:
    "Nein, ich mache das jetzt fertig!" und zwar energisch in meinen Gedanken dieses NEIN - weitermachen.
    Das klappt erstaunlicherweise ziemlich gut damit.

    Ein weiterer Tipp ist, dir z.B. in deinen Kalender (falls du so einen hast) zu schreiben "Diese Woche XYZ FERTIG".
    Sollte es klappen, dass du was zu Ende machst, bist du 1. erleichtert weil es sich gut anfühlt
    und 2. kannst du dich auch belohnen. Also wenn du Sache X zu Ende bringst gönnst du dir z.B. 1-2Std für eine Sache,
    für die du dir sonst nicht die Zeit nimmst, die aber Spaß macht.

    Ich hoffe du kannst was mit den Tipps anfangen. Gutes Durchhalten und frohes Schaffen

  4. #4
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Ich kenne es auch, und was mich am bestens hilft ist kurz überlegen wieviel Zeit ich habe, was das Ziel ist und vor allem, wie es mich gehen wird, wenn ich es nicht schaffe, wie es mich gehen wird, wenn ich es schaffe... Auch wenn ich dann im letzte Moment mache, ist ok...

    Eine Belohnung dazu, wie mich etwas schönes gönnen, wenn es erledigt ist, kann auch helfen...

    So jetzt entscheide ich mich die Wäsche fertig zu aufräumen und dann wieder kurz auf Forum...

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.960

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Kann ich eigentlich nur bestätigen. Ein kräftiges: "Nein, so kurz vor dem Ziel wird nicht aufgesteckt!" - Alternativ hilft auch ein Block, wo ich mir alles in kurzen Stichpunkten notiere, was mir gerade wichtig erscheint. Wobei eindeutig die Priorität ist: Wenn die Welt nicht gerade untergeht, dann wird das Angefangene zu Ende gemacht.

    Bei Sachen, die mir besonders schwer fielen, kommt dann oft ein Gefühl der Erleichterung und auch des Triumphes, das erlaube ich mir dann auch mal ein paar Minuten auszukosten.

    Es können natürlich auch Ängste dahinter stecken, dass du z. Bsp. glaubst, deine Arbeit ist nicht gut genug o.ö.. So lange du sie nicht fertig hast, kann dir auch nichts passieren und du bist auf der sicheren Seite. Niemand bewertet deine Arbeit, niemand sieht sie, also kann auch niemand dazu Kritik äussern. Auf diese Art bringst du dich aber auch im die Anerkennung, denn wer sagt denn, dass die Arbeit schlecht ist? Kritik kann deine Arbeit aber ggf. noch verbessern und wer möchte nicht gute Arbeit leisten?

    Ich leide allerdings auch unter der netten Schieberitis. Wenn ich wichtige, umfangreiche Arbeiten zu erledingen hatte, dann räum und putz ich vorher, dass es eine wahre Freude wäre, wenn da nicht die WICHTIGE Arbeit im Hintergrund lauern würde. Die kann ich aber oft nur erledigen, wenn der Rest erledigt ist. Was meinst du, was ich schon für Aktionen gestartet habe? Ganze grosse Schränke ausgeräumt, ausgewischt, sortiert und nach vorher erstellten Plan wieder sinnvoll eingeräumt, Frühjahrsputz veranstaltet mitten im WInter und, und, und.
    Mittlerweile plane ich das mit ein und versuche die Vorher-Arbeit nicht so extrem ausufern zu lassen, damit ich mich nicht hemungslos verzettel und für die wichtige Arbeit dann einfach keine Zeit mehr habe.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 137

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Hi,
    das kenne ich auch ... Leider

    Aber meiner Ansicht nach (so habe ich das für mich raus gefunden) ist es auch ein bisschen
    Faulheit und sich vor etwas Unangenehmen drücken wollen. Da schiebt man schnell mal sein
    Unbehagen oder seinen Gemütszustand vor und sagt "ich schaff das jetzt nicht, es geht mir gerade
    wirklich nicht gut oder das kostet mich Energie die ich gerade nicht habe"....
    Da hilft wirklich nur sich mal in den Allerwertesten zu treten und sagen:

    "ICH SCHAFFE DAS, DAS ZIEHE ICH JETZT DURCH"

    Und du schaffst das auch

    Nix für ungut

    Liebe Grüße
    Patricia

  7. #7
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Vielleicht geht es so bei dich, aber... Jeden ist anders und ADS kann auch stark ausgeprägt sein...

    Ich habe zwar damit nicht sehr grosse Problemen, aber kann nachvollziehen dass es einigen hier anders geht...

