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Diskutiere im Thema Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 170

    Unglücklich Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Hallo zusammen!

    Letzte Woche bin ich von meinem Chef mündlich verwarnt worden, weil ich eine Zahl (große, große Zahl) falsch eingetragen habe, und es sich herausgestellt hat, dass das falsch war.
    Hintergrund ist hier erst mal egal, jedoch soll ich ihm am Mittwoch (nächste Woche) sagen, ob ich meinen Job noch weitermachen will.
    Eigentlich wollte ich sowieso schon wechseln, weil mir meine Stelle nicht zusagt, auch wenn ich sie seit drei Jahren mache. Ich arbeite in einer sehr stressigen Branche, damit muss man klar kommen, und ich tue das nicht, obwohl ich es wirklich versucht habe.

    Nun ist es so, dass ich über eine Personalvermittlung in diese Firma gekommen bin; dafür hatte ich nur ein gutes Zeugnis von meinem 1. Arbeitgeber. Der 2. hat mir ein furchtbar schlechtes, unvollständiges Zeugnis ausgestellt (ich war bei einer Arbeitnehmerüberlassung angestellt und bin unverschämterweise krank geworden), und das ist nichts, was ich einem potenziellem Arbeitgeber zeigen will, weil es mich in einem unnötig schlechten Licht dastehen lässt.

    Da ich in der jetzigen Situation wieder gezwungen bin, mir für die gleiche Personalvermittlung ein Zwischenzeugnis ausstellen lassen zu müssen, mein Chef aber nicht gut auf mich zu sprechen ist, mache ich mir viele Gedanken, ob ich mit meinem Abschluss, der gar nicht mal so schlecht war, überhaupt noch etwas anfangen kann.

    Häufig habe ich das Gefühl, dass ich höchstens noch zum Regale einräumen tauge. Dort würde ich aber nicht genommen, weil ich überqualifiziert bin.

    Ich bin grade echt mutlos, weil ich erst nächsten Monat (nach einem knappen Jahr Wartezeit) einen Termin für ein ADHS-Erstgespräch habe.
    Da ist das Gespräch mit meinem Chef schon vorbei, und ich weiß einfach nicht weiter. Soll ich bleiben, mir noch mehr (vergebens?) Mühe geben und in einem Jahr ausgebrannt dastehen?

    Er weiß nichts von meiner potenziellen Diagnose, und das soll auch so bleiben (soweit ich weiß, hat seine Tochter auch ADS, aber er ist der Meinung, dass sich das auswachsen würde), aber so wie ich es jetzt mache, kann ich nicht weitermachen. Mein Freund, auch ein ADSler, arbeitet seit 15 Jahren beim gleichen Unternehmen und wird dort wohl auch noch eine Weile bleiben. Wir wohnen zwei Stunden voneinander entfernt und da ich zu ihm ziehen will, ist eine neue Arbeitsstelle unumgänglich.

    Ich bin nicht doof, aber diese Leichtsinnsfehler und der ständige Stress machen mich echt fertig.

    Kann mir einer von euch sagen, wie ihr eure "Defizite" verkauft oder sie ohne Medikamente kompensiert? Auch wenn das Kind momentan schon in den Brunnen gefallen ist, wüsste ich gerne, wie ihr das regelt.

    Irgendwer? Bitte?

    Krampus

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 91

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Hallo Krampus,

    bei mir ist genau die gleiche Situation. Ich bin meist nur im theoretischen gut und im Praktischen nur wenn ich alleine bin.
    Das Problem ist die Aufmerksamkeit. Besonders in Gesellschaft schalte ich völlig ab,
    Ob das wirklich am ADS liegt weiß ich nicht, Medikamente (Straterra, Medikinet adult) haben nichts geändert.
    Aber ein Arbeitgeber darf kein schlechtes Zeugnis ausstellen wegen Krankheit. Hast du schon versucht das einzuklagen? Man darf zwar in der Probezeit deswegen gekündigt werden, aber kein so schlechtes Zeugnis deswegen bekommen, weil er hat ja keine Beweise dass du nicht krank warst.
    Soll ich bleiben, mir noch mehr (vergebens?) Mühe geben und in einem Jahr ausgebrannt dastehen?
    Wir wohnen zwei Stunden voneinander entfernt und da ich zu ihm ziehen will, ist eine neue Arbeitsstelle unumgänglich.
    Du hast auf diese Frage schon selbst geantwortet. Aber es wäre sicher besser erst zu kündigen, wenn du schon eine neue Stelle gefunden hast. Sonst stehst du nachher ganz ohne Job da.
    Ich bin nicht doof, aber diese Leichtsinnsfehler
    Ja, wie dieses Problem zu bewältigen ist weiß ich auch nicht, ob mit oder ohne Stress.

    Ich wünsche dir viel Erfolg

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 170

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Danke für deine Antwort!

    Das Ding ist eben, ich muss es ihm nächsten Mittwoch sagen, wie ich dazu stehe. Etwas neues ist noch nicht definitv in Aussicht, aber eine Firma interessiert sich für mich, daher das Dilemma mit dem Arbeitszeugnis.

    Das Problem mit der Kündigung ist, dass ich eine richtig blöde Kündigungsfrist habe, nämlich 3 Monate zum Quartalsende. Anfangs war mir das noch recht, weil ich eben bei der alten Firma so Probleme damit hatte (ist übrigens vor das Arbeitsgericht, und dort wurde zwar gesagt, dass ich ein Zeugnis bekommen soll, es war aber nicht vollständig, und als ich das einklagen wollte, hieß es, die Frist sei schon verstrichen), jetzt aber hat mir bisher jeder potenzielle AG gesagt, dass sie nicht so lange warten könnten. Daher mein Frust.

  4. #4
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Krampus schreibt:
    Kann mir einer von euch sagen, wie ihr eure "Defizite" verkauft oder sie ohne Medikamente kompensiert? Auch wenn das Kind momentan schon in den Brunnen gefallen ist, wüsste ich gerne, wie ihr das regelt.
    Zunächst liebe Krampus, würde ich nicht so persönlich - vor allem keine Arbeitgebererlebnisse - im öffentlichen Bereich schreiben. Man kann das, was Du in diesem Teil des Forums schreibst, in Google sehen.

    Deine Geschichte liest sich für mich so, als ob Du Dich unter Preis verkaufst. Hast Du es wirklich nötig, Dich so erniedrigen zu lassen? Ich weiß ja nicht, was das für ein Fehler war, aber gleich eine Verwarnung zu bekommen, ist schon hard core. Auch wenn Du nicht gekündigt werden kannst, so ist das Vertrauensverhältnis dahin.

    Ich habe lange gebraucht, um überhaupt die Defizite zu begreifen. Ich bin daher beim Psychiater. Ich würde nicht von Defizite reden. Es sind Deine Charakterzüge. Das bist Du! Nicht alle kommen mit Deinem Charakter klar, aber willst Du so eine Barbie sein, die von allen geliebt wird? Die wahre Krampus hat Ecken und Kanten und das ist verdammt gut so.

    Kurzum, sei stolz auf Dich. Du bist gut. Ob nun Deine Chefs mit Dir nicht klar kommen, sei dahin gestellt. Aber auch wenn sie Dich nicht wollen, Du bist und bleibst hervorragend.

    Lass Dich nicht unterbuttern!
    Geändert von Steintor (22.08.2014 um 01:22 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 170

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Hallo Steintor,

    ich achte schon drauf, dass man mich über meine Beiträge nicht identifizieren kann, da mache ich mir hier keine großen Sorgen. Meinen Nick hier verwende ich auch nirgends sonst.