    Sich von etwas unangenehm zu drücken gehört leider wohl zu ADS wegen unsere Zeitblindheit und unsere Neigung im Hier und Jetzt zu leben.

    Obwohl ich zu 3/4 mit dich zustimme und andere meinungen sonst gut gelten lasse, hat mich das Wort "Faulheit" ein bisschen getriggert... Aber wenn ich mich alles lese, wird mich deutlicher dass es nicht so böse gemeint ist und dass es sogar bei einigen vielleicht nützen kann... Auch mit das "nur" habe ich Mühe, wie wenn andere Tricks da einigen hier erwähnen wertlos sind... Oder ist es nicht so gemeint? Hoffe ich.

    Ich weiss auch dass ich auf bestimmte Wörter so reagiere und dass man bei schreiben sich nicht immer so gründlich überlegt... Ach, es kann auch sein dass alles ganz anders gemeint ist, aber ich tue lieber es sagen, damit du es erklären kannst (wenn du Lust dazu hast) und dann ist die Sache für mich gegessen...

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Hallo,

    das kenn ich auch, auch das mit dem "vorher aufräumen".
    In der Prüfungszeit meines Studiums war mein Zimmer immer besonders ordentlich.

    Ich hatte komischerweise aber nie große Probleme Dinge anzufangen und pünktlich fertigzustellen.

    Mich hat der Gedanke an die anstehende Arbeit irgendwann so belastet, dass ich einfach nicht mehr anders konnte als anzufangen.
    Auch habe ich mich meinen Kommolitonen gegenüber so verpflichtet gefühlt, dass ich das als Gemeinheit empfunden hätte meinen Teil nicht pünktlich fertigzustellen.

    Dieses Verhalten ist zwar nicht schlecht, hat mir jetzt im Arbeitlseben aber das Genick gebrochen, weil ich mich gehörig übernommen habe.
    Mein Psychiater hat das mit dem Hyperfokus begründet. Man muss also ein gesundes Mittelmaß finden.

    Ich habe auch immer irgendwie gespürt wann ich wirklich anfangen sollte und wann ich genug gelernt habe - ich kann das nicht beschreiben, aber mein Gefühl diesbezüglich hat mich nie getäuscht. Also, genug war, wenn mich das Thema irgendwie genervt hat - dann hab ich aufgehört und es hat immer gereicht...

    Hatte ich auf mehrere Klausuren zu lernen, habe auch das mit dem Kalender gemacht.
    Immer wenn wir die genauen Prüfungstermine (ca. 4 Wochen vorher) hatten, habe ich mir einen Plan gemacht, wann ich für was lernen wollte.
    Und dann habe ich ganz streng nach diesem Plan gelernt.
    Und wenn ich noch so ein schlechtes Gewissen wegen Werkstofftechnik hatte - es wurde erst Technische Menchanik bis Dienstag gelernt und vielleicht noch ein bisschen Physik zwischendurch (weil groß und umfangreich), aber Werkstofftechnik kam erst am Mittwoch dran. Schluß, aus, basta!!!
    Manchmal musste ich sehr, sehr streng mit mir sein, aber irgendwie hats geklappt.
    Es hat sich dann immer gut angefühlt wenn ich wusste ich hab meinen Plan eingehalten und die Prüfungen alle bestanden.


    Ich würde dir jetzt folgenden Tipp geben:

    -Schreib dir die Dinge die noch gemacht werden müssen auf eine Liste. Auch dazu bis wann sie fertig sein müssen

    -Schreib dir die Prioritäten dahinter - was ist am wichtigsten? Was braucht meine Partnerin am dringendsten um weiterzumachen? Es bringt nix was fertig zu machen was du erst übernächste Woche brauchst, wenn du nächste Woche 3 andere Sachen benötigst.

    - Du könntest natürlich auch mit den Dingen anfangen welche am schnellsten gehen. Wenn du nur noch ein paar Maße eintragen musst, was vielleicht eine halbe Stunde dauert, mach das zuerst. Dann hast du nämlich schon einen Punkt den du auf deiner Liste durchstreichen kannst - das sieht auch ganz gut aus und motiviert

    Vielleicht kannst du dich mit deiner Partnerin zusammensetzen und nochmal ordnen. Sag ihr einfach, dass du das Gefühl hast dich zu verzetteln und du gemeinsam mit ihr einen Plan aufstellen willst damit das möglichst reibungslos über die Bühne geht.