    Zur Arbeit: Ich sehe es leider aber so, dass mein Charakter nichts mit den Fehlern zu tun hat, die ich so mache. Ich bin keine Barbie und will es nie sein, aber es geht hier nicht vorrangig ums gemocht werden, sondern darum, dass ich mir Sorgen mache, wieder mit einem schlechten Zeugnis dazustehen, weil mein Chef mich auf dem Kieker hat. Ich habe heute nochmal meine Kollegen gefragt, ob sie irgendwelche Beschwerden an meine Person hätten, und alle haben nein gesagt. Wenn mein Chef sich nicht so "anstellen" würde und so reagieren wie er auf meine Person reagiert, wäre das ja kein so großes Thema. Da in unserer Firma bzw. Branche aber grade alle verrück spielen, habe ich den Eindruck unter die Räder zu kommen, und ein Bauernopfer zu werden. Jeder der eine Schwäche zeigt, ist in Gefahr gebrandmarkt zu werden als "unfähig", auch wenn man grade nur mal wieder unter Druck steht, weil Chef sich mal wieder umentschieden hat und die ganze Tagesplanung von einzelnen Leuten über den Haufen wirft.

    Therapie kann ich erst anfangen, wenn ich die Diagnose offiziell habe. Das ist dann nächsten Monat so weit, d.h. dann kann ich das angehen, denn eine Therapie für etwas, das offiziell noch gar nicht besteht, gewährt mir keine Krankenkasse. Ich will aber auf jeden Fall noch eine anfangen, weil ich auch sonst ein paar wunde Punkte bei mir sehe.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 140

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Hallo Krampus,
    Erst mal Kopf hoch. Kannst Du die Situation objektiv einschätzen? Ist es üblich für solche Fehler einen Verweis zu erhalten? Hattest Du schon gute "Qualifikationsgespräche" die an sich ein gutes Bild von Dir abgeben? Ist Deine Position wirklich gefährdet oder versucht er nur Druck aufzubauen? Kannst Du einschätzen wie persönlich Du mit dem Chef kommunizieren kannst und was Ihn wirklich interessiert? Hat er Dich aus persönlichen Gründen auf dem Kieker oder wegen Deiner Leistungen? Ist er für die ADHS Thematik offen oder bist Du ev. schon zu weit gegangen? (Mein Chef würde mir wohl nie erzählen ob sein Kind ADHS hat.

    Je nachdem gibt es ein par Möglichkeiten

    -Du kannst angeben dass Du nicht mehr willst und kannst "von dannen ziehen".

    -Du kannst angeben dass Du den Job unbedingt behalten willst und Dich weiter in einer ev. schwierigen Beziehung und Rolle bemühen gute Leistungen zu bringen. Verbessern kannst Du die Situation wenn Du z.B. ein "Kontrollverfahren" findest um eine Wiederholung des Fehlers zu verhindern. Das lässt sich auch gut verkaufen ( Lehren daraus ziehen, sich entwickeln statt um Gnade flehen).
    Wenn der Arbeitgeber eine soziale Ader hat, kannst Du die Karten (ADHS Diagnose, weitere Schritte, zu erwartende Verbesserungen) auf den Tisch legen, mit dem Arbeitgeber einen Massnahmenplan erstellen und umsetzen. Du kriegst etwas Luft, der Arbeitgeber muss nicht auf Mitarbeitendensuche, darf auf sich Stolz sein und kriegt eine bessere und zuverlässigere Mitarbeiterin.

    -Wenn Du vermutest oder besser weist, dass er (Chef) Dich lieber gestern als heute los haben will, die Firma kein "soziales Angagement zeigt", hat er eigentlich ein Interesse Dir ein gutes Zeugnis zu geben um Dich schnell los zu werden. Sag ihm sinngemäss, dass Du den Job wirklich magst, aber anerkennst das Du nen tragischen Fehler gemacht hast, die Chemie nicht mehr stimmt und Du bereit bist die Stelle "frei zu machen". Beitrag seinerseits, er macht Dir ein faires, gutes Zeugnis welches den "tragischen Fehler" ausblendet. Wenn Du dann nen Job hast kündigst Du. Das könnte im Interesse beider sein. (OK ein wenig geschummelt) Du hast ne neue Chance, er darf seine Wunschkandidatin suchen, finden und anstellen.

    Dass Dein Freund ebenfalls in der Firma arbeitet ist natürlich zu bedenken. Weis Dein Chef davon?

    Wichtig, ich bin kein Profi für sowas. Habe nur schon das Eine oder Andere mitbekommen und schreibe Dir das als Anregung weitere Überlegungen zu machen.
    Habe sicher so lange dran rum geschrieben, dass sich diverse Fehler eingeschlichen haben die ich jetzt ehrlich gesagt nicht mehr suchen mag.

    Ich wünsch Dir Erfolg, Glück für alle Fälle.

    LG Camper
    Geändert von Camper (22.08.2014 um 23:09 Uhr)

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 170

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Hallo Camper,

    Danke für deinen Beitrag.

    Ich weiß dass mein Chef unter Druck steht. Die Geschäftsleitung wechselt gerade, und da knallt es, weil sich jeder noch profilieren muss, bevor sich alles ändert. Was nicht notwendigerweise zum besseren sein muss.

    Mein Chef muss denen alles recht machen, und sich selbst und seine Interessen ebenfalls vertreten, was im Normalfall wegen "zu teuer" abgelehnt wird. Wir sind unterbesetzt und überarbeitet, und der Druck wird immer größer. Wir müssen schnell und kostengünstig arbeiten, weil unsere Kunden immer weniger zahlen wollen, und durch den Zeitdruck werden in fast allen Abteilungen Fehler gemacht.

    Mein Chef hat mir persönlich garnichts von seinen Kindern erzählt, aber wir sitzen zu 30 in einem Großraumbüro, und mein Kollege, der hinter mir sitzt, hat ihn mal drauf angesprochen, daher weiß ich das. Ob er mit mir persönlich ein Problem hat, kann ich nicht sagen, jedenfalls macht er mit allen anderen Kollegen Witze, mit mir garnicht, noch nie, und ich glaube nicht, dass da noch etwas kommen wird.

    Nein, mein Freund arbeitet nicht in dieser Firma, er arbeitet bei seinem Unternehmen 150 km weg von meinem Wohnort. Das ist der Hauptgrund, weshalb ich umziehen will, vier Jahre Fernbeziehung sind irgendwann nicht mehr tragbar, bei aller Liebe.

    Mein Dilemma ist es eben, dass ich um den Druck von unseren Geschäftsleitern weiß, aber unser Chef ist nicht gerade umgänglich und hat das zwischenmenschliche wirklich nicht gut drauf. Mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da. Das Ding ist, dass er seinen Stress an uns weiter gibt. Ich bin eigentlich nicht der Meinung, dass mein Fehler so furchtbar war, es ist aber so, dass mir öfter kleinere Fehler unterlaufen, wie z.B. ein Material angeben, dass es in einem Werk noch nicht gibt, und dann der Mensch der den Antrag bearbeiten soll, wieder bei mir anruft und ich das korrigieren muss. Etwas wirklich schlimmes ist bisher nicht passiert, aber dieser Mensch beklagt sich dann eben bei meinem Chef, dass ich nicht sorgfältig genug arbeite. Ist ja an und für sich nicht falsch, und es ärgert mich und andere ebenfalls, aber falsch ist halt falsch. Sehe ich ja auch so...und daran hängt er sich eben auf.

    Dazu muss ich allerdings sagen, dass es einmal wegen dem Zeitdruck und dann wegen mangelnder Absprachen zwischen den Abteilungen dazu kommt. Eigentlich sollte ich meine Infos alle von einer Person bekommen, es läuft aber letztendlich immer darauf hinaus, dass sich vier Abteilungen über meinen Emaileingang mit großem Verteiler gegenseitig reinreden.
    Damit kann ich nicht länger, ich werde schon depressiv, will nichts mehr nach der Arbeit unternehmen, mag mit keinem sprechen, bin nur noch kaputt, kann trotz allem aber nicht einschlafen, freue mich kaum noch über Sachen, die ich früher mochte, etc. Krank schreiben lassen geht aber auch nicht.