    Und wie Pepper schon geschrieben hat: Ohne eine Portion "sich selber zwingen" gehts leider nicht.
    Tritt dir in den Allerwertesten, sag dir "In ... Wochen geben wir die Arbeit ab. Bis dahin muss ich diszipliniert sein und mich reinhängen. Für mich und für meine Partnerin. Danach ists geschafft und ich kann ... (etwas was du gerne tust - belohne dich!) machen!"

    Hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen
    Viele Erfolg weiterhin und genieße die Studienzeit noch ein wenig - ich trauere meiner immer mehr hinterher - sie war die beste Zeit meiens Lebens!

    lg Susilein

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Hi Eyvn,

    hier nun Vorschläge die ein bisschen von der Norm abweichen und für die ich vll. auch ein bisschen Kritik ernten werde
    Ich kenn das Problem welches du beschreibst ziemlich gut, habe selber noch keine wirkliche Lösung dafpr gefunden; nur work-arounds ^^

    Was mir hilft bei Projekt-Dokumentationen, Referaten etc. ist das gwünschte Endergebnis weit über dem geforderten Rahmen festzulegen.
    Quasi 200% als Ziel obwohl 100% reichen. Das Ergebnis bei mir ist, dass ich quasi bis zu 150% vom festgelegten Soll-Zustand erreiche und dann die Lust daran verliere.
    Da ich dann aber schon so viel habe, reicht es bei mir i.d.R. nur noch hier und da etwas zu ergänzen, andere Sachen zu kürzen, bisschen formatieren, etc und schon ist die Sache "fertig"...

    Zwar nicht so wie ich es gern gehabt hätte, aber dafür so, dass andere damit zufrieden sind.

    Was auch hilfreich sein könnte in deinem Fall, wäre die unliebsamen Arbeiten abzuschieben. Das mag auf den ersten Blick meeeega asozial wirken, aber ich finde so ist es dann besser, wie wenn Inhalte fehlen. Im Gegenzug könntest du ja noch etwas arbeit von deiner Kommilitonin abnehmen die dir mehr liegt als diesen "unnötigen" Feinschliff, der dir anscheinend zu trivial!? erscheint als das du dich damit auseinandersetzten möchtest.
    Ich persönlich mag es auch lieber von Punkt zu Punkt zu springen und alles nur fast fertig zu machen. Man muss halt einfach lernen sich zu dem letzten Feinschlifff zu zwingen, wenn kein anderer da ist.

    Ich für meinen Teil habe im Laufe meines Lebens ein Gefühl dafür entwickelt was wann in welchem Maße notwendig ist, um das gewünschte Ergebnis mit hängen und würgen zu erreichen. Ich gebe zu, dass dieser Lifestyle mit viel Ängsten, Stress und sonstigen negativen Gefühlen verbunden ist aber alles andere wäre auch irgendwie langweilig

    Ein nicht ganz so ernst gemeinter Ratgeber, der mir viele unterhaltsame Momente während dem Lesen beschert hat, ist das Buch "Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin" von Sascha Lobo. Wirklich geholfen hats natürlich nicht... Aber seit dem Lesen des Buches kann ich meine Charakter"schwäche" zwanghafte Prokrastination mit viel mehr Humor nehmen.

    LG Chokmah

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.960

    AW: Kurz vorm Ziel verreckt...warum eigentlich immer?

    Nein, keine Kritik, nur Bedenken.

    Ich befürchte, wenn man ständig mit dem 200%-Modell arbeitet, dass man sich über die Zeit gewaltig übernimmt. Nach meiner Erfahrung mag das angehen, wenn man "jung" ist und Ängste, Stress und den ganzen Kram noch einigermassen wegstecken kann. Irgendwann könnte dann aber ganz plötzlich der Zusammenbruch vor der Tür stehen. Ich schreibe bewusst könnte, weil einige Menschen offenbar das ihr Leben lang schaffen und der Rest vermutlich irgendwann zusammenklappt. Um rauszufinden zu welcher "Gattung" man gehört, müsste man das ausprobieren und das kann echt schief gehen.

    Die Arbeiten zu verteilen oder abzuschieben, wie du sagst, finde ich nicht asozial. Im Gegenteil, wenn man weiss, dass man ein Defizit hat und das durch einen Mitstreiter abdecken kann, dann halte ich das für legitim - gerade bei einer Gruppenarbeit, wo sonst alle anderen under dem Defizit zu leiden hätten. Wenn man selbst dafür noch etwas anderes übernimmt, wo man gute (Vor)Arbeit leisten kann, dann umso besser, weil man auch damit wieder die Gruppe unterstützt.

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