    Es sind mehrere Faktoren, die mir meine Arbeit dort erschweren.
    -die Menge an Menschen, die um mich rum sitzen und ebenfalls telefonieren oder sich beraten und auch so unterhalten.
    -der Zeitdruck, weil sich alle erst mal nicht einig sind, und es dann ganz schnell gehen muss.
    -die mangelnde Absprache, weil sich jeder etwas anderes vorstellt, und das über mich laufen "muss", auch wenn es nicht meine Aufgabe ist
    -jeder der krank wird und seinen Krankenschein einreicht, soll die Zeit entweder mit Urlaub oder Überstunden ausgleichen, da wird Druck gemacht.

    An der Menge der Leute um mich herum werde ich nichts ändern können, an der Hektik die für diese Branche typisch ist, auch nichts.

    Ich komme eben nicht damit klar.

    Einfach so kündigen?
    -Ich muss in vier Tagen Bescheid sagen was ich will. Kündigungsfrist sind drei Monate zum Quartalsende, die meisten Stellen suchen aber jemanden der relativ schnell kann.
    -Meine Eltern machen mir die Hölle heiß wenn ich kündige ohne etwas neues zu haben. Da ich mit der Kündigungsfrist aber nichts finde, was ich gerne machen würde, ist das fast unmöglich.
    -Mein Freund und meine Schwester sind der Meinung, ich hätte ja genug angespart, um kündigen zu können und die Sperre vom Arbeitsamt überstehen zu können. Dann könne ich mir in aller Ruhe etwas neues suchen.
    -ein Exkollege sagt, ich solle weitermachen, und sobald ich eine Stelle gefunden habe die mir gefällt, einen Aufhebungsvertrag einfordern.
    -zwei andere Freunde sagen, Hauptsache raus, weil meine geistige Gesundheit wichtiger wäre als einen weiteren Monat in diesem Laden.
    -ein anderer meint, Hauptsache raus, ich solle das machen was mir am besten zusagt.

    Ich stehe am Rande eines kleinen Schreikrampfs weil ich so viel beachten muss und es allen Recht machen soll bzw. will.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 140

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Hmmm
    Also knapp überflogen:
    Du kanst Deinen Aufwand reduzieren wenn Du es schaffts, dass "Die Anderen" Ihren Job selbstständiger, besser organisieren, sprich, wenn Du es schafts aus der "Auftragsgestaltung" raus zu bleiben bis alles klar ist. Ich habe häufig solche Situationen. Da muss ich freundlich bestimmt angeben dass ich erst was tun kann wenn der Auftrag klar formuliert an mich weiter geleitet wurde. (So ne Rückmeldungen kannst Du als Textblock in Outlook verbereiten und mit 3 Buschtaben anwenden).
    Wenn Du dann wegen Fehlern angegriffen wirst darfst Du es nicht versäumen sachlich anzugenben dass Du auch Zeit verlierst wei andere Fehler machen und der Stress so zu nimmt, die Leistungsmöglichkeit zurück geht.

    Wenn Die Firma so gross ist dass es ein eigene HR Abteilung gibt kann es sein das Du ab dem Moment wo Du ein gesundheitliches Problem anmeldest tatsächlich einen "Sonderstatus" kriegst, was die Situation verbessern kann.

    Und noch etwas präziser. Wenn Dein Arbeitgeber glücklich ist wenn Du gehst, Du eine neue Stelle hast, wird er Dich ev. vor Kündigungsende gehen lassen. Unbezahlt und so. Es ist ja nicht so dass die Kündigungsfrist eingehalten werden muss wenn beide Parteien einer Meinung sind.

    Ganz nebenbei erschein es mir seltsam wenn 3 Monate ein problem sind. 3 Monate sind doch Standard, oder?

    Burn Out
    Wenn Du das Thema anspricht, mach Dich als erstes schlau was genau das ist. Ein schnell gesuchter Link: Burnout Symptome / Burnout-Syndrom Symptome und Beschwerden
    Ev. gibts hier ja noch mehr Wissen dazu, ich kenne das Forum seit 6 Tagen. Aus meiner sicht ist das blöde an einem Burnpou (abgesehen davon das Du es hast) Du kannst nicht planen, kalkulieren. Wenn Du es hast helfen plötzlich alle, haben Mittleid u.s.w. Wenn Du keins hast, kein Gehör oder Thema. Knapp dazwischen gibt es aber Beratungsstellen. Die können Dir ev. weiter helfen wenn es darum geht ein Burn Out abzuwenden oder vorher Massnahmen zu ergreifen. Mein AG (Grooooser Betrieb) hat so meine Stelle die sich spezialisiert um Mitarbeitende mit Burn Out kümmern. Wenn so eine Fachstelle zur Gecshäftsleitung geht wird das anders wahrgenommen als wenn "eine Mitarbeitende jammert". Leider. Was ich so gehört habe, jemand mit nem Burn Out wird wohl gut unterstützt und wieder aufgebaut, findet aber nicht sofort ne Arbeitsstelle die atraktiv, gut bezahlt und stresssig ist. "Es" muss sich wieder hoch gearbeitet werden. Manchmal kommt man auf dem Weg an Stellen ran bei "Sozial orientierten" Arbeitgebern, allerdings weniger toll bezahlt.

    Aber nochmal, ich habe meine Diagnose gerade mal 8 Monate, es kann gut sein, nein, es gibt sicher etliche Personen welche sich damit noch viel besser auskennen. Vieleich musst Du solche Beratungstellen suchen und finden.
    Hab mal geggoglet, schau mal.

    LG Camper

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 170

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Hallo Camper,

    zwei Sachen stechen raus die ich doch klären möchte.
    Die drei Monate sind immer bis zum nächsten Quartalende.
    Sollte ich im Oktober etwas finden, so kann ich z.B. erst im April dort anfangen. Es sind nicht unbedingt die drei Monate an sich, sondern das Quartalsproblem.

    Der andere Punkt ist, dass mein Chef wirklich kein Verständnis für gesundheitliche oder private Probleme hat.
    Drei Beispiele:
    Als der Vater eines Mitarbeiters plötzlich an einem Schlaganfall gestorben ist, konnte er überhaupt nicht nachvollziehen, dass mein Kollege gerne etwas Rücksicht auf seine Situation hätte und er gerade nicht 100% belastbar ist.
    Der Vater eines anderen hatte Krebs und ist letztendlich auch daran gestorben. Da wurde auch keine Rücksicht genommen, dass der Kollege seine Eltern gerne häufiger besucht hätte und daher lieber von zu Hause aus gearbeitet (das ist durchaus drin für die Kollegen, die haben alle Firmenlaptops).
    Ein dritter Kollege wird im Oktober zum ersten Mal Vater. Als mein Chef davon erfuhr, war sein erster Satz: "Du hast doch sicher nicht vor, Elternzeit zu nehmen, oder?" In der Gruppenbesprechung hat er nur halb im Scherz gesagt, wir hätten jetzt wirklich genug Kinder in der Abteilung bekommen, das müsse jetzt aufhören, er könne sich die vier Wochen Fehlzeit einmal im Jahr einfach nicht leisten. Dem brauche ich nicht mit krank oder Problemen zu kommen.

    Unsere Personalabteilung stellt nur theoretisch Behinderte ein, aber praktisch kenne ich nur einen Fall. Das ist einer, der die Mülleimer leert oder Blätter aufsammelt. Jemanden mit einer geistigen Behinderung werden sie nicht einstellen. Die Personalabteilung ist auch die Institution, die von Leuten mit Krankmeldung verlangt, die Zeit der Krankschreibung mit Urlaub oder Überstundenausgleich abzugleichen.

    Ich habe oft versucht, die Leute an einen Tisch zu bekommen, das klappt aber längst nicht immer, weil wir überwiegend international arbeiten und längst nicht alle an einem Ort sind. Das heißt im Zweifelsfall, ich führe wegen einer einzigen Sache eine Stunde lang mit vier verschiedenen Leuten Telefonate, weil die zum Teil auch nicht mehr miteinander reden wollen. Dann gibt es Leute, die Querulanten sind und grundsätzlich alles besser wissen, und liegt man doch mal zufällig richtig, dann ist das etwas, was man auch so verkünden muss, z.B. "Krampus hat heute ausnahmsweise mal alles auf Anhieb so gemacht, wie ich es haben wollte", was dann im Großraumbüro laut mitgeteilt werden muss.
    Letztendlich ist es bei uns wie ein Riesen-Kindergarten mit überdimensionalen Kleinkindern, wo einer dem anderen die Sandburg kaputt macht oder mit der Schüppe auf den Kopf haut, weil er nicht mitspielen darf.
    In meiner Stellenbeschreibung steht nirgends "Kindermädchen", das entspricht aber so etwa dem, was ich hier machen muss. Ich bin es leid, mich für die Fehler anderer rechtfertigen zu müssen.


    Danke auch vielmals für die Links zum Thema Burnout, ich hatte vor gut drei Jahren schon mal einen, da hat mein Körper auch nicht mehr mitgespielt.
    Zwar kein schönes Thema, aber es ist gut daran erinnert zu werden, was man unbedingt vermeiden sollte.

    Ich glaube, der ganze Thread hier hat mich bestärkt, dort weg zu wollen, so bald das möglich ist. Es bringt mir nichts, dort länger als unbedingt nötig zu bleiben. Ich denke, es wäre das Beste für mich, wenn ich zum Ende des Jahres kündige. Dann kann ich noch in aller Ruhe eine neue Stelle suchen, meine Wohnung kündigen und mir am neuen Ort etwas suchen, und umziehen. Das dürfte mir am besten tun. *find*

  10. #10
    Rettich

    Gast

    AW: Zeugnisse und die Realisierung dass ich mein Studium vergebens gemacht habe

    Also nachdem du den Firmenalltag geschildert hast, wäre mein erster Gedanke, so schnell wie möglich raus aus diesem Laden.
    Verbesserungsvorschläge bringen nichts, wenn sie niemand mitträgt und die Anweisung, Fehltage sind durch Urlaub oder Überstunden auszugleichen ist arbeitsrechtlich nicht statthaft und zeigt eigentlich nur, dass diese Firma nicht seriös arbeitet.

    Ich würde einen Teufel tun, um meinem Vorgesetzten auch noch mitzuteilen, dass ich diesen Job ja am liebsten gar nicht machen will und mich selber nicht dafür geeignet sehe. Darauf läuft es dann nämlich heraus.

    Im Zweifelsfall, und wenn der Druck zu groß wird, dann eben zum Arzt gehen und dort mal die Situation schildern. Dan lieber wochenlang krank und die Zeit nutzen, etwas anderes zu finden.

    Ein Arbeitszeugnis muss übrigens "wohlwollend" formuliert sein. Von den ganzen Hintertürchen, die dort eingebaut sind, soll man sich nicht verunsichern lassen. Auch hier gilt. Bist du nicht zufrieden, muss der Arbeitgeber nachbessern. Wenn du mit einem Anwalt für Arbeitsrecht drohst, werden die dir mit Sicherheit lieber ein gutes Zeugnis ausstellen, als sich auf juristischen Hick-Hack einzulassen.

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